Das Mercury Puzzle

Film
Titel Das Mercury Puzzle
Originaltitel Mercury Rising
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1998
Länge 108 Minuten
Altersfreigabe
Produktions­unternehmen
Stab
Regie Harold Becker
Drehbuch
Produktion
Musik
Kamera Michael Seresin
Schnitt Peter Honess
Besetzung

Das Mercury Puzzle ist ein Thriller unter Regie von Harold Becker nach Ryne Douglas Pearsons Roman Der rote Schaukelstuhl (Originaltitel Simple Simon). Seine Premiere fand am 3. April 1998 statt.

Handlung

Der US-amerikanische Geheimdienst NSA hat den neuen Supercode „Mercury“ (engl.: Quecksilber) entwickelt, der weder von einem Menschen noch von einem Computer geknackt werden kann. Um dessen Zuverlässigkeit zu beweisen, verstecken die Programmierer codierte Botschaft in einem Rätselheft. Löst man das Rätsel, ergibt sich eine Telefonnummer, mit der man angeblich ein Zeitschriftenabonnement gewinnen kann. Niemand glaubt, dass das Rätsel gelöst werden kann.

Der neunjährige Simon ist Autist und verfügt jedoch über besondere intellektuelle Fähigkeiten. Als er sich telefonisch beim Geheimdienst meldet, gerät er in Lebensgefahr, denn Lieutenant Colonel Kudrow will ihn als Sicherheitsrisiko ausschalten. Simons Eltern werden von einem Auftragskiller erschossen. FBI-Agent Art Jeffries, der bei einem früheren Einsatz den Tod zweier Kinder nicht verhindern konnte, findet ihn bei der Untersuchung des Tatorts in einem Versteck und bringt ihn in eine Klinik.

Nachdem es Jeffries gerade noch gelungen ist, den Jungen zunächst in der Klinik vor dem Auftragsmörder zu retten, entführt er ihn, um ihn zu beschützen. Da Simon in seiner eigenen Welt lebt, gestaltet sich die Aufgabe sehr schwierig. Jeffries muss einen Kontakt zu ihm herstellen, ohne ihn eine Sekunde aus den Augen zu verlieren. Obwohl er auch noch einen weiteren Mordanschlag in einem Vorortzug verhindern und den Täter aus dem Zug werfen kann, glaubt beim FBI zunächst niemand außer ihm, dass sich Simon in Gefahr befindet. Jeffries schafft es – auch mit Hilfe der Zufallsbekanntschaft Stacey –, Simon eine Weile zu verstecken.

Dean Crandell, einer der Mitarbeiter Kudrows, ist mit den Methoden seines Chefs nicht einverstanden und trifft sich mit Jeffries. Während des Treffens wird er von Burrell erschossen, der von einer Überwachungskamera gefilmt und von Kollegen von Jeffries als angeblich vor Jahren getöteter Offizier einer Spezialeinheit identifiziert wird. Noch ein weiterer Kryptologe, Leo Pedranski, wird von Burrell getötet, nachdem er auf Anraten seiner Freundin Emily Lang mit einer Schreibmaschine einen Brief an Jeffries und einen weiteren an den Überwachungsausschuss des Senats aufgesetzt hat. Sie wendet sich an Jeffries und übergibt ihm das verwendete Blaupapier des Briefes, das der Mörder im Papierkorb übersehen hat und das Kudrow als Drahtzieher der Morde nennt.

Kudrow und Burrell wird auf dem Dach eines Hochhauses eine Falle gestellt. Sie werden im Kampf mit einer FBI-Einheit und Jeffries getötet. Simon wird von einer Pflegefamilie aufgenommen. Am Ende gibt es ein freudiges Wiedersehen zwischen Jeffries und Simon.

Kritiken

Quelle Bewertung
Rotten Tomatoes (Tomatometer) 21 %[2]
Metacritic (Metascore) 37/100[3]
Prädikat der FBW wertvoll[4]
AllMovie [5]
CinemaScore B[6]
James Berardinelli [7]
Roger Ebert [8]

Das Mercury Puzzle erhielt ein eher schlechtes Presseecho, was sich auch in den Auswertungen der US-Aggregatoren widerspiegelt. So erfasst Rotten Tomatoes meist negative Besprechungen und ordnet den Film damit als „gammelig“ ein.[2] Laut Metacritic fallen die Bewertungen im Mittel „grundsätzlich ablehnend“ aus.[3] Vor allem die Handlung wurde als unglaubwürdig bezeichnet. Einige Kritiker lobten das Spiel von Miko Hughes in der Rolle des autistischen Jungen.[7][8]

„Ein routiniert inszenierter, aber uninspirierter Actionthriller, der seine logischen Brüche nicht kaschiert, seine konventionelle Konstruktion aber auch nicht für inhaltliche Reflexionen nutzt.“

„Den Film konnte selbst der verläßliche Bruce Willis nicht retten. Zu bemüht erscheint das Vorhaben, eine Geschichte über ein autistisches Kind mit explosiver Action zu verknüpfen. Das Ergebnis ist wenig originell und seltsam spannungslos. […] Fazit: Ein Puzzle, das nicht aufgeht.“

„Bruce Willis einmal mehr als Retter in der Not, hier in einem Thriller von Harold Becker […] routiniert inszeniert, doch auch ein Mann wie er kann das schlecht geschriebene und umständlich erzählte Drehbuch nicht retten. Noch dazu hat Alec Baldwin wohl noch nie eine schlechtere schauspielerische Leistung gezeigt wie hier in der Rolle des Bösewichts […]. Einziger Lichtblick: der kleine Miko Hughes […].“

Literatur

  • Ryne Douglas Pearson: Der rote Schaukelstuhl. Lübbe 1998, ISBN 3-404-12776-5.
  • Annette Kilzer (Hrsg.): Bruce Willis. Dieter Bertz Verlag, Berlin 2000, ISBN 3-929470-70-5, S. 237–239, 292.

Einzelnachweise

  1. Freigabebescheinigung für Das Mercury Puzzle. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, Juli 2003 (PDF; Prüf­nummer: 79 516 DVD).
  2. a b Das Mercury Puzzle. In: Rotten Tomatoes. Fandango, abgerufen am 15. Januar 2026 (englisch, aggregiert aus 56 Kritiken).
  3. a b Das Mercury Puzzle. In: Metacritic. Abgerufen am 15. Januar 2026 (englisch, aggregiert aus 25 Kritiken).
  4. Das Mercury Puzzle auf fbw-filmbewertung.com
  5. Mike DiBella: Kritik zu Das Mercury Puzzle (Memento vom 6. März 2021 im Internet Archive) bei AllMovie (englisch)
  6. Datenbankabfrage bei cinemascore.com
  7. a b Filmkritik von James Berardinelli
  8. a b Filmkritik von Roger Ebert
  9. Das Mercury Puzzle. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 2. März 2017.
  10. Das Mercury Puzzle. In: cinema. Abgerufen am 2. April 2022.
  11. Das Mercury Puzzle. In: prisma. Abgerufen am 23. Dezember 2024.