Der Kampf mit dem Drachen (1935)
| Film | |
| Titel | Der Kampf mit dem Drachen |
|---|---|
| Produktionsland | Deutschland |
| Originalsprache | Deutsch |
| Erscheinungsjahr | 1935 |
| Länge | 93 Minuten |
| Produktionsunternehmen | Bavaria Filmkunst GmbH |
| Stab | |
| Regie | Franz Seitz senior |
| Drehbuch | Joseph Dalman
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| Produktion | Otto Ernst Lubitz |
| Musik | Toni Thoms |
| Kamera | Franz Koch |
| Schnitt | Gottlieb Madl |
| Besetzung | |
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Der Kampf mit dem Drachen ist ein deutscher Heimatfilm aus dem Jahr 1935, der unter der Regie von Franz Seitz senior[1] entstand. Die Hauptrollen verkörperten Adele Sandrock, Joe Stöckel, Hans Schlenck und Lucie Englisch.
Handlung
Die Drachenbrauerei (Gräflich Drachstein'sche Brauerei) begeht ihr 300-jähriges Bestehen. Die benachbarte Sonnenbrauerei in Traunsdorf hat hingegen Absatzschwierigkeiten, insbesondere in der lokalen Region, da die Drachenbrauerei einen sehr guten Braumeister angestellt hat und auch nach Ansicht der Inhaber der Sonnenbrauerei das bessere Bier braut.
Diese Tatsache vor Augen beschließen der Sohn (Fritz Carsten) und die Nichte (Trude Carsten) des Inhabers Theodor Carsten, die auch Teilhaber der Brauerei sind, den Braumeister Bachmeier der Drachenbrauerei abzuwerben. Die alleinige Inhaberin der Drachenbrauerei, Gräfin Drachenstein, gilt aber allgemein als recht schwierig im Umgang, so dass Fritz Carstens gezwungen ist, sich zunächst unauffällig bei der Konkurrenz einzuschleichen.
Er gibt sich gegenüber der Nichte von Gräfin Drachenstein, Komtess Helene und Braumeister Bachmeier als Schauspieler mit dem Nachnamen Freitag aus, der zur Zeit ohne festes Engagement sei. Bei Komtess Helene, die auf Fritz ein Auge geworfen hat, entsteht sofort die Idee, ihn für das von Heimatdichter Nickelmann extra verfasste Schauspiel Der Kampf mit dem Drachen, das zum 300-jährigen Jubiläum der Drachenbrauerei zur Aufführung kommen soll, zu engagieren. Vorher hatte Fritz in einem Gespräch vergeblich versucht, Braumeister Bachmeier zur Sonnenbrauerei abzuwerben.
Nach dem erfolglosen Bemühen von Fritz Carsten will nunmehr Nichte Trude Carsten den Braumeister von einem Wechsel zur Sonnenbrauerei überzeugen. Hierfür geht sie in das Gasthaus, in dem sich Bachmeier mit den Honoratioren am Stammtisch trifft. Bevor alle Stammtischgäste angekommen sind, nimmt sie einfach an deren Tisch Platz und bestellt ein Bier. Im Verlauf stellt sie sich als sympathische und auch trinkfeste junge attraktive Frau dar, so dass Bachmeier, dem sie sich gegenüber als Trude Flink bekannt macht, sie als neue Wirtschafterin bei der Gräfin Drachenstein vorschlägt, da die Stelle derzeit vakant ist.
Nach erfolgreicher Vorstellung bei Gräfin Drachenstein wird Trude nunmehr als Wirtschafterin im dortigen Haushalt angestellt und soll zudem im dem Stück Der Kampf mit dem Drachen die Rolle der Thusnelda Nieselpriem übernehmen. Gleichzeitig gewinnt sie auch das Herz von Braumeister Bachmeier, der ihr im weiteren Verlauf einen Heiratsantrag macht. In diesem Zusammenhang offenbart Trude, das sie in Wirklichkeit Trude Carsten heißt und die Nichte des Inhabers der Sonnenbrauerei ist. Auch klärt sie Bachmeier auf, das der vermeintliche Schauspieler Fritz Freitag eigentlich der Sohn von Theodor Carsten ist. Die zufällig hinzu kommende Komtess Helene wird in die tatsächlichen Verhältnisse eingeweiht und Trude appelliert an Helene mit Ihnen zusammenzuhalten. Komtess Helene verspricht „mitzumachen“ und gibt Trude den Hinweis es ihrem Vetter Fritz nicht zu „leicht zu machen“, denn inzwischen sind sich Komtess Helene und Fritz Carsten auch näher gekommen.
Am Tag des Jubiläums kommt im Anschluss an den Festakt das extra hierfür verfasste Theaterstück zur Aufführung. Auch Theodor Carsten und sein Freund Spange sind anwesend. Am Ende des Spiels verkündet Braumeister Bachmeier, nach einigen Verwicklungen mit Gräfin Drachenstein, die Vereinigung der beiden Brauereien. Bachmeier übernimmt die Leitung des neuen Unternehmens. Trude und Fritz sind glücklich.
Produktionsnotizen
Die Dreharbeiten zu Der Kampf mit dem Drachen fanden überwiegend in den Studios der Bavaria in Geiselgasteig statt. Der Film durchlief am 5. Juni 1935 die Zensur der nationalsozialistischen Filmprüfstelle und wurde für die Kinovorführungen freigegeben. Die Uraufführung war am 14. Juni 1935.
Die Bauten stammen von den Filmarchitekten und Szenenbildnern Max Seefelder[2] und Josef Franz Strobl. Die Musik des Films komponierte Toni Thoms, der auch die musikalische Leitung bei dieser Produktion übernommen hatte und die Herstellungsleitung lag in den Händen von Otto Ernst Lubitz.
Rezeption
„Der Konkurrenzdruck zwischen zwei bajuwarischen Bierbrauereien ist für Sohn und Nichte der vom Geschäftsrückgang bedrohten Firma Grund genug, sich ins gegnerische Lager einzuschleichen, um den Braumeister der Gräflichen Schloßbrauerei abzuwerben. Nach allerlei gutmütigen Lustspielverwicklungen kommt es zur Doppelverlobung und Fusion.“
„Eine vom Ruin bedrohte Brauerei holt sich Hilfe von der Konkurrenz mit sanfter Gewalt.[…] Was nach asiatischem Martial-Arts-Abenteuer klingt, entpuppt sich als harmloser Heimatfilm: Die bajuwarische Sonnen-Brauerei steht vor der Pleite. Um den Betrieb zu retten, will Besitzer Fritz Carsten der gegnerischen Drachenbrauerei den Braumeister abwerben. Also schleichen sich Sohn Fritz und Nichte Trude bei der Konkurrenz ein und lösen etliche Verwicklungen aus. Humoriger Heimatfilm mit Happy End.“
Siehe auch
Weblinks
- Der Kampf mit dem Drachen bei IMDb
- Der Kampf mit dem Drachen bei filmportal.de
- Titelseite Illustrierter Film-Kurier Berlin Nr. 2325 auf virtual-history.com
- Kinoplakat auf IMDb.com
Einzelnachweise
- ↑ Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 7: R – T. Robert Ryan – Lily Tomlin. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 249, 250
- ↑ Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Band 7: R – T. Robert Ryan – Lily Tomlin. S. 241, 242
- ↑ Der Kampf mit dem Drachen. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 14. Dezember 2025.
- ↑ Der Kampf mit dem Drachen. In: cinema. Abgerufen am 14. Dezember 2025.