Das Kriminalmuseum: Die Ansichtskarte
| Folge 18 der Reihe Das Kriminalmuseum | |
| Titel | Die Ansichtskarte |
|---|---|
| Produktionsland | Bundesrepublik Deutschland |
| Originalsprache | Deutsch |
| Länge | 59 Minuten |
| Altersfreigabe |
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| Produktionsunternehmen | Intertel Television |
| Regie | Gedeon Kovács |
| Drehbuch | Maria Matray, Answald Krüger |
| Produktion | Helmut Ringelmann |
| Musik | Hans-Martin Majewski, Martin Böttcher (Titelmusik) |
| Kamera | Friedl Behn-Grund |
| Premiere | 23. Nov. 1965 auf ZDF |
| Besetzung | |
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| → Episodenliste | |
Die Ansichtskarte ist der 18. Fernsehfilm der Krimireihe Das Kriminalmuseum. Die deutsche Erstausstrahlung erfolgte am 23. November 1965 im ZDF.
Handlung
Angelika Tessner wird an einem Morgen von ihrer Haushälterin Frau Schirrwind erschossen aufgefunden. Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass die bekannte und beliebte Schauspielerin Selbstmord begangen hat, denn in ihrer Schreibmaschine steckt ein kurzer Abschiedsbrief, nach dem sie freiwillig aus dem Leben geschieden ist. Frau Schirrwind glaubt, dass Tessners Tod etwas mit ihrem Lebensgefährten Markus Renn zu tun habe, ein Architekt, den sie als egoistisch und rücksichtslos beschreibt. Am Abend des Mordes hatten Tessner und Renn geplant, für ein paar Tage zu verreisen, doch da die Schauspielerin beruflich stark angespannt war, hatte sie sich nach Aussage Renns entschlossen, zu Hause zu bleiben und auszuspannen.
Doch dann stellt sich heraus, dass es kein Selbstmord gewesen sein kann, da aufgrund der Pulverspuren an Körper und Bekleidung der Toten der Schuss aus mindestens 1 ½ Metern abgegeben worden sein muss. Auch der Einschusskanal spricht für Mord. Als Nächstes erfährt Kulmay, dass Renn der testamentarische Alleinerbe der nicht unvermögenden Schauspielerin geworden ist. Von Inspektor Imhoff befragt, gibt Frau Schirrwind an, dass die Wohnungstür am Morgen abgeschlossen gewesen sei, ganz entgegen der Gewohnheit der Ermordeten, ihre Tür abends nie abzuschließen.
Eine Nachbarin sagt aus, dass es am Abend des Mordes eine lautstarke Auseinandersetzung zwischen Tessner und Renn gegeben habe, Kulmay kann ermitteln, dass der Architekt in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Als sich dann noch herausstellt, dass Renn der Käufer der Mordwaffe gewesen ist, wird er verhaftet. Doch trotz intensiver Verhöre bekommt die Polizei kein Geständnis.
Frau Schirrwind hatte bei einer früheren Befragung ausgesagt, dass zur Wohnung des Mordopfers drei Schlüssel im Umlauf seien, einen besitze sie selbst, den zweiten Renn (der zwischenzeitlich zu Protokoll gegeben hatte, den Schlüssel verloren zu haben) und den dritten Frau Tessner, der zusammen mit dem Autoschlüssel an einer Kette hing. Da in der Wohnung der Toten aber nur ein einzelner Wohnungsschlüssel gefunden wurde, suchen die Beamten den Immobilienverwalter auf und müssen feststellen, dass Frau Tessner vor einiger Zeit ein weiterer Schlüssel ausgehändigt worden ist.
