Der Mann ohne Furcht (1956)
| Film | |
| Titel | Der Mann ohne Furcht |
|---|---|
| Originaltitel | Jubal |
| Produktionsland | USA |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 1956 |
| Länge | 100 Minuten |
| Altersfreigabe | |
| Stab | |
| Regie | Delmer Daves |
| Drehbuch | Russell S. Hughes, Delmer Daves |
| Produktion | William Fadiman |
| Musik | David Raksin |
| Kamera | Charles Lawton Jr. |
| Schnitt | Al Clark |
| Besetzung | |
| |
| → Synchronisation | |
Der Mann ohne Furcht (Originaltitel: Jubal) ist ein US-amerikanischer Western von Delmer Daves aus dem Jahr 1956. Als literarische Vorlage diente ein Roman von Paul Wellman.
Handlung
Der Viehzüchter Shep Horgan trifft in den Bergen von Wyoming auf den dort gestürzten Jubal Troop. Er nimmt den völlig entkräfteten Mann bei sich auf und bietet ihm Arbeit als Viehtreiber an. Während sich der gutmütige Shep und Jubal schnell anfreunden, ist Jubal für Pinky, einen von Sheps Vorarbeitern, von Anfang an ein Dorn im Auge. Sheps Ehefrau Mae, die nach 16 Monaten Ehe nur noch Abscheu für ihren Mann und dessen derbe Späße empfindet, fühlt sich wiederum umgehend zu Jubal hingezogen. Sie zeigt sich offen für eine Affäre, doch Jubal weist sie ab. Pinky, mit dem Mae bereits eine Affäre gehabt hat, reagiert eifersüchtig und fühlt sich noch mehr vor den Kopf gestoßen, als Jubal von Shep zu einem gemeinsamen Abendessen eingeladen und noch dazu zum neuen Verwalter der Ranch ernannt wird.
Als ein Siedlertreck in der Gegend Halt macht, versucht Pinky zusammen mit Männern von einer Nachbarranch, die Siedler mit Waffengewalt zu vertreiben. Jubal geht dazwischen und erlaubt den tief gläubigen und friedliebenden Siedlern zu bleiben, bis ihren krank gewordenen Angehörigen eine Weiterreise möglich ist. Ein junger Mann namens Reb Haislipp, der sich den Siedlern angeschlossen hatte, bekommt auf Jubals Fürsprache hin eine Anstellung auf Sheps Ranch. Von ihrem eintönigen Leben auf der Farm frustriert, folgt Mae Jubal am Abend in die Scheune. Doch auch dieses Mal weist Jubal ihre eindeutigen Avancen ab – aus Freundschaft zu Shep, aber auch weil er ein Auge auf eine hübsche Siedlertochter namens Naomi geworfen hat. Shep sucht schließlich Rat bei Jubal wegen seiner Eheprobleme und gibt ihm einen Tag frei, damit er Naomi wiedersehen kann. Jubal und Naomi fühlen sich schnell einander verbunden, und Jubal spricht zum ersten Mal über seine traurige Kindheit. Naomi ist jedoch dem Siedler Jake Slavin versprochen, der seinen Anspruch auf sie umgehend geltend macht. Bevor sie Jubal Lebewohl sagt, erbittet sie sich von ihm ihren ersten Kuss.
Am Abend – Shep und seine Männer verbringen die Nacht abseits der Ranch unter freiem Himmel – taucht Mae mit dem Vorwand, Shep wichtige Post zu bringen, bei ihnen auf. Shep weist Jubal an, Mae sicher wieder nach Hause zu bringen. Mae hatte darauf spekuliert und versucht, Jubal auf der Ranch zu verführen. Dieser reitet jedoch davon. Als Jubal in der Nacht nicht wieder zum Lager zurückkehrt, macht Pinky Shep gegenüber Andeutungen, Mae und Jubal hätten eine Affäre. Um sich vom Gegenteil zu überzeugen, reitet Shep zur Ranch zurück. Er findet Mae allein in ihrem Bett vor. Als sie jedoch schlaftrunken nach Jubal ruft und anschließend dem wütenden Shep aus Trotz Glauben macht, sie habe tatsächlich eine Affäre mit Jubal, nimmt Shep ein Gewehr und macht sich auf die Suche nach seinem vermeintlichen Rivalen. Er findet ihn in einer Bar, wo auch der junge Reb Haislipp inzwischen eingetroffen ist. Shep schießt auf Jubal, der, als Reb ihm eine Pistole zuwirft, Shep in Notwehr erschießt. Pinky droht derweil Mae – sollte sie ihn abweisen –, dem Sheriff zu erzählen, sie habe Shep gegen Jubal aufgehetzt. Mae versucht vergeblich, sich in der Scheune vor ihm zu verstecken. Als sie ihn abwehrt, schlägt er sie brutal nieder.
