Das Böse kommt auf leisen Sohlen (Film)
| Film | |
| Titel | Das Böse kommt auf leisen Sohlen |
|---|---|
| Originaltitel | Something wicked this way comes |
| Produktionsland | Vereinigte Staaten |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 1983 |
| Länge | 95 Minuten |
| Stab | |
| Regie | Jack Clayton |
| Drehbuch | Ray Bradbury, John Mortimer |
| Produktion | Peter Douglas, Dan Kolsrud, Kirk Douglas |
| Musik | James Horner, Georges Delerue |
| Kamera | Stephen H. Burum |
| Schnitt | Argyle Nelson Jr., Barry Mark Gordon |
| Besetzung | |
| |
| → Synchronisation | |
Das Böse kommt auf leisen Sohlen (Originaltitel: Something Wicked This Way Comes) ist ein US-amerikanischer Film des Regisseurs Jack Clayton aus dem Jahr 1983 mit Jason Robards, Jonathan Pryce, Diane Ladd und Pam Grier in den Hauptrollen.[1][2][3][4]
Der von Walt Disney Productions in Zusammenarbeit mit Bryna Productions produzierte Horrorfilm basiert auf dem gleichnamigen Roman von Ray Bradbury aus dem Jahr 1962, der auch das Drehbuch schrieb.
Der englische Originaltitel stammt aus einem Vers aus der ersten Szene des vierten Akts von William Shakespeares Macbeth: „By the pricking of my thumbs / Something wicked this way comes“. Er wird von einer der Hexen gesprochen und kündigt das Nahen von Macbeth an. Im Deutschen wird er oft mit „Mir juckt es in den Daumen / Böses kommt daher geschlichen“ oder „Ein Ziehen in meinen Daumen sagt mir: / Etwas Böses naht sich hier“ übersetzt.
Handlung
In Green Town, Illinois, verlassen zwei Jungen – der zurückhaltende Will Halloway und der rebellischere Jim Nightshade – eine Nachsitzstunde wegen „Flüsterns im Unterricht“ und eilen nach Hause. Die Jungen wohnen nebeneinander und wurden im Abstand von einer Minute an Halloween geboren. Will lebt mit seiner Mutter und seinem Vater zusammen, während Jim bei seiner alleinerziehenden Mutter lebt; es wird angedeutet, dass der Vater sie verlassen hat. Der Blitzableiter-Verkäufer Tom Fury erscheint und verkauft Jim einen Blitzableiter, mit dem Hinweis, dass er ihn vor einem bevorstehenden Sturm schützen werde. Bald erfahren die Jungen von einem Jahrmarkt, „Dark’s Pandemonium Carnival“, der von dem unheilvollen Mr. Dark geleitet wird.
Der Jahrmarkt wird über Nacht aufgebaut. Will und Jim bemerken, dass die Bewohner seltsam fasziniert von einigen der Attraktionen sind. So sieht der amputierte Barkeeper Ed in einem magischen Spiegel seinen verlorenen Arm und sein Bein wieder, und die Lehrerin der Jungen, Miss Foley, sieht sich als Jugendliche. Will und Jim entdecken ein abgesperrtes Karussell und werden von dem misstrauischen Mr. Dark vertrieben. Später beobachten sie, wie er das Karussell an seinem Assistenten Mr. Cooger einsetzt, der sich in einen kleinen Jungen zurückverwandelt. Will und Jim besuchen Miss Foley, bei der gerade ihr „Neffe“ zu Besuch sei – tatsächlich Cooger –, und sie müssen gehen.
Miss Foley wird zusehends jünger, verliert jedoch ihre Sehkraft und wird von Cooger zu Mr. Dark gebracht. Jim, der Will um dessen Alter beneidet, will daraufhin auch das Karussell benutzen und es kommt zum Streit zwischen den Jungen. Sie beobachten, wie Mr. Dark Fury foltert, um das Geheimnis des bevorstehenden Sturms zu erfahren. Als die Jungen entdeckt werden, fliehen sie. In der Nacht werden sie von Vogelspinnen angegriffen, doch Furys Blitzableiter wehrt die Spinnen ab und die Jungen sind gerettet.
