Deutsch-Griechischer Zukunftsfonds

Der Deutsch-Griechische Zukunftsfonds (DGZF, griechisch Ελληνογερμανικό Ταμείο για το Μέλλον Ellinogermanikó Támio gia to Méllon) ist ein 2014 gegründeter Stiftungsfonds, der im Rahmen der deutschen Wiedergutmachungspolitik durch die Förderung von Projekten, die der Aufarbeitung der gemeinsamen Geschichte der Förderung einer gemeinsamen Erinnerungskultur zwischen Deutschland und Griechenland dient.

Ziele und Förderbereiche

Der Deutsch-Griechische Zukunftsfonds verfolgt drei Hauptziele:

  • Versöhnung mit den Märtyrerdörfern: Unterstützung von Projekten in Gemeinden, die unter deutschen Vergeltungsmaßnahmen litten, um die Erinnerung an die tragischen Ereignisse zu bewahren und den Dialog zwischen den betroffenen Gemeinden und Deutschland zu fördern.
  • Versöhnung mit den jüdischen Gemeinden: Förderung von Projekten, die das jüdische Gemeindeleben in Griechenland stärken und zur Versöhnung zwischen Deutschland und den jüdischen Gemeinden beitragen.

Gefördert werden unter anderem Jugendbegegnungen, wissenschaftliche Forschungsprojekte, künstlerische Produktionen wie Filme und Theaterstücke sowie Gedenk- und Erinnerungsprojekte.

Geschichte

Die deutsche Vergangenheitsbewältigung bezüglich der Verbrechen von Wehrmacht und SS in Griechenland bestand darin, Forderungen von Opferverbänden mit Verweis auf die Staatenimmunität abzuweisen, und die gegenwärtigen Beziehungen beider Länder als eine Art Kompensation zu betrachten. Dies sorgte für Unmut bei den Betroffenen und belastete die deutsch-griechischen Beziehungen.

Im Zuge eines Besuchs des Bundespräsidenten Joachim Gauck im März 2014 kam eine Wende. Ende 2014 wurde vom Auswärtigen Amt der Deutsch-Griechische Zukunftsfonds eingerichtet. Mit jährlich 1 Million Euro ausgestattet, werden damit Projekte zur Aufarbeitung der gemeinsamen Geschichte der letzten 200 Jahre finanziert. Wenngleich er vom Umfang deutlich hinter dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds zurück bleibt (der ein Stiftungsvermögen von 85 Millionen Euro hat und jährlich 3,6 Millionen Euro auszahlt), wurde damit ein neues Kapitel in den Beziehungen der beiden Länder eröffnet. 2024 wurden anlässlich einer Jubiläumsfeier 20 Förderprojekte erneut vorgestellt.[1] Im Herbst 2024 beschloss die scheidende Bundesregierung das Budget von zuletzt 900.000 auf 300.000 zu kürzen.[2] Die Deutsche Welle berichtete, dass eine höhere Förderung im Koalitionsvertrag der aktuellen Regierung erwähnt wird.[3]

Siehe auch

Belege