Das Spiel ihres Lebens (2025)

Film
Titel Das Spiel ihres Lebens
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2025
Länge 32 Minuten
Produktions­unternehmen Warner Bros., ZDF
Stab
Regie Björn Tanneberger
Drehbuch Björn Tanneberger
Produktion Guido Randolf

Das Spiel ihres Lebens ist ein deutscher Dokumentarfilm des ZDF in Kooperation mit Warner Bros. aus dem Jahr 2025 über das Viertelfinalspiel der deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft gegen Frankreich bei der Fußball-Europameisterschaft der Frauen 2025 in der Schweiz am 19. Juli 2025 in Basel. Bei dem Spiel gelang Deutschland bei früher Unterzahl schließlich im Elfmeterschießen der Sieg gegen Frankreich und der Einzug ins Halbfinale, in welchem die deutsche Mannschaft dann gegen Spanien unterlag.

Handlung

Schwere Vorbedingungen

Nachdem die deutsche Nationalmannschaft das letzte Gruppenspiel bei der EM 2025 gegen Schweden mit 1:4 verloren hatte, zog diese nach einer insgesamt schwachen Gruppenphase als Gruppenzweiter ins Viertelfinale ein und traf auf die französische Nationalmannschaft, welche zu den großen Favoriten der EM zählte. Nachdem Kapitänin und Rechtsaußenverteidigerin Giulia Gwinn sich bereits im ersten Gruppenspiel gegen Polen eine Innenbandverletzung im linken Knie zuzog und für das weitere Turnier ausfiel, nahm Carlotta Wamser ihre Position ein. Im Spiel gegen Schweden sah sie jedoch wegen eines Handspiels Rot, wodurch Deutschland nun schon zwei rechte Außenverteidigerinnen fehlten. Die deutsche Presse und Kommentare in den sozialen Medien schrieben das deutsche Team ab; die Stimmung war mitunter so, dass man gegen Frankreich gar nicht erst anzutreten braucht.

Nicht unterkriegen

Die Spielerinnen gingen mit einer „Jetzt erst recht“-Haltung zurück ins DFB-Trainingslager nach Herzogenaurach. Die Mannschaft hatte im Trainingslager vor der EM insbesondere harte Läufe trainiert, um die für ein großes Turnier mit K.O.-Spielen ggf. mit Verlängerungen und Elfmeterschießen erforderliche Kondition zu haben. Körperlich gingen die Spielerinnen in der EM-Vorbereitung dabei an ihre Grenzen, doch animieren sich die Spielerinnen gegenseitig das Programm voll durchzuziehen. Die Spielerinnen wünschten sich als Abwechslung einen Karaoke-Abend und luden den Schlagersänger Wolfgang Petry ein. Die Stimmung im Team war gut.

Das Spiel – erste Hälfte

Im Spiel gegen Frankreich unter Führung der neuen Ersatz-Kapitänin Janina Minge setzte Deutschland auf eine starke Defensive und versuchte früh das französische Spiel zu stören. In der zehnten Minute zog Verteidigerin Kathrin Hendrich im eigenen Strafraum ihre gegnerische Mitspielerin Griedge Mbock Bathy jedoch an den Haaren – eine schwere Tätlichkeit. Hendrich selbst erklärte später im Interview, dass es sich um keine vorsätzliche Tätigkeit handelte und sie eigentlich nur das Trikot bzw. die Schulter ihrer Mitspielerin greifen wollte. Hendrich sah für die Tätlichkeit Rot und Frankreich bekam einen Elfmeter, den Torhüterin Ann-Katrin Berger nicht mehr entscheidend abwehren konnte. Frankreich führte nach dem Treffer von Onema Grace Geyoro in der 15. Minute mit 1:0 und Deutschland musste nun mit einer Spielerin weniger spielen. Die Mannschaft wollte sich jedoch nicht entmutigen lassen, auch nicht, als sie mit Sarai Linder die nächste Spielerin verlor, die leicht verletzt für Sophia Kleinherne ausgewechselt werden musste. Kurz darauf gelang jedoch Mittelfeldspielerin Sjoeke Nüsken in der 25. Minute per Kopfball der Ausgleichstreffer gegen Frankreich. Die Spielerinnen liefen zu Höchstleistungen auf, um die Angriffe der zahlenmäßig überlegenen Französinnen abzuwehren, darunter auch Spielerinnen, die eher im Sturm spielen, wie etwa die offensive Mittelfeldspielerin Jule Brand. Zwar traf Frankreich noch einmal, doch wurde das Tor wegen einer Abseitsposition nicht gegeben. Ausgeglichen ging es in die Halbzeit.

