Denys Sitschynskyj
Denys Wolodymyrowytsch Sitschynskyj (ukrainisch Денис Володимирович Січинський, englisch Denys Sitschynskyi; * 2. Oktober 1865 in Kljuwynzi, Galizien (heute Rajon Tschortkiw, Oblast Ternopil); † 26. Mai 1909 in Stanislawiw (heute Iwano-Frankiwsk, Ukraine)) war ein ukrainischer Komponist, Dirigent und Lehrer.
Leben und Wirken
Sitschynskyj wurde in der Familie eines Lehrers und Gutsverwalters geboren. Während seiner Gymnasialzeit in Ternopil erhielt er seine erste musikalische Ausbildung, nahm privaten Musikunterricht und komponierte erste Chöre, Lieder und Klavierstücke. Dort lernte er Solomea Kruschelnytska kennen, die später seine Werke aufführte. 1888 begann Sitschynskyj ein Jurastudium an der Universität Lemberg, das er jedoch im zweiten Jahr aus finanziellen Gründen abbrechen musste.[1] Anschließend setzte er seine musikalische Ausbildung zwei Jahre lang am Konservatorium in Lemberg (heute Mykola Lyssenko Nationale Musikakademie Lwiw) fort.
1894 war er Mitglied der ersten ukrainischen Gesellschaft zur Sammlung von Folklore in Lemberg, der unter anderem auch Iwan Franko, Mychajlo Pawlyk, Filaret Kolessa, Ostap Nyshankiwskyj und Osyp Rozdolskyj angehörten.[2] 1896–98 war er Kapellmeister im Landesstift des Grafen Skarbek bei Stryj, danach arbeitete er in Lemberg, Peremyschl, Stanislawiw als Organisator und Dirigent der ukrainischen Gesangsvereine Bojan. 1902 gründete er in Stanislawiw die erste ukrainische Musikschule in Galizien, die heute seinen Namen trägt.[3]
Im Jahr 1905 erschien erstmals ein eigener Sammelband mit 14 Romanzen von Sitschynskyj. Ende 1907 begann er im Auftrag von Lew Dschulynskyj mit der Arbeit an der Oper Roksoliana, die er bereits im Frühjahr 1908 vollendete. Neben seinen Kompositionen für die Kirche schrieb er auch symphonische Werke, Instrumentalstücke für Klavier, Kunstlieder und zahlreiche Volksliedbearbeitungen. Sitschynskyjs musikalisches Schaffen umfasst über 100 Werke. Er vertonte zahlreiche Gedichte von Taras Schewtschenko, Lessja Ukrajinka, Iwan Franko, Bohdan Lepkyj, Uljana Krawtschenko und Heinrich Heine.
Sitschynskyj starb 1909 in Stanislau in Armut an einer Krankheit und wurde im Gedenkpark beigesetzt. Das Denkmal in Form einer Bandura wurde 1943 auf Kosten der Gemeinde errichtet.[4]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ 2 жовтня 1865 року народився Денис Січинський — композитор, диригент, автор музики до пісні-маршу "Не пора". - СПАДЩИНА - день в історії України. 4. November 2024, abgerufen am 1. Oktober 2025 (ukrainisch).
- ↑ Юлія Овсяник: Дизьо Січинський – вразливий талант. In: Zbruc. 1. Oktober 2015, abgerufen am 1. Oktober 2025 (ukrainisch).
- ↑ Institut für kunst-und musikhistorische Forschungen: Sitschynskyj, Denys. 2002, abgerufen am 1. Oktober 2025.
- ↑ Творці музичного Станиславова: спогад про Дениса Січинського. In: Галицький Кореспондент. 23. Mai 2013, abgerufen am 1. Oktober 2025 (ukrainisch).