Das Glück ist eine Orange

Das Glück ist eine Orange ist ein Musical von Peter Lund (Text) und Thomas Zaufke (Komposition), basierend auf einer Biographie über Gustav G. Hardorp von Hans-Joachim Keil.[1]

Entstehung

Das Musical ist ein Auftragswerk des Landestheaters Detmold für das 200. Jubiläum des Theaters in Detmold. Intendant Georg Heckel des Landestheaters Detmold beauftragte Peter Lund (Text) und Thomas Zaufke (Musik), die fast einhundertjährige Unternehmensgeschichte der Sinalco AG in Detmold als Musical auf die Bühne zu bringen. Das Arrangement erarbeitete Markus Syperek. Die Uraufführung fand am 24. Oktober 2025 statt.

Der historische Teil des Musicals basiert auf der Multimedia DVD Ein Blick hinter die Werkstore der Sinalco AG in den Jahren von 1935 bis 1964, Detmold 2014[2] und einer unveröffentlichten Hardorp-Biographie.[3]

Protagonisten

Drei historische Personen der ehemaligen Sinalco AG treten im Musical auf: Carl Vogel (1870–1943), der sich zum Judentum bekannte, Generaldirektor der Sinalco AG (1908–1935), sein Nachfolger Gustav G. Hardorp (1890–1964) überzeugtes Mitglied der NSDAP, Generaldirektor von 1935 bis 1945 und nach seiner Internierung in einem britischen Lager erneut Generaldirektor der Sinalco AG von 1948 bis 1963. Die dritte Person ist Anneliese Stratmann, Stenotypistin in der Sinalco AG von 1937 bis 1947.

Peter Lund hat für das Musical fünf weitere fiktive Rollen entwickelt: Die neue Bürokraft Franziska Hinkler, die Chefsekretärin Elsbeth Wessling, den Werbefachmann Michael Brandt, die Vorarbeiterin Emma Puhlmann, den Chauffeur und Werkstudenten Heinrich „Henne“ Krüger.

Handlung

Erster Akt

Das Musical startet mit einer Szene, wie die Sinalco Arbeiterinnen und Sinalco Arbeiter morgens beim Arbeitsbeginn stempeln und ihre Arbeit mit Saftpressen starten. Die Stenotypistin Franziska Hinkler hat Ende der 1950er Jahre ihren ersten Arbeitstag in der Sinalco AG. Das Unternehmen stellt die Grundstoffe für die älteste alkoholfreie Getränkemarke auf dem europäischen Kontinent her und ist ein sehr erfolgreiches Unternehmen in den Jahren des deutschen Wirtschaftswunders nach dem Zweiten Weltkrieg. Sie lernt die strenge Chefsekretärin Elsbeth Wessling, die mütterliche Vorarbeiterin Emma Puhlmann, den aufmüpfigen und selbstbewussten Chauffeur und Werkstudenten „Henne“ Krüger und den langjährigen Werbefachmann Michael Brandt kennen. Sie wird dem Direktor Gustav G. Hardorp vorgestellt, der auf sie „väterlich, charismatisch, aber auch furchteinflößend“ wirkt. Franziska Hinkler, anfangs etwas naiv und unpolitisch ist stolz, dass sie in so einem bedeutenden Unternehmen arbeiten darf. Sie darf sich bei den Kolleginnen und Kollegen im Betrieb umsehen und erfährt allmählich, dass es vor 1945 im Unternehmen und in Deutschland ganz andere Zeiten gab. In den 1940er Jahren arbeitete in dem Unternehmen Stenotypistin Anneliese Stratmann, die als Ziehtochter in der Familie Hardorp lebte und von ihrem Chef als Spionin im Betrieb ausgenutzt wurde und damit in einen Zwiespalt zwischen Herz und Verstand geriet. Franziska fragt sich, was hätte sie damals getan.

Die Handlung im Musical springt dann häufig zwischen den 1960er und 1940er Jahren hin und her. Die Chefsekretärin, der Werbefachmann, die Vorarbeiterin und Direktor Hardorp waren in dem Unternehmen auch schon in den 1940er Jahren tätig. Der jüdische Direktor Carl Vogel, den man trotz seines lebenslangen Arbeitsvertrages 1935 aus rassistischen Gründen hinausgeworfen hatte, tritt mehrmals auf, schildert seine Entlassung, seine Pensionskürzung und seine Auswanderung in die USA. Hardorp schildert seine Auseinandersetzungen mit dem Gauleiter Dr. Alfred Meyer und NSDAP-Kreisleiter Wedderwille.