Am Morgen führt Mr. Dark seinen Jahrmarkt in einer Parade durch die Stadt: einige der Stadtbewohner gehören ihm nun an. Wills Vater Charles erkennt, dass die Jungen in Gefahr sind. Charles, Will und Jim gehen zur Bibliothek von Green Town, wo Charles den Jungen offenbart, dass der Jahrmarkt schon früher in die Stadt gekommen sei und sein eigener Vater gegen ihn gekämpft habe. Mr. Dark erscheint, der Will und Jim sucht. Er bietet Charles seine Jugend zurück, doch dieser lehnt ab. Er wird niedergeschlagen, und die Jungen werden zum Jahrmarkt entführt. Nachdem Charles wieder zu sich kommt, eilt er zum Jahrmarkt, gerade als der Sturm beginnt. Er trifft auf Jims Mutter und kann auch sie vor Mr. Darks Kräften retten.
Charles betritt das Spiegellabyrinth und wird von Mr. Dark wegen seines Alters verspottet. Durch Wills Liebe zu seinem Vater wird der Bann allerdings gebrochen, und auch Fury entkommt aus seiner Gefangenschaft. Will und Charles finden Mr. Dark, der gerade versucht, das Karussell bei Jim anzuwenden und retten auch ihn. Das Fahrgeschäft wird von einem Blitz getroffen, und Mr. Dark beginnt an zu altern und zerfällt. Jim erwacht, und zusammen mit Will und Charles fliehen sie mit den Pferden, Ponys und Stadtbewohnern vom Jahrmarkt, bevor dieser in einen riesigen Tornado gesogen wird.
Produktion
Ray Bradbury schrieb Something Wicked This Way Comes ursprünglich 1952 als Drehbuch, nachdem er Gene Kelly 1951 in Du sollst mein Glücksstern sein (1952) gesehen hatte – ein Film, den Bradbury nach eigenen Angaben für das beste Musical aller Zeiten hielt. Er zeigte Kelly das Drehbuch, und dieser war so begeistert, dass er es als sein nächstes Filmprojekt umsetzen wollte. Als Kelly die Geschichte 1958 potenziellen Geldgebern vorstellte, gelang es ihm jedoch nicht, die nötigen Mittel zu beschaffen. Erst nach diesem Scheitern überarbeitete Bradbury die Geschichte zu einem Roman, in den er auch Elemente seiner Kurzgeschichte Black Ferris aus dem Jahr 1948 einfließen ließ.[1][5]
1971 erklärte sich Bradbury bereit, ein neues Drehbuch basierend auf dem Roman für Jack Clayton zu schreiben, mit dem er zuvor an Moby Dick gearbeitet hatte.[5] Im Januar 1973 wurde Sam Peckinpah als Regisseur des Films angekündigt, mit dem neuen Drehbuch von Bradbury.[6]
Im Juni 1976 kehrte Clayton als Regisseur zurück und das Projekt wurde von der Bryna Company entwickelt, der damaligen Produktionsfirma von Kirk Douglas.[7] Douglas zeigte Interesse an dem Projekt, nachdem er Bradbury in einer Buchhandlung in Los Angeles getroffen hatte; er beabsichtigte, selbst die Hauptrolle zu übernehmen.[5] Douglas’ Sohn Peter Douglas sollte zusammen mit Robert Chartoff und Irwin Winkler die Produktion übernehmen. Sie sicherten sich ein Produktionsbudget durch Paramount Pictures in Höhe von 6.000.000 US-Dollar und die Produktion sollte in Texas beginnen.[5][8] Die Produktion begann jedoch nie und der Film wurde schließlich vom damaligen Paramount-CEO Barry Diller gegen den Widerstand des Präsidenten der Spielfilmabteilung David V. Picker in die Turnaround-Phase versetzt. Zu verschiedenen Zeitpunkten zeigten Mark Rydell, David Lean und Steven Spielberg Interesse an einer Umsetzung.[5]
Zu dieser Zeit konzentrierte sich Walt Disney Pictures auf Filme mit reiferen Themen, um sich von seinem Image als Animations- und Familienfilmstudio zu lösen. 1981 erwarb Disney die Filmrechte an Something Wicked This Way Comes und kündigte die Produktion mit einem Budget von 16 Millionen US-Dollar an.[5] Bradbury wurde um Vorschläge für Besetzung und Regie gebeten und empfahl erneut Clayton, da sie bei Paramount bereits gut zusammengearbeitet hatten. Peter Douglas kehrte als Produzent zurück, doch Kirk Douglas konnte trotz seiner Rolle in der Vorproduktion nicht mitwirken.[5] In einer Ausgabe von Cinefantastique aus dem Jahr 1981 erklärte Bradbury, dass seine Wunschbesetzung für Mr. Dark Peter O’Toole und Christopher Lee gewesen sei, doch um das Budget zu schonen, entschied sich Disney für Jonathan Pryce, der damals noch relativ unbekannt war.
