Der Emes (Zeitung)
Der Emes (jiddisch דער עמעס Die Wahrheit) war eine jiddische Zeitung in der Sowjetunion.
Sie wurde vom Volkskommissariat für jüdische Angelegenheiten erstmals am 8. März 1918 in Petrograd herausgegeben und erschien bis zum 14. September 1938. Sie war die führende jiddische Zeitung ihrer Zeit in der Sowjetunion und galt als jiddisches Äquivalent der Prawda. Inhaltlich war sie als offizielle Parteizeitung stark antireligiös und antizionistisch geprägt.
Bis zum 7. August 1918 hieß die Zeitung Di varhayt; dann wurde sie in Der Emes umbenannt und in Moskau, da das Kommissariat nach dorthin umgezogen war, im Verlag Der Emes. Von 1920 bis 1930 diente die Zeitung als Parteiorgan der Jewsekzija, d. h. der Jüdischen Abteilung der Kommunistische Partei der Sowjetunion (KPdSU). Chefredakteur war von 1921 bis 1937 Mosche Litwakow, zu den Redakteuren gehörten Schachno Epstein, Semen Dimanstein, Grigorii Torchinski, and Nokhem Buchbinder. Nach Litwakows Verhaftung im Zuge des Großen Terrors im Herbst 1937 erschien die Zeitung nur noch ein Jahr.
Hauptinhalt der Zeitung war Propaganda für die neue bolschewistische Politik in Russland und eine Auseinandersetzung mit Antijudaismus.
Literatur
- Gennady Estraikh: The Yiddish-Language Communist Press. In: Jonathan Frankel (Hrsg.): Dark Times, Dire Decisions. Jews and Communism (= Studies in Contemporary Jewry. 20). Oxford University Press, Oxford u. a. 2004, ISBN 978-0-19-518224-8, S. 62–82, hier S. 63 ff.
- David Shneer: Yiddish and the Creation of Soviet Jewish Culture, 1918–1930. Cambridge University Press, Cambridge/New York 2004.
Weblinks
- Boris Kotlerman: Emes, Der. In: The YIVO Encyclopedia of Jews in Eastern Europe. 5. August 2010, abgerufen am 12. November 2025.