Demografie der Niederlande
Der Artikel Demografie der Niederlande beschäftigt sich mit der Bevölkerungsentwicklung und anderen demografischen Indikatoren der Niederlande. Die Niederlande haben im Jahr 2024 rund 18 Millionen Einwohner und zählen zu den am dichtesten besiedelten Staaten Europas und der Welt. Auf einer Landesfläche von etwa 33.900 km² ergibt sich eine Bevölkerungsdichte von über 500 Einwohnern pro Quadratkilometer, nur Malta weist in der EU eine noch höhere Dichte auf.[1] Das Bevölkerungswachstum der Niederlande ist seit den 1990er-Jahren moderat und wird inzwischen fast ausschließlich durch Wanderungsgewinne getragen, da die Geburtenrate unter dem Bestanderhaltungsniveau liegt. Die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau betrug zuletzt nur etwa 1,4 (2022)[1], während die Lebenserwartung mit rund 82 Jahren über dem EU-Durchschnitt liegt. Gleichzeitig altert die Bevölkerung deutlich: Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren stellen nur noch gut 15 % der Einwohner, während 20 % bereits 65 oder älter sind. Die demografische Entwicklung der Niederlande ist geprägt von einer langen Phase natürlichen Wachstums im 20. Jahrhundert, gefolgt von sinkenden Geburtenraten, zunehmender Alterung und wachsender Zuwanderung seit dem späten 20. Jahrhundert. Infolge von Globalisierung und Migration hat sich die Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten stark diversifiziert: Etwa 27–28 % der Bevölkerung besitzen heute einen Migrationshintergrund (davon rund 16 % im Ausland Geborene).[2]
Geschichte
Mittelalter und frühe Neuzeit
Im Mittelalter wuchs die Bevölkerung im Gebiet der heutigen Niederlande zunächst langsam. Schätzungen zufolge lebten um das Jahr 1300 knapp 0,9 Millionen Menschen in den Niederlanden.[3] Wie in weiten Teilen Europas kam es Mitte des 14. Jahrhunderts zu schweren demografischen Verlusten durch die Pest (Schwarzer Tod). Nach dieser Krise setzte im Spätmittelalter wieder ein Bevölkerungswachstum ein. Die Niederlande gehörten bereits um 1400 zu den am stärksten urbanisierten Regionen Europas: Etwa ein Drittel der Bevölkerung lebte damals in Städten.[4] Die relative Freiheit und der Wohlstand der niederländischen Städte zogen über die Jahrhunderte auch Einwanderer an. So siedelten sich z. B. im 16. und 17. Jahrhundert viele religiös verfolgte Hugenotten aus Frankreich und jüdische Sepharden bzw. Aschkenasim aus Spanien, Portugal und Osteuropa in den Niederlanden an. Diese Zuwanderer trugen zur wirtschaftlichen und kulturellen Dynamik bei und ließen die ausländische Wohnbevölkerung auf damals über 5 % ansteigen.[5] Insgesamt blieb die Gesamtbevölkerung im 15. und 16. Jahrhundert jedoch relativ klein: Um 1500 wird sie auf knapp über eine Million geschätzt.[3]
Mit der Unabhängigkeit der Niederlande (Unabhängigkeitserklärung 1581, Westfälischer Friede 1648) und der Blütezeit der Niederländischen Republik im 17. Jahrhundert beschleunigte sich das demografische Wachstum deutlich. Diese Periode, bekannt als das Goldene Zeitalter, war gekennzeichnet durch wirtschaftlichen Aufstieg, überseeischen Handel und relative religiöse Toleranz, was weiteres Bevölkerungswachstum begünstigte. Zwischen 1500 und 1650 stieg die Einwohnerzahl von etwa 1,1 Mio. auf rund 1,85 Mio.[6] Amsterdam wuchs von ca. 65.000 Einwohnern um 1600 auf etwa 200.000 um 1700 an und wurde damit eine der größten Städte Nordeuropas.[7] Insgesamt waren Mitte des 17. Jahrhunderts über die Hälfte der niederländischen Bevölkerung Stadtbewohner, ein für die Zeit außergewöhnlich hoher Urbanisierungsgrad.[4] Zu den Zuwanderern im Goldenen Zeitalter gehörten neben Hugenotten und Juden auch kaufmännische und handwerkliche Fachkräfte aus den Spanischen Niederlanden, Deutschland und Skandinavien, die den Bevölkerungsanstieg zusätzlich stimulierten.
Gegen Ende des 17. Jahrhunderts begann das Wachstum jedoch zu stagnieren. Politische und wirtschaftliche Probleme (z. B. die Kriege von 1672 bis 1713) und Epidemien führten dazu, dass die niederländische Bevölkerung um 1700/1750 mit etwa 2 Mio. Einwohnern kaum noch wuchs. Im 18. Jahrhundert stagnierte die Bevölkerungszahl weitgehend; in manchen Dekaden kam es sogar zu leichten Rückgängen. Gründe waren u. a. Abwanderung (etwa zur niederländischen Kap-Kolonie in Südafrika) und eine Zunahme der Sterblichkeit infolge von Seuchen und Missernten. Die Verstädterungsrate ging im 18. Jahrhundert ebenfalls zurück, von rund 46 % im Jahr 1700 auf etwa 40 % um 1800.[4]
Industrialisierung und demografischer Wandel im 19. Jahrhundert
Um 1800 lebten im nun von Frankreich dominierten Königreich Holland bzw. im Königreich der Niederlande (ab 1815) schätzungsweise rund 2 Millionen Menschen (ohne Belgien). Nach den Napoleonischen Kriegen und mit beginnender Industrialisierung setzte im 19. Jahrhundert wieder deutliches Bevölkerungswachstum ein. Entscheidende Faktoren dafür waren Fortschritte in Landwirtschaft und Hygiene sowie allmähliche Verbesserungen der medizinischen Versorgung, die zu einem Rückgang der Sterblichkeit führten. Beispielsweise sank die Säuglings- und Kindersterblichkeit im 19. Jahrhundert merklich, wodurch mehr Kinder das Erwachsenenalter erreichten. Die Lebenserwartung stieg von rund 35–40 Jahren um 1800 auf etwa 50 Jahre um 1900. Die Geburtenziffern blieben zunächst hoch, was zu einem kräftigen natürlichen Bevölkerungswachstum führte. Zwischen 1800 und 1850 nahm die Einwohnerzahl von ca. 2 auf 3 Millionen zu, und bis 1900 erhöhte sie sich nochmals auf 5,1 Millionen.[8]
Diese Phase entspricht dem ersten demografischen Übergang, in der die Sterberaten deutlich sanken, während die Geburtenraten zeitversetzt noch hoch blieben. Gleichzeitig verbesserte sich das Bildungsniveau der Bevölkerung erheblich: Bereits vor Einführung der allgemeinen Schulpflicht im Jahr 1901 (für die Altersgruppe 6–12 Jahre) war Analphabetismus in den Niederlanden selten geworden. Um 1900 konnten weit über 90 % der jungen Erwachsenen lesen und schreiben.[9] Ein weiterer Trend war die wieder steigende Urbanisierung durch die Industrialisierung. Amsterdam, Rotterdam, Den Haag und Utrecht wuchsen; gleichzeitig stagnierte die Bevölkerung einiger agrarisch geprägter Regionen.
