Denkmal göttlicher Errettung

Das Denkmal göttlicher Errettung ist ein historischer Gedenkstein im Stadtgebiet von Wernigerode im Harz. Es erinnert an ein Ereignis im Jahr August 1777, das als göttliche Fügung interpretiert wurde.

Standort

Das Denkmal befindet sich unterhalb des Schlosses Wernigerode am Blumeweg im Bereich des historischen Tiergartens.

Geschichte

Das Denkmal wurde 1778 auf Initiative des regierenden Grafen Henrich Ernst zu Stolberg errichtet. Anlass war ein Vorfall, bei dem seine Ehefrau Christiane Anna geb. Prinzessin von Anhalt-Köthen (1726–1790) beim Spaziergang mit ihm und Frau von Horn unterhalb des Schlosses Wernigerode plötzlich von einem kapitalen Hirsch angegriffen wurde und in Lebensgefahr geriet. Der Graf griff ein und wollte den Hirsch erlegen, schoss das Tier aber lediglich an, wodurch der Hirsch noch wütender wurde. Nur mit Unterstützung des Dieners Koch und das beherzte schnelle Eingreifen des gräflichen Jägers Semper, der das Tier mit seinem Jagdmesser erlegte, konnte die Gefahr gebannt werden. Das Geschehen wurde von der Familie als wundersame Rettung angesehen und als göttlicher Beistand gedeutet, was zur Stiftung des Denkmals führte. Derartige persönlichen Denkmale waren im 18. Jahrhundert verbreitet, insbesondere unter dem landesherrlichen Adel, der religiöse Deutung und dynastische Selbstdarstellung verband.

Literatur

  • Walther Grosse: Geschichte der Stadt und Grafschaft Wernigerode in ihren Forst-, Flur- und Straßennamen. Wernigerode 1929, S. 53.
  • Klaus Mlynek: Stadt und Schloss Wernigerode – Beiträge zur Kulturgeschichte einer Stadt am Harz. Wernigerode 1993.
  • Harzverein Wernigerode (Hrsg.): Wanderziele rund um Wernigerode. Wernigerode 2015.

Koordinaten: 51° 49′ 54,1″ N, 10° 47′ 39,4″ O

BW