Die Hauptdreharbeiten begannen am 28. September 1981 und dauerten 77 Tage. Gedreht wurde hauptsächlich auf Disneys „Golden Oak Ranch“ in Newhall in Kalifornien, da Außenaufnahmen zu teuer gewesen wären. Einige Außenszenen wurden schließlich in Vermont gedreht.[5] Die Eisenbahnszenen wurden auf der Sierra Railroad im Tuolumne County in Kalifornien gedreht.[9] Während der Produktion entwickelten sich zwei unterschiedliche Visionen: Bradbury und Clayton wollten dem Roman möglichst treu bleiben, während Disney einen zugänglicheren, familienfreundlichen Film bevorzugte. Bradbury und Clayton zerstritten sich, als Bradbury erfuhr, dass Clayton auf Wunsch des Studios John Mortimer für eine nicht genannte Überarbeitung des Drehbuchs engagiert hatte.[10]
Bei einer Veranstaltung nach einer Filmvorführung im Jahr 2012 erklärte Schauspieler Shawn Carson, dass er etwa zehnmal für die Rolle des Will vorgesprochen habe, aber auf Wunsch von Bradbury schließlich als Jim Nightshade besetzt wurde. Obwohl er zu diesem Zeitpunkt blond war und Co-Star Vidal Petersen dunkles Haar hatte, wurde Carsons Haar tiefschwarz gefärbt und Petersens blond gebleicht, um der neuen Besetzung zu entsprechen.
Für die Originalmusik wählte Clayton Georges Delerue, der bereits seine Filme Schlafzimmerstreit und Our Mother’s House vertont hatte. Doch Delerues Musik wurde kurzfristig durch eine Komposition von James Horner ersetzt, da Bedenken wegen ihres „aggressiv düsteren“ Charakters geäußert wurden.[11] Ein Soundtrack-Album mit Delerues verworfener Musik wurde 2015 von Intrada Records veröffentlicht,[12] die bereits 2008 Horners Ersatzmusik herausgebracht hatten.[13]
Editor Barry Gordon wurde als Assistent des ursprünglichen Editors Argyle Nelson Jr. engagiert. Er erinnerte sich 2012 daran, dass Disney nach Einreichung von Claytons Originalschnitt Bedenken hinsichtlich Länge, Tempo und kommerzieller Attraktivität äußerte. Das Studio entzog Clayton daraufhin das Projekt und führte eine kostspielige sechsmonatige Nachbearbeitung und Neudrehs durch, wodurch die beiden Kinderdarsteller in einigen Szenen deutlich älter wirkten. Nelson wurde aus Budgetgründen entlassen, und obwohl Gordon bereit war, ihm zu folgen und das Projekt zu verlassen, ermutigte Nelson ihn zu bleiben. Gordon übernahm schließlich den finalen Schnitt, was zu einer Nennung beider im Abspann führte.
