Deutsch-Ungarische Industrie- und Handelskammer
| Deutsch-Ungarische Industrie- und Handelskammer (Német-Magyar Ipari és Kereskedelmi Kamara) (DUIHK) | |
|---|---|
| Rechtsform | Egyesület (eingetragener Verein nach ungarischem Recht) |
| Gründung | 7. Mai 1993 |
| Sitz | Budapest Ungarn |
| Geschäftsstelle | Haus der Deutsch-Ungarischen Wirtschaft, 1024 Budapest, Lövőház utca 30 |
| Vorläufer | Deutsch-Ungarische Handelskammer |
| Zweck | Pflege und Erweiterung der deutsch-ungarischen Wirtschaftsbeziehungen |
| Vorsitz | Róbert Keszte (Präsident) |
| Geschäftsführung | Barbara Zollmann |
| Personen | Vorstand der AHK Ungarn |
| Beschäftigte | 19 (2024) |
| Mitglieder | 923 (2024) |
| Website | www.ahkungarn.hu |
Die Deutsch-Ungarische Industrie- und Handelskammer (Német-Magyar Ipari és Kereskedelmi Kamara) in Budapest ist Teil des Netzes der deutschen Auslandshandelskammern. Sie fördert im Auftrag des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Ungarn. Dabei vertritt sie mehr als 900 Mitgliedsunternehmen im Wirtschaftsverkehr zwischen den beiden Ländern.
Geschichte
Im Jahr 1920 hatten deutsche Unternehmen die Deutsch-Ungarische Handelskammer (DUHK) gegründet.[1] Sie war gemeinsam mit der Deutschen Wirtschaftskammer für Österreich die erste Gründung einer deutschen Auslandshandelskammer nach dem Ersten Weltkrieg und hatte bis 1945 bestand.
Unmittelbar nach dem politischen Umbruch in Ungarn wurde im Mai 1991 das Delegiertenbüro der deutschen Wirtschaft als Vorgängerorganisation der DUIHK geschaffen.[2] Die DUIHK wurde am 7. Mai 1993 von 34 Unternehmensvertretern gegründet.[3]
Ziele
Ziel der Deutsch-Ungarischen Industrie- und Handelskammer ist es, die Handels- und Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Ungarn in beiden Richtungen zu pflegen und die Geschäftsinteressen ihrer Mitglieder zu fördern. Im Zusammenhang mit ihrem Zweck kann sie auch für Nichtmitglieder tätig werden. Die Kammer bezeichnet sich als überparteilich und parteipolitisch neutral.[4]
Sie ist eine von der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) anerkannte deutsche Auslandshandelskammer und zugleich dessen außerordentliches Mitglied.
Aufgaben
Die Hauptaufgabe der DUIHK ist die Förderung der deutsch-ungarischen Wirtschaftsbeziehungen. Dabei übernimmt sie vor allem die Interessensvertretung für ihre Mitgliedsunternehmen und betreibt für diese Öffentlichkeitsarbeit. Neben diesen Tätigkeiten bietet die Kammer Dienstleistungen im Zusammenhang mit wirtschaftlicher Tätigkeit deutscher Unternehmen in Ungarn an. Sie dient als Kontaktplattform für Unternehmen, staatliche Akteure und Bildungseinrichtungen.[5]
Die DUIHK übernimmt die offizielle Repräsentanz der bayerischen Wirtschaft in Ungarn. Dies geschieht im Rahmen einer Partnerschaft mit der bayerischen Wirtschaftsförderungsagentur Invest in Bavaria, die im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie tätig ist.[6]
Preise und Publikationen
Die Deutsch-Ungarische Industrie- und Handelskammer veröffentlicht jährlich mehrere Publikationen.[7] Darunter sind:
- Business Guide Ungarn (seit 2019)
- Konjunkturbericht (seit 1994)[8]
Der Konjunkturbericht wird seit 2021 mit einem zusätzlichen Herbst-Update veröffentlicht. Die Erscheinungen der Konjunkturberichte werden in den Medien regelmäßig kommentiert.[9][10][11][12][13][14] Weiter wurde der Konjunkturbericht bei einer Publikation der Europäischen Kommission angeführt.[15]
Mehrere Preise werden von der DUIHK verliehen:
Vorstand
Der Vorstand der DUIHK besteht aus bis zu 19 gewählten, ehrenamtlichen Mitgliedern und wird vom Präsidenten geleitet. Daneben gibt es einen Beirat aus Persönlichkeiten, der den Vorstand in Sachfragen berät.
Zwischen dem 6. und 16. Mai 2024 hatten die Mitglieder der Kammer auf elektronischem Wege über neue Mitglieder der Führungsgremien und eine Satzungsänderung abgestimmt. Die Ergebnisse wurden am 16. Mai 2024 auf der jährlichen Mitgliederversammlung der DUIHK bekanntgegeben. Der Vorstand setzt sich wie folgt zusammen:[18]
- Präsident:
- Róbert Keszte, Head of Global Operations AUMOVIO SE, Business Area Architecture and Networking Solutions
- Vizepräsidenten:
- Markus H. Hilken, Managing Director SAP Labs Hungary, SAP Hungary Kft.
