Das unauslöschliche Siegel

Das unauslöschliche Siegel ist ein 1947[1] publizierter Roman von Elisabeth Langgässer. Die Romanwelt der Autorin ist ein Mysterium, das von dämonischen und diese letztlich dominierenden göttlichen Kräften beherrscht wird. In dieses Spannungsverhältnis geraten die beiden Protagonisten: der rheinhessische Kaufmann Lazarus Belfontaine, der in der nordfranzösischen Stadt Senlis eine zweite Ehe führt (1. und 3. Buch), und die Arzttochter Hortense de Chamant (2. Buch) in ihrer Liebe zu dem Priester Lucien Benoît.

Inhalt

Überblick

Die Handlung des ersten Buches spielt an zwei Maitagen im Jahr 1914 in der rheinhessischen Kreisstadt A.[2] und handelt von der Lebens- und Glaubenskrise der Hauptfigur Lazarus Belfontaine. Am Ende verlässt der Protagonist seine Familie und lässt sich von einem Freund zu einem Frankreich-Urlaub verführen. Eingeschoben sind zwei kurze Abschnitte, die von der Heilung des blinden Bettlers Jean 1858 in Lourdes und einem Gespräch 1926 in Paris über Belfontaines Doppelleben in Frankreich handeln.

Im zweiten Buch wird die tragische platonische Liebesgeschichte des Missionars Lucien Benoît und Hortense de Chamants erzählt, die von dem Pfandleiher Charles Bonmarché in einem diabolischen Intrigenspiel genutzt wird, um die homosexuelle Beziehung seiner Tochter mit Hortense zu zerstören.

Die Handlung des dritten Buches spielt an einem Frühlingstag 1925 in der nordfranzösischen Stadt Senlis und setzt Belfontaines Geschichte fort. Er hat seine Vergangenheit verdrängt, ist französischer Staatsbürger geworden und mit Bonmarchés Tochter Suzette verheiratet. Ihre Eitelkeit und ihr Narzissmus enden mit ihrer Ermordung. Dies ist der Auslöser für eine Lebensänderung und religiöse Besinnung Belfontaines. Er verlässt die Stadt, kehrt nach Deutschland zurück und soll, wie die Legende erzählt, als betender Bettler durch Osteuropa wandern. Eingeschoben sind zwei die Vernunftorientierung und den Materialismus kritisierende Texte: ein Gebet Benoîts und ein Manuskript des spanischen Philosophen von Donoso Cortés.

Eingekleidet sind die mit dem Motto „commystis committo“ (dem Mysterium vertrauen) überschriebenen drei Bücher von einem

  • Proszenium vor dem Eingang eines Auktionsgebäudes. In dem Gespräch verlangt ein „idealer Leser“ von einem „vollkommenen Kritiker“ einen Führer durch den Roman,[3] und einem
  • Epilog 1943: Im Kriegswinter 1943 sprechen im Pfarrhaus von A. Pfarrer Mathias, seine Haushälterin, die Küchenschwester Eustachia, Gitzler u. a. über die Bombardierungen, über „die Gesamtschuld des europäischen Menschen“ und den Heiligen „unserer Tage“, den Mystiker und Pilger Josef Benedikt Labre.

Erstes Buch

Vorgeschichte

Lazarus Belfontaine wächst in der Kreisstadt A. in Rheinhessen in einer jüdischen Familie auf, besucht ein Gymnasium in Mainz, verbringt einige Zeit als Austauschschüler in einem Internat bei Orléans, um Französisch zu lernen, und hat dort erlebnisreiche Sommerferien auf einem Schlossgut mit einer Schülergruppe und ihrem jungen Lehrer Grandpierre und dem rothaarigen Mädchen „coquelicot“ (Klatschmohn). Später reist er in die Schweiz und nach Italien, geht als Banklehrling ein Jahr nach England und lernt das Aktiengeschäft. Als Voraussetzung einer Ehe mit Elisabeth Schweickert, der Tochter eines Lebensmittelhändlers in A., konvertiert er zum Katholizismus. Sieben Jahre vor Beginn der Haupthandlung lässt er sich einen Tag vor seiner Hochzeit taufen. Zwei Jahre später wird die Tochter Elfriede geboren. Seit dem Tod des Schwiegervaters führt er das Geschäft. Obwohl er, von der Großmutter her, zu den Bürgern der Stadt gehört und, von seinen Freunden Lutz genannt, zu den Honoratioren der Stadt zählt, fühlt er sich der Stadtgesellschaft nicht ganz „beheimatet“.

Tauftag

Die Haupthandlung beginnt am Morgen eines in einem heftigen Gewitter endenden Maitages 1914 in Belfontaines Garten. Es ist der 7. Jahrestag der Taufe Lazarus‘. Seine von seiner Frau als Überarbeitung interpretierte Unzufriedenheit mit seinem Alltagsleben deutet sich an, symbolisiert durch den Ausruf seiner 5-jährigen Tochter bei einer Strickübung mit dem Dienstmädchen: „Ich habe keine Lust mehr“. Er fühlt, im Städtchen begraben zu sein, und hat den geheimen Wunsch einer Reise in eine ferne Provinz. Zugleich zeigt sich seine Glaubenskrise. Er hat Geheimnisse: z. B. dass er in den sieben Jahren mit dem Glauben nicht vorangekommen ist, obwohl er sich an Regeln der Kirche, der ehelichen Treue, der geschäftlichen Ehrlichkeit usw. gehalten habe: „All deine Wellenberge, deine Fluten, sie gingen über mich hinweg“[4] Dazu kommt ein weiteres Geheimnis hinzu: der erste Kauf eines Lotterieloses, das er in der Gartenkugel versteckt. V. a. wartet er an diesem Tag vergeblich auf den blinden Bettler Johannes, dem er am Tauftag begegnete und den er als Symbol des blinden Glaubens jährlich beschenkte. Dieser sagte ihm, er komme von weit her, aus einer entfernten Zeit des Alten Testamentes. Vielleicht lebt er nicht mehr, denn tags zuvor wurde, wie Belfontaine beim Frühstück von Amtsrichter Schmoller erfährt, die Leiche eines ausgemergelten Landstreichers an der Schweikertschen Wingertmauer gefunden. Sie trage ein katholisches Amulett um den Hals und die Kleidung zeige „Spuren einer ununterbrochenen Wanderschaft“.[5]

