Der Schmetterling (Märchen)
Der Schmetterling (dänisch Sommerfuglen) ist ein Kunstmärchen von Hans Christian Andersen, das im Dezember 1860 in der Sammlung Nye Eventyr og Historier erstmals erschien. In der Geschichte geht es um die vergebliche Suche eines Schmetterlings nach der idealen Braut.
Inhalt
Ein Schmetterling begibt sich im Frühling auf die Suche nach einer passenden Braut unter den Blumen. Da ihm die Auswahl jedoch zu groß ist, bittet er zunächst ein Gänseblümchen um Rat, das ihm aufgrund seiner unhöflichen Ansprache jedoch die Antwort verweigert. In der Folgezeit prüft der Schmetterling verschiedene Blüten, findet aber an jeder von ihnen vermeintliche Makel oder lässt sich durch den Anblick verwelkter Pflanzen abschrecken. Durch dieses dauerhafte Zögern und seine hohen Ansprüche verstreichen der Frühling und der Sommer ungenutzt. Als er schließlich im Herbst die Krauseminze um ihre Hand bittet, wird er von ihr aufgrund seiner Wankelmütigkeit und seines fortgeschrittenen Alters abgewiesen. Mit dem Einbruch des Winters flüchtet der Schmetterling in eine beheizte Stube, wo er jedoch gefangen, getötet und als Sammlerstück auf eine Nadel gespießt wird. Die Geschichte endet damit, dass der Schmetterling seine Lage im Raritätenkasten ironisch mit dem Stand der Ehe vergleicht, da er nun endgültig festsitze.
Rezeption
Hans Christian Andersen schrieb das Märchen während eines Aufenthalts am Genfersee in der Schweiz und verarbeitete darin unter anderem seine eigenen Erfahrungen mit der Suche nach einer Lebensgefährtin und seinem Junggesellendasein.[1]
Deutung
Der Schmetterling durchläuft eine Metamorphose von der Raupe zum Falter, was die Entwicklung des Lebens symbolisiert, doch er erkennt die Schönheit seiner eigenen Existenz nicht, da er nach dem Perfekten sucht und die Vergänglichkeit der Blumen missachtet.
Siehe auch
Weblinks
- Der Schmetterling, andersenstories.com
Einzelnachweise
- ↑ Christine Lötscher: Tödliche Verführung in den Alpen. In: Basler Zeitung. 6. Januar 2011, abgerufen am 6. Januar 2011.