Zweite Hälfte und Verlängerung

In der zweiten Hälfte setzen die deutschen Frauen ihre starke Abwehrarbeit fort, vielfach war es aber auch Torhüterin Ann-Katrin Berger, an der die Französinnen scheiterten. Zwar gelang den Französinnen ein weiterer Treffer, doch dieser wurde ebenfalls wegen Abseits nicht gegeben. Schließlich gelang den Deutschen ein Konter, doch wurde Jule Brand im Strafraum gefoult. Es gab Elfmeter für Deutschland, doch Schützin Sjoeke Nüsken scheiterte an der französischen Torhüterin Pauline Peyraud-Magnin. Das deutsche Team schaffte es schließlich bis in die Verlängerung. Hier fälschte Janina Minge einen Schuss unglücklich mit dem Kopf ab, der daraufhin nach hinten zum deutschen Tor flog, von Ann-Katrin Berger mit einem Hechtsprung jedoch auf der Linie noch geklärt werden konnte. Berger verletzte sich leicht bei der Aktion, spielte aber weiter. Deutschland schaffte es schließlich ins Elfmeterschießen.

Elfmeterschießen und Sieg

Deutschland begann zuerst mit dem Elfmeterschießen. Es trafen Janina Minge, Linda Dallmann, Rebecca Knaak und Ann-Katrin-Berger; Sara Däbritz traf nur die Latte. Auch die Französinnen konnten vier Schüsse verwandeln. Es ging in die Elfmeterverlängerung, wo zunächst Klara Bühl und nach Frankreichs Gegentreffer Sjoeke Nüsken verwandelten. Ann-Katrin Berger hielt den Schuss der Französin Alice Sombath. Deutschland gewann damit das Spiel 6:5 nach Elfmeterschießen.

Kapitänin Giulia Gwinn bezeichnete das Viertelfinalspiel als das Spiel ihres Lebens in ihrer Fußballkarriere, mit dem kein Finale und kein Meisterschaftsspiel zu vergleichen sei. Der Film schließt mit ihren Worten:

„Es gibt ein Bild des Spiels für mich – von der Perspektive hinter Anne (Ann-Katrin Berger) – und wenn man dieses Bild ansieht, sieht man unsere Mannschaft, wie sie ganz eng, eigentlich schon fast ineinander stehen, diese Reihe einfach so eng beisammen ist. Und daneben die Französinnen: jede für sich, wie sie jede für sich einzeln stehen. Und das beschreibt für mich alles, wie dieses Spiel gelaufen ist.“

Produktion

Als Interviewpartner treten im Film auf: Ann-Kathrin Berger (Torhüterin), Klara Bühl (Offensive Mittelfeldspielerin), Jule Brand (Offensive Mittelfeldspielerin), Selina Cerci (Offensive Mittelfeldspielerin), Giulia Gwinn, (Kapitänin, Außenverteidigerin), Kathrin Hendrich (Innenverteidigerin), Giovanna Hoffmann (Offensive Mittelfeldspielerin), Franziska Kett (Außenverteidigerin), Sophia Kleinherne (Außenverteidigerin), Rebecca Knaak (Innenverteidigerin), Nia Künzer (DFB-Sportdirektorin), Sarai Linder (Außenverteidigerin), Janina Minge (Defensive Mittelfeldspielerin), Sjoeke Nüsken (Mittelfeldspielerin), Elisa Senß (Mittelfeldspielerin), Carlotta Wamser (Außenverteidigerin) und Christian Wück (Bundestrainer).