Bettler Jean

In einem eingeschobenen Abschnitt, der am selben Tag in Paris spielt, erzählt der alte Notar Casculade seinem Freund, der nicht an Wunder glaubt, die von ihm erlebte Heilung des blinden Bettlers Jean. Dieser konnte nach einem Besuch der Lourdesgrotte wieder sehen, bat jedoch die Jungfrau um die Rückkehr zur Blindheit. Casculade vergleicht dies mit dem Erleben der Mystiker, denen die Dunkelheit, „die einem unmittelbaren Schauen der Gottheit“ nahekommt, wichtiger sei als der Anblick der äußeren Welt, die für sie ohne „Wirklichkeitswert“ sei.[6] Jean habe sich für den blinden Glaube und gegen die verwirrende helle Ratio entschieden. Erst nach seinem irdischen Tod werde er sehend.

Statt des Bettlers kommt an diesem Tag Herr Tricheur, der Vertreter einer französischen Weinfirma, in der Stadt an und stellt sich am Ende des Kasinofestes als Belfontaines ehemaliger Lehrer Grandpierre vor.

Begegnungen

Während der zwei Maitage kommt die bisher kontrollierte Krise Belfontaines auf seinen Wegen durch die Stadt zum Ausbruch. In Selbstgesprächen, Gedanken und Visionen vertieft, wird ihm von Station zu Station seine Fremdheit und Isolation bewusster.

  • Der Lotterieeinnehmer Adalbert Adam Gully verkauft ihm, nach langer Abwehr, ein Los und er hofft zu gewinnen: Gewinne seien „das blinde Glück. Das Gesetz. Das Glück, das in der Gesetzesschale wie ein Nusskern beschlossen ist.“[7] Er versteckt das Los in der Gartenkugel. Es wird erst nach seiner Abreise nach Paris von Elfriede gefunden. Der Gewinn entspricht ungefähr seinem Reisegeld, das Elisabeth ihm mitgibt.
  • In Gutermuths Schlosskeller trifft er beim Freitagsschlemmerfrühstück die bürgerliche „Sybariten-Runde“ und ihm wird bewusst, dass er nur am Rand dazugehört. Die Teilnehmer sind Mitglieder des Jagdclubs, der Freimaurerloge und des Kasinos: „So waren sie, außer dem Umstand, dass sie Ärzte, Kaufleute, Rechtsanwälte oder Privatiers waren, alles, wozu ein Schuss Geist gehört, ein Körnchen Weltschmerz und eine Art geläuterten Schönheitssinnes: sie waren zärtliche Ehebrecher und höfliche Halsabschneider, geschmackvolle Zotenreißer, elegische Sadisten […] Das ganze gesellschaftliche Leben in diesem vertrackten Städtchen glich den medusischen Bräuchen einer heidnischen Religion, der man, um sie zu retten, das Haupt der Göttin Vernunft auf die leeren Schultern gesetzt und am Halswirbel festgeschnallt hatte.“[8] Gitzler, ein Kohlen- und Kalihändler und Börsenspekulant, provoziert ihn mit einer Einladung nach Mainz, eventuell mit seiner attraktiven Frau, vielleicht in einer Dreierrunde, und macht sich über Belfontaines katholisches Sittengesetz lustig. Er unterscheidet zwischen Sünde und Moral: „Wenn ich sündige, muss das nicht peinlich sein; es wird erst peinlich, wenn die Gesellschaft etwas davon erfährt. Dann ist nämlich nicht nur die Tugend verletzt, sondern die Moral. Die Gesellschaftsmoral, Jehova auf Erden, das Staatsfundament … und so weiter. Na, kurzum: der gute Geschmack“.[9]
  • Er erlebt den Pfarrers Mathias, um dessen Freundschaft er sich bemüht, in seinem Garten in einer rätselhaft bedrohlichen Situation: der Priester wird von einer Bauerngruppe aus seiner früheren Pfarrei, wegen „alter Geschichten“ bedrängt bzw. unter Druck gesetzt, bittet um Gnade und hat einen epileptischen Anfall. Diese und die folgenden Szenen spielen in einer mystischen Atmosphäre. Mathias, seine Haushälterin Kindermann und Oberin Maura fürchten die Anfechtungen einer von Dämonen bedrohten Welt.
  • Belfontaine führt an diesem Tag zwei Gespräche mit dem Drogisten und Forscher Mösinger, einem „stoischen Wahrheitssucher mit fanatischer Wolllust“,[10] über Theologie und Wissenschaft. Besonders bizarr ist ihre abendliche Begegnung nach Belfontaines Kundenbesuchen in der Umgebung der Stadt, von denen er alkoholisiert und fiebrig zurückkehrt: Mösingers skurrile Verkleidung, seine „vermorschte Puppe […] Marquise de Lamotte“ und sein Fahnenfeuerwerk. Anschließend irrt Belfontaine im Mondlicht, von Gesprächen mit Tricheur/Grandpierre und erotischen Stimmungen und Bildern halluzinierend, durch das dunkle Gässchen-Labyrinth eines verrufenen Viertels, des ehemaligen Gettos, und trifft auf den Priester, als dieser einer kranken Prostituierten die letzte Ölung spendet.