Neben der Binnenwanderung spielte im 19. Jahrhundert auch Auswanderung eine Rolle. Ab etwa 1870 verließen mehr Menschen das Land als zuwanderten. Gründe für die Emigration waren wirtschaftliche Not (besonders in landwirtschaftlichen Regionen) und die Verlockung neuer Siedlungsgebiete im Ausland. Zwischen 1850 und 1914 wanderten hunderttausende Niederländer nach Übersee aus – vor allem nach Nordamerika (USA und Kanada), aber auch nach Südafrika, Australien und Neuseeland.[5] Diese Emigrationswellen wirkten dem Bevölkerungswachstum etwas entgegen. Dennoch wuchs die Bevölkerungszahl weiter, da der natürliche Geburtenüberschuss bis ins frühe 20. Jahrhundert hoch blieb. Um 1914 lebten bereits über 6 Millionen Menschen in den Niederlanden.[10]
Seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts
Die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts war von extremen demografischen Schwankungen geprägt. Erster Weltkrieg (1914–1918) und Spanische Grippe (1918) trafen die Niederlande zwar weniger verheerend als andere europäische Länder, zumal die Niederlande im Ersten Weltkrieg neutral blieben, dennoch war 1918 aufgrund der Grippepandemie ein Jahr mit ungewöhnlich hoher Sterblichkeit.[11] Die Weltwirtschaftskrise ab 1929 und die darauf folgende Rezession führten zu einem Rückgang der Eheschließungs- und Geburtenzahlen Anfang der 1930er, doch insgesamt blieb ein Geburtenüberschuss mit stabilem Wachstum. Während des Zweiten Weltkriegs (1940–1945) erlitten die Niederlande erhebliche Verluste: Schätzungsweise 300.000 Niederländer kamen ums Leben,[12] darunter viele niederländische Juden, die dem Holocaust zum Opfer fielen. Infolge der Kriegshandlungen und dem Hongerwinter 1944/45 (eine schwere Hungersnot im besetzten Westen des Landes) stieg die Sterblichkeit 1945 stark an. Bereits 1946 verzeichneten die Niederlande jedoch mit rund 180.000 Einwohnern Zuwachs binnen eines Jahres ein historisches Höchstwachstum von +2,5 %, was den Babyboom der Nachkriegszeit einleitete.[11]
Zwischen 1945 und 1970 stieg die Einwohnerzahl von etwa 9 auf über 13 Millionen, ein Zuwachs von jährlich durchschnittlich 120.000 Personen.[11] Dieses Wachstum war vor allem auf sehr hohe Geburtenraten zurückzuführen. In den späten 1940ern lag die zusammengefasste Geburtenziffer über 3 Kinder je Frau, und noch um 1965 waren es etwa 2,7, eine der höchsten Raten in Westeuropa. Wegen Platz- und Arbeitskräftemangel ermutigte die niederländische Regierung viele Bürger zur Auswanderung. In den 1950er-Jahren verließen etwa 350.000 Niederländer das Land. Dennoch blieb der Wanderungssaldo insgesamt ausgeglichen oder leicht positiv, da gleichzeitig ehemalige Kolonialbürger in die Niederlande kamen (z. B. aus Indonesien) und ab den 1960ern vermehrt Gastarbeiter zuzogen.[5] Der „Pillenknick“ (Verbreitung der Antibabypille) und der Wertewandel führten ab Ende der 1960er zu einem starken Rückgang der Geburtenrate. Innerhalb eines Jahrzehnts halbierte sich die Fertilität beinahe – von 3,0 Kindern pro Frau (1965) auf 1,7 (1975). Diese Entwicklung markiert den Beginn des zweiten demografischen Übergangs. In den 1970er-Jahren stagnierte das natürliche Bevölkerungswachstum nahezu. Das jährliche Gesamtwachstum fiel von ca. 1,5 % (um 1960) auf nur noch 0,5 % Mitte der 1970er.[11]
Die demografische Entwicklung seit den 1990er-Jahren ist geprägt von Bevölkerungsalterung und einer wachsenden Bedeutung der internationalen Migration. Durch die niedrigen Geburtenraten der 1980er (Tiefpunkt 1,5 Kinder/Frau 1983) rückte die große Babyboom-Generation ab den 1990ern in höhere Altersgruppen vor, was das Durchschnittsalter der Bevölkerung ansteigen ließ. Die Gesellschaft der Niederlande gehört nun – ähnlich wie Deutschland oder Italien – zu den „alternden Gesellschaften“, in denen bald ein Viertel der Einwohner im Rentenalter sein wird. Parallel zur Alterung hat seit den 1990er-Jahren die Zuwanderung erheblich zur Bevölkerungsentwicklung beigetragen. So kamen vermehrt Arbeitskräfte und Studierende aus anderen EU-Staaten (besonders nach der EU-Osterweiterung 2004/07), zum anderen suchten Flüchtlinge und Asylbewerber aus Konfliktregionen Zuflucht. Diese Einwanderung ließ die Einwohnerzahl bis 2024 auf 18 Millionen Menschen ansteigen.[1]
Die niederländische Politik und Gesellschaft diskutieren kontrovers über den richtigen Umgang mit diesem demografischen Wandel. Laut Regierungsprognosen könnte die Bevölkerung bis 2060 auf über 20 Millionen anwachsen.[11] Die 2024 eingesetzte Staatscommissie Demografische Ontwikkelingen 2050 empfiehlt, das jährliche Netto-Migrationsvolumen zu begrenzen, um ein „moderates Wachstum“ zu erreichen.[13] Andererseits betonen Wirtschaftsexperten, dass angesichts der Alterung zusätzliche Arbeitskräfte benötigt werden. So berechnete der Adviesraad Migratie (unabhängiger Migrationsrat) 2022, dass bis 2040 etwa 3 Millionen zusätzliche Erwerbspersonen aus dem Ausland nötig wären, um die Renten- und Sozialkassen stabil zu halten[1], eine Zahl, die politisch als unrealistisch gilt, auch aufgrund des erstarken einwanderungsfeindlicher Kräfte in der niederländischen Politik seit den 2000er Jahren.
Bevölkerungsverteilung
Die Niederlande sind ein hoch urbanisiertes Land: Etwa 93 % der Bevölkerung leben in städtischen Siedlungen oder dicht besiedelten Gebieten, eine der höchsten Werte der Welt.[14] Die vier größten Städte Amsterdam, Rotterdam, Den Haag und Utrecht, auch als „G4“ bezeichnet, liegen relativ nahe beieinander im westlichen Landesteil und bilden Kernpunkte der als Randstad bekannten Metropolregion. Die Randstad – ein Ring urbaner Zentren in den Provinzen Nordholland, Südholland, Utrecht und Flevoland – zählt etwa 8 Millionen Einwohner und damit fast die Hälfte der Landesbevölkerung. In diesem Ballungsraum finden sich die wichtigsten Funktionen des Landes: Regierungssitz (Den Haag), größter Hafen (Rotterdam), internationales Finanz- und Dienstleistungszentrum (Amsterdam) und bedeutender Verkehrsknoten (Utrecht). Die Bevölkerungsdichte in der Randstad erreicht Werte von über 1.300 Einw./km² (z. B. in der Provinz Südholland mit 1.400 Einw./km). Neben diesen urbanen Zentren gibt es auch weniger dicht besiedelte Landesteile. Die Nordost-Provinzen (Drenthe, Friesland, Groningen) sowie die südliche Provinz Zeeland haben Bevölkerungsdichten von ca. 200 Einw./km² und eine stärker ländliche Prägung.[15] Durch Abwanderung junger Leute verlieren einige Gebiete immer weiter an Bevölkerungsanteilen, während Vorstädte ein besonders hohes Wachstum verzeichnen. Kleinstädte wie Diemen (bei Amsterdam) oder Rijswijk (bei Den Haag) gehören regelmäßig zu den am schnellsten wachsenden Kommunen.
Die Raumordnungspolitik der Niederlande spielt eine wichtige Rolle für die Bevölkerungsverteilung. Seit den 1960er-Jahren gab es Konzepte wie die „groene hart“ (grünes Herz) – eine Freihaltung von Grünflächen im Zentrum der Randstad – und die Förderung von Wachstumsstädten in Randlage (z. B. Almere, das in den 1970ern gegründet wurde und heute über 200.000 Einwohner zählt). Dadurch sollte die Metropolenbildung gesteuert und eine übermäßige Konzentration vermieden werden. Das Ergebnis ist eine vergleichsweise ausgewogene Verteilung: Die Niederlande sind im Ganzen zwar dicht besiedelt, aber in viele mittelgroße Städte und Ballungsräume aufgeteilt, anstatt eine einzelne Megacity aufzuweisen. Gleichwohl bestehen Unterschiede in der Siedlungsstruktur: Der Westen ist weitgehend urban und stark verflochten (sog. Deltametropole), der Osten und Norden hingegen dünner besiedelt mit agrarischen Landschaften und einzelnen regionalen Zentren (Zwolle, Leeuwarden, Enschede). Interessant ist ferner, dass die Niederlande historisch keine ausgeprägte Landflucht kannten, sondern viele Dörfer und Kleinstädte ihre Funktionsfähigkeit behielten, was auch dank guter Verkehrsanbindung und niedriger Entfernungen gelang. Im Gegensatz zu anderen Ländern in Europa verfügen die Niederlande über kaum völlig unterbesiedelte Gebiete.
