Denkmal für die Intellektuellen Märtyrer

Das Denkmal für die Intellektuellen Märtyrer (bengalisch শহীদ বুদ্ধিজীবী স্মৃতিসৌধ, „Śahīda bud'dhijībī smr̥tisaudha“, englisch Martyred Intellectuals Memorial) ist ein Denkmal zum Gedenken an die Intellektuellen, die 1971 im Bangladesch-Krieg gezielt hingerichtet worden waren (১৯৭১ বাংলাদেশী বুদ্ধিজীবী হত্যাকাণ্ড, martyred intellectuals). Das Denkmal steht bei Rayerbazar, Mohammadpur Thana in Dhaka.[1] Das Denkmal wurde von den Architekten Farid U Ahmed und Jami Al Shafi entworfen.[2][3] Der ursprüngliche Vorschlag für ein Denkmal in Rayerbazar wurde von Projonmo 71 (Organisation der Kinder der Märtyrer des Befreiungskrieges) eingebracht, die 1991 auch einen provisorischen Grundstein legten.

Hintergrund

Während des gesamten Bangladesch-Krieges 1971 wurden zahlreiche Lehrer, Ärzte, Ingenieure, Dichter und Schriftsteller systematisch von der pakistanischen Armee und ihren lokalen Kollaborateuren, vor allem den mutmaßlichen islamistischen Milizen Al-Badr und Al-Shams, massakriert. Die meisten Attentate ereigneten sich am 14. Dezember 1971, nur zwei Tage vor der Kapitulation der pakistanischen Armee vor den vereinten Streitkräften der indischen Armee und der Mukti Bahini.

In der Nacht des 14. Dezember 1971 wurden in Dhaka über 200 ostpakistanische Intellektuelle, darunter Hochschullehrer, Journalisten, Ärzte, Künstler, Ingenieure und Schriftsteller festgenommen. Mit verbundenen Augen brachten die Anhänger der pakistanischen Armee sie in Folterzellen nach Mirpur, Mohammadpur, Nakhalpara, Rajarbagh und an andere Orte in verschiedenen Stadtteilen. Später wurden sie massenhaft hingerichtet, vor allem in Rayerbazar und Mirpur. Zum Gedenken an die ermordeten Intellektuellen wird der 14. Dezember in Bangladesch als Tag der Intellektuellen Märtyrer (Shaheed Buddhijibi Dibosh, শহীদ বুদ্ধিজীবী দিবস, Śôhīd Buddhijībī Dibôs, Martyred Intellectuals Day) begangen.

Auch nach dem offiziellen Kriegsende am 16. Dezember gab es Berichte über feindliches Feuer bewaffneter pakistanischer Soldaten und ihrer Kollaborateure. Bei einem solchen Vorfall wurde der Filmemacher Zahir Raihan am 30. Januar 1972 in Mirpur getötet, angeblich von den bewaffneten Beharis von Mirpur.

Wahrscheinlich wurden 991 Lehrer und Professoren, 49 Ärzte, 42 Anwälte, 13 Journalisten und 16 weitere Personen (Künstler, Ingenieure und nicht-journalistische Schriftsteller) getötet.[4]

Zu den Intellektuellen, die zwischen dem 25. März und dem 16. Dezember 1971 in verschiedenen Teilen des Landes getötet wurden, gehörten neben vielen anderen Govinda Chandra Dev (Philosoph, Professor an der DU), Munier Chowdhury (Schriftsteller, Professor an der DU), Mufazzal Haider Chaudhury (Schriftsteller, Professor an der DU), Anwar Pasha (Schriftsteller, Professor an der DU), Mohammed Fazle Rabbee (Kardiologe), Alim Chowdhury (Ophthalmologe), Shahidullah Kaisar (Journalist), Nizamuddin Ahmed (Reporter), Selina Parvin (Reporter), Altaf Mahmud (Lyriker und Musiker), Hobibur Rahman (Professor für Mathematik, RU), Sukharanjan Samaddar (Professor für Sanskrit, RU), Mir Abdul Quaiyum (Professor für Psychologie, RU), Dhirendranath Datta (Politiker), Ranadaprasad Saha (Philanthrop), Lt. Col. Moazzem Hossain (Soldat), Mamun Mahmood (Polizist).[5]

Entwurf und Bau des Denkmals

Im Jahr 1993 beschloss die Regierung von Bangladesch, an dieser Stelle ein Denkmal zu errichten. Das Ministerium für Wohnungsbau und Bauwesen (Ministry of Housing and Works Department) und das Institute of Architects Bangladesh organisierten gemeinsam einen nationalen Architekturwettbewerb für den Entwurf des Denkmals Badhya Bhumi Smriti Soudha. Aus 22 Einsendungen wählte die Jury den Entwurf der Architekten Farid Uddin Ahmed und Md Jami-al-Shafi zur Realisierung aus.

Für die Umsetzung des Projekts war das Bauamt verantwortlich. Die Fertigstellung dauerte etwa drei Jahre (1996 bis 1999).

Architektur

Das Hauptelement des Denkmals ist eine etwa 17,7 m hohe, 0,9 m breite und 115,8 m lange, geschwungene Ziegelmauer. Sie symbolisiert das Ziegelfeld von Rayerbazar, wo die Leichen gefunden wurden. Die Mauer ist an beiden Enden unterbrochen, was Trauer und Kummer veranschaulichen soll. Ein quadratisches Fenster an der Südwestseite der Mauer ermöglicht den Blick auf den dahinterliegenden Himmel, der die Mauer ebenfalls verkleinert. Vor der geschwungenen Mauer befindet sich ein stilles Gewässer, aus dem eine schwarze Granitsäule emporragt, die für die Trauer steht.[2]

Commons: Martyred Intellectuals Memorial, Rayer Bazaar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Syed Shabbir Ahmed: Kap. Mohammadpur Thana (Dhaka Metropolitan). In: Sirajul Islam, Ahmed A. Jamal (hgg.): Banglapedia: National Encyclopedia of Bangladesh. Asiatic Society of Bangladesh. en.banglapedia.org 2012.
  2. a b Amin |first=Md. Shahidul : Kap.: Badhya Bhumi Smriti Soudha. In: Sirajul Islam, Ahmed A. Jamal (hgg.): Banglapedia: National Encyclopedia of Bangladesh. Asiatic Society of Bangladesh. en.banglapedia.org 2012.
  3. Mustafa Zaman: Icons of History. In: Star Magazine. The Daily Star, 12. Dezember 2003, abgerufen im Oktober 2025 (englisch).
  4. Muazzam Hussain Khan: Kap. Killing of Intellectuals. In: Sirajul Islam, Ahmed A. Jamal (hgg.): Banglapedia: National Encyclopedia of Bangladesh. Asiatic Society of Bangladesh. en.banglapedia.org 2012.
  5. No count of the nation’s intellectual loss. In: New Age. Abgerufen im Oktober 2025 (englisch).

Koordinaten: 23° 45′ 3,1″ N, 90° 21′ 25,7″ O