Kasinofest

Belfontaines erotische Phantasien kommen schließlich beim Kasinofest der Honoratioren der Stadt zum Ausbruch. Bereits zu Beginn hauchen in einer naturgeisterhaft-erotischer Atmosphäre die „…asiatische Ziergartenbüsche ihr Vanille-Aroma, den Zimtgeruch und den Duft ihres rötlichen Holzes, dessen Ruten der Regen durchsüßt und zu schnellem Wachstum aufgepeitscht hatte, mit den lauwarmen Windstößen aus. Dazwischen schaukelten, gleichfalls erregt, von buhlerischen Händen und geisterhafthauchenden Lippen, die kleinen Papierlaternen: ein Schein zu schwach, um bleiben zu können, doch stark genug, um den nächsten Umkreis mit seinem Licht zu erfüllen, durchflackerte ihre Hüllen und erhob sie für diesen Augenblick weit über Sterne und Mond.“[11]

Helene

Die Gäste bilden Paare: Elisabeth Belfontaine ist die Tischdame ihres Seelenführers Mathias, während ihr Mann sich von seiner Begleiterin Helene Gitzler sexuell angezogen fühlt. Diese ist an diesem Abend in einer unglücklichen Lage. Als sie ihrem jungen Geliebten, dem Schauspieler Oskar, den sie oft zum Unterricht in Mainz besuchte, mitteilt, dass sie von ihm ein Kind erwartet, reagiert dieser nicht, wie erhofft, liebe- und verantwortungsvoll, sondern weist sie ab: Sie sei schließlich eine verheiratete Frau und er rät, ihre Beziehung abzubrechen. In dieser Situation der Desillusionierung macht Belfontaine ihr Avancen. Sie weicht aus, scheint auf seinen Wusch einzugehen, spricht auch ihn vertraulich mit „du“ an und bestellt ihn zu einem Treffen am Schwanenhaus. Er besorgt eine Flasche Champagner und wandert in einem „süßen Schwindel“ einer „Verflochtenheit aller Sinne“, wie mondsüchtig „in kitzelndem Schauer“, von mythologischen Phantasmagorien, Zeus und Leda, Salomo und Sulamith bzw. Helene, die Versucherin, als „Gleichnis tier-göttlicher Wollust“ erfüllt, durch den Park, „bald mit der Sicherheit eines Tieres, das nur den erprobten Instinkten seiner Gattung zu folgen braucht, bald wieder in sich selber gehemmt und verwirrt durch die Möglichkeit einer Wahl, nach rechts oder links zu gehen. […] Das Brunnenbecken von Kalmus von fetter Wasserpest überzogen. Machte mit seinen beklemmenden Dünsten und der gärenden Pflanzendecke den Eindruck von tiefer Vergessenheit; von etwas Stehendem, Ausgelebtem, das traumhaft in sich zurücksinkt und an sich selber erstickt. Doch murmelte unter der Decke noch immer der lebendige Mund des Rohres, welcher das Becken speiste, […] so überraschte der kleine Teich mit dem Aufblitzen seines Wasserspiegels und erwies den Zeugungsgrund dieses Schoßes als vollkommen ungetrübt…“[12]

Am Treffpunkt erwartet ihn zu seiner Überraschung Mathias mit der Nachricht, Helene sei wegen einer Migräne nach Hause gegangen. Sie unterhalten sich über die Themen Freundschaft, Sünde und Glaube. Während Belfontaine die Freundschaft des Pfarrers sucht, weicht dieser aus. Er lebe in Einsamkeit und habe nur geistige Freunde in der Literatur. Als Belfontaine seine Frage, ob er an die Göttlichkeit Christus glaube, verneint, denn Gott und Mensch seien verschiedene Wesen in getrennten Sphären, sieht Mathias ihn in den Fängen des Satans, doch er könne sich von der Taufe nicht lösen: „Ihr Schicksal vollzieht sich mit Gottes Schicksal; an dem Leib seines Sohnes oder am Leib des ewigen Widersachers, in dessen Fleisch er mit tausend Gliedern, die das unauslöschliche Siegel tragen, hinabgewuchert ist. Auch das Geheimnis der Hölle ist Gottes Geheimnis. […] Auch sie […] ist ein Mysterium der Liebe und darum ewig wie jene – ewig, mein armer Freund…“ Auch jetzt suche der Vater in seinem Gesicht die Züge des Sohnes: „Sein Eifer umfängt selbst die unterste Hölle, und ihre Flammen sind Liebesflammen, die der Verdammte als neuer Prometheus vom Himmel herunterreißt. Das macht sie so fürchterlich. Gottes Liebe und Gottes Hölle heben einander nicht auf. Aber erst beide zusammen ergeben Gottes Gericht.“ Belfontaine will sich dem Gericht nicht entziehen: „Es komme über mich!“[13]

Zum Kasino zurückgekehrt, finden Belfontaine und Gitzler den Abschiedsbrief der verschwundenen Helene. In einem dramatischen Lauf durch die enge Stadt und den Gartengürtel versucht Gitzler, von der ortskundigen Garderobefrau Rosine geführt, seine Frau noch am Bahnübergang zu erreichen, bevor sie sich vor den Zug aus Mainz stürzt, aber er kommt zu spät. Die schwer verletzte Helene bereut in den Armen Rosines ihre Tat. Sie will leben und spricht, obwohl sie nicht an Gott glaubt, vor ihrem Tod das Salve Regina ihrer Vorbeterin nach.