Sowohl Anneliese Stratmann als auch Franziska Hinkler verlieben sich unglücklich in den Werbefachmann Michael Brandt, der ihre Liebe nicht erwidert. Beide Frauen bewundern die Zeichenkünste des Werbefachmanns, die dann quasi als Werbung in mitreißenden Ballettrevuen mit den Tänzerinnen und Tänzern sowie dem Chor dargestellt werden, mal in Italien, mal in Paris. Anneliese Strate und Michael Brandt träumen sich mit unterschiedlichen Motivationen in eine Bar im von den deutschen besetzten Paris, allerdings finden diese Träume ein abruptes Ende.

Zweiter Akt

Zu Beginn des zweiten Aktes tritt der jüdische Direktor noch einmal auf und erinnert sich, wie gern er in der Sinalco AG gearbeitet hat und wie wohl er sich und seine Frau Olga in der Stadtgesellschaft vor 1933 aufgenommen gefühlt haben. Seine Erinnerungen werden dann durch den Lärm eines Motorrollers abrupt unterbrochen, weil das Ballett und der Chor die Werbung „Noch nie war eine Jugend so jung wie heute“ auf der Bühne darstellen. Direktor Hardorp ist über diese moderne Werbung mit Rock ’n’ Roll Musik empört und kritisiert seinen stellvertretenden Direktor Bernhard Willée, dass er so viel Geld für Kinowerbung ausgibt. Anneliese hat Kummer, dass sie die Kollegen ausspionieren soll. Emma erzählt Franziska ihre Lebensgeschichte und was in dieser Zeit in Deutschland passiert ist. Michael fragt Franziska, ob sie schon einmal verliebt war und er klagt dann sein Leid, dass seine Sehnsucht nach Liebe nicht erfüllt wird, weil er für Kinder, Kirchen und Staaten eine Gefahr sei. Nach diesen beiden intimem Balladen wird vom Ensemble, vom Chor und Ballett die schwungvolle Werbung dargestellt „Das Glück ist eine Apfelsine“. Nachdem der Aufsichtsrat Hardorps „SS-haftes Auftreten“ 1962 kritisiert hat, empört sich Hardorp darüber in seinem Song „Nicht mit mir“. Er erinnert sich an seine Inhaftierung während des Ersten Weltkriegs bei den Briten in Australien, wie er im Dschungel überlebt hat und wie sie ihm seine Zukunft genommen haben. Er hat seit 1936 für die Firma gekämpft. Die Szene springt in das Jahr 1945 zurück. Die amerikanischen Soldaten durchsuchen die Sinalco AG und die Sinalco Fässer. Ein ohrenbetäubender Lärm beendet die Durchsuchung abrupt, weil Hardorp angeordnet hat, dass ein Mitarbeiter einen schweren Hubwagen mit vielen Flaschen anhebt und fallen lässt, um mit diesr List die Soldaten von weiteren Durchsuchungen abzulenken. Hardorp wird von den Alliierten verhaftet und kommt für 14 Monate in ein britisches Internierungslager. In der Zeit wird ein neuer Betriebsrat gewählt. Der Vorsitzende steht den Kommunisten nahe und sammelt Unterschriften von der Belegschaft, mit dem Ziel, dass Anneliese wegen ihres Ausspionierens aus der Firma entlassen werden soll. Darüber ist Anneliese verzweifelt und bereut ihr Tun, aus Scham bringt sie sich um.