| Rang | Name | 1980 | 1990 | 2000 | 2010 | 2020 | 2025[16] | Provinz |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Amsterdam | 716.919 | 695.162 | 731.288 | 767.457 | 872.757 | 935.793 | Nordholland |
| 2. | Rotterdam | 579.194 | 579.179 | 592.673 | 593.049 | 651.157 | 672.330 | Südholland |
| 3. | Den Haag | 456.886 | 441.506 | 441.094 | 488.553 | 545.838 | 568.419 | Südholland |
| 4. | Utrecht | 253.250 | 245.724 | 253.825 | 307.081 | 357.597 | 376.435 | Utrecht |
| 5. | Eindhoven | 194.451 | 191.467 | 201.728 | 213.809 | 234.394 | 249.054 | Nordbrabant |
| 6. | Groningen | 161.322 | 167.872 | 173.139 | 187.298 | 232.874 | 244.807 | Groningen |
| 7. | Tilburg | 169.941 | 175.880 | 193.116 | 204.853 | 219.789 | 230.359 | Nordbrabant |
| 8. | Almere | 6.632 | 71.086 | 142.765 | 188.160 | 211.893 | 229.570 | Flevoland |
| 9. | Nijmegen (Nimwegen) | 147.614 | 144.748 | 152.200 | 162.963 | 177.659 | 188.981 | Gelderland |
| 10. | Breda | 137.754 | 144.892 | 160.615 | 173.299 | 184.069 | 188.834 | Nordbrabant |
Ethnische Gruppen
Kreisdiagramm mit der Aufschlüsselung der Bevölkerung nach nationaler Herkunft (2022)
Die Bevölkerung der Niederlande war historisch ethnisch relativ homogen, hat sich jedoch seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts deutlich diversifiziert. Traditionell bezeichnete man als „Autochthone“ die in den Niederlanden geborenen Einwohner ohne jüngere Zuwanderung in der Familiengeschichte – im Gegensatz zu „Allochthonen“, womit Personen mit Migrationshintergrund gemeint waren. Diese Begrifflichkeit wird heute aus gesellschaftspolitischen Gründen vermieden; stattdessen spricht das Statistikamt CBS von Personen „mit niederländischem bzw. ausländischem Hintergrund“, ähnlich dem Migrationshintergrund in Deutschland. Per 1. Januar 2024 waren rund 72 % der Einwohner der Niederlande im Inland geboren und hatten zwei in den Niederlanden gebore Eltern (d. h. ohne Migrationshintergrund). Weitere 11,6 % wurden zwar selbst in den Niederlanden geboren, haben aber mindestens ein im Ausland geborenes Elternteil. 16,2 % der Gesamtbevölkerung sind Zugewanderte der ersten Generation, also im Ausland geboren.[17] Damit weist über ein Viertel (rund 28 %) der Einwohner einen Migrationshintergrund auf. 2023 hatte 11,6 Prozent einen westlichen Migrationshintergrund und 14,8 Prozent einen nicht-westlichen Migrationshintergrund.[18] Prognosen gehen davon aus, dass dieser Anteil weiter steigt, einer Berechnung zufolge könnten 2070 weniger als die Hälfte der Einwohner ausschließlich autochthone Vorfahren haben.[19]
Besondere historische Bedeutung haben die ehemaligen Kolonien der Niederlande als Herkunftsländer. Aus dem einstigen Kolonialreich stammten große Einwanderergruppen bereits in der Mitte des 20. Jahrhunderts: Nach der Unabhängigkeit von Indonesien (ehem. Niederländisch-Indien) 1949 übersiedelten etwa 300.000 sogenannte Indo-Niederländer (Menschen gemischter niederländisch-indonesischer Abstammung) und weitere Gruppen wie Molukker in die Niederlande. Diese Gruppe und ihre Nachfahren bilden bis heute eine erkennbare Gemeinschaft mit ca. 400.000 Angehörigen (2001)[20] die jedoch meist in die Kategorie „niederländischer Hintergrund“ eingeht, da viele bereits seit Generationen im Land leben. Aus Suriname, das 1975 unabhängig wurde, wanderten vor und nach der Unabhängigkeit rund die Hälfte der Bewohner in die Niederlande ein.[5] Daneben gibt es mehrere hundertausende Personen aus den weiterhin zum Königreich gehörenden Karibik-Inseln (Aruba, Curaçao, Sint Maarten sowie Bonaire, Sint Eustatius, Saba) auf dem niederländischen Festland. Eine weitere große Gruppe sind die Türkischstämmigen: Ihre Präsenz geht hauptsächlich auf die Gastarbeiter-Anwerbungen der 1960er zurück (siehe Migration). 2024 lebten rund 450.000 Menschen türkischer Herkunft (1. und 2. Generation) in den Niederlanden, was gut 2,5 % der Einwohner entspricht. Ähnlich groß ist die Gruppe der Marokkanischstämmigen mit etwa 420.000 Personen (ca. 2,4 %).[21] Weitere nennenswerte ethnische Gruppen sind die Polen (geschätzt >200.000, vorwiegend Zuwanderung nach 2004), Chinesen (~80.000 erste Generation), Iraker, Afghanen, Somalier (jeweils zehntausende, oft als Flüchtlinge gekommen) sowie über 300.000 Deutsche (häufig in binationalen Familien). Auch innerhalb der einheimischen Bevölkerung gibt es regionale ethnische Besonderheiten, etwa die Friesen in Friesland, die mit ca. 400.000 Sprechern der friesischen Sprache eine eigene Volksgruppe darstellen. Eine weitere autochone Minderheit bilden die Sinti und Roma.
Die niederländische Gesellschaft wird ethnisch immer pluraler, wobei sich die Kategorien zunehmend überlappen (z. B. gemischte Ehen: so heiraten Indonesischstämmige zu über 70 % Partner ohne gleichen Hintergrund, während Türken und Marokkaner eher innerhalb der eigenen Gruppe heiraten).[22] Die räumliche Verteilung ethnischer Gruppen ist ungleichmäßig. Menschen mit Migrationshintergrund leben überproportional häufig in den Großstädten. In Amsterdam und Den Haag hat bereits um Hälfte der Einwohner einen nicht-niederländischen Hintergrund.[21] Besonders konzentriert in den Randstad-Städten sind dabei die Gruppen aus den ehemaligen Kolonien und den Mittelmeer-Anwerbeländern: Etwa 50 % der niederländischen Surinamer und Marokkaner wohnen in Amsterdam, Rotterdam, Den Haag oder Utrecht, bei karibischstämmigen Niederländern ist es ein Drittel. Lediglich die Indonesier gelten als gleichmäßiger verteilt. In bestimmten Stadtvierteln stellen einzelne Gruppen lokale Pluralitäten (z. B. Marokkaner in einige Amsterdamer Stadtteile). Die Segregation ist aber moderater als in manch anderen Ländern; es gibt keine ethnischen Ghettos im US-Sinne, wenngleich die Durchmischung je nach Wohnlage variiert. So wohnen Migranten der ersten Generation häufiger in innenstadtnahen Bezirken, während die zweite Generation etwas stärker in Vorstädte abwandert.[22]
| Herkunft | Anzahl | Anteil |
|---|---|---|
| Niederländer (zwei niederländische Eltern) |
13 151 772 | 74,8 % |
| Niederländer ohne Migrationshintergrund | 13 151 772 | 74,8 % |
| Migrationhintergrund (aus Afrika) | 749 780 | 4,3 % |
| Migrationshintergrund (aus Amerika) | 751 689 | 4,3 % |
| Migrationshintergrund (aus Asien) | 1 023 304 | 5,8 % |
| Migrationshintergrund (aus Europa) | 1 889 704 | 10,7 % |
| Migrationshintergrund (aus Ozeanien) | 24 423 | 0,1 % |
| Einwohner mit Migrationshintergrund | 4 438 900 | 25,2 % |
| Gesamtbevölkerung | 17 590 672 | 100 % |
Sprache
Die Hauptsprache ist Niederländisch, während Friesisch (außerhalb der Niederlande als Westfriesisch bekannt) ebenfalls eine anerkannte Sprache in der Provinz Friesland ist und dort von der Regierung und in Schulen verwendet wird. Mehrere Dialekte des Niedersächsischen (Nedersaksisch auf Niederländisch) werden in weiten Teilen des Nordens und Ostens gesprochen und sind von den Niederlanden gemäß der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen als Regionalsprachen anerkannt. Eine weitere Gruppe von Dialekten, denen der Status einer Regionalsprache zuerkannt wurde, ist das Limburgische, das in der südöstlichen Provinz Limburg gesprochen wird. Die wichtigsten Einwanderersprachen sind Indonesisch, Türkisch, Arabisch, Berberisch, Papiamento, Deutsch und Polnisch. Die Niederländer zeichnen sich außerdem durch gute Fremdsprachenkenntnisse aus. 2023 sprachen 95 Prozent der Bevölkerung Englisch und 61 Prozent Deutsch als Fremdsprachen.[24]