Abschied

Gleichzeitig entzünden Mösinger und Belfontaine als Höhepunkt und Abschluss des Kasinofestes das Feuerwerk. In diesem Augenblick tritt Herr Tricheur auf und entpuppt sich als Belfontaines ehemaliger Lehrer Grandpierre. Er wird der Reisebegleiter seines Schülers bei seinem Erholungsurlaub in Paris. Elisabeth stattet ihren Mann aus ihrer Erbschaft mit Reisegeld aus. Um ihn bei seinen Anfechtungen durch den Teufel zu stärken, rät ihr Mathias, ausschließlich zu beten und zu fasten, es aber nicht damit zu übertreiben: „keine Betrachtungen mehr […] Wenn sie glauben, betet der Glaube in Ihnen und wird Hügel und Berge versetzen. Der blinde Glaube…“[14]

Zweites Buch

Hortense de Chamant

Im zweiten Buch wird der Belfontaine-Handlungsstrang unterbrochen. Im Mittelpunkt steht jetzt die während des Ersten Weltkriegs im nordfranzösischen Senlis spielende tragische platonischen Liebesgeschichte des Missionars Lucien Benoît und Hortense de Chamants, die von dem Pfandleiher Charles Bonmarché in einem diabolischen Spiel für seine privaten Interessen ausgenutzt wird. Charles Bonmarché, Pfandleiher und kommissarischer Leiter der Postagentur, plant seine Tochter Suzette mit einem vermögenden Mann zu verheiraten, doch die 15-Jährige geht ihre eigenen Wege und bindet sich an die 29-jährige Hortense de Chamant. Hortense hatte eine unglückliche Liebesbeziehung zu Lucien Benoît, bis dieser sich in einem Gewissenkonflikt für das Priesteramt und damit gegen eine Ehe mit ihr entschied. Die Trennung war gesellschaftliches Gespräch und Hortense zog sich von der Welt zurück. Zudem überwacht jetzt der Tierarzt seine Tochter, weil er Angst hat, dass sie wie ihre Mutter Désirée, die ihren Mann verlassen hat, leichtlebig wird und schnell neue Verehrer anlockt. In ihrer Abgeschiedenheit entwickelt sich aus der Freundschaft Hortenses mit Suzette eine homosexuelle Beziehung. Ihr Vater Bonmarché ahnt dies, weiß aber, dass er seine Tochter zu nichts zwingen kann und möchte ihr Vertrauen bewahren. Deshalb entwickelt er einen raffinierten diabolischen Plan, die beiden zu trennen. Er schreibt Hortense, in Erinnerung an ihren Verlobten, eine Reihe anonymer Liebesbriefe, in die er sich wollüstig immer mehr hineinsteigert, ohne jedoch eigene Beziehungsinteressen zu verfolgen. Vielmehr soll Hortense die Briefe für Botschaften Benoîts halten, der in Paris als Priester lebt: Sie solle in einer geheimen Aktion nach Paris aufbrechen. Dort werde ein Mittelsmann alles Weitere arrangiert, damit sie sich mit dem Geliebten in einer „himmlische[n] Hölle, ein[em] höllischen Himmel“ verbinden könne: „Wir unglückseligen Götter vermischen unser erstarrtes Bildnis, dieses Idol unsrer selbst mit Erde, mit der guten Erde der Isle de France. […] Wir werden irdisch und werden menschlich sein, meine Freundin…“[15]

Sie folgt den Verlockungen des Briefschreibers, wird von dessen Kompagnon, dem Pfandleiher Quiche, zu einem als Hutputzmacherinnen-Werkstadt getarnten Bordell gebracht und erfährt dort, dass die Briefe nicht von Benoîts stammen und sie auf einen Spaß hereingefallen ist. Sie fühlt sich gedemütigt und beschreibt in einem Brief an Luciens „Orden der Weißen Väter“ ihre Situation. Sie habe ihn besuchen wollte, um ihn in seiner Lust abzuweisen und um sich ihm ebenbürtig zu fühlen, doch sei sie auf einen Betrug hereingefallen. Gott habe sie beide getäuscht und ihren „kindischen Hirngespinsten“ gefühllos überlassen: „Ich bin vernichtet und suche das Nichts als meinen einzigen Trost –“[16] Als „Chimäre“ geschminkt läuft sie ziellos durch die Stadt, bietet sich geistig verwirrt dem jungen Dichter Camille Deschâteaux unter dem Namen ihrer Mutter Désirée an und ertränkt sich, als dieser vor ihr zurückschreckt, in der Seine. Das Gesicht ihrer Leiche zeigt dem Seine-Schiffer Guillaume, nachdem er sie geborgen hat, den „Kuss des Friedens“, „leer, doch jetzt ohne Hohn und ohne den schwarzen Triumph des Nichts, auf den es noch kurz vor dem Ende verzichtet haben musste. […] Es war die Armut, die nichts mehr entbehrt, weil sie das Letzte: SICH SELBST so hat, als hätte es nicht…“[17] Dieses Gesicht gleicht zwei anderen: dem des Priesters Lucien Benoît und dem des Wandermönchs Josef Benedikt [Benoît] Labre.

Drittes Buch

Doppelleben

Die Haupthandlung des dritten Buches spielt an Belfontaines Tauftag im Frühsommer 1925 in Senlis. Seine elf Jahre in Frankreich werden in kurzen Rückblichen zusammengefasst: Nach seiner Reise mit Grandpierre (Ende des 1. Buches) an die Loire wird Belfontaine nach Beginn des Ersten Weltkriegs in Saint Germain interniert. Da seine Familie von ihm keine Briefe erhält, vermutet man, dass er erschossen wurde, und er nimmt die Chance war, in Frankreich ein neues Leben zu beginnen. Er wird von seinem Freund mit Bonmarché bekannt gemacht und vermittelt ihm, Gerüchten zufolge, aus dem Lager heraus Schmuckgeschäfte. Nach seiner Haftentlassung lässt er sich in Senlis nieder, übernimmt die Postagentur, führt sie erfolgreich, erhält die französische Staatsbürgerschaft und heiratet die wegen ihrer Beziehung zu Hortense nach deren Verschwinden ins Gerede gekommene Suzette. Bonmarché überträgt dem Schwiegersohn Haus und Garten und konzentriert sich auf sein Pfandgeschäft. Die Nachricht vom Tod seiner Tochter und dem seiner ersten Frau während der Kriegsjahre verstärken Belfontaines Abschluss mit der Vergangenheit und er verdrängt den Gedanken, zeitweilig ein Biogasmist gewesen zu sein.