Emma schildert dann in einem temporeichen Song das weitere Geschehen im Unternehmen. Der Sinalco AG geht es in den Nachkriegsjahren wirtschaftlich schlecht. Nach Hardorps Entlassung aus dem Internierungslager besorgt er sich viele sogenannte Persilscheine, mit denen sich die Belasteten gegenseitig reinwaschen. Er erhält sogar einen von dem sozialdemokratischen Landespräsidenten Heinrich Drake, weil er sich wegen seiner früheren Auseinandersetzungen mit dem Gauleiter Dr. Alfred Meyer und dem NS-Kreisleiter Wedderwille als Benachteiligter des Nazi-Regimes darstellt. Nach dem Tod von Anneliese will die Belegschaft, die nunmehr den Betriebsratsvorsitzenden für den Freitod von Anneliese verantwortlich machen, Hardorp wieder als Chef zurück. Er soll wieder die Geschäftskontakte zu den Kunden im Ausland aufbauen. Im Dezember 1948 beruft ihn der Aufsichtsrat wieder als Direktor der Sinalco AG. In den Jahren des deutschen Wirtschaftswunders entwickeln sich die Geschäfte des Unternehmens gut. Das Musical endet mit der Feier zum 60. Firmenjubiläum im Jahr 1962. Der ehemalige Direktor Carl Vogel betritt noch einmal die Bühne, weil er seine Olga besucht, die auf dem jüdischen Friedhof in Detmold beerdigt ist. Er erzählt dann Emma, dass er auch selbst schon vor fast 20 Jahren in New York gestorben ist. Hardorp erinnert in einer Festrede an die schwierigen Zeiten und dass seine Mitarbeiter unter den Alliierten gelitten hätten. Zu seiner persönlichen Geschichte schweigt er. Die Belegschaft gedenkt der elf an der Front gefallenen Sinalco Mitarbeiter. Franziska sagt Henne, dass sie nun alles über Hardorp erfahren habe, aber sie könne ihn immer noch nicht hassen. Henne antwortet: Kein Wunder, so ein Alphatier hätte doch fast jeder in seiner Familie. Franziska singt zum Schluss: „Mit all diesem Wissen, werden wir weiter fragen müssen.“

Historische Fakten

Das Musical ist eng an die Unternehmensgeschichte von 1935 bis 1964 angelehnt, wie sie in der Multimedia DVD Ein Blick hinter die Werkstore der Sinalco AG in den Jahren von 1935 bis 1964, Detmold 2014 und in der Hardorp-Biografie, Detmold 2014, von Hans-Joachim Keil dokumentiert ist.

Im Jahr 1935 zwang der Aufsichtsrat Theodor Heller der Sinalco AG, der zugleich Direktor der Hansa-Brauerei in Dortmund war und die die Mehrheit der Sinalco Aktien besaß, aus rassistischen Gründen den jüdischen Direktor der Sinalco AG, Carl Vogel, zum Rücktritt. Einige Jahre später kürzte die Sinalco AG ihm die zugesagte Pension, wie es NS-Gesetze für pensionierte Juden vorsahen. Er wanderte unter erschwerten Bedingungen mit seiner Tochter und seinem Enkelsohn Norbert 1941 in die USA aus, wo er 1943 verstarb. Seine Frau († 1932) liegt auf dem jüdischen Friedhof in Detmold. Als Nachfolger schlug die Firma Tengelmann in Bielefeld Gustav G. Hardorp vor, betonte aber auch, dass er ein fanatischer NSDAP Anhänger sei.

Hardorp (* 1890) hatte in Australien als Kaufmann gearbeitet, als er während des Ersten Weltkrieges von den Engländern interniert wurde, weil er als Deutscher im wehrpflichtigen Alter war. Er überlebte nach seiner Flucht mit Hilfe eines irischen Pfarrers ein Jahr im australischen Busch, bis ihn die Briten wieder fanden und ins Zuchthaus steckten. Für Hardorp war der Erste Weltkrieg erst 1919 beendet, als er mit einem Schiff wieder ins Deutsche Reich zurückkehren durfte. Seit den 1930er Jahren arbeitete er bei Fa. Tengelmann in Bielefeld und war schon 1932 in die NSDAP eingetreten.