Kulmay glaubt damit, Renn endgültig überführt zu haben. Der habe nach dem Mord das Schlüsselbund an sich genommen, die Tür abgeschlossen, danach sei er mit dem Wagen des Opfers weggefahren, denn das Auto sei verschwunden. Doch zu Kulmays grenzenloser Verwunderung gibt Renn an, dass Frau Tessner den Wagen am Abend ihrer Ermordung in eine Autowerkstatt gebracht habe. Der dortige Angestellte Kranzmüller bestätigt die Aussage Renns, Frau Tessner habe den Wagen gegen 20 Uhr 30 gebracht und gesagt, sie brauche ihn erst in ein paar Tagen zurück, da sie noch am Abend in Urlaub fahren wolle. Danach sei sie zu Fuß nach Hause gegangen. Er habe das Auto in die Werkstatt gefahren, könne sich aber nicht mehr daran erinnern, ob an dem Schlüsselbund ein oder zwei Schlüssel gehangen haben. Gegen 23 Uhr will er zu Hause gewesen sein.
Von seiner Zimmerwirtin erfährt Kranzmüller, dass die Ermittler sich von ihr haben bestätigen lassen, dass er nicht vor 1 Uhr in der Nacht nach Hause gekommen sei. Daraufhin sucht er seinen Freund Paul Dengel auf, der am besagten Abend ebenfalls in der Werkstatt war. Es stellt sich heraus, dass Kranzmüller mit dem Wagen eine mehrstündige Spritztour unternommen hatte. Er will dies zwar zugeben, bittet aber Dengel, der Polizei zu bestätigen, dass sie gemeinsam unterwegs gewesen seien, damit er ein stichhaltiges Alibi habe.
Kulmay nimmt den beiden die Geschichte nicht ab, glaubt vielmehr, sie seien mit dem Schlüssel, der am Bund hing, in die Wohnung eingedrungen, die sie verwaist glaubten. Markus Renn wird daraufhin aus der Haft entlassen. Doch dann stellt sich heraus, dass es die Spritztour tatsächlich gegeben hat. Der Wagen war um 23 Uhr 40 der Polizei in Traunstein aufgefallen, weil er in entgegengesetzter Richtung durch eine Einbahnstraße gefahren war. Vor Ort erwartet Kulmay und Imhoff die nächste Überraschung, denn es hatte nur eine Person im Wagen gesessen.
Zurück in München suchen die Ermittler erneut die Werkstatt auf. Dort erweckt eine Ansichtskarte von Dengel an Kranzmüller das Interesse Kulmays. Kranzmüller gesteht, dass es eine Notlüge gewesen sei, dass Dengel mit im Auto gesessen habe. Dengel habe wegen des Alibis mitgespielt. Doch Kulmay erklärt ihm, dass nicht Dengel ihm, Kranzmüller, ein Alibi verschafft habe, sondern umgekehrt er Dengel. Denn sein Freund habe in einem unbeobachteten Moment den Wohnungsschlüssel vom Schlüsselbund genommen, die Adresse Tessners aus dem Telefonbuch herausgesucht und sei, während Kranzmüller unterwegs war, in die Wohnung gegangen, die er leer wähnte. Dengel gesteht dann auch, dass er sich die Wohnung der bekannten Schauspielerin nur einmal habe ansehen wollen. Überraschend sei er dabei auf Frau Tessner gestoßen, die ihn mit einer Pistole bedroht habe. Beim Versuch, ihr die Waffe abzunehmen, habe sich der tödliche Schuss gelöst. Dann habe er den Abschiedsbrief getippt und sei geflohen, wobei er die Wohnungstür abgeschlossen habe.
Auf Dengel als Täter war Kulmay gekommen, da sowohl in dem Abschiedsbrief als auch auf der Ansichtskarte derselbe Rechtschreibfehler enthalten war, nämlich das Wörtchen „auß“, statt richtigerweise „aus“.
Weblinks
- Das Kriminalmuseum: Die Ansichtskarte bei IMDb
- Das Kriminalmuseum: Die Ansichtskarte bei filmportal.de
- Die Ansichtskarte auf der Krimihomepage