Erinnerungsausfall

Inzwischen, seit seiner Ankunft sind ca. sieben Jahre vergangen, ist Belfontaine „ein zärtlicher Gatte, ein guter Bürger, ein Kunstkenner und ein Mann von Geschmack bei Bildern und bei Weinen“. Er übernimmt eine Patenschaft für ein von der Mutter ausgesetztes Soldatenkind und stiftet ein neues Glasfenster im Dom. Er fühlt sich als Mann im Gleichgewicht und nennt als Erklärung seinen „Erinnerungsausfall, der ganze Wegstrecken [s]eines Daseins in völlige Dunkelheit hüllt.“ Er lebe nur in der Gegenwart, mit „allen Poren den glücklichen Augenblick.“[18] Er muss nicht mehr in der Agentur arbeiten, sondern verwaltet geschickt die Geldanlagen, ist Hobbypflanzenzüchter, schreibt zurückgezogen in einem gemieteten Hotelzimmer Sonette und führt gelehrte Gespräche mit Abbé Le Roy. Die Agentur leitet jetzt seine Frau, eine „ideale Geschäftsfrau“, „rücksichtslos, egoistisch und hart“. Er interessiert sich wenig dafür, noch weniger für die Pfandgeschäfte von Vater und Tochter und er weigert sich die Gerüchte von den sadistischen Blutegelspielen seines Schwiegervaters mit jungen Mädchen anzuhören. Auch seine ihn mit ihren erotischen Wünschen überfordernde Frau kennt er kaum: „Zwei Höllenbewohner können einander nicht fremder und gleichzeitig nicht vertrauter sein als ich und Frau Belfontaine“.[19]

Neugeburt

Die Schicksale Belfontaines und der eitlen und habgierigen Pfandleiher-Tochter entscheiden sich am selben Tag. Ein Matrose bietet Suzette eine Perlenkette zum Kauf an, verbunden mit einer sexuellen Zugabe als Verhandlungsmasse. Sie möchte in ihrem Narzissmus das Schmuckstück unbedingt besitzen, geht auf den Handel ein, obwohl sie noch nicht über die geforderte Summe verfügt, und verabredet sich mit ihm während der Abwesenheit ihres Mannes in ihrem Haus. Sie bittet Belfontaine den Tierarzt de Chamant auf seiner Fahrt zu begleiten und in Chantilly 5000 Franc von ihrem Konto abzuheben.

Auf dem Weg unterhalten sich die beiden über theologische Themen, die Belfontaines Gegenwartsorientierung und seinen Selbstbezug in Frage stellen und den neuen Wendepunkt in seinem Leben vorbereiten: die „Erfahrung“ aus dem „Gestern“ und die „Vorahnung“ für das „Morgen“, das Ende der Aufklärung und die Grenzen der Vernunft, das „Nichts“ als Gegenpol zu Gnade: „Die Gnade ist Alles“, ihr „Anspruch ist ein unendlicher: nichts, was außer ihr ist, kann sie dulden […] Sie braucht die Leere“.[20]

Auf seinem Rückweg gerät Belfontaine in ein sintflutartiges, apokalyptisches Unwetter, das ihn in die Stimmung der Sinnlosigkeit, des Fatums und der Ausweglosigkeit versetzt. Ihn überfällt „der Dämon der ewigen Wiederkehr“ und des Kreislaufs. Die Vergangenheit taucht immer mehr in Bildern auf, die ihn beständig begleitet haben, ohne dass er dies wusste: Coquelicot, Helene und v. a. Elfriede und Elisabeth.[21] Er ersehnt seine Vernichtung, die Loslösung von sich selbst als Reinigung, als Beginn seiner Verwandlung, als seine Neugeburt. Nach dem Gewitter betritt er sein Haus und entdeckt den Matrosen, der ihm wie der verwandelte Grandpierre, der ewige Lügner und Verführer in wechselnden Gestalten, erscheint, im Schlafzimmer über die Leiche seiner Frau gebeugt und sieht, wie dieser die Perlenkette von ihrem Hals reißt und aus dem Haus flüchtet.

Nach einigen Monaten verlässt Belfontaine die Stadt und taucht unter. Es bilden sich Legenden vom „Vater Lazarus“: Er stehe als „betender Bettler an den heiligen Straßen des Ostens, die – gefurcht von dem endlosen Treck der motorisierten Heere – in das Ursprungsland der Empörung führten: nach Preußen und Wittenberg … in das Herzland der deutschen Reformation…“[22]

Kontexte

In die Geschichte von Belfontaines religiöser Identitätsfindung sind teils historische Persönlichkeiten und ihre Philosophie eingebunden: v. a. Therese von Lisieux, Benoît Joseph Labre, Juan Donoso Cortés.

