Der Millionenraub

Film
Titel Der Millionenraub
Originaltitel Dollars/$
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1971
Länge 120 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Richard Brooks
Drehbuch Richard Brooks
Produktion M. J. Frankovich
Musik Quincy Jones
Kamera Petrus R. Schlömp
Schnitt George Grenville
Besetzung

Der Millionenraub (Dollars/$) ist eine US-amerikanische Kriminalkomödie von Richard Brooks aus dem Jahr 1971 mit Warren Beatty, Goldie Hawn, Gert Fröbe, Scott Brady und Wolfgang Kieling in den Hauptrollen.

Handlung

Joe Collins ist der US-amerikanische Sicherheitsberater einer Hamburger Bank. Mit Hilfe des Callgirls Dawn Divine kommt er an Informationen und vor allem die Schlüssel zu den Schließfächern einiger Krimineller, darunter Drogenschmuggler und Angehörige der US-Armee in Deutschland, die dort Schwarzgeld deponiert haben. Divine ruft auf seine Anweisung die Bank an und übermittelt eine Bombendrohung. Aufregung entsteht, die Bank wird geräumt. Um einen 40 kg schweren Goldbarren zu sichern, lässt sich Collins im Tresorraum einschließen. Dort öffnet er einige Schließfächer, die Geld, Unterlagen, oder Sektflaschen (Drogencontainer) von Divines diversen Kunden beinhalten, mit seinen Nachschlüsseln und deponiert die Geldbündel im Schließfach von Divine. Und zwar mit Hilfe einer Stoppuhr so, dass das von ihm selbst konzipierte Überwachungssystem inklusive Kameras nicht Alarm gibt. Ein Team des Technischen Hilfswerks befreit Collins schließlich per Schweißbrenner aus dem Tresorraum. Im folgenden Medienrummel lobt ihn Filialdirektor Kessel als Helden.

Etwas später kommt Divine mit einer Tasche und holt das Geld ab, insgesamt sind es etwas mehr als eine Million US-Dollar. Etwa zur gleichen Zeit wollen die Schwarzgeldleute, die von der Bombendrohung erfahren haben und einen Überfall vermuten, ihre Beute in Sicherheit bringen. Es gibt lange Gesichter, ein Amerikaner fällt in Ohnmacht. Bald setzen sich "Sarge", ein US-Armeeangehöriger und "Candyman", ein brutaler Killer und Drogenschmuggler, auf Collins and Divines Spur. Eine langwierige Verfolgungsjagd zu Fuß und per Auto beginnt. Divine entkommt mit dem Geldkoffer; ihren Verfolger, Sarges jungen Handlanger, kann sie am Bahnhof abhängen.

Collins wird mit seinem Koffer wesentlich länger verfolgt. Candyman versucht, ihn auf einem gefrorenen See zu überfahren. Schließlich bricht die Eisdecke unter dem Wagen zusammen. Collins entkommt, aber dann stellt ihn Candymans Spießgeselle Sarge, in einem Zug. Sarge öffnet Collins Koffer - er ist lediglich mit Zeitungspapier gefüllt, neben einer Sektflasche. Sarge schlägt Collins vor, Halbe-halbe zu machen, nachdem sie Divine ausfindig gemacht haben. Unbedacht nimmt er einen Schluck aus der Sektflasche (die LSD-Lösung enthält), und verendet daran.

In der Schlusseinstellung sieht man Collins und Dawn in den USA im Cabrio an einer Küstenstraße entlangbrausen, einer glücklichen Zukunft entgegen.

Drehorte

Der Film wurde vorwiegend in Hamburg gedreht. Die Bank ist die Hamburger Kunsthalle; das Foyer wurde für die Schalterhalle verwendet. Die Verfolgungsjagd wurde in der Speicherstadt, am Hamburger Hauptbahnhof und im St. Pauli Elbtunnel gedreht. Die Szene auf dem eingefrorenen See entstand in Norwegen, das Ende in Malibu.[1]

Rezeption

Kritik

Rotten Tomatoes (86 % bei 7 Kritikerbewertungen) schrieb, der Film sei „ausgelassen“ („high-spirited“). Die Stadt Hamburg mit ihrem Nachtleben sei „stilvoll“ und „atmosphärisch“ gezeigt. Goldie Hawn wirke im Film „gehetzt“ und „versteift“ während Warren Beatty „cool“ und „berechnend“ wirke.[2]

Im Lexikon des internationalen Films wird der Film als „perfekt gemachte Unterhaltung“ bezeichnet, „mit witzigen Einfällen und satirischen Spitzen gegen große Geldverdiener.“[3]

Auszeichnung

Quincy Jones wurde im Jahr 1973 für die Filmmusik für den Grammy Award nominiert.

Literatur (Auswahl)

  • Julian Hanich: Millionen-Raub. In: Thomas Koebner, Jürgen Wulff (Hrsg.): Filmgenres Thriller (= Reclams Universalbibliothek. Nr. 19145). Reclam, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-15-019145-3, S. 157–160.

Einzelnachweise

  1. Der Millionenraub (1971) - Dreharbeiten und Produktion - IMDb. Abgerufen am 11. November 2025 (deutsch).
  2. Der Millionenraub bei Rotten Tomatoes (englisch)
  3. Der Millionenraub im Lexikon des internationalen Films