Der Teufelsreiter
| Werkdaten | |
|---|---|
| Originaltitel: | Der Teufelsreiter |
| Originalsprache: | Deutsch |
| Musik: | Emmerich Kálmán |
| Libretto: | Rudolph Schanzer Ernst Welisch |
| Uraufführung: | 10. März 1932 |
| Ort der Uraufführung: | Theater an der Wien |
| Ort und Zeit der Handlung: | Wien, Anfang des 20. Jahrhunderts |
| Personen | |
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Der Teufelsreiter ist eine Operette nach einem Libretto von Rudolph Schanzer und Ernst Welisch, Musik von Emmerich Kálmán, die am 10. März 1932 im Theater an der Wien, Wien, mit Hubert Marischka in der Titelrolle uraufgeführt wurde.
Entstehung
1931 lief in den Beriner und Wiener Kinos der Film Ronny, dessen Musik von Kálmán komponiert wurde. Zu dieser Zeit wandten sich die Autoren Wellisch und Schanzer an den Komponisten und schlugen ihm ihr neues Libretto vor, das vom Leben eines ungarischen Husaren handelt. Kálmán schrieb dann die Musik dazu. Der ungarische Titel ist Az ördöglovas. Einige Nummern hieraus hat Kálmán später auch für Marinka (1945) verwendet.
Handlung
Erster Akt: ein Karussell in der Wiener Hofburg. Bei dieser Gelegenheit lernt der schneidige und fesche ungarische Kavalier, der sich wenige Stunden vorher eines seiner gewaltigsten Reiterstückchen erlaubte — er ist über eine Kutsche gesprungen, in der niemand Geringerer als ihre Majestät die Kaiserin Karolina Pia saß — die Prinzessin Leontine kennen und verliebt sich auf den ersten Blick. Aber bei dieser ersten Begegnung schon wendet sie den Zorn ihres mächtigen Papas von Sándor ab, indem sie verschweigt, sehr wohl den kühnen Springer unter den Offizieren der Siebnerhusaren erkannt zu haben. Dann bedrückt Metternich Ungarn, verhindert die Einberufung des Reichstages; wieder ist es Sándor, der des Kanzlers Politik durch eine Petition bei der Kaiserin durchkreuzt. Karolina Pia fährt nach Pressburg, aber statt mit dem Volk in Berührung zu kommen, stellt man ihr das verkleidete Ballettkorps vom Kärntnertortheater und die verkleideten Hofmusiker als „Bevölkerung“ vor. Ein alter slowakischer Bauer hält eine ungarische Ansprache, die keinen Sinn hat, denn der Redner kann nicht ein Wort Ungarisch und ist ein verkleideter Spitzel des Polizeiministers Sedlnitzky. Sándor, der Ungar, kann diese Komödie nicht mit ansehen und, obwohl er im Augenblicke des Liebesgeständnisses Leontine die Zusage gemacht hatte, sich von Politik fernzuhalten, enthüllt er Metternichs Intrigen. Auch die Gunst der Kaiserin verscherzt sich Sándor, weil die Kaiserin gewahr werden muss, dass er nicht ihretwegen von Brünn in einem Gewaltsritt nach Pressburg stürmte, auch Sándors Huldigungen nicht ihr, sondern Leontine gegolten haben. Schließlich wird Metternich doch ein schwachsinniger Diplomat, der einem plumpen Aufsitzer in die Falle geht. Es bleibt ihm nichts übrig, als die historische Vermählung der Häuser Metternich und Sándor vorzunehmen.
Orchesterbesetzung
- 2 Flöten (Piccolo), 2 Oboen, 2 Klarinetten (Tarogato), 2 Fagotte, Alt- und Tenorsaxophon, 4 Hörner, 2 Trompeten, 3 Posaunen, Pauke, Schlagzeug, Klavier, Hawaiigitarre, Banjo, Harmonika, Celesta, Harfe, Streicher
Musiknummern
- Vorspiel
Akt 1
- Nr. 1. Introduktion (Major Graf Balonthy, Rittmeister Graf Kinsky, Oberleutnant von Woyna, Offiziere, Damen und Herren der Gesellschaft.) Major (gesprochen): "Meine Herrschaften, die Pause ist zu Ende" - Chor: "Laut ruft die Fanfare, die Meister der Kandare satteln schon den Gaul für’s friedliche Duell!"