Therese von Lisieux

Der Priester und Missionar Lucien Benoît ist eine der wenigen die Handlungszeit überlebenden Hauptpersonen. Nach dem Zweiten Weltkrieg ist er in einem Hospiz der Nonnen in Senlis untergebracht und erzählt in einigen in den Roman eingeschobenen Abschnitten verschiedene Episoden. Z. B. las er vor 30 Jahren, nach dem Ersten Weltkrieg, auf der Isle St. Louis in Paris eine Schrift der Nonne Therese von Lisieux und sie tröstete ihn über die gescheiterte Gründung eines Mutterhauses in China hinweg.[23] In einer Sequenz des 2. Buches denkt er an seine Jugendliebe Hortense, deren letzter Brief ihn während des Ersten Weltkrieges im „Orden der Weißen Väter“ in Paris erreicht hat. Er liest erneut in Thereses Buch und bezieht ihre Gedanken auf sich: Ihr Gefühl, in einer Wüste zu leben, „eintönig und erhaben zugleich, immer dasselbe, von nichts gegliedert als dem furchtbaren Wechsel der großen Askese, dem Feuer der Buße, dem Schlag der Geißel und dem strengen, fast allzu seraphischen Dienst des heiligen Offiziums“.[24] Ihre Auseinandersetzung mit dem Satan, dem „Widersacher und Meister der Widersprüche“, der sie versucht, an der Heilslehre zu zweifeln und ihr die Armut und Endlichkeit der Menschen zeigt, und ihr Bekenntnis zur allumfassenden Liebe Gottes: Gott sei größer als ihr Herz. „In einer Zeit, die sich anmaßt, den Glauben durch die Vernunft zu erleuchten, will ich mich aller Gründe entschlagen und jedes Beweises entblößen, der auf den klappernden Stelzen der Einsicht dem Glauben zu Hilfe kommt. Furchtlos will ich so lange den Block auf die Sonne der Offenbarung heften, bis meine Augen von ihr verzehrt sind und sich mir neue Organe der Erkenntnis gebildet haben. Mein Herz soll gleichzeitig sehen und hören, tasten und fühlen, denken und handeln und die Tätigkeit aller mit übernehmen, wenn sie müde geworden sind.“[25]

Lucien Benoît

In seinem Gebet im Hospiz der Nonnen in Senlis[26] zeigt sich der an Schwarzwasserfieber leidende Priester als Kämpfer gegen die Reformatoren, v. a. Luther, der mit „Freiheit des Urteils begonnen hat und sein Volk in alle Winde hinausbließ; der Europa wie ein Schlächter zerbeilte und ihm mit dem Vater das Vaterhaus nahm.“ Er bittet Gott um eine Erneuerung und eine Gestalt, welche die Masse bekehren kann: „den Bettler aus Freiheit, den Bettler aus Liebe, den Bettler aus Freude, den tausendfältigen Bettler der künftigen Christenheit.“[27]

Juan Donoso Cortés

Das zweite Buch beginnt im September 1914 in dem von deutschen Truppen besetzten Senlis. Freiherr von E. besteigt mit seinem Kameraden Hauptmann Falkenberg den Domturm zur Besichtigung der Umgebung. Auf einer Terrasse liest der Freiherr ein bei den Zerstörungen aus der Stadtbücherei gerettetes Manuskript des spanischen Philosophen von Donoso Cortés, dessen politische Theorie von der theologischen Frage ausgeht, die in den Demokratien seit der Französischen Revolution bei der Alternative zwischen Freiheit und Diktatur vernachlässigt werde. In der vermeintlichen Freiheit des Liberalismus und der Säkularisierung mit ihrer antikatholischen Zielsetzung mit der Folge der Plutokratie trage „in der Zeitlichkeit stets das Böse über das Gute den Sieg davon […] und jeder geschichtliche Zeitraum ende zwangsläufig mit der ‚Katastrophe‘“. Die Menschen hätten nur die Wahl zwischen der Diktatur des Aufstandes und der Diktatur der Regierung. Er bevorzuge die zweite im Sinn einer in der Offenbarung liegenden Wahrheit, um das Chaos zu bannen, denn eine Lösung sei nur der „übernatürliche Triumph Gottes über das Böse durch einen in nichts begründeten Eingriff und freien Liebesakt Gottes gegenüber der Kreatur“.[28]

Rezeption und Interpretation

Elisabeth Langgässer wird in der literaturwissenschaftlichen Einordnung zu den Autorinnen und „Autoren der ersten Stunde“ und den „Vertretern des christlichen Existentialismus“[29] in der Tradition von Claudel und Bernanos gerechnet, die in der Literatur nach dem Zweiten Weltkrieg mit ihrer „Dichtung der Innerlichkeit“ die „Erneuerung in christlichem Geist“ versuchten.[30] Langgässers Werke wurden in der Nachkriegszeit viel gelesen und diskutiert und ihre Kurzgeschichten gehörten in den 1960er und 1970er Jahren zum gymnasialen Lektürekanon.

Ihr als Hauptwerk bezeichneter Roman Das unauslöschliche Siegel war in der zeitgenössischen Kritik und auch später wegen des katholischen Weltbildes und der Konzeption „als Beispiel der Heilsgeschichte“ umstritten. Beanstandet wurden die „Abgründe teuflischer Versuchungen“ des Protagonisten[31] in „tellurischen und satanischen Bereichen“.[32] Zudem sei in der theologischen Fundierung des Romans, mit dem sich viele Leser der Nachkriegszeit identifizieren konnten, der Nationalsozialismus „ein aktuelles, im Grunde aber beliebiges Beispiel für den immerwährenden Kampf zwischen Gott und Satan.“ Jede „individuelle Schuld“ löse sich dabei „letzten Endes in der die gesamte Menschheit betreffenden Erbsünde auf, die nur durch die absolute Gnade Gottes getilgt werden kann.“ Das ganze „Unheil der Epoche“ werde in Langgässers Erklärungsmodell auf die Reformation und die Aufklärung und den daraus resultierenden „Verlust der abendländischen Einheit“ mit der Entwicklung eines „schrankenlosen Nihilismus“ zurückgeführt. Ein weiterer Kritikpunkt bezieht sich auf „Elemente einer konservativen Faschismustheorie“ im Roman in Verbindung „mit einem christlichen Welt- und Menschenbild“.[33]

