Deutsche Botschaft Sofia
| Deutsche Botschaft Sofia | |
|---|---|
| Staatliche Ebene | Bund |
| Stellung | Botschaft |
| Geschäftsbereich | Auswärtiges Amt[1] |
| Gründung | 21. Dezember 1973 |
| Hauptsitz | Sofia |
| Botschafterin | Irene Maria Plank |
| Netzauftritt | www.sofia.diplo.de |
Die Deutsche Botschaft Sofia ist die Diplomatische Vertretung der Bundesrepublik Deutschland in der Republik Bulgarien.
Lage und Gebäude
Die Botschaft befindet sich wie viele andere ausländische Vertretungen im Stadtbezirk Izgrev der bulgarischen Hauptstadt Sofia am südöstlichen Ende des Zar-Boris-Parks. Die Straßenadresse lautet: Uliza Frederic-Joliot-Curie 25, Sofia.
Das Außenministerium Bulgariens ist rund drei Kilometer entfernt und in wenigen Minuten erreichbar. Der internationale Flughafen Sofia liegt rund sieben Kilometer nordöstlich und eine Fahrtzeit von rund 15 Minuten reicht in der Regel aus.
Der Botschaftscompound ist eine bundeseigene Liegenschaft, die im Jahr 1990 von der ehemaligen DDR übernommen wurde. Dem Bund wurde für das Grundstück lediglich ein Nutzungsrecht für diplomatische Zwecke zugestanden. Die Gesamtanlage erwies sich mittelfristig als nicht mehr ausreichend funktionsfähig und bildete die Grundlage für die spätere Entscheidung zum Neubau der Kanzlei.
Die Liegenschaft umfasste folgend Baulichkeiten:
- ein Bürohaus für die Kanzlei,
- einen Wohnkomplex aus 6 Wohnblöcken mit insgesamt 57 Dienstwohnungen,
- das Haus der ehemaligen Handelsförderungsstelle (an Fremdfirmen vermietet, später Sitz der Deutsch-Bulgarischen Auslandshandelskammer),
- ein Repräsentationstrakt mit Großküche,
- die ehemalige Botschaftsschule (nach mehrjährigem Leerstand zur Deutschen Schule Sofia geworden),
- eine Tiefgarage mit 42 Stellplätzen.
Im Rahmen einer Generalsanierung wurden in den Jahren 2007 bis 2009 unter anderem in dem Wohnkomplex durch Zusammenlegungen 40 moderne Dienstwohnungen geschaffen, die den Bedarf deckten. Die Kosten für sämtliche Maßnahmen wurden mit rund 16,5 Millionen Euro angegeben.[2]
Im Jahr 2014 wurde ein Wettbewerb für den Neubau des Kanzleigebäudes ausgeschrieben, aus dem asp Architekten mit dem ersten Preis hervorgingen. Der Neubau wurde 2023 fertiggestellt und bildet heute das zentrale Gebäude der Botschaft. Der klar strukturierte Solitärbau in der Parkanlage ist als präziser Kubus ohne Vor- und Rücksprünge gestaltet; der lediglich eingeschnittene Eingang markiert den Zugang und bildet zugleich das Vordach. Die Architektur folgt einem streng durchgehaltenen Grundraster, das sich vom Tragwerk über die Fassade bis zum Innenausbau fortsetzt. Großformatige Sonderbauteile nach Norden, Westen und Süden heben die innere Erschließungszone nach außen hervor und schaffen pro Geschoss Aufenthaltsbereiche mit Balkonen und weit geöffneten Fensterfronten, die gerahmte Ausblicke auf Sofia und in der obersten Etage auf das Vitosha-Gebirge ermöglichen.[3]
Planungspartner waren wh-p GmbH (Tragwerk), EGS Plan (TGA) und Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten, beauftragt durch die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Staatliche Hochbauamt Baden-Württemberg.[4]
Auftrag und Organisation
Die Botschaft Sofia hat den Auftrag, die deutsch-bulgarischen Beziehungen zu pflegen, die deutschen Interessen gegenüber der Regierung von Bulgarien zu vertreten und die Bundesregierung über Entwicklungen in Bulgarien zu unterrichten.
Die Botschaft gliedert sich in mehrere Fachreferate: Politik, Rechts- und Konsularwesen, Wirtschaft, Kultur und Presse, Wissenschaft sowie den Sprachendienst. Der Verteidigungsattaché für Rumänien und Bulgarien ist an der Deutschen Botschaft Bukarest stationiert und dort akkreditiert. Die Botschaft betreut unter anderem den Deutschen Soldatenfriedhof Sofia.[5]
Honorarkonsuln der Bundesrepublik Deutschland sind in Plowdiw und Warna bestellt und ansässig.
Geschichte
Das Deutsche Reich eröffnete im Jahr 1905 eine Vertretung in Sofia. Im Ersten und im Zweiten Weltkrieg kämpfte Bulgarien auf der Seite der Mittel- bzw. Achsenmächte. Im Jahr 1944 besetzte die Rote Armee das Land und es entstand die (sozialistische) Volksrepublik Bulgarien.
Die DDR und Bulgarien nahmen bereits am 17. Oktober 1949 diplomatische Beziehungen auf. Die Botschaft der DDR wurde im Jahr 1990 mit dem Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland geschlossen.
Die Bundesrepublik Deutschland eröffnete am 19. Oktober 1964 eine Handelsvertretung in Sofia, die am 21. Dezember 1973 in eine Botschaft umgewandelt wurde. Im Jahre 2023 erhielt die Botschaft ein neues Kanzleigebäude, das den Altbau der früheren DDR-Liegenschaft ablöste.[6]
Siehe auch
- Liste der deutschen Botschafter in Bulgarien
- Liste der Botschafter der DDR in Bulgarien
- Liste deutscher Auslandsvertretungen
Weblinks
- Website der Botschaft Sofia
- Verzeichnis der Vertretungen der Bundesrepublik Deutschland im Ausland
- Deutsche Botschaft Sofia auf Facebook (bulgarisch)
Fußnoten
- ↑ Gemäß § 2 GAD bilden die Zentrale des Auswärtigen Amts und die Auslandsvertretungen eine einheitliche Oberste Bundesbehörde.
- ↑ Deutsche Botschaft in Sofia – Botschaftscompound Generalsanierung. In: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung. Abgerufen am 12. Februar 2022.
- ↑ BOTSCHAFT SOFIA. Abgerufen am 12. Dezember 2025.
- ↑ Alexa Appenzeller: Deutsche Botschaft Sofia. In: asp Architekten GmbH. Abgerufen am 12. Dezember 2025 (deutsch).
- ↑ Deutscher Soldatenfriedhof Sofia. In: Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Abgerufen am 12. Februar 2022.
- ↑ Alexa Appenzeller: Deutsche Botschaft Sofia. In: asp Architekten GmbH. Abgerufen am 12. Dezember 2025 (deutsch).
Koordinaten: 42° 40′ 12,4″ N, 23° 20′ 56,6″ O