Das Kind der Großstadt

Film
Titel Das Kind der Großstadt
Originaltitel Дитя большого города
Transkription Ditja bolschowo goroda
Produktionsland Russisches Kaiserreich
Erscheinungsjahr 1914
Länge 40 Minuten
Stab
Regie Jewgeni Bauer
Drehbuch Jewgeni Bauer
Produktion Alexander Chanschonkow
Kamera Boris Zawelew
Besetzung
  • Jelena Smirnowa: Manetschka
  • Nina Kosljaninowa: Manetschka als Kind
  • Michail Salarow: Wiktor
  • Arseni Bibikow: Kramskoj
  • Emma Bauer: Tänzerin
  • Leonid Jost: Lakai
  • Lidija Tridenskaja: Waschfrau

Das Kind der Großstadt (Дитя большого города / Ditja bolschowo goroda) ist ein Stummfilm des russischen Filmregisseurs Jewgeni Bauer von 1914. Er gehört zu den bedeutendsten russischen Filmen bis 1917.

Handlung

(Ausgangslage)

Als Waise in bitterster Armut aufgewachsen, arbeitet Manetschka, eine junge Frau, als Näherin. Sie träumt von einem Leben in Luxus. Der gut situierte Wiktor sucht eine Frau, die unverdorben ist, anders als die „kultivierten“ Frauen um ihn herum. Als er mit seinem Freund Kramskoj durch die Straßen der Großstadt schlendert, entdeckt er Manetschka und lädt sie zum Essen in ein Restaurant ein.

(Weiterer Verlauf)

Wiktor und Manetschka leben zusammen in Saus und Braus. Doch dann hat Wiktor kein Geld mehr. Er bittet Manetschka, künftig mit ihm in einer einfachen Wohnung zu leben. Doch davon will sie nichts wissen und wird Kramskojs Geliebte. Ein Jahr später – sein Herz gehört noch immer ihr – möchte er sie noch einmal sprechen. Doch Manetschka, die mit Gästen ausgelassen feiert, lässt ihn über Bedienstete mit 3 Rubeln abspeisen. Vor dem Eingang ihres Hauses schießt er sich in den Kopf. Die Feiergesellschaft zieht über seine Leiche hinweg ins nächste Lokal.

Hintergründe

Der Film wurde am 5. März 1914 erstmals aufgeführt und erhielt sehr lobende Rezensionen. Er wurde wieder 2007 bei der Berlinale[1], 2009 im Cinema Orion in Helsinki und 2016 im Harvard Film Archiv gezeigt.

Rezensionen

Die zeitgenössischen Rezensionen lobten vor allem die schauspielerischen Leistungen der Hauptdarstellerin Jelena Smirnowa und die gut choreographierten Tänze von Emma Bauer nach dem Vorbild von Maud Allan.[2]

Der bedeutende russische Filmkritiker Weniamin Wischnewski meinte 1945, Das Kind der Großstadt sei Bauers interessantester Film gewesen,[3] Das Portal Cinema lobte, der Film sei eine „wiederentdeckte Filmperle für Fans“.[4]

Literatur

  • Peter Klimczak, Christian Ostwald, Barbara Wurm (Hrsg.): Klassiker des russischen und sowjetischen Films. Band 1. Schüren, Marburg 2020, S. 13–22 (als einziger vorrevolutionärer Film enthalten)
  • Rachel Morley: Performing Feminity. Woman as Performer in Early Russian Cinema. Tauris 2016. S. 106–108, 280 (Index), mit vielen weiteren Erwähnungen dieses Films
  • Klaus Hoeppner, Gabriele Jacho (Hrsg.): City Girls. Frauenbilder im Stummfilm. 41 Filme. Filmfestspiele Berlin, 2007. S. 23f.
Commons: Child of the Big City – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Ditja bolschowo goroda Berlinale 2007
  2. Ein Kind der Großstadt Film.at, siehe auch Zitate aus den Rezensionen in dem russischen und englischen Wikipedia-Artikel
  3. Вишневский В.Е., Художественные фильмы дореволюционной России, Москва 1945, С. 38
  4. Das Kind der Grossstadt. In: cinema. Abgerufen am 22. April 2022.