Sinalco AG stellte ihn im Frühjahr 1936 ein. Innerhalb kurzer Zeit sorgte er dafür, dass alle Mitarbeiter in die NSDAP eintraten oder das Unternehmen verließen. 1940 verkündete er das Totalitätsprinzip in der Sinalco AG. Mit dem Gauleiter von Westfalen-Nord, Alfred Meyer, und dem NS-Kreisleiter Wedderwille hatte er heftige Auseinandersetzungen, u. a. weil er für die Sinalco AG ein ehemals jüdisches Unternehmen übernahm, das die lippische NSDAP selbst betreiben wollte. Hardorp beschwerte sich sogar in einem Schreiben an die Reichskanzlei von Adolf Hitler über die Auseinandersetzungen mit den örtlichen NS-Funktionären. Er stellte 1937 eine Stenotypistin ein, die auch als Ziehtochter in seiner Familie lebte und stiftete sie zu Spitzeltätigkeiten im Unternehmen an. Als im April 1945 die amerikanischen Soldaten Detmold vom Hitler-Faschismus befreien, wendete er bei der Durchsuchung der Sinalco AG eine List an, um die Soldaten von der Durchsuchung der leeren Sinalco Fässer abzulenken, in der er seine Pistole und das Porzellan seiner Frau versteckt hatte. Bei der Durchsuchung sollte ein Sinalco Mitarbeiter in den Kellergewölben einen schweren Hubwagen mit Sinalco Flaschen hochheben und fallen lassen. Der Trick funktionierte, da der ohrenbetäubende Lärm die Durchsuchung beendete. Hardorp wurde von den Alliierten mehrmals verhaftet und verhört. Im Herbst 1945 kam er für 14 Monate in ein britisches Internierungslager in Recklinghausen. Der Aufsichtsrat entließ ihn als Generaldirektor, um das von den Briten eingefrorene Betriebskapital des ehemaligen NS-Betriebes wieder frei zu bekommen. 1947 wurde das Entnazifizierungsurteil für Hardorp verkündet. Er wurde in die Kategorie 3 als „Minderbelasteter“ eingestuft, durfte aber in der Wirtschaft und in der Öffentlichen Verwaltung keine Führungsaufgaben mehr übernehmen. Er arbeitete ein Jahr als Hilfsarbeiter in einem Möbelbetrieb. Nachdem in der Sinalco AG im Herbst 1945 ein neuer Betriebsrat gewählt wird, setzte sich der den Kommunisten nahestehende Betriebsratsvorsitzende Stodt dafür ein, dass Anneliese Stratmann wegen ihrer Spitzeltätigkeit die Sinalco AG verlassen sollte. Nach dem ersten Entnazifizierungsurteil war sie völlig verzweifelt. Sie sagte: „Was früher gut war, ist jetzt schlecht, und was früher schlecht war, ist jetzt gut.“ Sie nahm sich 1947 das Leben.

Hardorp ging gegen sein Entnazifizierungsurteil in Berufung, besorgte sich 40 sogenannte „Persilscheine“. Einen erhielt er sogar von dem Sozialdemokraten Heinrich Drake, dem lippischen Landespräsidenten während der Weimarer Republik, den die Briten 1945 wieder als Landespräsident eingesetzt hatten. Hardorp argumentierte, dass er unter dem Gauleiter und dem NS-Kreisleiter auch in große Schwierigkeiten geraten sei. Er sei der einzige Gefolgschaftsführer gewesen, dem der Gauleiter nicht die Hand gegeben hätte. Das zweite Entnazifizierungsurteil im Jahr 1948 stuft ihn in die Kategorie 4 als „Mitläufer“ ein. Nach dem Selbstmord von Anneliese Stratmann schlug die Stimmung in der Belegschaft wieder um und der Betriebsratsvorsitzende Stodt wurde nicht wiedergewählt. Die Belegschaft forderte die Rückkehr ihres ehemaligen Chefs als Generaldirektor in das Unternehmen. Er wurde Ende 1948 wieder eingestellt. Auf der Grundlage seiner früheren Geschäfts-Kontakte in das Ausland entwickelte sich unter seiner Leitung das Unternehmen in den Wirtschaftswunder-Jahren wieder sehr positiv. Als Hardorp 1955 65 Jahre alt wurde, stellte der Aufsichtsrat Bernhard Willée als Vertreter und designierten Nachfolger ein. Hardorp bekämpfte ihn und ließ sein Privatleben ausspionieren. Willée wollte mit modernen Werbemaßnahmen den Umsatz steigern, worüber es heftige Auseinandersetzungen zwischen den beiden gab. Mit fortschreitendem Alter wurde Hardorp altersstarrsinnig, verhinderte im Unternehmen notwendige Lohn- und Gehaltssteigerungen. Als die Sinalco AG im Jahr 1962 ihr 60. Firmenjubiläum feierte, warf der Aufsichtsrat Hardorp SS-haftes Auftreten vor. Dies konnte er nur schwer verwinden und schied Ende 1963 mit fast 74 Jahren aus dem Unternehmen aus.[4]