Insgesamt investierte Disney weitere vier Millionen US-Dollar für die Nachdrehs, den Neuschnitt und die Neuvertonung, wodurch sich der ursprünglich für Weihnachten 1982 geplante Veröffentlichungstermin um fünf Monate verzögerte.[5] Gordon musste zahlreiche Änderungen an der ursprünglichen Schnittfassung von Clayton und Nelson vornehmen, darunter das Entfernen mehrerer bedeutender Spezialeffektszenen sowie die Integration neuen Materials unter der Regie des Visual-Effects-Künstlers Lee Dyer, einschließlich eines neuen Prologs, gesprochen von Arthur Hill. Zu den Streichungen gehörte eine bahnbrechende Animationsszene, die zu den ersten größeren Anwendungen von computergenerierten Bildern in einem Hollywood-Film gezählt hätte. Durch die Kombination der damals neuen CGI-Technologie mit traditioneller Animation wurde gezeigt, wie Darks Zirkuszug in die Stadt einfährt und der Jahrmarkt sich magisch materialisiert: der Rauch der Lokomotive verwandelte sich in Seile und Zelte, Baumäste formten ein Riesenrad und ein Spinnennetz verwandelte sich in ein Glücksrad. Die gelöschte Szene wurde ausführlich in der Mai–Juni-Ausgabe des Twilight Zone Magazine im Jahr 1983 vorgestellt, doch der Neuschnitt behielt nur wenige Sekunden der Sequenz bei.
Eine weitere entfernte Szene zeigte, wie Mr. Dark seine finsteren Kräfte einsetzt, um eine riesige körperlose Hand auszusenden, die ins Haus greift, um die Jungen zu packen. Disney-Manager hielten den mechanischen Effekt für nicht realistisch genug und ersetzten ihn durch eine Szene, in der das Zimmer von Hunderten Vogelspinnen überrannt wird – gedreht mit echten Tieren. Jahre später erinnerte sich Shawn Carson an das erhebliche Unbehagen, das er und Vidal Petersen durch die reizenden Brennhaare der 200 eingesetzten Vogelspinnen erlitten.
Die ursprünglichen Themen von Bradburys Roman – das Gefühl latenter Bedrohung, die herbstliche Atmosphäre einer Kleinstadt im Mittleren Westen der USA und die zwischenmenschlichen Beziehungen der Figuren, die Clayton besonders ansprachen – gingen bei den Testvorführungen völlig verloren, was zu starker Kritik an Clayton führte. Neue Spezialeffektszenen wurden gedreht und eine hastig komponierte neue Filmmusik von James Horner ersetzte Delerues dunkel-melancholische Originalkomposition.[14] Erste Testvorführungen kamen beim Publikum nicht gut an, woraufhin Disney Bradbury erneut beauftragte, eine einleitende Erzählsequenz und ein neues Ende zu schreiben.
Während Bradburys Roman eine tiefgründige Allegorie über das Erwachsenwerden und die dunklen Seiten menschlicher Sehnsüchte ist, bietet der Film eine visuell eindrucksvolle, aber inhaltlich vereinfachte Version, die sich stärker auf die äußere Bedrohung und Spezialeffekte konzentrierte. Bradbury bezeichnete die endgültige Schnittfassung des Films als „keinen großartigen Film, nein, aber einen anständig netten“.[15]
Veröffentlichung
Der Film kam am 29. April 1983 in die US-amerikanischen Kinos und spielte am Eröffnungswochenende lediglich 2,4 Millionen US-Dollar ein. Insgesamt spielte er 8,4 Millionen US-Dollar ein, bei einem Budget von 20 Millionen US-Dollar.[1][16]
In Deutschland hatte der Film erst am 27. Oktober 1996 auf RTL Television seine Premiere und wurde zwischen 2000 und 2003 mehrfach auf dem Disney Channel wiederholt.[17]
Heimmedien
Der Film wurde durch verschiedene Distributoren auf DVD-Video veröffentlicht und erschien erstmals am 7. September 2021 von Walt Disney Studios Home Entertainment auf Blu-ray Disc – exklusiv über den Disney Movie Club, der inzwischen geschlossen wurde, sodass die Ausgabe nicht mehr erhältlich ist.[18]
