Daniel Brélaz
Daniel Brélaz (* 4. Januar 1950 in Lausanne; heimatberechtigt in Lutry; † 28. Dezember 2025 in Lausanne) war ein Schweizer Politiker (Grüne). Er war langjähriger Stadtpräsident von Lausanne und Nationalrat.
Biografie
Daniel Brélaz stieg früh in die Politik ein. Nach dem Abschluss seines Mathematikstudiums 1975 an der École polytechnique fédérale de Lausanne arbeitete er neben seinem politischen Engagement beim Groupement pour la protection de l’environnement als Mathematiklehrer. 1978 schaffte er den Sprung ins Waadtländische Kantonsparlament, und 1979 wurde er – als weltweit erster Grüner[1] – in ein nationales Parlament gewählt. Bis 1989 war er im Nationalrat tätig. Von 1982 bis 1983 war er nochmals im Waadtländer Kantonsparlament vertreten.
1989 wurde Brélaz in den Lausanner Stadtrat (Exekutive) gewählt. Schliesslich wurde er im Jahre 2001 zum Lausanner Stadtpräsidenten (Syndic) gewählt und 2006 bereits im ersten Wahlgang wiedergewählt. Gleichzeitig übte er das Amt des städtischen Finanzdirektors aus. 2016 trat er als Stadtpräsident zurück.
Von 2007 bis 2011 sass er erneut im Nationalrat. Nach einer Pause war er ab 2015 wieder im Nationalrat vertreten. Nach erfolgreicher Wiederwahl 2019 trat er per Ende Februar 2022 zurück. Sein Nachfolger wurde der Waadtländer Kantonsparlamentarier Raphaël Mahaim.[2] Nationalratspräsidentin Irène Kälin würdigte in ihrer Verabschiedung im Nationalrat sein Engagement: «In den mehr als zwanzig Jahren in unserem Rat engagierte sich Daniel Brélaz vor allem in den grünen Kernthemen, der Umwelt-, Energie- und Verkehrspolitik. Er arbeitete mit in zahlreichen Ad-hoc-Kommissionen und weiter in der Kommission für Wirtschaft und Abgaben, in der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen, in der Kommission für Rechtsfragen, in der Delegation für die Beziehungen zum Europäischen Parlament und in der Finanzkommission. Nicht nur in der Finanzpolitik, auch generell kamen das ausgezeichnete Gedächtnis und das Flair des studierten Mathematikers für Zahlen, genaue Berechnungen und glasklare Analysen zum Tragen.»[3]
Daniel Brélaz war verheiratet und Vater eines Sohnes. In der Westschweiz wurde er wegen seiner Erscheinung oft als géant vert («grüner Riese») bezeichnet.[4][5] Er trug als Markenzeichen oft eine Katzenkrawatte.[2][6] Brélaz starb in der Nacht auf den 28. Dezember 2025 im Universitätsspital Lausanne an einem Herzstillstand im Alter von 75 Jahren, nachdem er sich dort wegen eines Nierenproblems in Behandlung befunden hatte.[7]
Publikationen
- L’avenir est plus que jamais notre affaire: l’impact des grandes disruptions. Favre, Lausanne 2019, ISBN 978-2-8289-1803-3.
Weblinks
- Daniel Brélaz auf der Website der Bundesversammlung
Einzelnachweise
- ↑ Christophe Büchi: Der grüne Hüne, der nicht Bundesrat wird. In: Neue Zürcher Zeitung. 18. Januar 2010, abgerufen am 31. Dezember 2019.
- ↑ a b Nationalrat Daniel Brélaz: Europas erster Grünen-Parlamentarier hat genug. In: Schweizer Radio und Fernsehen. 30. Dezember 2019, abgerufen am 28. Dezember 2025.
- ↑ Mitteilungen der Präsidentin. In: Amtliches Bulletin der Bundesversammlung. Parlamentsdienste, 17. März 2022, abgerufen am 1. Januar 2026.
- ↑ Julie Eigenmann: Mort de Daniel Brélaz, le «géant vert» de la politique suisse. In: Le Temps. 28. Dezember 2025, ISSN 1423-3967 (letemps.ch [abgerufen am 28. Dezember 2025]).
- ↑ Erwan Le Bec: Disparition de Daniel Brélaz: depuis 1970, les principaux combats du «géant Vert». In: 24 heures. 28. Dezember 2025, abgerufen am 28. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Christophe Büchi: Übrig bleibt ein breiter Schatten. In: Neue Zürcher Zeitung. 31. März 2016, abgerufen am 28. Dezember 2025.
- ↑ Grünen-Pionier Daniel Brélaz ist gestorben. In: Sarganserländer. 28. Dezember 2025, abgerufen am 28. Dezember 2025.