Das geheime Zimmer

Film
Titel Das geheime Zimmer
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2010
Länge 95 Minuten
Stab
Regie René Sydow
Daniel Hedfeld
Drehbuch René Sydow
Daniel Hedfeld
Produktion Christian Müller-Espey
Kulturzentrum Lichtburg e. V.
Kamera Daniel Hedfeld
Schnitt René Sydow
Daniel Hedfeld
Besetzung
  • Friederike Schlüter: Anna-Lena
  • Lucas Brendle: Lutz
  • Alexander Masling: Christoph
  • Kathrin Hildebrand: Ulrike
  • Joachim Kappl: Friedrich
  • Heinz W. Krückeberg: Rudolph
  • Marc Gruss: Lehrer Lohner
  • Maxim Kurze: Julian
  • Philipp Berg: Olli
  • Rhiannon Sleath: Marie
  • Emil Espey: Kevin
  • Jacek Kubaczynski: Tom

Das geheime Zimmer ist ein deutscher Spielfilm aus dem Jahr 2010 nach einem Original-Drehbuch von René Sydow und Daniel Hedfeld, die auch Regie führten. Produziert wurde der Film von Christian Müller-Espey und dem Kulturzentrum Lichtburg e. V.

Handlung

Anlässlich der Beerdigung ihrer Großmutter und Auflösung des Hausstandes reist die 14-jährige Anna-Lena mit ihrem Vater Friedrich zu Beginn dere Sommerferien von Berlin nach Wetter an der Ruhr. Bei der Ankunft lernt sie den gleichaltrigen Außenseiter Lutz kennen. Er ist der Sohn der Jugendfreundin ihres Vaters, der Kinobetreiberin Ulrike, bei der sie übernachten. Lutz und sein Freund Christoph „sind begeisterte Hobbyfilmer und ihre Kurzfilme sind wahre Kleinode des Nachwuchs-Trashfilms“.[1]

Als die Kinder im verlassenen Haus der verstorbenen Großmutter ein geheimes Zimmer hinter einem Kleiderschrank entdecken,[2] Briefe und einen herzförmigen Kettenanhänger mit einem eingeritzten Davidstern finden, begeben sie sich auf Spurensuche in die Zeit des Zweiten Weltkrieges. Sie vermuten, dass die Großmutter einen Juden dort versteckt hatte. Im Verlauf des Films erkennen sie, dass Anna-Lenas und Lutz’ Familiengeschichte eng miteinander verwoben ist und auch Lutz’ Großvater Rudolf darin involviert ist.[1][3] Nachdem sie das Geheimnis gelöst haben, drehen sie einen schwarz-weißen Stummfilm, in dem die Geschichte von Anna-Lenas Großmutter und Lutz‘ Großvater erzählt wird.[4]

Hintergrund

Die Uraufführung des Films war am 18. November 2010 in der Lichtburg in Wetter im Rahmen der Local Heroes Woche.[5] Erstmals auf einem Festival gezeigt wurde er im September 2012 beim 7. Lola Kenya Screen Film Festival in Nairobi, wo er den „14+-Award for Best International Youth Film“ gewann.[3][6] Am 9. April 2014 erfolgte der Kinostart.[1]

Das auf einer Idee von Daniel Hedfeld und René Sydow beruhende Filmprojekt erfolgte im Rahmen einer Konzeptförderung des Landes NRW für Ruhr.2010, die dem Kulturzentrum Lichtburg ermöglichte, innerhalb von 3 Jahren neue Angebote der Sparten Kamera, Theater und Musik (KTM³) für junge Menschen zu erproben und auszubauen.

