Deschauer (Einzelhandelsunternehmen)
Deschauer war ein deutsches Einzelhandelsunternehmen mit Sitz in Bochum. Verbunden mit dem Unternehmen sind die Namen Werner und Anneliese sowie Hubert Deschauer.
Geschichte
Die Brüder Werner (geb. 6. Dezember 1935) und Hubert Deschauer (geb. 1937) wuchsen in Geisa auf. Ihr Vater Anton betrieb ab 1917 das Geschäft „Deschauer-Zigarren“ und fiel 1944 im Krieg.[1] Beide Brüder machten eine kaufmännische Lehre.[2] Die Brüder flohen ab dem 22. Juli 1957 von Geisa in den Westen.[1]
Sie kamen nach Bochum. Sie machten zunächst Hilfsarbeiten auf dem Hauptfriedhof Bochum.[1] Ende August 1957 fanden sie Arbeit im Ratio-Markt in Bochum.[1] Am 1. August 1958 übernahmen sie ein Lebensmittelgeschäft in Gerthe am Castroper Hellweg 475.[1] Ab 1959 waren sie auf fünf Wochenmärkten mit einem Stand vertreten, darunter in Castrop-Rauxel, Herne, Dortmund; 1962 stellen sie es ein. Am 28. August 1960 heiratete Werner Deschauer die aus Dorndorf stammende Anneliese geb. Pabst, die in Essen beschäftigt war.[1] 1961 eröffnet Anneliese Deschauer die erste Filiale in Castrop-Rauxel. Sie übernehmen die in den USA erfolgreiche Form des Discounters. Am 15. Oktober 1968 folgte der erste Deschauer Verbrauchermarkt am Castroper Hellweg.[3] 1978 entwickelte Werner Deschauer eine neue Geschäftsidee namens Wurst-König, später Wursthaus König.[3][4]
Zum Unternehmen zählten später 30 Selbstbedienungsgeschäfte in und um Bochum, 27 Wurst-König-Filialen sowie 27 Schinken-Pabst-Spezialgeschäfte im Ruhrgebiet.[1] Das Unternehmen Deschauer beschäftigte zu Spitzenzeiten 1.250 Mitarbeiter.[2] 1985 schloss man sich dem Einkaufsverband der Rewe an. 1997 verkauften die Brüder ihre Lebensmittelbereich an Rewe ohne Entlassungen. Sie widmeten sich dem Wursthaus König. Hubert verkaufte seine Anteile Ende 1997 an seinen Bruder. 2003 verkaufte Werner Deschauer seine Anteile.[4] 2025 kam es zur reihenweisen Schließung von Filialen.[5]
Stiftungen
In Geisa rief Werner Deschauer mit seiner Frau Anneliese 1998 die „Werner Deschauer Stiftung“ ins Leben. Sie unterstützten verschiedene Projekte vor allem in Geisa (darunter die Gangolfi-Kapelle auf dem Friedhof und die Kirche von Geisa, das barocke Schloss Geisa und die 2018 eröffnete Anneliese-Deschauer-Galerie) und im Geisaer Amt. Dazu zählt insbesondere die Mahn- und Gedenkstätte Point Alpha.[1] Für das 1989 errichtete Zisterzienserkloster Stiepel gründeten sie 2001 zur Unterstützung eine Stiftung und beteiligten sich an der Renovierung der Kloster- und Wallfahrtskirche St. Marien.[1] Er wurde 2003 zum Ehrenbürger der Stadt Geisa ernannt.[2] Er erhielt 2015 den Silvesterorden.[6] 2006 erhielt Deschauer das Bundesverdienstkreuz am Bande.[2] Anneliese Deschauer verstarb am 27. Januar 2020.[3] Werner Deschauer verstarb am 18. März 2023.[1][6]
Literatur
- Werner Deschauer: Von Ost nach West und zurück.
Siehe auch
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e f g h i j Beisetzung in Bochum statt in Geisa: Der innige Wunsch der Deschauers erfüllte sich nicht. Fuldaer Zeitung, 13. Dezember 2023.
- ↑ a b c d Werner-Deschauer-Stiftung: Werner Deschauer: Ehrenbürger der Stadt Geisa.
- ↑ a b c „Komm wir gehen zum Deschauer“ – Eine Urlaubsüberraschung in Geisa in der Thüringischen Rhön.
- ↑ a b Wie die Wurst zum König kam - Die Wurstkönig-Idee von Werner Deschauer.
- ↑ Rätsel um "Wurst König" – mehrere Filialen dicht.
- ↑ a b Stift Heiligenkreuz: Wir trauern mit dem Kloster Stiepel um unseren Wohltäter, Familiaren und Ehrensenator der Hochschule Werner Deschauer (21.03.2023).