Titelliste

Erster Akt

  • Nr. 1: Damals – Ensemble
  • Nr. 2: Eine Orange erobert die Welt – Hardorp & Ensemble
  • Nr. 3: Wie wär’s? – Henne & Franziska
  • Nr. 4: Ich kann meinen Vater nicht fragen – Franziska
  • Nr. 5: Die Welt ist rund – Emma
  • Nr. 6: Komm ein bisschen mit nach Italien – Franziska & Michael & Ensemble
  • Nr. 7: Vertrauen – Hardorp & Ensemble & Chor
  • Nr. 8: Das muss weg – Henne
  • Nr. 9: Jeder sagt – Franziska & Anneliese
  • Nr. 10: In einer Bar in Paris – Michael & Salonsänger (Henne) & Chor

Zweiter Akt

  • Nr. 11: Nie war eine Jugend so jung wie heute – Henne & Chor & Ensemble
  • Nr. 12: Kummer – Anneliese
  • Nr. 13: Verbotene Liebe – Michael
  • Nr. 14: Das Glück ist eine Apfelsine – Emma & Ensemble & Michael & Franziska
  • Nr. 15: Nicht mit mir – Hardorp
  • Nr. 16: Was hättest Du getan – Franziska & Michael & Anneliese
  • Nr. 17: Entnazifizierung – Emma
  • Nr. 18: Finale – Ensemble
  • Nr. 19: Wir werden weiter fragen müssen – Franziska

Besetzung

  • Gustav G. Hardorp – Thorsten Tinney
  • Elsbeth Wessling – Annette Blazyczek
  • Franziska Hinkler – Sandra Leitner
  • Emma Puhlmann – KS Brigitte Bauma
  • Michael Brandt – Patrik Cieslik
  • Heinrich „Henne“ Krüger – Nikos Striezel
  • Anneliese Stratmann – Franziska Pfalzgraf (Mitglied im Opernstudio)
  • Carl Vogel – Heiner Junghans
  • Ein US-Sergeant – Torsten Lück
  • Tänzer und Tänzerinnen – Caio Amaral, Eduardo Bolsa-Neves, Laeticia Frizon, Taisei Jomen, Josefine Kaus, Ayu Kinoshita, Levin Mischel, Erica Pinange, Felipe Sales, Franziska Schüller[5]

Der historische Teil des Musicals basiert auf der Multimedia DVD Ein Blick hinter die Werkstore der Sinalco AG in den Jahren von 1935 bis 1964, Detmold 2014, und der Hardorp Biografie, Detmold 2014 (bislang unveröffentlichtes Manuskript) von Hans-Joachim Keil.[5.1]

Vorstellungen

Das Landestheater Detmold hatte für die Saison 2025/26 zwölf Aufführungen geplant. Wegen der großen Kartennachfrage wurde schon drei Wochen vor der Uraufführung eine 13. Vorstellung angekündigt.

Begleitprogramm

Zum Musical wurde ein umfangreiches Begleitprogramm angeboten:

  • 6. Oktober 2025: Vorträge von Musical Autor und Regisseur Peter Lund zum Sinalco Musical und von Hans-Joachim Keil zur fast hundertjährigen Unternehmensgeschichte der Sinalco AG beim Naturwissenschaftlichen und Historischen Verein für das Land Lippe e.V. im Landesarchiv Detmold
  • ab 11. Oktober 2025: zahlreiche Führungen um die ehemaligen Sinalco Werke I und II und Infos zum Sinalco Musical
  • 12. Oktober 2025: Theatermatinee zum Sinalco Musical im Bierlager der Strate-Brauerei mit Dramaturgin Katharina Schellenberg, Musical Autor und Regisseur Peter Lund, Dirigent Mathias Mönius und Hans-Joachim Keil auf der Bühne. Sandra Leitner (Franziska Hinkler), Patrik Cieslik (Werbefachmann Michael Brandt) und Brigitte Bauma (Vorarbeiterin Emma Puhlmann) tragen einige Songs vor.
  • 27. Oktober 2025: Multimedia-Vortrag von Hans-Joachim Keil „Sinalco Musical – Was ist Dichtung, was ist Wahrheit“ in der VHS Detmold,
  • 2. November 2025: Nachgespräch mit Dramaturgin Katharina Schellenberg, Hans-Joachim Keil, KS Brigitte Bauma, Thorsten Tinney, Patrik Cieslik, Franziska Pfalzgraf, Nikos Striezel
  • 3. November 2025: Jinglesuche mit Dirigent Mathisas Mönius anhand der Partitur Das Glück ist eine Orange
  • 4. November 2025: Gespräch mit Dramaturgin Katharina Schellenberg und Hans-Joachim Keil über die Werbemaßnahmen der ehemaligen Sinalco AG