Die etwa zwölf tragenden und vierzig Statistenrollen wurden mit Schülern aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis als Laiendarsteller besetzt. Die drei erwachsenen Hauptrollen wurden von Joachim Kappl, Heinz W. Krückeberg und Kathrin Hildebrand gespielt. Den Titelsong schrieb Christian Buddi Salihin aus Wetter, der das Freestyle-Rap-Finale in Leipzig gewonnen hatte. Gedreht wurde vom 1. April bis 13. August 2010 überwiegend in der Stadt Wetter (Ruhr) im Ennepe-Ruhr-Kreis.[3][5][7]

Kritiken

Das Süderländer Tageblatt urteilt über den Film : „Das geheime Zimmer arbeitet das Schicksal eines Zwangsarbeiters in den 1940er Jahren in Wetter an der Ruhr auf. Verknüpft mit einer Art Detektivgeschichte entsteht ein fesselnder Streifen, der aus der Überblendung von ‚Heute‘ und ‚Damals‘ seine Kraft schöpft“.[8] Sophie Charlotte Rieger befindet auf programmkino.de, der Film sei als Ergebnis einer Projektarbeit mit Jugendlichen durchaus beeindruckend, könne sich „jedoch nur schwer mit anderen Kinoproduktionen messen“ und sei „im Kontext des zeitgenössischen Kinofilms betrachtet“ ein schwacher Jugendfilm, der „weniger als Unterhaltungskino und deutlich besser als Lehrfilm“ funktioniere. „Vor dem Hintergrund seiner Entstehungsgeschichte stellt er jedoch ein sehenswertes Beispiel dafür dar, wie das Interesse junger Menschen für die deutsche Geschichte durch die aktive Mitarbeit an einem Projekt geweckt werden kann“.[1] Verena Schmöller meint in kino-zeit.de, der Film habe interessante Ansätze und basiere auf originellen Ideen, die er letztendlich „aber doch nicht recht umzusetzen“ vermag.[4]

Die Seite Filmdienst bewertet den Film als „eine Jugendkomödie, die zugleich ein relevanter Geschichtsfilm sein will, dabei aber auf beiden Ebenen scheitert. Die spröde Inszenierung und das schlechte Timing der Gags wirken eher peinlich als erhellend“.[2] Sophie Charlotte Rieger urteilt zustimmend: „Die Geschichte selbst bedient sich einem recht plattem Witz, der zwar augenscheinlich kindlichen Köpfen entsprungen ist, deshalb aber nicht auch notwendigerweise andere Kinder zum Lachen bringt“.[1] Auch Verena Schmöller meint: „Gerade die Figur des Lutz gerät ins Clownhafte, der Film damit zum Klamauk, Der Film kann mit anderen spannenden Jugendfilmen nicht mithalten“.[4]

Sophie Charlotte Rieger bemängelt zudem, dass dem Film seine Entstehungsgeschichte deutlich anzumerken sei, hafte „doch Kameraführung und Schnitt etwas Amateurhaftes an“ und es gäbe zudem Mängel in der Ausstattung, „wie das Fehlen von Komparsen in Außenszenen oder das Bücherregal der verstorbenen Oma, das mit brandneuen Büchern statt alten Wälzern gefüllt ist“.[1]

Einzelnachweise

  1. a b c d e f Sophie Charlotte Rieger: Filmkritik: Das Geheime Zimmer. In: programmkino.de vom 9. April 2014. Abgerufen am 23. September 2025
  2. a b Das geheime Zimmer. In: Filmdienst. Abgerufen am 23. September 2025
  3. a b c Das geheime Zimmer. In: filmportal.de. Abgerufen am 23. September 2025
  4. a b c Verena Schmöller: Das geheime Zimmer (2010). In: kino-zeit.de. Abgerufen am 23. September 2025
  5. a b Peter Zinn: Filmprofis schätzen junge Kollegen. In: Westfalenpost vom 8. August 2010. Abgerufen am 23. September 2025
  6. Das Geheime Zimmer gewinnt den 14+ Award für den Besten Internationalen Jugendfilm. In: Lichtburg Wetter vom 30. Januar 2013. Abgerufen am 23. September 2025
  7. Katrin Bölstler: Ein Spielfilm von und für Wetter. In: Westfalenpost vom 9. August 2010. Abgerufen am 23. September 2025
  8. Ein Jugendfilm entsteht. In: Süderländer Tageblatt vom 3. August 2010. Abgerufen am 20. November 2010