Der Usedom-Krimi: Nebelwand
| Folge 4 der Reihe Der Usedom-Krimi | |
| Titel | Nebelwand |
|---|---|
| Produktionsland | Deutschland |
| Originalsprache | Deutsch |
| Länge | 88 Minuten |
| Altersfreigabe | |
| Produktionsunternehmen | Razor Film |
| Regie | Andreas Herzog |
| Drehbuch |
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| Produktion | Tim Gehrke |
| Musik | Colin Towns |
| Kamera | Wolfgang Aichholzer |
| Schnitt | Gerald Slovak |
| Premiere | 19. Okt. 2017 auf Das Erste |
| Besetzung | |
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Nebelwand ist ein Fernsehfilm aus der Kriminalfilmreihe Der Usedom-Krimi. Er wurde im Auftrag von ARD Degeto und dem NDR von der Razor Film Produktion für Das Erste produziert. Die 4. Folge der Filmreihe wurde am 19. Oktober 2017 erstgesendet.
Handlung
Durch den Brand eines aufgedockten Segelschiffs erleidet eine obdachlose Frau, die dort Unterschlupf gesucht hatte, schwere Verbrennungen. Die zuständige Hauptkommissarin Julia Thiel nimmt Ermittlungen auf, was die Ursache dieser Brandstiftung war. Das zuvor in Generalüberholung befindliche Schiff gehörte seit kurzer Zeit einem Sozialpädagogik-Verein, der gefährdete Jugendliche durch Erlebnispädagogik resozialisieren möchte.
Wie sich nach und nach herausstellt, war dasselbe Segelschiff vor zehn Jahren in einen schlimmen Unfall verwickelt, bei dem ein Urlauberehepaar starb und nur dessen sechsjähriger Sohn überlebte. Die Ex-Staatsanwältin Karin Lossow erinnert sich lebhaft an den Fall, denn sie war selbst währenddessen auf dem Unglücksschiff an Bord. Eine Nebelwand soll damals dazu geführt haben, dass die Schiffe kollidiert sind.
Ist etwa nun jener Junge zurückgekehrt, um für den Tod seiner Eltern Rache zu nehmen? Und ist er womöglich identisch mit dem vorbestraften „Jäckie“, der sich auf Usedom herumtreibt und in den sich Julias Teenager-Tochter Sophie verliebt hat?
Doch zunächst richtet sich der Verdacht der Polizei gegen die 17-Jährige Simone aus der Gruppe der betreuten Jugendlichen, die dort eine Außenseiterrolle einnimmt. Diese war während der Brandstiftung am Tatort, hat die brennenden Kleider der Obdachlosen ausgeschlagen und ihr so das Leben gerettet. Zugleich allerdings kann sie nicht plausibel begründen, warum sie sich genau zum Zeitpunkt der Brandstiftung am Tatort einfand. Somit könnte sie diejenige sein, die aus Ressentiment gegen das Mobbing in der beim Schiffsreparieren eingesetzten Gruppe den Brand legte? Die Polizei nimmt sie darauf in Untersuchungshaft.
Nachdem klar wird, dass es sich bei Jäckie tatsächlich um den Waisenjungen von damals handelt und auch seine Anwesenheit auf Usedom zur Tatzeit erwiesen ist, rückt schließlich dieser in den Fokus der polizeilichen Ermittlungen.
Parallel dazu macht sich Karin Lossow zun Aufenthaltsort Jäckies bei einer Pflegefamilie in Polen auf. Jäckie ergreift vor ihr zunächst die Flucht, willigt nach einem selbstverschuldeten Autounfall bei der Verfolgungsjagd indes einem Kompromissvorschlag ein: Zunächst würde die Wahrheit über den damaligen Schiffsunfall ans Licht kommen und anschließend müsse er sich der Polizei stellen. Zusammen fahren sie zum damaligen Schiffseigentümer, der gesteht, dass der Unfall seine Schuld war und auch Karin Lossow bekennt sich zu ihrer Mitschuld am damaligen Schiffsunglück, da sie seinerzeit ihren Ehemann mit einer Falschaussage gedeckt, aus Angst ihn sonst zu verlieren.
Anschließend stellt sich Jäckie wie vereinbart der Polizei, um dort die Brandstiftung zu gestehen. Als jedoch Simone durch Julia Thiel davon erfährt, gesteht sie für alle überraschend selbst die Brandstiftung, um Jäckie zu schützen.