Kritiken

„Eine der besten Musical Ideen seit Langem“

Max Florian Kühlem: Süddeutsche Zeitung[6]

„Librettist Peter Lund erzählt als sein eigener Regisseur prägnant und aus intimer Kenntnis der Personage. Die Vorzüge des Ensembles nimmt er auf, um die Persönlichkeit der Figuren zu intensivieren. Die Unterschiede der beiden jungen Frauen modelliert Lund heraus, ohne das Verbindende ihrer Liebe zum Marketing-Chef zu kappen.

Perfekt ist das Timing im Wechsel von kammerspielhaften Szenen und Showbiz. Letzteres steigert Bart De Clercqs Choreografie zu mitreißendem Unterhaltungstheater. Auf einem riesigen Foto in Schwarzweiß führt Ulrike Reinhards Bühne in die Detmolder Sinalco-Werkshalle. Daria Kornysheva kontrastiert die beiden weiblichen Hauptfiguren modisch im zeittypischen Stil der vierziger Jahre und des zweiten Nachkriegsjahrzehnts; während die Garderobe der Herren aus der Führungsetage in alten Gewohnheiten stecken bleibt.

Die Detmolder beweisen ihre Musicalkompetenz: Mathias Mönius trifft mit dem Symphonischen Orchester des Landestheaters gleichermaßen die lyrischen wie die auf die große Show zielenden Seiten der Partitur. Sandra Leitner verkörpert eine unsentimentale und fortschreitend an Selbstbewusstsein gewinnende Franziska Hinkler. Der spitzelnden Anneliese Stratmann leiht Franziska Pfalzgraf ihren bildschönen Mezzosopran. Thorsten Tinney gibt den herrischen und letztlich unbelehrbaren Altnazi Gustav Hardorp. Brigitte Bauma holt den Saal als burschikose Vorarbeiterin Emma Puhlmann.“

Michael Kaminski: Die Deutsche Bühne[7]

Einzelnachweise

  1. Peter Lund: Das Glück ist eine Orange – Sinalco Das Musical! – Eine Detmolder Geschichte. Hrsg.: Peter Lund. Berlin 2025.
  2. Hans-Joachim Keil: Ein Blick hinter die Werkstore der Sinalco AG in Detmold in den Jahren 1935 bis 1964. Multimedia DVD. Hrsg.: Hans-Joachim Keil. Detmold 2014.
  3. Hans-Joachim Keil: Biografie Gustav G. Hardorp – Direktor der Sinalco AG von 1936 bis 1946 und 1948–1963. Bislang unveröffentlichtes Manuskript, Detmold 2018.
  4. Hans-Joachim Keil: „Von Detmold nach Dubai ...“ In: Programmheft Das Glück ist eine Orange – Sinalco Das Musical! Eine Detmolder Geschichte, Landestheater Detmold von Katharina Schellenberg, Detmold 2025. S. 21–23. (online)
  5. Programmheft Das Glück ist eine Orange – Sinalco Das Musical! Eine Detmolder Geschichte, Landestheater Detmold von Katharina Schellenberg, Detmold 2025. (online)
    1. S. 12
  6. Florian Kühlem: Eine der besten Musical Ideen seit Langem In: Süddeutsche Zeitung, 26. Oktober 2025.
  7. Michael Kaminski: Gelbe Limo made in Detmold. In: Die Deutsche Bühne, 25. Oktober 2025