- Silke Janz, CFO, Mitglied der Geschäftsführung, Penny Market Kft.
- Achim Weinstock, Geschäftsführer, LKH Leoni Kft.
- Schatzmeister:
- Armin Krug, Consultant Partner, PricewaterhouseCoopers Könyvvizsgáló Kft.
- Geschäftsführender Vorstand:
- Barbara Zollmann
Aufsichtsrat
Bei der DUIHK ist gemäß gesetzlicher Vorgaben auch ein Aufsichtsrat tätig. Er ist in der Ausübung seiner Rolle unabhängig, lediglich der Mitgliederversammlung rechenschaftspflichtig und erledigt seine Aufgaben in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit dem Vorstand und der Geschäftsführung der DUIHK. Der Aufsichtsrat besteht aus drei Personen, die von der Mitgliederversammlung der DUIHK aus der Mitte der Mitglieder bzw. deren Vertreter für drei Jahre gewählt werden.
Aktuelle Aufsichtsratsmitglieder sind:[19]
- Aufsichtsratsvorsitzender: Hedvig Szakács, Geschäftsführerin SZPH Kft.
- Mitglieder des Aufsichtsrats:
- András Sávos, Vorstand MetMax Europe Zrt.
- Mihály Jankovich, Geschäftsführer, Tiser RiskConsult Kft.
Weblinks
- AHK Ungarn. Offizielle Webseite. Deutsch-Ungarische Industrie- und Handelskammer | Német-Magyar Ipari és Kereskedelmi Kamara (ungarisch, deutsch).
- Registereintrag. im Lobbyregister. Deutscher Bundestag
Einzelnachweise
- ↑ Deutsche Unternehmen in Ungarn erwarten Abkühlung der Konjunktur. Deutsch-Ungarische Industrie- und Handelskammer.
- ↑ DUIHK-Dossier Dokumente und Informationen für DUIHK-Mitglieder. Deutsch-Ungarische Industrie- und Handelskammer.
- ↑ Timeline: 25 Jahre DUIHK. Deutsch-Ungarische Industrie- und Handelskammer.
- ↑ Satzung der Deutsch-Ungarischen Industrie- und Handelskammer. (PDF) Deutsch-Ungarischen Industrie- und Handelskammer, 5. Mai 2023, abgerufen am 30. September 2025.
- ↑ Wer wir sind. Abgerufen am 2. Oktober 2025.
- ↑ invest-in-bavaria.com. Archiviert vom am 7. September 2025; abgerufen am 2. Oktober 2025.
- ↑ Publikationen. Deutsch-Ungarische Industrie- und Handelskammer, abgerufen am 1. Oktober 2025.
- ↑ Konjunkturbericht. Deutsch-Ungarische Industrie- und Handelskammer, abgerufen am 1. Oktober 2025.
- ↑ Ungarn enttäuscht Investoren. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24. April 2023, abgerufen am 1. Oktober 2025.
- ↑ Konjunkturerhebung zeigt schlechte Laune bei dem deutschen Mittelstand in Ungarn. In: UNGARN heute. 15. November 2024, abgerufen am 1. Oktober 2025.
- ↑ Hungary's price caps, windfall taxes dent morale among German firms, survey shows. Reuters, 26. April 2023, abgerufen am 1. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Fewer Companies Plan to Invest, DUIHK Survey Finds. Budapest Business Journal, 16. November 2023, abgerufen am 1. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ DUIHK-Umfrage: Weniger Unternehmen planen Investitionen und Neueinstellungen. Balaton Zeitung, 16. November 2023, abgerufen am 1. Oktober 2025.
- ↑ Zsuzsa Urbán: Konjunkturaufschwung lässt auf sich warten. In: Budapester Zeitung. 12. Mai 2025, abgerufen am 1. Oktober 2025.
- ↑ Macroeconomic imbalances – Hungary (= European Economy Occasional Papers. Nr. 106). Publications Office, Luxembourg 2012, ISBN 978-92-79-22894-0, S. 17 (englisch).
- ↑ Berufsbildungspreis der DUIHK. Deutsch-Ungarische Industrie- und Handelskammer, abgerufen am 1. Oktober 2025.
- ↑ "Verlässlicher Arbeitgeber" – Prädikat für gute HR-Praxis. Deutsch-Ungarische Industrie- und Handelskammer, abgerufen am 1. Oktober 2025.
- ↑ Vorstand der DUIHK. Deutsch-Ungarische Industrie- und Handelskammer.
- ↑ Vorstand, Beirat und Aufsichtsrat. Abgerufen am 6. Oktober 2025.