Langgässers Hauptwerk entstand, offenbar unter geistigem Einfluss ihres Mannes, des Philosophen und katholischen Theologen Wilhelm Hoffmann, zwischen 1939 und 1945 unter extremen Bedingungen: Schreibverbot, Bedrohung und Inhaftierung ihrer Tochter Cornelia, Ungewissheit über ihr Schicksal, Krankheit, Dienstverpflichtung usw.[34] Thomas vermutet in diesem Zusammenhang, dass die Autorin als „Halbjüdin“ auch ihre persönliche Problematik in der Figur des Lazarus Belfontaine verarbeitete.[35]

Gelobt werden dagegen übereinstimmend die sprachlichen Möglichkeiten der Autorin. Nach Grenzmann spielt sie „die Flöte des Pan […] wie kein anderer Dichter unserer Zeit.“[36] Sie bediene sich „eigenwilliger Mittel, die an Proust, Joyce, Kafka denken lassen“, benutze „sich scheinbar verselbständige assoziative Reihen“, raffe oder dehne die Zeit, schaffe „höchst ausführliche Milieus und Atmosphären, in denen die Zeit stehenzubleiben scheint“: „Der Kampf um Belfontaine wird in einem geschichtslosen Raum ausgefochten, der sich der Zeit versagt, entsprechend der Meinung der Dichterin, das einzige historische Ereignis seit dem Sündenfall sei die Menschwerdung Christi“. Dass trotz dieser statischen Grundstruktur der Roman immer wahrlich erregend bleibe, liege am „sprachlichen Reichtum der Langgässer und an ihrer Fähigkeit, die dämonische Natur darzustellen oder sie zu dämonisieren […]. Natur und Mensch, die nachparadiesisch Verurteilten und Erlösten“ seien das Thema; nicht „das Schicksal von Individuen“ werde aufgezeigt, sondern „die für die Dichterin einzig mögliche Existenz des Menschen im Widerspiel der Kräfte.“[37]

Erneute Aktualität erhielt ihr Werk in den 1980er Jahren durch die durch eine Biographie ihrer Tochter ausgelöste Diskussionen über die Rolle der Autorin zur Zeit des Nationalsozialismus (s. die Reaktionen auf das autobiographische Buch ihrer unehelichen Tochter.[38] ). Während Das unauslöschliche Siegel in der Nachkriegszeit vorwiegend im Zusammenhang mit dem christlichen Existentialismus interpretiert wurde,[39] wird der Roman im 21. Jh. vorwiegend unter dem Aspekt des „magischen Realismus“ analysiert.[40]

Hörspiele

Literatur

  • Karl August Horst: Elisabeth Langgässer und der magische Nihilismus. Merkur Jg. 4, H. 27, 1950, S. 562–571.
  • Wilhelm Grenzmann: Dichtung und Glaube. Athenäum Verlag Bonn, 1957.
  • Gisbert Kranz: Europas christliche Literatur 1500-1960.Pattloch, Aschaffenburg 1961, S. 513.
  • Daniel Hoffmann: „Die Welt war heil...“ Profanität und Sakralisierung der Welt in Elisabeth Langgässers Das unauslöschliche Siegel. In: Annette Deschner, Oliver Krüger, Refika Sariönder (Hrsg.): Mythen der Kreativität. Das Schöpferische zwischen Innovation und Hybris. Lembeck, Frankfurt am Main 2003. S. 77–91.
  • Annette Jantzen: Antwort auf die zerstörte Zeit: Elisabeth Langgässer, „Das unauslöschliche Siegel“ und dessen Aufnahme in der Nachkriegsgesellschaft. In: Andreas Holzem, Christoph Holzapfel (Hrsg.): Zwischen Kriegs- und Diktaturerfahrung. Katholizismus und Protestantismus in der Nachkriegszeit. Kohlhammer, Stuttgart 2005, S. 137–166.
  • Gustav Frank: Komplexer Realismus als nachexpressionistische Konstellation. Elisabeth Langgässers Romane (von 1936 und 1946). Bielefeld, 2012. https://www.academia.edu/98680783/Komplexer_Realismus_als_nachexpressionistische_Konstellation_Elisabeth_Langgässers_Romane_von_1936_und_1946_
  • Carsten Dutt: Elisabeth Langgässer: Das unauslöschliche Siegel. (1946). In: Elena Aggazzi, Eckart Schütz (Hrsg.): Handbuch Nachkriegskultur. Literatur, Sachbuch und Film in Deutschland (1945–1962). De Gruyter, Berlin 2013, S. 445–448.
  • Jörg Schuster: Religion, instabile Zeichen, Wahrnehmungsekstasen – Elisabeth Langgässers Magischer Realismus. In: Bettina Bannasch / Petro Rychlo: Formen des Magischen Realismus und der Jüdischen Renaissance. Eine Einführung. Internationale Schriften des Jakob-Fugger-Zentrums, Band 3. Vandenhoeck & Ruprecht Unipress Göttingen, 2021. https://opus.bibliothek.uni-augsburg.de/opus4/frontdoor/deliver/index/docId/90719/file/90719.pdf
  • Hubert Roland: Magischer Realismus und Geschichtsbewusstsein in der deutschsprachigen Literatur. Königshausen & Neumann, Würzburg, 2021. https://dial.uclouvain.be/pr/boreal/object/boreal:235568