Der Film fehlte lange als Streaming-Angebot. Am 3. Oktober 2025 wurde er in den Vereinigten Staaten auf Disney+ veröffentlicht.[19]
Rezeption
Roger Ebert von der Chicago Sun Times vergab dreieinhalb von vier Sternen und schrieb: „Es ist eine der wenigen Literaturverfilmungen, die nicht nur die Stimmung und den Ton des Romans einfängt, sondern auch dessen Stil. Bradburys Prosa ist eine seltsame Mischung aus Handwerkskunst und Lyrik. Er baut seine Geschichten und Romane geradlinig mit starker Handlung auf, doch seine Sätze verdanken mehr Thomas Wolfe als der Pulp-Tradition, und die Lyrik fehlt in diesem Film keineswegs. In seinen Beschreibungen herbstlicher Tage, in den herzlichen Gesprächen zwischen Vater und Sohn, in der unverhohlenen Romantik seines bösen Jahrmarkts und sogar im perfekten Rhythmus seines Titels ist dies ein Horrorfilm mit Eleganz.“[20]
Janet Maslin von der New York Times schrieb, der Film „beginnt mit einer so überstrapazierten Norman Rockwell-Note, dass es kaum wahrscheinlich scheint, dass etwas Aufregendes oder Unerwartetes passieren wird. Umso erfreulicher ist es, wenn der Film… sich in eine lebendige, unterhaltsame Geschichte verwandelt, die Kindlichkeit und erwachsenen Horror gleichermaßen vereint.“ Laut Maslin sei „die Staunen-auslösende Qualität dieses Abenteuers im Roman von Mr. Bradbury weitaus übertriebener als hier unter der Regie von Jack Clayton. Mr. Clayton, der vor einigen Jahren eine vielgelobte Version von The Turn of the Screw inszenierte, verleiht dem Film eine Spannung, die selbst dessen blumigste Prosa übertrifft.“[21]
Kevin Thomas von der Los Angeles Times lobte den Film als „eine der besten Produktionen von Walt Disney in den letzten Jahren – ein Film, der tatsächlich sowohl Erwachsenen als auch Jugendlichen etwas zu bieten hat.“[22]
Variety schrieb, der Film „muss als eine gewisse Enttäuschung verbucht werden. Möglichkeiten für eine düstere Fantasy aus Kindersicht im ländlichen Amerika vergangener Zeiten sind durchweg erkennbar, doch verschiedene Elemente haben sich nicht vollständig zu einem einheitlichen Werk verbunden… Clayton hat das Drehbuch von Bradbury selbst visuell gut umgesetzt, aber es versäumt, wirklich mit dem Kern des Materials in Verbindung zu treten und es zufriedenstellend zum Leben zu erwecken.“[23][24]
Gene Siskel von der Chicago Tribune vergab dem Film zwei von vier Sternen und schrieb, er „beginnt vielversprechend“, habe aber ein Drehbuch, das „zu viel Material in eine einzige Geschichte zu pressen versucht“ und ein Finale, das „nicht enttäuschender sein könnte“, mit „Neon-Spezialeffekten, die die letzte halbe Stunde des Films dominieren. Das Ergebnis ist eine schräge Mischung aus einer Folge der Twilight Zone und der Nazi-Vernichtungsszene aus Raiders of the Lost Ark.“[25]
Richard Harrington von der Washington Post kritisierte das „träge“ Tempo, die „steife Schauspielerei“ und Spezialeffekte, die „für 1983 erschreckend schlecht sind (ein Zeitmaschinen-Karussell ist die einzige effektive Sequenz in dieser Hinsicht).“[26]
Tom Milne vom The Monthly Film Bulletin beklagte: „Die Textur des Romans wurde so rücksichtslos ausgedünnt, dass kaum mehr als das Gerippe übrig bleibt; und alles, was davon übrig bleibt – befreit von der leicht selbstbewussten faulkneresken Poetik von Bradburys Stil – ist eine erschreckend schulmeisterliche Moralerzählung über Väter und Söhne, die Eitelkeit von Illusionen und hausgemachte Rezepte zur Dämonenabwehr (‘Glück lässt sie fliehen’).“[27]
