Der Königssohn im Hammam
Der Königssohn im Hammam ist eine Geschichte aus Hundertundeine Nacht (→ Hundertundeine Nacht – Liste der Geschichten, HEN 25), dem kleinen Schwesterwerk von Tausendundeine Nacht (→ Tausendundeine Nacht – Liste der Geschichten). Sie ist eine Variation der Tausendundeine Nacht-Erzählung Der Wesirssohn und die Frau des Badehalters (ANE 192).
Die Erzählung ist eine Binnengeschichte von Die List und Tücke der Frauen (HEN 14). In der pornografischen Satire gräbt ein Badehausbesitzer einem Königssohn eine Grube, in die er selbst hineinfällt.
Handlung
Ein König hatte einst einen Sohn, der so dick war, dass sein Geschlechtsteil kaum zu sehen war. Eines Tages ging er ins Badehaus, woraufhin sich der Besitzer über ihn lustig machte und erklärte, dass er so wahrscheinlich nie eine Frau haben werde. Der Junge fühlte sich schlecht, da sein Vater ihn bald verheiraten wollte. Daraufhin gab er dem Badehausbesitzer einen Dinar und trug ihm auf, eine schöne Frau zu suchen, an der er sich ausprobieren könne. Der Badehausbesitzer aber behielt den Dinar und brachte dem dicken Königssohn seine eigene Frau, da er glaubte, dass der Königssohn zu keinem Sex imstande sei.
Nachdem er durch ein Guckloch zugeschaut hatte, wie die beiden Sex hatten, erhob er Klagegeschrei, rannte nach Hause, nahm sich einen Strick und erdrosselte sich selbst.
Hintergrund
Die Geschichte spielt in der 65. Nacht von Hundertundeine Nacht.[1] Sie ist nahezu identisch mit der Tausendundeine Nacht-Erzählung Der Wesirssohn und die Frau des Badehalters (ANE 192).
Für ihre Übersetzung griff die deutsche Arabistin Claudia Ott auf das Aga-Khan-Manuskript aus dem Jahr 1234 zurück, es ist die älteste erhaltene Handschrift der Geschichten aus Hundertundeine Nacht.[2]
Literatur
- Claudia Ott: 101 Nacht, Manesse Verlag, Zürich 2012, S. 161 f.
Einzelnachweise
- ↑ Claudia Ott: 101 Nacht, Manesse Verlag, Zürich 2012, S. 161 f.
- ↑ Claudia_Ott: 101 Nacht, Manesse Verlag, Zürich 2012, S. 241.