Migration
| 2003 | 104.514 | 104.831 | −317 |
| 2004 | 94.019 | 110.235 | −16.216 |
| 2005 | 92.297 | 119.725 | −27.428 |
| 2006 | 101.150 | 132.470 | −31.320 |
| 2007 | 116.819 | 122.576 | −5.757 |
| 2008 | 143.516 | 117.779 | +25.737 |
| 2009 | 146.378 | 111.897 | +34.481 |
| 2010 | 154.432 | 121.351 | +33.081 |
| 2011 | 162.962 | 133.194 | +29.768 |
| 2012 | 158.374 | 144.491 | +13.883 |
| 2013 | 164.772 | 145.669 | +19.103 |
| 2014 | 182.949 | 147.862 | +35.087 |
| 2015 | 204.615 | 149.509 | +55.106 |
| 2016 | 230.739 | 151.545 | +79.194 |
| 2017 | 234.957 | 154.292 | +80.665 |
| 2018 | 243.737 | 157.366 | +86.371 |
| 2019 | 269.064 | 161.029 | +108.035 |
| 2020 | 220.853 | 152.494 | +68.359 |
| 2021 | 252.528 | 145.330 | +107.198 |
| 2022 | 403.108 | 179.310 | +223.798 |
| 2023 | 335.668 | 198.302 | +137.366 |
| 2024 | 316.305 | 208.537 | +107.768 |
In den Niederlanden lag der Anteil der Einwanderer zwischen 1590 und 1800 stets über 5 %. Im 19. Jahrhundert fiel er zeitweise auf etwa 2 % (1880) und die Niederlande wurden zu einem Auswanderungsland. Dies wandelte sich in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Wie andere westeuropäische Staaten rekrutierten die Niederlande ab Ende der 1950er Arbeitsmigranten für die wachsende Industrie. Anwerbeabkommen wurden u. a. mit Italien (1960), Spanien (1961), Portugal (1963), Türkei (1964), Griechenland (1967), Marokko (1969), Jugoslawien (1970) und Tunesien (1971) geschlossen, wobei besonders Türken und Marokkaner langfristig im Land verblieben. Daneben kam es zu einem starken Zuzug von Menschen aus den ehemaligen and bestehenden niederländischen Kolonien (Karibik, Indonesien, Surinam).[5] Seit den 1980er-Jahren haben die Niederlande als Teil internationaler Flüchtlingsströme Menschen aus diversen Krisengebieten aufgenommen. So kamen in den 90ern Bürgerkriegsflüchtlinge aus dem zerfallenden Jugoslawien, Anfang der 2000er zahlreiche Asylsuchende aus Afghanistan, Somalia und dem Irak. Eine der größten jüngeren Gruppen stellen Syrer dar, die vor dem Bürgerkrieg ab 2014 flüchteten, insgesamt über 150.000 Syrer fanden im Land Schutz.[26] Auch aus Eritrea, Iran und Äthiopien stammen nennenswerte Flüchtlingsgruppen. Die EU-Freizügigkeit hat zudem seit den 1990er Jahren zur verstärkten Zuwanderung aus neuen EU-Staaten (Polen, Rumänien, Bulgarien) geführt. In den 2010er- und 2020er-Jahren beschleunigte sich die Nettozuwanderung weiter: 2022, im Zuge der Fluchtbewegung aus der Ukraine, verzeichneten die Niederlande mit 403.000 Immigranten und einem Wanderungsgewinn von über 220.000 Personen einen historischen Höchstwert.[27]
Die Migrationspolitik der Niederlande versucht, diese Ströme zu steuern. Im Bereich der Arbeitsmigration aus Drittstaaten gelten vergleichsweise strikte Bedingungen (Arbeitgeber müssen nachweisen, dass keine heimischen oder EU-Arbeitskräfte verfügbar sind). Für Hochqualifizierte gibt es erleichterte Verfahren (sogenannte kennismigrant-Regelung).[28] Die anhaltende Migration hat die Niederlande in ein multikulturelles Land transformiert. Wirtschaftlich tragen Migranten erheblich bei: Studien zufolge haben insbesondere EU-Arbeitskräfte netto positive fiskalische Effekte, während bei nicht-westlichen Zuwanderergruppen teilweise in erster Generation Defizite für das Sozialsysten entstehen.[29] In der öffentlichen Meinung haben Migrationsthemen in den letzten Jahrzehnten einen großen Stellenwert. Die Morde an Pim Fortuyn (2002) und Theo van Gogh (2004) und Berichte über Islamismus unter Immigrantengemeinschaften entfachten Debatten über islamische Zuwanderer und Integrationsdefizite.[30]
| Rang | Staat | Bevölkerung (1. Januar 2022) |
|---|---|---|
| 1. | Türkei | 430.000 |
| 2. | Marokko | 419.000 |
| 3. | Suriname | 360.000 |
| 4. | Indonesien | 349.000 |
| 5. | Deutschland | 343.000 |
| 6. | Polen | 221.000 |
| 7. | Curaçao | 135.000 |
| 8. | Syrien | 126.000 |
| 9. | Belgien | 123.000 |
| 10. | Vereinigtes Königreich | 98.000 |
Religion
Religion in den Niederlanden (Bevölkerung 15+) (2024)
Die religiöse Landschaft der Niederlande hat sich in den vergangenen 150 Jahren grundlegend verändert. Vom 19. Jahrhundert bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts waren die Niederlande durch eine starke konfessionelle Prägung gekennzeichnet, die als „Verzuiling“ (Säulenbildung) bekannt wurde. Die Gesellschaft war in weitgehend getrennten, religiös-weltanschaulichen Subkulturen organisiert: eine protestantische Säule, eine römisch-katholische Säule, daneben eine sozialistische und eine liberal-bürgerliche (weitgehend säkulare) Säule. Diese Segmentierung spiegelte sich in eigenen Schulen, Vereinen, Zeitungen und sogar politischen Parteien für jede Säule wider. Historisch waren die nördlichen und westlichen Provinzen vorwiegend protestantisch (überwiegend calvinistisch, hervorgegangen aus der Niederländisch-reformierten Kirche), während der Süden (Nordbrabant, Limburg) überwiegend katholisch blieb. Diese konfessionelle Teilung ging auf die Reformation und den Unabhängigkeitskrieg gegen das katholische Spanien zurück. Bis ins 20. Jahrhundert hinein blieben Katholiken eine leicht kleinere Gruppe als Protestanten, wurden jedoch zunehmend selbstbewusster. Um 1900 waren von rund 5 Millionen Einwohnern etwa 55 % Protestanten, 35 % Katholiken, 2 % Juden und geschätzt 8 % Konfessionslose (die letzte Gruppe wurde bei Volkszählungen unterschiedlich erfasst).[32]
Nach dem Zweiten Weltkrieg, insbesondere ab Mitte der 1960er-Jahre, setzte eine rasante Säkularisierung ein. Diese Entwicklung – die „Ontkerkelijking“ – ließ binnen weniger Jahrzehnte die Niederlande von einem vorwiegend christlichen zu einem vorwiegend konfessionslosen Land werden. Bereits um 1990 hatten die Konfessionslosen den größten Einzelanteil. Insbesondere die Niederländisch-reformierten Kirche schrumpfte stark, da der Protestantismus im zuvor streng calvinistischen Norden an Bindungskraft verlor. 2024 gaben nur noch 44 % der Niederländer ab 15 Jahren an, einer Kirche, Moschee, Synagoge oder ähnlichen Glaubensgemeinschaft anzugehören. Umgekehrt bedeutet dies, dass 56 % konfessionslos sind. Die größten Einzelgruppen sind heute die Römisch-Katholische Kirche mit noch etwa 17 % der Bevölkerung (2010: 27 %) und die Protestanten mit zusammen ca. 14 % (häuptsächlich die vereinigte Protestantische Kirche in den Niederlanden).[33] Die Niederlande gehören damit zu den am stärksten säkularisiertesten Ländern der Welt. Nur 13 % der Niederländer besuchten 2024 mindestens einmal im Monat einen Gottesdienst oder eine religiöse Versammlung. 2010 lag dieser Anteil noch bei 18 %. Die verbleibenden aktiven Gläubigen konzentrieren sich zudem oft auf ältere Jahrgänge:[34] Als verbliebene Hochburg der christlichen Religion gilt der sogenannte Bibelgürtel (Bijbelgordel), ein Streifen von Zeeland über den Veluwe-Raum bis nach Overijssel, wo calvinistisch-konservative Gruppen verstärkt vertreten sind.