Christopher John rezensierte den Film in Ares Magazine Nr. 15 und kommentierte: „Wenn sich Ihnen jemals die Gelegenheit bietet, diesen Film zu sehen, ergreifen Sie sie. Selten wird in diesem Land ein so ruhiger und dennoch kraftvoller Film gemacht.“[28]
Colin Greenland rezensierte Something Wicked This Way Comes für das Magazin Imagine und bezeichnete ihn als „einen für den SFX-Kenner, ein visuelles Fest.“[29]
Stand Juni 2023 hält der Film eine Bewertung von 61 Prozent auf Rotten Tomatoes, basierend auf 33 Kritiken. Das Fazit lautet: „Wahre Angst und typische Disney-Tugendhaftigkeit stehen sich in Something Wicked This Way Comes unangenehm gegenüber.“[30]
Auszeichnungen
Der Film gewann 1984 den Saturn Award in den Kategorien „Best Fantasy Film“ und „Best Writing“ und war in fünf weiteren Kategorien nominiert, darunter „Beste Musik“ für James Horner und „Bester Nebendarsteller“ für Jonathan Pryce. Er wurde außerdem für den Hugo Award in der Kategorie „Best Dramatic Presentation“ und den „Grand Jury Prize“ beim Avoriaz Fantastic Film Festival nominiert.[1]
Trivia
Im Jahr 2014 kündigte Disney eine Neuverfilmung von Something Wicked This Way Comes an, bei der Seth Grahame-Smith das Drehbuch schreiben, sein Regiedebüt geben und gemeinsam mit David Katzenberg unter ihrem Produktionslabel KatzSmith Productions produzieren sollte. Berichten zufolge wollte Grahame-Smith sich dabei hauptsächlich auf Ray Bradburys Buchvorlage konzentrieren.[31]
Ray Bradburys Roman war bereits 1972 als britischer Low-Budget-Film Something Wicked This Way Comes adaptiert worden, wobei die meisten Figuren umbenannt wurden: so wurden etwa Mr. Dark und Mr. Cooger zu Mr. Black und Mr. Puma. Die Kurzgeschichte, die als Kernstück des Romans diente, wurde 1990 für das Fernsehen unter dem Titel The Black Ferris adaptiert.[1]
Stan Winston und sein Team arbeiteten laut dem Buch The Winston Effect an Spezial-Make-up-Effekten des Films, wurden im Abspann jedoch nicht erwähnt. Die Szene, in der Mr. Dark am Ende des Films zu Tode altert, wurde als zu realistisch, grotesk und beängstigend empfunden, und ein Großteil dieser Effekte mussten aus der finalen Schnittfassung des Films entfernt werden.[1]
Synchronisation
| Darsteller | Sprecher[32] | Rolle |
|---|---|---|
| Jason Robards | Christian Rode | Charles Halloway |
| Jack Dodson | Hans-Jürgen Wolf | Dr. Douglas |
| Mary Grace Canfield | Renate Danz | Miss Foley |
| Sharan Lea | Susanna Bonasewicz | Miss Foley (jung) |
| Jonathan Pryce | Joachim Tennstedt | Mr. Dark |
| Jake Dengel | Wilfried Herbst | Mr. Tetley |
| Diane Ladd | Karin Buchholz | Mrs. Nightshade |
| Pam Grier | Kerstin Sanders-Dornseif | Staubhexe |
| Royal Dano | Jochen Schröder | Tom Fury |
Literatur
- Ray Bradbury: Das Böse kommt auf leisen Sohlen. Verlag Diogenes, 2003, ISBN 3-257-20866-9.
Weblinks
- Das Böse kommt auf leisen Sohlen bei IMDb
- Das Böse kommt auf leisen Sohlen bei Fernsehserien.de
- Das Böse kommt auf leisen Sohlen in der Online-Filmdatenbank
- Das Böse kommt auf leisen Sohlen in The Movie Database
- Das Böse kommt auf leisen Sohlen. In: Open Media Database.
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e f Das Böse kommt auf leisen Sohlen. Internet Movie Database, abgerufen am 28. Oktober 2025.
- ↑ Das Böse kommt auf leisen Sohlen in The Movie Database, abgerufen am 28. Oktober 2025.
- ↑ Das Böse kommt auf leisen Sohlen. In: Open Media Database. Abgerufen am 28. Oktober 2025.
- ↑ Das Böse kommt auf leisen Sohlen in der Online-Filmdatenbank; abgerufen am 28. Oktober 2025.
- ↑ a b c d e f g h i Detail view of Movies Page. In: American Film Institute. Archiviert vom am 9. Juli 2017; abgerufen am 16. September 2016 (englisch).