Anmerkungen

  1. bei Claassen & Goverts Hamburg, (c) 1946
  2. bzw. Ars: Elisabeth Langgässer: Das unauslöschliche Siegel. Rowohlt 1965, S. 130. Die geographische Lage entspricht der von Alzey, Langgässers Geburtsort, in der Nähe von Mainz mit den im Roman genannten umliegenden Gemeinden Wallerstädten, Marienborn, Kirchheimbolanden, Gaulsheim, Flomborn
  3. Text: Projekt Gutenberg. https://www.projekt-gutenberg.org/langgaes/siegel/siegel.html. In einigen Bucheditionen fehlt das Proszenium.
  4. Elisabeth Langgässer: Das unauslöschliche Siegel. Rowohlt 1965, S. 13.
  5. Elisabeth Langgässer: Das unauslöschliche Siegel. Rowohlt 1965, S. 47.
  6. Elisabeth Langgässer: Das unauslöschliche Siegel. Rowohlt 1965, S. 96.
  7. Elisabeth Langgässer: Das unauslöschliche Siegel. Rowohlt 1965, S. 23.
  8. Elisabeth Langgässer: Das unauslöschliche Siegel. Rowohlt 1965, S. 26, 30.
  9. Elisabeth Langgässer: Das unauslöschliche Siegel. Rowohlt 1965, S. 41.
  10. Elisabeth Langgässer: Das unauslöschliche Siegel. Rowohlt 1965, S. 117.
  11. Elisabeth Langgässer: Das unauslöschliche Siegel. Rowohlt 1965, S. 136 ff.
  12. Elisabeth Langgässer: Das unauslöschliche Siegel. Rowohlt 1965, S. 141, 142.
  13. Elisabeth Langgässer: Das unauslöschliche Siegel. Rowohlt 1965, S. 152.
  14. Elisabeth Langgässer: Das unauslöschliche Siegel. Rowohlt 1965, S. 152.
  15. Elisabeth Langgässer: Das unauslöschliche Siegel. Rowohlt 1965, S. 251.
  16. Elisabeth Langgässer: Das unauslöschliche Siegel. Rowohlt 1965, S. 270.
  17. Elisabeth Langgässer: Das unauslöschliche Siegel. Rowohlt 1965, S. 276.
  18. Elisabeth Langgässer: Das unauslöschliche Siegel. Rowohlt 1965, S. 279, 180.
  19. Elisabeth Langgässer: Das unauslöschliche Siegel. Rowohlt 1965, S. 292.
  20. Elisabeth Langgässer: Das unauslöschliche Siegel. Rowohlt 1965, S. 316.
  21. Elisabeth Langgässer: Das unauslöschliche Siegel. Rowohlt 1965, S. 329.
  22. Elisabeth Langgässer: Das unauslöschliche Siegel. Rowohlt 1965, S. 341.
  23. Ende des 1. Buches sieht der Missionar eine mystische Blüte mit der Inschrift „Lisieux“: Elisabeth Langgässer: Das unauslöschliche Siegel. Rowohlt 1965, S. 176.
  24. Elisabeth Langgässer: Das unauslöschliche Siegel. Rowohlt 1965, S. 226.
  25. Elisabeth Langgässer: Das unauslöschliche Siegel. Rowohlt 1965, S. 235.
  26. Elisabeth Langgässer: Das unauslöschliche Siegel. Rowohlt 1965, S. 324–327.
  27. Elisabeth Langgässer: Das unauslöschliche Siegel. Rowohlt 1965, S. 326.
  28. Elisabeth Langgässer: Das unauslöschliche Siegel. Rowohlt 1965, S. 190.
  29. Hans Georg Holthusen: Der unbehauste Mensch. Motive und Probleme der modernen Literatur. Essays. Piper München, 1951.
  30. Hans Gerd Rötzel: Geschichte der deutschen Literatur. Epochen Autoren Werke. C. C. Buchners Verlag Bamberg, 1992.
  31. Kindlers Literaturlexikon im dtv. Deutscher Taschenbuchverlag München, 1974, Bd. 22, S. 9722.
  32. Gisbert Kranz: Europas christliche Literatur 1500-1960. Paul Pattloch Verlag Aschaffenburg, 1961, S. 513.
  33. Elisabeth Hoffmann und Helmut Meyer: Nachwort. In: Elisabeth Langgässer: Saisonbeginn. Erzählungen. Philipp Reclam jun. Stuttgart, 1993, S. 75.
  34. Elisabeth Hoffmann und Helmut Meyer: Nachwort. In: Elisabeth Langgässer: Saisonbeginn. Erzählungen. Philipp Reclam jun. Stuttgart, 1993, S. 73.
  35. Manuel Thomas in: Das unauslöschliche Siegel. Kindlers Literaturlexikon im dtv. Deutscher Taschenbuchverlag München, 1974, Bd. 22, S. 9722.
  36. Wilhelm Grenzmann: Dichtung und Glaube. Athenäum Verlag Bonn, 1957. Zitiert in: Kindlers Literaturlexikon im dtv. Deutscher Taschenbuchverlag München, 1974, Bd. 22, S. 9722.
  37. Manuel Thomas in: Das unauslöschliche Siegel. Kindlers Literaturlexikon im dtv. Deutscher Taschenbuchverlag München, 1974, Bd. 22, S. 9722.
  38. Cordelia Edvardson: Gebranntes Kind sucht das Feuer. Roman. Aus dem Schwedischen von Ursel Allenstein. Hanser München und Wien, 1986.
  39. Z. B. Eberhard Horst: Christliche Dichtung und moderne Welterfahrung. Zum epischen Werk Elisabeth Langgässers. Diss. München 1956.
  40. Z. B. Jörg Schuster: Religion, instabile Zeichen, Wahrnehmungsekstasen – Elisabeth Langgässers Magischer Realismus. In: Bettina Bannasch und Petro Rychlo: Formen des Magischen Realismus und der Jüdischen Renaissance. Eine Einführung. Internationale Schriften des Jakob-Fugger-Zentrums, Band 3. Vandenhoeck & Ruprecht Unipress Göttingen, 2021. https://opus.bibliothek.uni-augsburg.de/opus4/frontdoor/deliver/index/docId/90719/file/90719.pdf
  41. OE1-Hörspieldatenbank (Das unauslöschliche Siegel, ORF Wien 1953)
  42. https://hoerspiele.dra.de/detailansicht/1371672