Durch Zuwanderung ist die Präsenz von nicht-christlichen Religionsgruppen gewachsen. So bezeichneten sich 2024 rund 6 % der Bevölkerung als muslimisch und etwa 7 % als Anhänger „sonstiger“ Religionen (dazu zählen Hinduismus, Buddhismus, Judentum, Zeugen Jehovas etc.). Die muslimische Gemeinde war um 1970 praktisch noch inexistent (1971 ca. 0,1 %) und wuchs infolge der Einwanderung aus der Türkei, Marokko und später Flüchtlingsländern mit über 800.000 Anhängern zur zweitgrößten Religionsgruppe heran. Hinduisten (vor allem indischstämmige Surinamer) stellen etwa 1 % der Bevölkerung (ca. 150.000 bis 200.000 Personen[35]), Buddhisten rund 0,4 %[36] (einige davon ethnische Niederländer, die sich zum Buddhismus bekennen). Die historische jüdische Gemeinde der Niederlande, einst bedeutend z. B. in Amsterdam („Mokum“), wurde durch den Holocaust stark dezimiert; heute gibt es schätzungsweise 30.000–40.000 Juden (unter 0,2 %).[37] Weit größer ist die Gruppe der Menschen, die sich zwar als spirituell bezeichnen, aber keiner etablierten Religion angehören. 2024 glaubten 51 Prozent aller Niederländer an ein Leben nach dem Tod (etwas mehr als in Deutschland), während sich lediglich 20 Prozent als religiös bezeichneten.[38]
Gesundheit
Das Gesundheitsniveau in den Niederlanden ist im internationalen Vergleich sehr hoch. Die Lebenserwartung liegt mit aktuell rund 82,0 Jahren (2023) über dem Durchschnitt der OECD-Länder und gehört zu den höchsten der Welt. Niederländische Männer werden im Schnitt etwa 80,5 Jahre, Frauen 83,4 Jahre alt.[2] Das niederländische Gesundheitssystem basiert auf einem 2006 eingeführten Modell der obligatorischen Krankenversicherung mit konkurrierenden privaten Versicherern unter staatlicher Regulierung. Nahezu 100 % der Bevölkerung sind krankenversichert und haben Zugang zu einem breit gefächerten Versorgungsangebot. Die Gesundheitsausgaben pro Kopf betrugen 2021 rund 3.967 Euro (kaufkraftbereinigt) und liegen damit deutlich über dem EU-Schnitt. Davon fließt ein erheblicher Teil in die Langzeitpflege für ältere und chronisch kranke Menschen – ein Bereich, in dem die Niederlande aufgrund der alternden Bevölkerung hohe Pro-Kopf-Ausgaben haben. Etwa 84 % der Gesundheitskosten werden aus öffentlichen bzw. Pflichtversicherungs-Quellen gedeckt, sodass der Eigenanteil der Patienten mit ca. 10 % relativ niedrig ist.[39] Regelmäßig rangieren die Niederlande in Eurobarometer-Umfragen unter den Ländern, deren Bewohner am zufriedensten mit der Gesundheitsversorgung sind. Dies spiegelt sich auch im „Euro Health Consumer Index“ wider, bei dem die Niederlande mehrfach den ersten Platz belegten.[40] 2019 schätzen drei Viertel der Niederländer ihre persönliche Gesundheit als gut ein.[39]
Die allgemeine Gesundheit der niederländischen Bevölkerung ist gut. Die Niederlande gehören bei vielen Indikatoren zu den Spitzenreitern in Europa. So sind die Sterberaten bei behandelbaren Erkrankungen (z. B. einige Krebsarten, Herzinfarkt) und vermeidbaren Todesursachen (etwa durch Prävention beeinflussbare Fälle) in den Niederlanden mit am niedrigsten. Konkret sterben pro 100.000 Einwohner nur rund 92 an potenziell vermeidbaren und 65 an gut behandelbaren Krankheiten (2018) – erheblich weniger als EU-Schnitte (160 bzw. 129). Ursachen dafür sind erfolgreiche Vorsorge (z. B. Impfungen, Früherkennungsprogramme bei Darm- und Brustkrebs) sowie eine leistungsfähige kurative Medizin. So sind etwa die Sterberaten an Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall dank moderner Kardiologie deutlich gesunken und zählen zu den niedrigsten in Europa.[39] Die Niederländer gelten als gesundheitsbewusst. Besonders hervorzuheben ist die aktive Fortbewegungskultur: Dank der beliebten Fahrradmobilität – es gibt mehr Fahrräder als Einwohner[41] – und guten Infrastruktur (Radwege) bewegen sich viele Niederländer im Alltag mehr. Der Anteil der körperlich Inaktiven (Menschen, die kaum Bewegung in der Freizeit haben) ist im EU-Vergleich niedrig.[39] Die Adipositas-Raten liegen innerhalb der EU im hinteren Bereich (2019, ca. 14 %).[39][42] Etwa 18 % der Erwachsenen rauchen täglich, was gegenüber früher deutlich reduziert ist (1980 rauchten noch 42 %).[39]
Bildung
Das Bildungswesen der Niederlande hat historisch eine wichtige Rolle in der gesellschaftlichen Entwicklung gespielt und weist heute hohe Beteiligungsraten sowie gute Ergebnisse im internationalen Vergleich auf. Bereits im 17. Jahrhundert gehörten die Niederlande zu den Regionen mit überdurchschnittlicher Alphabetisierung – begünstigt durch den Protestantismus (Lesen der Bibel) und ein dichtes Netz von Kirchschulen.[43] Die Einführung der allgemeinen Schulpflicht folgte im Jahre 1900.[44] Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Analphabetenquote bereits sehr niedrig – die Volkszählung 1909 ergab nur etwa 3 % Analphabeten unter jungen Erwachsenen, was belegt, dass in den Niederlanden der Analphabetismus praktisch im 19. Jahrhundert überwunden wurde.[9] Der Konflikt zwischen konfessionellem und staatlichem Schulwesen prägte die Politik lange („Schulkampf“): 1917 wurde er mit einem Verfassungskompromiss beendet, der freie Schulwahl und gleiche Finanzierung für beide Systeme garantierte.[45] Dadurch entstand die bis heute geltende pluralistische Schulstruktur. Es gibt öffentliche Schulen und konfessionelle bzw. besondere Privatschulen, aber alle werden vom Staat kontrolliert und finanziert (Grundsatz der Bildungsfreiheit, onderwijsvrijheid, in der Verfassung verankert). Dadurch entstand ein vielfältiges Angebot: katholische, protestantische, jüdische, islamische und neutrale Schulen existieren nebeneinander. Fast 65 Prozent aller Schüler besuchen privat geführte Schulen.[44]
Das Schulsystem ist gekennzeichnet durch eine frühe Aufteilung der Schüler nach Leistung. Nach der 8-jährigen Grundschule (basisonderwijs), die praktisch alle Kinder besuchen (Einschulung mit 4–5 Jahren, gesetzliche Pflicht ab 5), erfolgt im Alter von 12 Jahren die Aufteilung in unterschiedliche Sekundarstufen: das praktisch orientierte VMBO (Vierjährige Mittelschule mit berufsvorbereitendem Abschluss), die mittelstufige HAVO (5 Jahre, ermöglicht Zugang zu Fachhochschulen) und das akademische Gymnasium VWO (6 Jahre, berechtigt zur Universität).[46] Diese Differenzierung ähnelt dem deutschen drei-gliedrigen System, jedoch mit der Möglichkeit von Durchlässigkeit (Schüler können bei guten Leistungen auf eine höhere Stufe wechseln). International auffällig ist, dass die Niederlande kaum Jugendarbeitslosigkeit kennen und ein effizientes duales Berufsbildungssystem haben – Schulabgänger mit VMBO können in berufsbildenden Programmen (MBO) Fachabschlüsse erwerben, die auf dem Arbeitsmarkt nachgefragt sind.
