Deutsch, Stolz, Treue
Deutsch, Stolz, Treue (D.S.T.) ist eine neonazistische deutsche Rock-Band. Mit ihren Texten verherrlichte sie teilweise den Nationalsozialismus und leugnete den Holocaust.[1] Alle Veröffentlichungen sind indiziert und einige darüber hinaus auch strafrechtlich relevant. Die Band X.x.X. gilt als Nachfolgeband von Deutsch, Stolz, Treue.[2]
Bandgeschichte
Die Band wurde 1994 in Berlin als Deutsch, Stolz, Treue (D.S.T.) gegründet.[3] Nach der Veröffentlichung des Albums Ave et victoria 2002 nahm die Berliner Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen Volksverhetzung und der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen auf. Daraufhin trat die Band nicht mehr unter ihrem Namen auf.
2004 trat die Band unter dem neuen Namen X.x.X. wieder in Erscheinung.[4] Das 2005 veröffentlichte Album Die Antwort auf’s System wurde in einer Auflage von 5000 Stück in einem Presswerk in Nordrhein-Westfalen gepresst. Bei Hausdurchsuchungen wurden mehrere tausend CDs und Fanartikel beschlagnahmt.[5] 2007 veröffentlichte die vermeintliche Nachfolge-Band X.x.X. die Split-CD Gift für die Ohren mit der ebenfalls nationalen Rock-Band Burn Down. Wegen eines Liedes des Albums mit vermeintlich strafrechtlich relevantem Inhalt kam es wieder zu Wohnungsdurchsuchungen, u. a. bei einem Polizisten.[5] Das Album wurde später ohne das Lied Kill Bill unter dem Titel Gift für die Ohren 2 wiederveröffentlicht. 2009 veröffentlichte die Band X.x.X. mit Virus ein neues Album. Auf der indizierten CD befindet sich mit Das Lied vom Klaus ein Stück, das den Holocaust als Fantasie eines „Holo-Klaus“ darstelle. Der Titel Auf immer und ewig verherrliche das Hakenkreuz. Auf Grund der Texte des Albums wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Bei einem Mitglied der Band wurden zusätzlich CDs sichergestellt.[6]
Am 17. März 2009 verurteilte die Staatsschutzkammer des Landgerichts Berlin zwei Mitglieder der Band wegen Volksverhetzung und des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen zu Bewährungsstrafen von 14 bzw. 10 Monaten. Für das Album Gift für die Ohren und Gift für die Ohren 2 wurden die Angeklagten zwischenzeitlich vom Landgericht Berlin freigesprochen. Strafbare Inhalte konnten nicht festgestellt werden. Am 30. November 2011 durchsuchten Polizeibeamte die Wohnungen von Sänger Peter Brammann und dessen Lebensgefährtin in Berlin-Kreuzberg, ein Grundstück und eine Garage im Landkreis Oberhavel. Insgesamt wurden bei den Durchsuchungen, die auch eine weitere Person betrafen, mehrere tausend Rechtsrock-CDs, mehrere Computer sowie ein Luftdruckgewehr sichergestellt.
Diskografie
Als D.S.T.
- 1997: Rassenschande (Demo, indiziert[7])
- 1998: Deutsches Volk erwache! (indiziert[8])
- 1999: Ave et victoria (indiziert[9])
- 2011: Morituri vos salutant (Split-CD mit Sturmkommando, indiziert[10])
- 2015: Wehret den Anfängen (indiziert[11])
- 2019: Fünfundzwanzig (indiziert[12]); Die Gigantopak-Version enthält eine zweite CD mit Coverversionen von D.S.T.- bzw. X.x.X.-Titeln verschiedener Rechtsrock-Bands (ebenfalls indiziert[13])
- 2021: Gift für die Ohren 3 (Split-CD mit Aryan Brotherhood)
- 2024: Antifragil
Als X.x.X.
- 2005: Die Antwort auf’s System (indiziert[14])
- 2007: Gift für die Ohren (Split-CD mit Burn Down, indiziert[15])
- 2007: Gift für die Ohren 2 (Split-CD mit Burn Down, indiziert[16])
- 2009: Virus (indiziert[17] und beschlagnahmt[18])
Einzelnachweise
- ↑ Schlag gegen rechtsextreme Skinhead-Band tagesspiegel.de vom 11. Mai 2002
- ↑ Theo Schneider: Schlag gegen Rechtsrocker von DST. Blick nach rechts, 1. Dezember 2011, abgerufen am 4. Dezember 2011.
- ↑ Senatsverwaltung für Inneres (Hrsg.): Info Rechtsextremistische Musik. 2. Auflage. Berlin November 2007, S. 13 (berlin.de ( vom 5. November 2013 im Internet Archive) [PDF; 785 kB; abgerufen am 7. Dezember 2009]).
- ↑ Ermittlungen gegen rechte Band. die tageszeitung, 16. Februar 2007, abgerufen am 30. April 2016.
- ↑ a b Senatsverwaltung für Inneres und Sport – Abteilung Verfassungsschutz (Hrsg.): Verfassungsschutzbericht Berlin 2007. Berlin 2007, S. 27 (thueringen.de [PDF]).
- ↑ Senatsverwaltung für Inneres und Sport – Abteilung Verfassungsschutz (Hrsg.): Verfassungsschutzbericht Berlin 2009. Berlin 2010, S. 73–74 (berlin.de [PDF; abgerufen am 17. Juni 2010]). PDF ( des vom 30. Dezember 2014 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ Bundesanzeiger vom 30. November 2004, Liste B
- ↑ Bundesanzeiger vom 31. Juli 2001
- ↑ Bundesanzeiger vom 28. September 2002
- ↑ Bundesanzeiger vom 30. März 2012, Liste A
- ↑ Bundesanzeiger vom 30. September 2015, Liste A (BAnz AT 30.09.2015 B5)
- ↑ Bundesanzeiger vom 29. April 2022
- ↑ Bundesanzeiger vom 29. April 2022
- ↑ Bundesanzeiger vom 28. Juli 2006, Liste A
- ↑ Bundesanzeiger vom 31. Mai 2017, Liste A (BAnz AT 31.05.2017 B5)
- ↑ Bundesanzeiger vom 31. Mai 2017, Liste A
- ↑ Bundesanzeiger vom 30. Oktober 2009, Liste B
- ↑ Beschlagnahmebeschluss des Amtsgerichts Tiergarten am 30. November 2009, Az.: (352 Gs) 81 Js 3277/09 (4066/09)