Der bewegte Mann
| Film | |
| Titel | Der bewegte Mann |
|---|---|
| Produktionsland | Deutschland |
| Originalsprache | Deutsch |
| Erscheinungsjahr | 1994 |
| Länge | 90 Minuten |
| Altersfreigabe |
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| Produktionsunternehmen | |
| Stab | |
| Regie | Sönke Wortmann |
| Drehbuch | Sönke Wortmann |
| Produktion | Bernd Eichinger |
| Musik | |
| Kamera | Gernot Roll |
| Schnitt | Ueli Christen |
| Besetzung | |
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Der bewegte Mann ist eine deutsche Filmkomödie über einen Heterosexuellen, der von seiner Freundin verlassen wurde und in eine Freundesgruppe schwuler Männer gerät. Der Film entstand nach Ralf Königs gleichnamigen Comic sowie dessen Fortsetzung Pretty Baby in Köln, unter anderem im Gloria-Theater. König hatte im Film einen kleinen Cameo-Auftritt als Dragqueen. Mit über 6,5 Millionen Kinobesuchern in Deutschland zählt er zu den zuschauerstärksten deutschen Filmen und wurde im Kinojahr 1994 nur von den Hollywood-Produktionen Der König der Löwen und Forrest Gump übertroffen.
Handlung
Als Doro ihren Freund Axel erneut in flagranti mit einer anderen Frau erwischt, wirft sie ihn aus der gemeinsamen Wohnung. Auf der Suche nach einer Bleibe für die Nacht lernt Axel in einer Männergruppe den schwulen Walter kennen, der den Wohnungssuchenden zu einer Party einlädt. Dort lernt er dessen ebenfalls schwulen Bekannten Norbert kennen und zieht bei diesem ein. Walter und Norbert fühlen sich beide zu Axel hingezogen, der jedoch heterosexuell ist und nach wie vor Doro liebt.
Als Doro feststellt, dass sie von Axel schwanger ist, findet sie ihn und den nackten Norbert, der fälschlicherweise gedacht hatte, auf Gegenliebe zu stoßen, bei sich zu Hause. Sie ist zuerst schockiert, später kommen sie und Axel aber doch wieder zusammen und heiraten noch vor der Geburt des gemeinsamen Sohnes. Als bei der Hochzeit Walter und Fränzchen in Frauenkleidern auftauchen, während Norbert sich abseits hält, wird Doro wütend. Da Axel auch keinen Sex mit der hochschwangeren Doro haben kann, wird sie misstrauisch. Axel ist zwar entgegen ihrer Befürchtung nicht schwul, aber als er seine Ex-Freundin Elke wiedertrifft, verabredet er sich mit ihr in Norberts Wohnung.
Als Doro ihrem Mann nachspioniert, findet sie ihn in Norberts Wohnung nackt und regungslos auf einem Tisch kauernd. Er hatte zuvor von Elke ein Zuchtbullen-Mittel zur Steigerung des Geschlechtstriebs verabreicht bekommen, welches ihn jedoch vor dem Sex außer Gefecht setzte. Als dann auch noch bei Doro die Wehen einsetzen, bringt Norbert sie ins Krankenhaus, wo sie ihr Baby zur Welt bringt. Als Axel wieder zu sich kommt, wird auch er von Walter zu Doro und dem Baby ins Krankenhaus gebracht. Doro ist zwar wütend auf Axel, dieser zeigt sich jedoch zuversichtlich, die Sache wieder in den Griff zu bekommen.
Musiktitel
Max Raabe hat gleich zu Filmbeginn einen Auftritt mit seinem Palastorchester und wurde so erstmals weithin bekannt. Auch der Soundtrack zum Film stammt von ihm. Im Film sind folgende Titel zu hören:
- Max Raabe und das Palast-Orchester: Ja und nein (Musik: Franz Grothe, Text: Willy Dehmel)
- Max Raabe und das Palast-Orchester: Schöner Gigolo, armer Gigolo (Musik: Leonello Casucci, Text: Julius Brammer)
- Monty Arnold (Gesang) und Hans Peter Reutter (Klavier): Mein Gorilla (Musik: Walter Jurmann und Bronislau Kaper, Text: Peter Kuckuck)
- Max Raabe und das Palast-Orchester: Kleines Fräulein, einen Augenblick (Musik: Gerhard Mohr, Text: Klaus S. Richter und Fritz Reiter)
- Max Raabe und das Palast-Orchester: Kein Schwein ruft mich an (Musik und Text: Max Raabe)
- Max Raabe und das Palast-Orchester: Die Männer sind schon die Liebe wert (Musik: Adolf Steimel, Text: Ralph Maria Siegel)
- Max Raabe und das Palast-Orchester: Was bin ich ohne dich (Musik: Will Meisel, Text: Günther Schwenn und Peter Schaeffers)
Kritiken
„Eine mit viel Gespür für Situationskomik inszenierte Verwechslungskomödie, die zwar kein Klischee ausläßt und das Milieu mit Karikaturen überzeichnet, dabei aber durchaus gehobene Unterhaltung bietet.“
„eine spritzige Komödie, in der herzhaft gelacht werden kann. Die Deutschen können keine Komödien drehen, hieß es immer wieder. Hier wird daran erinnert, dass es Lichtblicke gibt – ein durchweg gelungenes Chaos von Trieben und Gefühlen zwischen Männern und Frauen, von dem seinerzeit 35-jährigen Sönke Wortmann schön schrill und mit Händchen für Komik in Szene gesetzt.“
Trotz oder auch wegen des Kassenerfolgs entstand Kritik an dem Film, auch von Ralf König selbst. Obwohl dieser in seiner Comicvorlage sowohl Hetero- als auch Homosexuelle durch eine überspitzte Darstellung karikierte, betrifft dies im Film nur die schwulen Protagonisten, sodass der Blickwinkel des Films für den Massenmarkt in die Heteronormativität gerückt wurde.
Der Film wurde unter dem Titel Maybe... Maybe Not auch international veröffentlicht zu gemischten Kritiken. So erfasst der US-amerikanische Aggregator Rotten Tomatoes 50 %[3] wohlwollende Besprechungen und ordnet den Film damit als „Gammelig“ ein.
Auszeichnungen
- Deutscher Filmpreis in Gold als bester Film
- Deutscher Filmpreis für Joachim Król als bester Schauspieler
- Deutscher Filmpreis für Sönke Wortmann als bester Regisseur
- Bambi (1995)
- Bayerischer Filmpreis
- Goldene Leinwand (1994 und 1995)
- Gilde-Filmpreis in Silber in der Kategorie deutscher Film (geteilt mit Mario und der Zauberer)
- Jupiter in der Kategorie Bester Film (national)
Siehe auch
- Bewegte Männer, deutsche Sitcom-Serie (2003–2005), die lose auf Figuren des Films basiert
Weblinks
- Der bewegte Mann bei IMDb
- Der bewegte Mann bei filmportal.de
- Der bewegte Mann in der Online-Filmdatenbank
- Der bewegte Mann in der One-Mediathek, abrufbar bis 31. Januar 2026
Einzelnachweise
- ↑ Der bewegte Mann. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 2. März 2017.
- ↑ Der bewegte Mann. In: prisma. Abgerufen am 2. April 2021.
- ↑ Der bewegte Mann. In: Rotten Tomatoes. Fandango, abgerufen am 8. Januar 2026 (englisch, aggregiert aus 10 Kritiken).