Auf tertiärer Ebene (Hochschulen) haben die Niederlande in den letzten Jahrzehnten einen massiven Anstieg der Studentenzahlen erlebt. Der Akademisierungsgrad der jungen Generation gehört zu den höchsten in Europa. 2023 hatten 55,6 % der 25–34-Jährigen einen Hochschul- oder Fachhochschulabschluss, verglichen mit 43,1 % im EU-Durchschnitt.[47] Damit liegen die Niederlande auf einem Spitzenplatz in der EU. Auch unter der gesamten Erwerbsbevölkerung (25–64 Jahre) besitzt fast die Hälfte (45 %) einen tertiären Bildungsabschluss.[48] Die Niederlande verzeichnen auch eine steigende Zahl internationaler Studierender: ca. 18 % der Studierenden waren 2023 Ausländer (2018: 12 %)[49], da viele niederländische Universitäten international einen guten Ruf besitzen und was auch an den vielen englischsprachigen Master- und zunehmend Bachelorprogrammen liegt. Die Bildungsqualität der Niederlande wird regelmäßig als gut bis exzellent bewertet. In internationalen Schulleistungsstudien wie PISA schneiden niederländische 15-Jährige über dem OECD-Schnitt ab – insbesondere in Mathematik und naturwissenschaftlichem Verständnis gehören sie meist zur Spitzengruppe, auch wenn 2018 und 2022 ein Abfall der Leistungswerte zu verzeichnen war.[47]
Statistik
Jährliche Entwicklung der Geburten und Todesfälle und weiterer Vitalstatistiken:[50][51][52]
| Jahr | Einwohnerzahl | Geburten | Todesfälle | Natürliche Änderung |
Geburtenrate (je 1000 Einw.) |
Sterberate (je 1000 Einw.) |
Nat. Änderung (je 1000 Einw.) |
Nettomigration (je 1000 Einw.) |
Fertilitätsrate | Kindersterblichkeit (je 1000) |
Lebenserwartung | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Männer | Frauen | |||||||||||
| 1900 | 5.142.000 | 162.611 | 92.043 | 70.568 | 31,6 | 17,9 | 13,7 | 1,7 | 4,45 | 155,2 | ||
| 1901 | 5.221.000 | 168.380 | 89.967 | 78.413 | 32,3 | 17,2 | 15,0 | 1,1 | 4,53 | 149,3 | ||
| 1902 | 5.305.000 | 168.728 | 86.248 | 82.480 | 31,8 | 16,3 | 15,5 | 0,3 | 4,46 | 129,9 | ||
| 1903 | 5.389.000 | 170.108 | 83.933 | 86.175 | 31,6 | 15,6 | 16,0 | −1,0 | 4,42 | 135,1 | ||
| 1904 | 5.470.000 | 171.495 | 87.091 | 84.404 | 31,4 | 15,9 | 15,4 | −0,6 | 4,38 | 136,9 | ||
| 1905 | 5.551.000 | 170.767 | 85.016 | 85.751 | 30,8 | 15,3 | 15,4 | −0,8 | 4,29 | 130,9 | ||
| 1906 | 5.632.000 | 170.952 | 83.259 | 87.693 | 30,4 | 14,8 | 15,6 | −1,8 | 4,23 | 127,1 | ||
| 1907 | 5.710.000 | 171.506 | 82.250 | 89.256 | 30,0 | 14,4 | 15,6 | −2,3 | 4,18 | 111,9 | ||
| 1908 | 5.786.000 | 171.861 | 86.936 | 84.925 | 29,7 | 15,0 | 14,7 | −1,6 | 4,13 | 124,8 | ||
| 1909 | 5.862.000 | 170.766 | 80.283 | 90.483 | 29,1 | 13,7 | 15,4 | −9,1 | 4,04 | 99,1 | ||
| 1910 | 5.899.000 | 168.894 | 79.984 | 88.910 | 28,6 | 13,6 | 15,1 | −2,0 | 3,94 | 107,9 | ||
| 1911 | 5.976.000 | 166.527 | 86.786 | 79.741 | 27,9 | 14,5 | 13,3 | −0,2 | 3,81 | 137,2 | ||
| 1912 | 6.054.000 | 170.269 | 74.647 | 95.622 | 28,1 | 12,3 | 15,8 | −0,8 | 3,84 | 87,0 | ||
| 1913 | 6.145.000 | 173.541 | 75.867 | 97.674 | 28,2 | 12,3 | 15,9 | 1,3 | 3,85 | 91,4 | ||
| 1914 | 6.251.000 | 176.831 | 77.739 | 99.092 | 28,3 | 12,4 | 15,9 | 2,2 | 3,86 | 94,8 | ||
| 1915 | 6.364.000 | 167.426 | 79.613 | 87.813 | 26,3 | 12,5 | 13,8 | 4,4 | 3,59 | 86,8 | ||
| 1916 | 6.480.000 | 172.572 | 84.024 | 88.548 | 26,6 | 13,0 | 13,7 | 6,7 | 3,64 | 84,5 | ||
| 1917 | 6.612.000 | 173.112 | 87.273 | 85.839 | 26,2 | 13,2 | 13,0 | 1,1 | 3,59 | 86,8 | ||
| 1918 | 6.705.000 | 167.636 | 115.440 | 52.196 | 25,0 | 17,2 | 7,8 | −0,8 | 3,47 | 103,9 | ||
| 1919 | 6.752.000 | 164.447 | 89.646 | 74.801 | 24,4 | 13,3 | 11,1 | −1,0 | 3,36 | 94,0 | ||
| 1920 | 6.820.000 | 192.987 | 81.525 | 111.462 | 28,3 | 12,0 | 16,3 | −1,5 | 3,89 | 83,3 | ||
| 1921 | 6.921.000 | 189.546 | 77.002 | 112.544 | 27,4 | 11,1 | 16,3 | −0,3 | 3,75 | 86,1 | ||
| 1922 | 7.032.000 | 181.886 | 80.381 | 101.505 | 25,9 | 11,4 | 14,4 | 2,4 | 3,54 | 77,6 | ||
| 1923 | 7.150.000 | 187.512 | 72.809 | 114.703 | 26,2 | 10,2 | 16,0 | −0,1 | 3,55 | 66,8 | ||
| 1924 | 7.264.000 | 182.430 | 71.167 | 111.263 | 25,1 | 9,8 | 15,3 | −1,3 | 3,39 | 60,6 | ||
| 1925 | 7.366.000 | 178.545 | 72.121 | 106.424 | 24,2 | 9,8 | 14,4 | 0 | 3,26 | 58,4 | ||
| 1926 | 7.472.000 | 177.498 | 73.357 | 104.141 | 23,8 | 9,8 | 13,9 | 0 | 3,18 | 61,1 | ||
| 1927 | 7.576.000 | 175.098 | 77.614 | 97.484 | 23,1 | 10,2 | 12,9 | 0,6 | 3,08 | 58,7 | ||
| 1928 | 7.678.000 | 179.028 | 73.816 | 105.212 | 23,3 | 9,6 | 13,7 | −0,3 | 3,09 | 52,3 | ||
| 1929 | 7.781.000 | 177.216 | 83.224 | 93.992 | 22,8 | 10,7 | 12,1 | 1,1 | 3,00 | 59,0 | ||
| 1930 | 7.884.000 | 182.310 | 71.682 | 110.628 | 23,1 | 9,1 | 14,0 | 0,6 | 3,03 | 50,9 | ||
| 1931 | 7.999.000 | 177.387 | 77.048 | 100.339 | 22,2 | 9,6 | 12,5 | 2,9 | 2,88 | 49,6 | ||
| 1932 | 8.122.000 | 178.525 | 73.059 | 105.466 | 22,0 | 9,0 | 13,0 | 1,2 | 2,83 | 46,3 | ||
| 1933 | 8.237.000 | 171.289 | 72.096 | 99.193 | 20,8 | 8,8 | 12,0 | 0,6 | 2,66 | 43,9 | ||
| 1934 | 8.341.000 | 172.214 | 70.164 | 102.050 | 20,6 | 8,4 | 12,2 | −1,2 | 2,63 | 42,6 | ||
| 1935 | 8.433.000 | 170.425 | 73.660 | 96.765 | 20,2 | 8,7 | 11,5 | −1,7 | 2,57 | 40,0 | ||
| 1936 | 8.516.000 | 171.675 | 73.923 | 97.752 | 20,2 | 8,7 | 11,5 | −1,9 | 2,51 | 38,9 | ||
| 1937 | 8.598.000 | 170.220 | 75.516 | 94.704 | 19,8 | 8,8 | 11,0 | −1,0 | 2,53 | 38,1 | ||
| 1938 | 8.684.000 | 178.422 | 77.043 | 101.379 | 20,5 | 8,9 | 11,7 | −0,5 | 2,63 | 36,5 | ||
