Der Deserteur (2024)

Film
Titel Der Deserteur
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2024
Länge 97 Minuten
Altersfreigabe
Produktions­unternehmen CHR Filmproduktion
Stab
Regie Christoph Baumann
Drehbuch Christiane Heckes
Produktion Christoph Baumann, Julia Jückstock
Musik Elias Mierbeth
Kamera Christian „Spanier“ Weischer
Besetzung

Der Deserteur ist ein deutscher Spielfilm aus dem Jahr 2024 von Christoph Baumann.

Handlung

Der Film spielt im Mai 1945 im Valser Tal, an der Grenze zu Italien. Der Krieg liegt in den letzten Zügen, doch sein Schatten reicht bis in die entlegensten Berge. Der schwer verletzte SS-Soldat Anton flieht von der zusammenbrechenden Front und stößt auf eine abgelegene Alm. Dort trifft er auf Hannah, eine Jüdin, die sich versteckt hält. Widerwillig versorgt sie seine Wunden – doch zwischen Misstrauen und Schweigen wächst eine zerbrechliche Nähe.

Während am Ende des Tals die Gefechte zwischen deutschen Truppen und italienischen Partisanen toben, kämpfen beide gegen Hunger, Kälte – und die Geister ihrer Vergangenheit. Denn Hannah erkennt bald: Anton war nicht nur ein Soldat. Er war Teil der SS, ein Überzeugungstäter. Schonungslos treten die Gräuel zutage, die er verkörpert.

Als Georg, Antons früherer Freund und Verfolger, auftaucht, flammt der Krieg ein letztes Mal in den Bergen auf. Vom Hass zerfressen kämpft Georg einen verlorenen Kampf, entschlossen, alles zu vernichten was menschlich ist.

Der Deserteur ist eine Geschichte über Schuld und Vergebung und über die zerstörerische Macht des Krieges.

Festivals

Der Deserteur feierte seine Premiere auf dem BOCA International Jewish Film Festival[2] und wurde dort mit dem Audience Favorite Award ausgezeichnet.[3] Er läuft bis 2026 national und international auf zahlreichen Festivals.[4]

  • Houston Int. Film Festival (Worldfest Houston) – USA
  • Sarajevo International Film Festival – BIH
  • Austin Film Festival - USA
  • Tel-Aviv International Film Festival – ISR
  • BOCA International Jewish Film Festival – USA
  • Moscow Jewish Film Festival – RUS
  • Hollywood Indie Festival – USA
  • Kyoto Independent Film Festival – JPN
  • Athens Indie Film Festival – GRC
  • Frames of Newyork Film Festival – USA
  • Palermo International Film Festival – ITA
  • Filmtage Oberschwaben – GER
  • Trostberger Filmtage –  GER
  • Berlin Lift-Off Film Festival – GER
  • Tokyo Lift-Off Film Festival – JPN
  • Toronto Lift-Off Film Festival – CAN
  • Manchester Lift-Off Film Festival – GBR
  • New York Lift Off Film Festival – USA
  • Los Angeles Lift-Off Film Festival – USA
  • Paris Lift-Off Film Festival – FRA
  • Sydney Lift-Off Film Festival – AUS
  • Amsterdam Lift-Off Film Festival – NLD
  • Beijing Lift-Off Film Festival – CHN

Rezeption

Auszeichnungen

  • BOCA International Jewish Film Festival: Audience Favorite Award
  • Camgaroo Award – Best Feature Film[5]
  • WorldFest Houston: Special Jury Award – Best Foreign Feature[6]
  • Berlin Lift-Off Film Festival: Best Narrative Feature[7]
  • Kyoto Independent Film Festival: Best Int. Feature Film[8]
  • Athens Indie Film Festival: Best Historical Film[9]
  • Frames of Newyork Film Festival: Best Feature Film[10]
  • Palermo International Film Festival: Best First-Time Feature Filmmaker[11]
  • Hollywood Indie Festival: Best Drama[12]
  • Dublin Movie Awards: Best Feature Film[13]
  • London Women Film Festival: Best Feature Drama[14]

Kritik

Der Deserteur ist ein Kammerspiel, welches die Frage stellt: Was wäre, wenn sich ein Deserteur, ein SS-Offizier und eine Jüdin in einer abgelegenen Hütte treffen“, schreibt Jannis Conrady vom Filmportal kino-zeit.de. Der Film erinnere durchaus an großartige Werke wie Inglourious Basterds oder Schindlers Liste, wenn Baumann auch nicht die Genialität eines Spielberg oder Tarantino erreiche, und Conrady gibt dann dem Film 3½ von vier möglichen Punkten.[15]

"Dieser Film bleibt lange haften. Noch Tage danach sind die Bilder eingebrannt im Hirn und Herzen.[...] In diesen Film geht man nicht mit Popcorn, um einen unterhaltsamen Abend zu verbringen. Der Film ist ab 12 Jahren zugelassen, besser vielleicht ab 14, er ist hart, grausam, so wie es jeden Tag aus den Nachrichten tönt. Aber es ist auch ein Zeichen der Hoffnung, dass es Brücken gibt zwischen zwei Seiten, die unüberbrückbar scheinen. Unbedingt ansehen!" schreibt Monika Ziegler von Kulturvision-aktuell.[16]

Einzelnachweise

  1. Freigabebescheinigung für Der Deserteur. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF; Prüf­nummer: 266236).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. The Deserter. In: jfilmboca2025.eventive.org. Abgerufen am 9. September 2025.
  3. Boca International Jewish Film Festival Awards. In: jfilmboca2024.eventive.org. Abgerufen am 9. September 2025.
  4. Der Deserteur, Spielfilm, Drama, Historisch, Thriller, 2022-2024. In: crew-united.com. Abgerufen am 9. September 2025.
  5. Gewinner - Camgaroo. In: camgaroo.com. Abgerufen am 9. September 2025.
  6. WorldFest Houston Award List
  7. Berlin Lift-Off Film Festival 2025 - Network Round Features. In: Lift-Off Global Network. Abgerufen am 9. September 2025 (britisches Englisch).
  8. Winners – June 2025. In: kaffestival.net. 9. Juli 2025, abgerufen am 9. September 2025 (amerikanisches Englisch).
  9. Winners – June 2025. In: athensfilmfestival.net. 14. Juli 2025, abgerufen am 9. September 2025 (amerikanisches Englisch).
  10. FRAMES OF NEWYORK. In: frameofnewyork.info. Abgerufen am 9. September 2025.
  11. Winners – August 2025. Abgerufen am 15. September 2025 (amerikanisches Englisch).
  12. Award Winners 2025 – Indie Film Awards. Abgerufen am 23. September 2025.
  13. Dublin Movie Awards | Winners – September 2025. Abgerufen am 27. Oktober 2025 (amerikanisches Englisch).
  14. London Women Film Festival. Abgerufen am 1. November 2025 (englisch).
  15. Jannis Conrady: Kritik auf Kino-Zeit, abgerufen am 9. September 2025
  16. Monika Ziegler: "Die Männer brennen die Welt an". In: KulturVision e.V. 2. Mai 2025, abgerufen am 27. Oktober 2025.