David Lewis (Philologe)

David Wilfrid Paul Lewis (* 24. Januar 1932 in Clacton-on-Sea, Vereinigtes Königreich; † 15. Mai 2015 in Châteaurenard, Frankreich) war ein britischer, US-amerikanischer und kanadischer Philologe. Er war Hochschullehrer an der Lakehead University sowie der Lehigh University und von 1994 bis 1996 Vizerektor des College of Europe.

Leben

Ausbildung und Persönliches

David Lewis wurde als zweites von drei Kindern geboren und lernte in der Grammar School Französisch. Diese Kenntnisse vertiefte er und studierte Französisch sowie Deutsch am Queen’s College der University of Oxford und erlangte 1953 einen Bachelor-Abschluss mit Auszeichnung. Danach studierte er 1956/1957 (Promotion Dautry) am College of Europe in Brügge, wo er zum Vorsitzenden der Studentenvertretung gewählt wurde.[1] Er freundete sich mit dem College-Rektor Hendrik Brugmans an und konvertierte hier vom Methodismus seines Vaters zum römischen Katholizismus und nahm den Taufnamen Paul an.

Seine Sprachkenntnisse vertiefte Lewis außerdem an den Universitäten von Poitiers und München. Im Jahr 1968 erlangte er einen Master-Abschluss in Oxford. Er wurde 1973 über die Lyrik von Paul Verlaine mit höchster Auszeichnung an der Universität Paris-Sorbonne (Paris IV) promoviert, wo er bereits 1950 ein Diplom erlangte.[2]

Er verbrachte fast die Hälfte seines Lebens in Frankreich und besaß zuletzt die Staatsbürgerschaft des Vereinigten Königreiches, der Vereinigten Staaten und Kanadas. Mit seiner ersten Frau Felicity hatte er vier Kinder (Nicholas, Rosamund, Lydia-Maria, Diana) und mit seiner zweiten Frau Avril hatte er fünf Kinder (William, Jonathon, Emma, Matthew, Olivier).

Werdegang und Wirken

Lewis arbeitete von 1958 bis 1968 als Diplomat beim Europarat in Straßburg. Dort war er als Experte in den Bereichen Erwachsenenbildung, Auslandsstudienprogramme und Umweltschutz tätig. Dabei hielt er auch Vorträge, verfasste Publikationen und wirkte am Aufbau eines Europäischen Informationszentrums für Naturschutz mit.

Danach war Lewis von 1968 bis 1975 am Fachbereich der Sprachen an der Lakehead University im kanadischen Thunder Bay tätig.[3] Sodann war er als Professor der Leiter des Fachbereichs für Moderne Sprachen und Fremdsprachen an der Lehigh University in Bethlehem (Pennsylvania) und Direktor des Lehigh Center for International Studies. An der Lehigh University war er Präsident der Phi Beta Kappa.

Von 1994 bis 1996 war Lewis Vizerektor des College of Europe und Leiter des damals neuen Campus Natolin. Um beim Aufbau dieses Campus zu helfen, schob er seinen Ruhestand in Südfrankreich auf.

Gegen Ende seines Lebens wurde ihm für seine Verdienste um das Bildungswesen der französische Ordre des Palmes Académiques verliehen.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • The road to Europe: history, institutions and prospects of European integration, 1945–1993. Lang. New York 1993.
  • mit Gilles Lepesant: What security for which Europe? Case studies from the Baltic to the Black Sea. Lang. New York 1999.

Einzelnachweise

  1. Obituary of Professor David LEWIS, former Vice-Rector of the Natolin campus 1994-1996. College of Europe, abgerufen am 29. Dezember 2025 (englisch).
  2. Europe mirrors my life. (PDF) College of Europe, abgerufen am 29. Dezember 2025 (englisch).
  3. David Lewis, Department of Languages, 1968-1975. Retirees Association of Lakehead University, abgerufen am 29. Dezember 2025 (englisch).