- ↑ Daily News-Post from Monrovia, California on January 7, 1974 · 9. In: Newspapers.com. 7. Januar 1974, abgerufen am 19. Juni 2021 (englisch).
- ↑ The Los Angeles Times from Los Angeles, California on July 28, 1976 · Page 87. In: Newspapers.com. 28. Juli 1976, abgerufen am 19. Juni 2021 (englisch).
- ↑ Cinefantastique: Cinefantastique V 05 N 02 (Fall 1976). 1. Oktober 1976 (englisch, archive.org).
- ↑ Larry Jensen: Hollywood’s Railroads: Sierra Railroad. Two. Cochetopa Press, Sequim, Washington 2018, ISBN 978-0-692-06472-6, S. 60 (englisch, google.com).
- ↑ Sam Weller: The Bradbury Chronicles: The Life of Ray Bradbury. William Morrow, New York 2005, ISBN 0-06-054581-X, S. 306–309 (englisch, archive.org).
- ↑ William Fischer: Disney’s Creepiest Live-Action Film Is Hard To Shake Off. In: Collider. 29. April 2023, abgerufen am 18. August 2025 (englisch).
- ↑ Expanded ‘Edward Scissorhands’ Soundtrack and Unused ‘Something Wicked This Way Comes’ Score to Be Released. In: Film Music Reporter. 8. Dezember 2015, abgerufen am 8. Dezember 2015 (englisch).
- ↑ James Horner – Something Wicked This Way Comes (Original Motion Picture Score). In: Discogs. (englisch).
- ↑ Lerouge, Stephanie Georges Delerue Unused Scores 2011 CD liner notes
- ↑ Ray Bradbury: Bradbury Speaks: Too Soon from the Cave, Too Far from the Stars. William Morrow, New York 2005, ISBN 0-06-058568-4, S. 10 (englisch, archive.org).
- ↑ Something Wicked This Way Comes. In: Box Office Mojo. Abgerufen am 28. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Das Böse kommt auf leisen Sohlen bei Fernsehserien.de, abgerufen am 28. Oktober 2025.
- ↑ https://www.blu-ray.com/Something-Wicked-This-Way-Comes/116691/
- ↑ https://whatsondisneyplus.com/something-wicked-this-way-comes-coming-soon-to-disney/
- ↑ Roger Ebert: Something Wicked This Way Comes. In: Chicago Sun-Times. 29. April 1983, abgerufen am 10. Oktober 2020 (englisch).
- ↑ Janet Maslin: Disney’s Bradbury. In: The New York Times. 29. April 1983, abgerufen am 16. Dezember 2012 (englisch).
- ↑ Thomas, Kevin (1983-04-29). „Bradbury Casts Coming of Carnival in Sinister Light“. Los Angeles Times. Part VI, p. 1.
- ↑ „Film Reviews: Something Wicked This Way Comes“. Variety. 1983-05-04. 10.
- ↑ Something Wicked This Way Comes. In: Variety. 1. Januar 1983 (englisch).
- ↑ Siskel, Gene (1983-05-03). „‘Something’ loses the way after a ‘Wicked’ beginning“. Chicago Tribune. Section 4, p. 6.
- ↑ Harrington, Richard (1983-05-07). „Something Naive“. The Washington Post. C9.
- ↑ Tom Milne: Something Wicked This Way Comes. In: The Monthly Film Bulletin. 50. Jahrgang, Nr. 597, Oktober 1983, S. 279 (englisch).
- ↑ Christopher John: Film. In: Ares Magazine. Nr. 15. TSR, Inc., 1983, S. 14–15 (englisch).
- ↑ Colin Greenland: Film Review. In: Imagine. Nr. 6. TSR Hobbies (UK), Ltd., 1983, S. 35 (englisch).
- ↑ Something Wicked This Way Comes. In: Rotten Tomatoes. Abgerufen am 23. März 2021 (englisch).
- ↑ Mike Fleming: Disney, Seth Grahame-Smith Making New Film Of Ray Bradbury’s ‘Something Wicked This Way Comes’. Deadline, abgerufen am 12. März 2014 (englisch).
- ↑ Das Böse kommt auf leisen Sohlen. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 28. Oktober 2025.