| 1939 | 8.781.000 | 180.917 | 75.841 | 105.076 | 20,6 | 8,6 | 12,0 | −0,8 | 2,64 | 33,7 | ||
| 1940 | 8.879.000 | 184.846 | 87.722 | 97.124 | 20,8 | 9,9 | 10,9 | −1,2 | 2,67 | 39,1 | ||
| 1941 | 8.965.000 | 181.959 | 89.716 | 92.243 | 20,3 | 10,0 | 10,3 | −1,7 | 2,61 | 43,6 | ||
| 1942 | 9.042.000 | 189.975 | 76.040 | 113.935 | 21,0 | 8,4 | 12,6 | −6,0 | 2,71 | 39,5 | ||
| 1943 | 9.102.000 | 209.379 | 91.438 | 117.941 | 23,0 | 10,0 | 13,0 | −5,1 | 2,98 | 40,1 | ||
| 1944 | 9.174.000 | 219.946 | 108.087 | 111.859 | 24,0 | 11,8 | 12,2 | −2,6 | 3,13 | 46,3 | ||
| 1945 | 9.262.000 | 209.607 | 141.398 | 68.209 | 22,6 | 15,3 | 7,4 | 10,0 | 2,96 | 79,7 | ||
| 1946 | 9.423.000 | 284.456 | 80.151 | 204.305 | 30,2 | 8,5 | 21,7 | 0,2 | 3,97 | 38,7 | ||
| 1947 | 9.629.000 | 267.348 | 77.646 | 189.702 | 27,8 | 8,1 | 19,7 | −1,9 | 3,70 | 33,5 | ||
| 1948 | 9.800.000 | 247.923 | 72.459 | 175.464 | 25,3 | 7,4 | 17,9 | −2,0 | 3,41 | 29,3 | ||
| 1949 | 9.956.000 | 236.177 | 81.077 | 155.100 | 23,7 | 8,1 | 15,6 | −8,5 | 3,22 | 26,8 | ||
| 1950 | 10.026.773 | 229.718 | 75.929 | 153.789 | 22,7 | 7,5 | 15,2 | 2,1 | 3,10 | 26,7 | 70,3 | 72,6 |
| 1951 | 10.200.280 | 228.405 | 77.560 | 150.845 | 22,3 | 7,6 | 14,7 | −2,1 | 3,05 | 26,7 | 70,2 | 72,8 |
| 1952 | 10.328.343 | 231.888 | 76.346 | 155.542 | 22,3 | 7,4 | 15,0 | −4,6 | 3,09 | 24,1 | 71,0 | 73,3 |
| 1953 | 10.435.631 | 227.964 | 80.901 | 147.063 | 21,7 | 7,7 | 14,0 | −3,0 | 3,03 | 23,7 | 70,4 | 73,0 |
| 1954 | 10.550.737 | 228.173 | 79.623 | 148.550 | 21,5 | 7,5 | 14,0 | −1,7 | 3,03 | 22,6 | 71,0 | 73,8 |
| 1955 | 10.680.023 | 229.222 | 81.708 | 147.514 | 21,3 | 7,6 | 13,7 | −0,4 | 3,03 | 21,6 | 70,9 | 71,4 |
| 1956 | 10.821.661 | 231.492 | 84.809 | 146.683 | 21,3 | 7,8 | 13,5 | −1,0 | 3,05 | 20,2 | 71,0 | 74,1 |
| 1957 | 10.957.040 | 233.892 | 82.961 | 150.931 | 21,2 | 7,5 | 13,7 | −1,0 | 3,08 | 18,4 | 71,4 | 74,6 |
| 1958 | 11.095.726 | 236.859 | 84.491 | 152.368 | 21,2 | 7,6 | 13,6 | 2,8 | 3,11 | 18,5 | 71,5 | 74,8 |
| 1959 | 11.278.024 | 242.518 | 86.072 | 156.446 | 21,4 | 7,6 | 13,8 | −1,7 | 3,17 | 18,1 | 71,2 | 75,2 |
| 1960 | 11.417.245 | 239.128 | 87.825 | 151.303 | 20,8 | 7,7 | 13,2 | −1,0 | 3,12 | 17,9 | 71,4 | 75,3 |
| 1961 | 11.556.008 | 247.407 | 88.321 | 159.086 | 21,3 | 7,6 | 13,7 | 0,6 | 3,22 | 17,0 | 71,5 | 75,7 |
| 1962 | 11.721.416 | 246.150 | 93.969 | 152.181 | 20,7 | 7,9 | 12,8 | 1,6 | 3,18 | 17,0 | 71,0 | 75,6 |
| 1963 | 11.889.962 | 249.879 | 95.734 | 154.145 | 20,8 | 8,0 | 12,8 | 0 | 3,19 | 15,8 | 71,0 | 75,8 |
| 1964 | 12.041.970 | 250.914 | 93.437 | 157.477 | 20,5 | 7,7 | 12,9 | 1,2 | 3,17 | 14,8 | 71,3 | 76,3 |
| 1965 | 12.212.269 | 245.216 | 98.026 | 147.190 | 19,8 | 7,9 | 11,9 | 1,6 | 3,04 | 14,4 | 71,1 | 76,1 |
| 1966 | 12.377.194 | 239.611 | 100.516 | 139.095 | 19,1 | 8,0 | 11,1 | 1,7 | 2,90 | 14,7 | 71,0 | 76,1 |
| 1967 | 12.535.307 | 238.678 | 99.792 | 138.886 | 18,9 | 7,9 | 11,0 | −1,0 | 2,81 | 13,4 | 71,2 | 76,6 |
| 1968 | 12.661.095 | 237.112 | 104.989 | 132.123 | 18,6 | 8,3 | 10,4 | 0,4 | 2,72 | 13,6 | 70,9 | 76,4 |
| 1969 | 12.798.346 | 247.588 | 107.615 | 139.973 | 19,1 | 8,3 | 10,8 | 1,6 | 2,75 | 13,2 | 70,9 | 76,3 |
| 1970 | 12.957.621 | 238.912 | 109.619 | 129.293 | 18,3 | 8,4 | 9,9 | 2,6 | 2,57 | 12,7 | 70,8 | 76,5 |
| 1971 | 13.119.430 | 227.180 | 110.243 | 116.937 | 17,1 | 8,3 | 8,8 | 2,6 | 2,36 | 12,1 | 71,0 | 76,8 |
| 1972 | 13.269.563 | 214.133 | 113.576 | 100.557 | 16,1 | 8,5 | 7,5 | 1,4 | 2,15 | 11,7 | 70,8 | 76,5 |
| 1973 | 13.387.623 | 194.993 | 110.682 | 84.311 | 14,5 | 8,2 | 6,3 | 1,4 | 1,90 | 11,5 | 71,3 | 77,1 |
| 1974 | 13.491.020 | 185.982 | 109.250 | 76.732 | 13,7 | 8,1 | 5,7 | 2,3 | 1,77 | 11,3 | 71,6 | 77,6 |
| 1975 | 13.599.092 | 177.876 | 113.737 | 64.139 | 13,0 | 8,3 | 4,7 | 5,2 | 1,66 | 10,6 | 71,5 | 77,7 |
| 1976 | 13.733.578 | 177.090 | 114.454 | 62.636 | 12,9 | 8,3 | 4,5 | 1,4 | 1,63 | 10,7 | 71,5 | 77,9 |
| 1977 | 13.814.495 | 173.296 | 110.093 | 63.203 | 12,5 | 7,9 | 4,6 | 1,4 | 1,58 | 9,5 | 72,1 | 78,5 |
| 1978 | 13.897.874 | 175.550 | 114.415 | 61.135 | 12,6 | 8,2 | 4,4 | 1,9 | 1,58 | 9,6 | 72,0 | 78,5 |
| 1979 | 13.985.526 | 174.979 | 112.565 | 62.414 | 12,5 | 8,0 | 4,4 | 3,1 | 1,56 | 8,7 | 72,5 | 78,9 |
| 1980 | 14.091.014 | 181.294 | 114.279 | 67.015 | 12,8 | 8,1 | 4,7 | 3,6 | 1,60 | 8,6 | 72,5 | 79,2 |
| 1981 | 14.208.586 | 178.569 | 115.515 | 63.054 | 12,5 | 8,1 | 4,4 | 1,0 | 1,56 | 8,3 | 72,7 | 79,3 |
| 1982 | 14.285.829 | 172.071 | 117.264 | 54.807 | 12,0 | 8,2 | 3,8 | 0 | 1,50 | 8,3 | 72,8 | 79,4 |
| 1983 | 14.339.551 | 170.246 | 117.761 | 52.485 | 11,9 | 8,2 | 3,7 | 0,1 | 1,47 | 8,4 | 72,9 | 79,6 |
| 1984 | 14.394.589 | 174.436 | 119.812 | 54.624 | 12,1 | 8,3 | 3,8 | 0,3 | 1,49 | 8,3 | 73,0 | 79,7 |
| 1985 | 14.453.833 | 178.136 | 122.704 | 55.432 | 12,3 | 8,5 | 3,8 | 1,4 | 1,51 | 8,0 | 73,1 | 79,7 |
| 1986 | 14.529.430 | 184.513 | 125.307 | 59.206 | 12,7 | 8,6 | 4,1 | 1,8 | 1,55 | 7,7 | 73,1 | 79,6 |
| 1987 | 14.615.125 | 186.667 | 122.199 | 64.468 | 12,7 | 8,3 | 4,4 | 2,4 | 1,56 | 7,6 | 73,5 | 80,1 |
| 1988 | 14.714.948 | 186.647 | 124.163 | 62.484 | 12,6 | 8,4 | 4,2 | 1,9 | 1,55 | 6,8 | 73,7 | 80,2 |
| 1989 | 14.805.240 | 188.979 | 128.905 | 60.086 | 12,7 | 8,7 | 4,0 | 1,9 | 1,55 | 6,8 | 73,7 | 79,9 |
| 1990 | 14.892.574 | 197.965 | 128.824 | 69.115 | 13,2 | 8,6 | 4,6 | 3,3 | 1,62 | 7,1 | 73,8 | 80,1 |
| 1991 | 15.010.445 | 198.665 | 129.958 | 68.707 | 13,2 | 8,6 | 4,6 | 3,3 | 1,61 | 6,5 | 74,1 | 80,2 |