Jubal, der vom Schusswechsel mit Shep verletzt ist und sich schwere Vorwürfe macht, findet bei Naomi und den Siedlern Unterschlupf. Sie verstecken ihn in einem einzelnen Wagen im Wald, während Pinky die anderen Viehtreiber gegen Jubal aufbringt und ihn wegen Mordes an Shep zur Rechenschaft ziehen will. Die aufgebrachten Männer erhalten schließlich einen Tipp von Jake Slavin, wo Jubal sich versteckt hält. Dieser wird rechtzeitig von Reb gewarnt und entschließt sich, zur Ranch zurückzukehren, um die Sache aufzuklären und die Siedler nicht unnötig in Gefahr zu bringen. Naomi und Jubal gestehen sich schließlich ihre Liebe zueinander. Auf der Ranch findet Jubal die schwerverletzte Mae in der Scheune vor. Sie offenbart, von Pinky geschlagen worden zu sein und Shep angelogen zu haben. Pinky und die anderen Männer treffen schließlich ebenfalls ein. Jubal stellt Pinky zur Rede und holt ihn bei dessen Fluchtversuch gewaltsam vom Pferd, worauf ein Arzt, der zur sterbenden Mae geeilt war, Jubals Anschuldigungen bestätigt. Während die Viehtreiber Pinky mit ihren Pferden bedrohlich einkreisen, reitet Jubal zusammen mit Reb und Naomi davon.
Hintergrund
Der von Columbia Pictures produzierte Film wurde vom 28. Juli bis 13. September 1955 im CinemaScope-Verfahren vor Ort in Wyoming gedreht, wo das Tal Jackson Hole und die Bergkette Teton Range als Schauplätze dienten. Das Szenenbild gestalteten Carl Anderson und Louis Diage. Die Kostüme der Darstellerinnen entwarf Jean Louis.
In Deutschland kam der Film am 17. August 1956 in die Kinos. Am 23. Oktober 1971 wurde er von der ARD erstmals im deutschen Fernsehen gezeigt.[1]
Kritiken
„Um psychologische Fundierung bemühter Western mit sozialkritischen Anklängen, gut gespielt und vorzüglich fotografiert“, befand das Lexikon des internationalen Films.[1] Für die Filmzeitschrift Cinema war Der Mann ohne Furcht ein „[f]esselndes Präriedrama mit großen Stars der Fifties“ und eine „[t]oll gespielte und gefilmte Westerntragödie“.[2] Der Filmkritiker Leonard Maltin sah darin eine Western-Variante von Shakespeares Othello und bezeichnete den Film als „düsteres, intensives Drama“, das „an sich schon ziemlich gut, aber noch faszinierender“ sei, „wenn man das Original kennt“.[3]
Deutsche Fassung
Die deutsche Synchronfassung entstand 1956 bei der Ultra-Film Synchron in Berlin.[4][5]
| Rolle | Darsteller | Synchronsprecher |
|---|---|---|
| Jubal „Jube“ Troop | Glenn Ford | Horst Niendorf |
| Shep Horgan | Ernest Borgnine | Werner Lieven |
| „Pinky“ Pinkum | Rod Steiger | Curt Ackermann |
| Mae Horgan | Valerie French | Marion Degler |
| Naomi Hoktor | Felicia Farr | Margot Leonard |
| Shem Hoktor | Basil Ruysdael | Eduard Wandrey |
| Sam | Noah Beery Jr. | Clemens Hasse |
| Reb Haislipp | Charles Bronson | Harald Juhnke |
| Carson | John Dierkes | Wolf Martini |
| McCoy | Jack Elam | Wolfgang Preiss |
| Dr. Grant | Robert Burton | Paul Wagner |
| Jake Slavin | Robert Knapp | Paul Edwin Roth |
Weblinks
- Der Mann ohne Furcht bei IMDb
- Der Mann ohne Furcht bei Rotten Tomatoes (englisch)
- Der Mann ohne Furcht bei Turner Classic Movies (englisch, Archivlink)
Einzelnachweise
- ↑ a b c Der Mann ohne Furcht. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 29. Dezember 2025.
- ↑ Der Mann ohne Furcht. In: cinema. Abgerufen am 29. Dezember 2025.
- ↑ “Brooding, intense drama is pretty good on its own terms, more intriguing if you know the original.” Leonard Maltin: Leonard Maltin’s Classic Movie Guide. Plume, New York 2015, S. 351.
- ↑ Vgl. synchrondatenbank.de
- ↑ Der Mann ohne Furcht. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 29. Dezember 2025.