Das Geschenk (Roman, 2025)

Das Geschenk (Originaltitel Het Geschenk) ist ein Roman der belgischen Autorin Gaea Schoeters. Die deutsche Übersetzung stammt von Lisa Mensing. Die Politsatire beschreibt die Reaktion der deutschen Politik auf das Auftauchen von 20.000 afrikanischen Elefanten in der Bundesrepublik.

Inhalt

Nachdem Deutschland Einfuhrregelungen für Elfenbeintrophäen verschärft hat, schickt der Präsident von Botswana durch Magie 20.000 Elefanten nach Deutschland. Der Präsident möchte, dass auch die Deutschen die Probleme, die sein Land im Zusammenleben mit den Elefanten erfährt, am eigenen Leib spüren. Nach anfänglichem Chaos versucht die Bundesregierung unter dem fiktiven Bundeskanzler Hans Christian Winkler das Zusammenleben mit den Elefanten zu organisieren. Die dafür ernannte Bundesministerin für Elefantenangelegenheiten Hannelore Hartmann schlägt dazu eine Reihe von Maßnahmen vor, die auf eine groß angelegte Renaturierung und Deindustrialisierung Deutschlands hinauslaufen. Hartmann sieht die Elefanten als Chance für eine nachhaltige Verbesserung des Umwelt- und Klimaschutzes und der Lebensqualität in Deutschland. Nach anfänglicher Euphorie in der deutschen Bevölkerung dreht sich die Stimmung gegen die Elefanten, als es zu mehreren tödlichen Unfällen mit Beteiligung von Elefanten kommt und der Alltag in Deutschland zunehmend durch die Rücksichtnahme auf die Elefanten geprägt wird. Vor diesem Hintergrund sinken die Umfragewerte der Bundesregierung und Winkler fürchtet, bei der anstehenden Bundestagswahl gegen seinen rechtspopulistischen Konkurrenten Holger Fuchs zu verlieren, der im Wahlkampf ein hartes Vorgehen gegen die Elefanten fordert. Winkler entscheidet sich schließlich, ein „Drittstaatenabkommen“ mit Ruanda zu schließen, das es erlaubt, die Elefanten dorthin zu verbringen. Durch diese Kehrtwende gelingt es ihm, die Bundestagswahl, wenn auch knapp, gegen Fuchs zu gewinnen. Am Tag nach der Bundestagswahl erfährt Winkler, dass Ruanda Lizenzen für die Jagd auf Elefanten erteilt.

Rezensionen

Der Roman wurde in den Medien überwiegend positiv aufgenommen. Der Literaturkritiker Denis Scheck beschreibt den Roman als „ein Buch, das einen regelrecht ‚wegbläst‘“.[1] Für die Rezensentin Anne-Dore Krohn vom RBB wirft Das Geschenk „kluge Fragen des Postkolonialismus, des Klimawandels, Artenschutzes und der Verantwortung und Bevormundung anderer Staaten“ auf.[2] Andreas Platthaus kritisiert hingegen in der FAZ, das Buch sei „moralinsauer“, da die Anspielungen und Parallelen auf reale politische Entwicklungen zu offensichtlich seien.[3]

Ausgaben

  • Das Geschenk, Paul Zsolnay Verlag, Wien 2025, ISBN 978-3-552-07574-0

Einzelnachweise

  1. https://www1.wdr.de/radio/wdr2/themen/lesen-buchtipps/gaea-schoeters-das-geschenk-102.html
  2. https://www.radiodrei.de/themen/literatur/rezensionen/buch/2025/07/gaea-schoeters-das-geschenk.html
  3. https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/literatur/gaea-schoeters-das-geschenk-ist-eine-satire-ueber-zuwanderung-110614450.html