| 1992 | 15.129.150 | 196.734 | 129.887 | 66.847 | 13,0 | 8,6 | 4,4 | 2,9 | 1,59 | 6,3 | 74,3 | 80,3 |
| 1993 | 15.239.182 | 195.748 | 137.795 | 57.953 | 12,8 | 9,0 | 3,8 | 2,9 | 1,57 | 6,3 | 74,0 | 80,0 |
| 1994 | 15.341.553 | 195.611 | 133.471 | 62.140 | 12,7 | 8,7 | 4,0 | 1,4 | 1,57 | 5,6 | 74,6 | 80,3 |
| 1995 | 15.424.122 | 190.513 | 135.675 | 54.838 | 12,3 | 8,8 | 3,5 | 1,0 | 1,531 | 5,5 | 74,6 | 80,4 |
| 1996 | 15.493.889 | 189.521 | 137.561 | 51.960 | 12,2 | 8,9 | 3,3 | 1,4 | 1,529 | 5,7 | 74,7 | 80,4 |
| 1997 | 15.567.107 | 192.443 | 135.783 | 56.660 | 12,3 | 8,7 | 3,6 | 2,0 | 1,562 | 5,0 | 75,2 | 80,6 |
| 1998 | 15.654.192 | 199.412 | 137.968 | 61.444 | 12,7 | 8,8 | 3,9 | 2,9 | 1,628 | 5,2 | 75,2 | 80,7 |
| 1999 | 15.760.225 | 200.445 | 140.487 | 59.958 | 12,7 | 8,9 | 3,8 | 2,8 | 1,652 | 5,2 | 75,3 | 80,5 |
| 2000 | 15.863.950 | 206.619 | 140.527 | 66.092 | 13,0 | 8,8 | 4,2 | 3,6 | 1,723 | 5,1 | 75,5 | 80,6 |
| 2001 | 15.987.075 | 202.603 | 140.377 | 62.226 | 12,6 | 8,7 | 3,9 | 3,5 | 1,710 | 5,4 | 75,8 | 80,7 |
| 2002 | 16.105.285 | 202.083 | 142.355 | 59.728 | 12,5 | 8,8 | 3,7 | 1,7 | 1,731 | 5,0 | 76,0 | 80,7 |
| 2003 | 16.192.572 | 200.297 | 141.936 | 58.361 | 12,3 | 8,7 | 3,6 | 0,4 | 1,747 | 4,8 | 76,2 | 80,9 |
| 2004 | 16.258.032 | 194.007 | 136.553 | 57.454 | 11,9 | 8,4 | 3,5 | −0,6 | 1,726 | 4,4 | 76,9 | 81,4 |
| 2005 | 16.305.526 | 187.910 | 136.402 | 51.508 | 11,5 | 8,4 | 3,2 | −1,4 | 1,708 | 4,9 | 77,2 | 81,6 |
| 2006 | 16.334.210 | 185.057 | 135.372 | 49.685 | 11,3 | 8,3 | 3,0 | −1,5 | 1,720 | 4,4 | 77,6 | 81,9 |
| 2007 | 16.357.992 | 181.336 | 133.022 | 48.314 | 11,1 | 8,1 | 2,9 | 0 | 1,718 | 4,1 | 78,0 | 82,3 |
| 2008 | 16.405.399 | 184.634 | 135.136 | 49.498 | 11,2 | 8,2 | 3,0 | 1,9 | 1,773 | 3,8 | 78,3 | 82,3 |
| 2009 | 16.485.787 | 184.915 | 134.235 | 50.680 | 11,2 | 8,1 | 3,1 | 2,3 | 1,790 | 3,8 | 78,5 | 82,7 |
| 2010 | 16.574.989 | 184.397 | 136.058 | 48.339 | 11,1 | 8,2 | 2,9 | 2,0 | 1,796 | 3,8 | 78,8 | 82,7 |
| 2011 | 16.655.799 | 180.060 | 135.741 | 44.319 | 10,8 | 8,1 | 2,7 | 1,8 | 1,759 | 3,6 | 79,2 | 82,8 |
| 2012 | 16.730.348 | 175.959 | 140.813 | 35.146 | 10,5 | 8,4 | 2,1 | 0,8 | 1,723 | 3,7 | 79,1 | 82,8 |
| 2013 | 16.779.575 | 171.341 | 141.245 | 30.096 | 10,2 | 8,4 | 1,8 | 1,2 | 1,679 | 3,8 | 79,4 | 83,0 |
| 2014 | 16.829.289 | 175.181 | 139.073 | 35.434 | 10,3 | 8,2 | 2,1 | 2,1 | 1,713 | 3,6 | 79,9 | 83,3 |
| 2015 | 16.900.726 | 170.510 | 147.134 | 23.376 | 10,0 | 8,7 | 1,3 | 3,3 | 1,658 | 3,3 | 79,7 | 83,1 |
| 2016 | 16.979.000 | 172.520 | 148.997 | 23.523 | 10,2 | 8,8 | 1,3 | 4,7 | 1,663 | 3,5 | 79,9 | 83,1 |
| 2017 | 17.081.507 | 169.836 | 150.214 | 19.622 | 9,9 | 8,8 | 1,1 | 4,7 | 1,619 | 3,6 | 80,1 | 83,3 |
| 2018 | 17.181.084 | 168.525 | 153.363 | 15.162 | 9,8 | 8,9 | 0,9 | 5,0 | 1,586 | 3,5 | 80,2 | 83,3 |
| 2019 | 17.282.163 | 169.680 | 151.885 | 17.795 | 9,8 | 8,8 | 1,0 | 6,3 | 1,574 | 3,6 | 80,5 | 83,6 |
| 2020 | 17.407.585 | 168.681 | 168.678 | 3 | 9,7 | 9,7 | 0,0 | 3,9 | 1,545 | 3,8 | 79,7 | 83,1 |
| 2021 | 17.475.415 | 179.441 | 170.972 | 8.469 | 10,2 | 9,8 | 0,4 | 6,2 | 1,624 | 3,3 | 79,7 | 83,0 |
| 2022 | 17.590.672 | 167.504 | 170.112 | −2.608 | 9,5 | 9,6 | −0,1 | 12,7 | 1,487 | 3,8 | 80,1 | 83,1 |
| 2023 | 17.811.291 | 164.487 | 169.521 | −5.034 | 9,2 | 9,5 | −0,3 | 8,2 | 1,430 | 3,6 | 80,3 | 83,3 |
| 2024 | 17.942.942 | 166.143 | 172.165 | −6.022 | 9,2 | 9,6 | −0,4 | 5,5 | 1,440 | 80,5 | 83,3 | |
Einzelnachweise
- ↑ a b c d Robin Pascoe: The Netherlands' population hits 18 million, 16% born abroad. In: DutchNews.nl. 15. August 2024, abgerufen am 9. November 2025 (britisches Englisch).
- ↑ a b Basic statistics of the Netherlands, 2024: OECD Economic Surveys: Netherlands 2025. 9. Juli 2025, abgerufen am 9. November 2025 (englisch).
- ↑ a b Population Our World in Data
- ↑ a b c General Dutch Population development 1400-1850 Universität Groningen
- ↑ a b c d e Bundeszentrale für politische Bildung: Historical Trends in Immigration and Emigration | Netherlands. 8. Dezember 2014, abgerufen am 9. November 2025.
- ↑ Jan de Vries: The Population and Economy of the Preindustrial Netherlands. In: The Journal of Interdisciplinary History. Band 15, Nr. 4, 1985, ISSN 0022-1953, S. 661–682, doi:10.2307/204275, JSTOR:204275.
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- ↑ The NETHERLANDS : country population. Archiviert vom am 1. März 2025; abgerufen am 9. November 2025 (englisch).
- ↑ a b c d e Bevolking | Bevolkingsomvang | Volksgezondheid en Zorg. Abgerufen am 9. November 2025.
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- ↑ Centraal Bureau voor de Statistiek: Hoeveel inwoners hebben een herkomst buiten Nederland. 20. Dezember 2024, abgerufen am 9. November 2025 (niederländisch).
- ↑ Ewoud Butter: 'Nederlanders', 'buitenlanders', 'allochtonen'. De cijfers. Abgerufen am 9. November 2025 (niederländisch).
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- ↑ In anderhalve eeuw verbrokkelde en slonk religie in Nederland. Abgerufen am 9. November 2025.
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- ↑ a b c d e f The Netherlands Country Health Profile 2021 OECD
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- ↑ Ministerie van Algemene Zaken: Bicycles - Government.nl. 7. Juni 2017, abgerufen am 9. November 2025 (britisches Englisch).
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