- Nr. 1a. Marsch-Ensemble: Die Siebener-Husaren (Major und Offiziere) "Infantrist, Gardist..."
- Melodram in welchem auch Sándor auftritt; Marsch.
- Nr. 2. Lied: So verliebt kann ein Ungar nur sein (Sándor) "Tief wie der Bergsee, heiß wie das Feuer ist meine Liebe, Mädel, zu dir!" -
- Nr. 2a. Auftritt Metternich.
- Nr. 2b. Melodramatische Szene - (Auftritt Leontine).
- Nr. 3. Duett: Ein Wiener Mädel (Leontine, Sophie, Damen) "Wo die Donauwellen singen,..." - "Ein Wiener Mädel hat im Herzen den Sonnenschein, hat den Mai in den Augen, auf den Lippen ein Lied."
- Nr. 4. Tanz-Duett: Beim gold’nen Lamm (Anina, Karl) "Heißgeliebte, du, gib ein Rendezvous..." - "Beim ’gold’nen Lamm’ wir zwei zusamm'"
- Nr. 5. Duett: Willst Du nicht was Liebes mir sagen (Sándor, Leontine) "Schau nicht so drein,..." - "Willst Du nicht..."
- Nr. 6. Lied: Küß mich (Karl und Damen) "Still und träumerisch..."
- Nr. 7. Finale I (Sándor, Graf Batthyány, von Réty, Baron Eötvös, Ungarn und Chor, dann Metternich, Sedlnitzky, Karl, Kaiserin, Leontine, Sophie) "Vergessen... versunken... alles, was eins uns entflammt hat,..." - "Armes Volk in Not,..." - (Sándor gesprochen) "Ich wage es. Her mit der Petition!" - "D'rum sag’ jetzt ein jeder sich: Kopf hoch, nur Mut!" - "Herr von Metternich, Herr von Metternich, pack’ dir deine Siebensachen ein! Und verzieh’ nur schnell vor dem Wetter dich, denn sonst fährt der Blitz in dich hinein!"
Akt 2
- Nr. 7a. Entr’akt (wie Nr. 5)
- Nr. 7b. Introduktion
- Nr. 8. Tanz-Duett: Wo nimmt man heut’ Geld her? (Honorius, Karl) "Eins seit lang mir klar ist: daß heut’ nichts so rar ist, wie ’ne gute Partie." - "Wo nimmt man..."
- Nr. 8a. Abgang (Honorius, Karl)
- Nr. 9. Brief-Duett: Du mein goldner Sonnenstrahl (Leontine, Sophie) "Hier ist's nicht angenehm,..." - "Du mein goldner..."
- Nr. 10. Spiel-Szene/Spiel-Duett (Leontine, Sándor) Reminiszenzen und Melodram - "Schließ’ nicht dein Fenster zu, Herzallerliebste du,..." - "Du bist ein Betyár, aber leider kann ich böse dir nicht sein,..."
- Nr. 11. Terzett (Mulatság): (Anina, Honorius, Karl) "Kinder, wenn's Nacht wird,..."
- "Heut' hätt' ich noch Lust zu mulattieren,..."
- Nr. 12 Duett: Leg' Deine Hand in meine (Leontine, Sándor) "Leg’ deine..."
- "So gut bin ich keiner, wie dir" (aus Nr. 9).
- Nr. 12a. Tanz-Duett: Schatz, du bist zu süß (Anina, Karl) "Schon in Kindertagen,..." - "Schatz, du..."
- Nr. 13. Finale II (Kaiserin, Leontine, Sophie, Metternich, Sándor, Pfleiderer, Major, Hofgesellschaft, Bürger und Bauern)
Akt 3
- Nr. 13a. Entreakt
- Nr. 14. Grand Palotás de la Reine / Palotasch
- Nr. 15. Tango-Lied: Wenn Du von mir nichts wissen willst (Sándor) "Dich hab’ ich lieb,..." - "Wenn Du von mir..."
- Terzett (Rumba): Fräulein, Sie sind ein Schlager (Anina, Honorius, Karl) "An der blauen Küste Monte Carlos..."
- Nr. 17 Schlussgesang (Alle) "Willst du nicht ’was Liebes mir sagen?"
Weblinks
- Zoltán Nyári: Ma Önről álmodtam megint (Heute habe ich wieder von Ihnen geträumt)
- Kálmán Imre: Az ördöglovas - Palotás (Palotasch)
- Titelseite des Programmheftes 1932