Der Königssohn und die Menschenfresserin

Der Königssohn und die Menschenfresserin ist eine Geschichte aus Hundertundeine Nacht (→ Hundertundeine Nacht – Liste der Geschichten, HEN 21), dem kleinen Schwesterwerk von Tausendundeine Nacht (→ Tausendundeine Nacht – Liste der Geschichten). Die Geschichte ist eine Variation der Tausendundeine Nacht-Geschichte Der Prinz und die Dämonin (ANE 188).

Die Erzählung ist eine Binnengeschichte von Die List und Tücke der Frauen (HEN 14).

Handlung

Einst lebte ein Königssohn, der das Jagen und Fallenstellen liebte. Doch der König verbot es seinem Sohn, der darüber sehr traurig war. Der Prinz fragte den Wesir, ob der König nicht erlaube, dass sie gemeinsam auf die Jagd gingen und der König erlaubte es. So zogen beide hinaus, als ein Wildesel ihren Weg passierte. Der Wesir beorderte dem Prinzen, hinter ihm herzueilen und der Junge tat es, bis er sich auf seinem Pferd immer weiter vom Wesir entfernte und sich schließlich völlig verirrte.

Der Prinz war schon völlig verzweifelt, als er plötzlich auf dem Weg ein Mädchen sitzen sah, das in Tränen aufgelöst war. Auf Nachfrage erzählte ihm das Mädchen, dass sie eine Prinzessin sei und mit ihrer Familie unterwegs war, als sie schlafend vom Esel fiel und von ihrer Familie unbemerkt liegen blieb. Der Prinz bot dem Mädchen an sie mitzunehmen und sie zu heiraten. Sie folgte seinem Angebot und stieg zu ihm aufs Pferd, führte ihn jedoch schließlich zu einer Ruine, wo sie ihr wahres Antlitz zeigte. Sie war eine Dämonin und Menschenfresserin. In der Ruine war ebenfalls ein menschenfressender Ghul. Der Prinz rief Gott um Hilfe an, woraufhin es ihm gelang die Dämonin abzuschütteln und auf seinem Pferd zu fliehen, wobei sein Geist völlig verstört worden war.

Hintergrund

Die Geschichte spielt in der 63. Nacht von Hundertundeine Nacht.[1]

Für ihre Übersetzung griff die deutsche Arabistin Claudia Ott auf das Aga-Khan-Manuskript aus dem Jahr 1234 zurück, es ist die älteste erhaltene Handschrift der Geschichten aus Hundertundeine Nacht.[2]

Literatur

  • Claudia Ott: 101 Nacht. Manesse Verlag, Zürich 2012, S. 155 f.

Einzelnachweise

  1. Claudia Ott: 101 Nacht, Manesse Verlag, Zürich 2012, S. 155 f.
  2. Claudia Ott: 101 Nacht, Manesse Verlag, Zürich 2012, S. 241.