Hintergrund
Der Film wurde vom 5. April 2016 bis zum 4. Mai 2016 vorwiegend auf der Ostseeinsel Usedom sowie in Berlin gedreht.[2] Unter anderem wurde in die Festlandhäfen Freest und Barth, sowie in Swinemünde (Świnoujście) und Zinnowitz gedreht.[3]
Rezeption
Kritiken
„Der ‚Usedom-Krimi‘, der mehr Alltagsdrama als klassischer Polizeifilm ist, hat es geschafft, eine eigene, attraktive Tonalität zu entwickeln, indem er auf postkartenillustres Regionalmarketing pfeift und handlungstechnisch permanent Erwartungen unterläuft. Wo sonst eine klare Exposition gefragt ist, setzt man auf Rätselhaftigkeit; wo sonst Streit herrscht, zieht man am selben Strang; wo sonst Männer auf den Putz hauen, putzen hier Frauen die Männer weg; wo sonst grotesker Witz für Abwechslung sorgt, fokussiert man auf lebensnahes Familienchaos. (..) Aber der Witz schiebt sich in diesem etwas anderen Küstenkrimi so wenig in den Vordergrund wie das Verbrechen, das eher schwache Finale oder der moralische Kommentar, in diesem Fall bezogen auf eine nicht ganz uneigennützige Jugendhilfe.“
„Vielerlei Dinge heben die von NDR und Degeto koproduzierte Reihe und speziell die aktuelle Episode über den Durchschnitt. (..) Subtil auch die Darstellungsweise der Schauspieler, hier erneut unter der Regie von Andreas Herzog, der bereits den Premierenfilm inszenierte. Oft wird still kommuniziert, derweil sind die kargen, mit norddeutsch-trockenem Witz durchsetzten Dialoge eine schiere Freude.“
„Nach dem Negativausreißer ‚Engelmacher‘ findet der ‚Usedom-Krimi‘ mit Episode vier wieder in die Spur zurück. Der Film gibt nicht nur Antworten auf die Fragen, die in Teil eins und zwei aufgeworfen wurden, er zeigt auch wieder Mut zu jener Rätselhaftigkeit, die die Reihe zu Beginn aus der Vielzahl vergleichbarer Nord- und Ostseekrimis herausgehoben hatte. Auch handwerklich knüpft ‚Nebelwand‘ nicht zuletzt dank der suggestiven Musik und der atmosphärisch unterkühlten Bildgestaltung an die Stärken der ersten beiden Filme an.“
Einschaltquoten
Die Erstausstrahlung von Nebelwand am 19. Oktober 2017 wurde in Deutschland von 6,18 Millionen Zuschauern gesehen und erreichte einen Marktanteil von 20,5 % für Das Erste. Damit schaffte die Krimireihe diesmal den Tagessieg beim Gesamtpublikum.[7]
Weblinks
- Der Usedom-Krimi: Nebelwand in der ARD-Mediathek, abrufbar bis 5. Mai 2026
- Der Usedom-Krimi: Nebelwand bei IMDb
- Der Usedom-Krimi: Nebelwand bei crew united
- Der Usedom-Krimi: Nebelwand bei Fernsehserien.de
- Zusammenfassung der Handlung von Nebelwand auf den Internetseiten der ARD
Einzelnachweise
- ↑ Freigabebescheinigung für Der Usedom-Krimi: Nebelwand. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF).
- ↑ Der Usedom-Krimi: Nebelwand bei crew united
- ↑ Ulrich Kronenberg: Drehorte DER USEDOM-KRIMI. In: anderswohin.de. anderswohin, 2022, abgerufen am 28. Dezember 2022.
- ↑ Oliver Jungen: Ein Schiff wird brennen. TV-Film „Nebelwand“. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. Oktober 2017, abgerufen am 21. Oktober 2017.
- ↑ Harald Keller: Verwüstete Seelen, verbrannte Gesichter. In: Medien. Frankfurter Rundschau, 19. Oktober 2017, abgerufen am 21. Oktober 2017.
- ↑ Tilmann P. Gangloff: Sass, Potthoff, Bading, Andreas Herzog. Der Krimi-Drama-Mix stimmt jetzt wieder. Tittelbach.tv, 20. Oktober 2017, abgerufen am 21. Oktober 2017: „Bewertung: 4 von 6 Punkten“
- ↑ Robert Meyer: Starker «Usedom-Krimi» lässt «Bergretter» alt aussehen. Quotenmeter.de, 20. Oktober 2017, abgerufen am 21. Oktober 2017.