Dahmetal (Verkehrsbetrieb)
| Dahmetal J. Rudolf & Sohn GmbH & Co. KG | |
|---|---|
| Basisinformationen | |
| Unternehmenssitz | Kastorf |
| Webpräsenz | www.dahmetal.de |
| Geschäftsführung | Felicitas Mölders, Rembert Mölders |
| Verkehrsverbund | HVV, NAH.SH |
| Linien | |
| Sonstige Linien | 2 (Anruf-Sammel-Taxi) |
| Statistik | |
| Einzugsgebiet | Kreise Stormarn und Herzogtum Lauenburg |
| Betriebseinrichtungen | |
| Betriebshöfe | Kastorf (Betriebshof) Trittau (Einsatzstelle) |
Die Dahmetal J. Rudolf & Sohn GmbH & Co. KG ist ein Omnibus-Verkehrsunternehmen im Kreis Herzogtum Lauenburg. Das Unternehmen betreibt innerhalb des Hamburger Verkehrsverbund (HVV) mehrere Buslinien in den Kreisen Stormarn und Herzogtum Lauenburg. Neben dem Linienverkehr führt das Unternehmen auch Auftragsfahrten und touristische Fahrten durch. Dahmetal ist Subunternehmer für folgende Betriebe: Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH.Mobility), Autokraft und Verkehrsbetriebe Kreis Plön (VKP).
Geschichte
Im März 1931 wurde das Unternehmen in Schulzendorf im brandenburgischen Landkreis Dahme-Spreewald von Johannes Rudolf gegründet. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges flüchtete die Familie Rudolf im Rahmen eines Verwundetentransports mit dem Bus vor der voranschreitenden Sowjetarmee Richtung Hamburg. Diese Fahrt endete am 5. Mai 1945 in Bliestorf im Kreis Herzogtum Lauenburg in Schleswig-Holstein. Da die Rückkehr in die Heimat nicht möglich war, wurde im Jahr 1946 ein neuer Betrieb in Bliestorf gegründet.
Im Jahr 1952 wurden zwei Buslinien um Grenzraum der Kreise Stormarn / Herzogtum Lauenburg zwischen Lübeck und Großhansdorf betrieben:[1]
- Lübeck, Parade – Bliestorf – Kastorf – (Labenz – Sandesneben – Wentorf) / (Steinhorst – Schiphorst) – Schönberg / – Großhansdorf, U-Bf.
- Lübeck, Parade – Bliestorf – Kastorf – Steinhorst – (Schiphorst) – Stubben – Eichhorst – Mollhagen – Todendorf – Oetjendorf – Großhansdorf, U-Bf. (– Ahrensburg Bf.)
Der Betriebshof in Bliestorf wurde 1958 mit einem neuen Wohn- und Verwaltungsgebäude ergänzt. Hier war der Stützpunkt für bis zu 14 Omnibusse. 1990 waren es bereits 30 Busse, so dass es zu eng wurde. 1995 erfolgte daher ein Umzug an den heutigen Unternehmensstandort in Kastorf.[2]
Eingesetzte Fahrzeuge
Johannes Rudolf begann 1931 mit je einem Fahrzeug von Chevrolet und von Brennabor. 1934 wurde ein Daimler-Benz mit einem stromlinienförmigen Omnibus-Aufbau und 1935 ein MAN mit Dieselmotor und 1936 ein Büssing beschafft. 1937 folgten zwei Henschel. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs kamen noch zehn weitere Fahrzeuge von Henschel, Daimler-Benz, NAG, Ford und MAN dazu.
Neben einem neuen Kässbohrer Setra S 8 und einem gebrauchten Renault-Bus kamen von den 1950er bis Mitte der 1970er Jahre insgesamt 34 Busse von Magirus-Deutz (Saturn II in beiden Längen, R- und RS-200-Reisebusse, ab 1970 auch Standardlinienbusse), sowohl gebraucht (von den Stadtwerken Lübeck, der Hamburger Hochbahn und den Kölner Verkehrsbetrieben KVB) als auch neu gekaufte, meist als Stadt- oder Überlandbusse, aber auch einige Reisebusse. 1975 kamen von den KVB auch vier gebrauchte Büssing/Ludewig 1½-Decker-Busse dazu, 1976 folgten zwei solcher 1½-Decker von der NIAG Moers und 1978 nochmals sechs 1½-Decker von der ASEAG aus Aachen. Neben fünf Mercedes-Benz O-303-Reisebussen von 1978/79 wurden ab 1978 neue MAN-Linien- und Reisebusse beschafft. Von der ASEAG kamen 1981 noch vier gebrauchte Büssing 110 V Standard-Linienbusse von 1968 dazu, ebenso drei Büssing Präfekt 13 D von der Dürener Kreisbahn (DKB) mit Baujahr 1969.
Nach diesen Gebrauchtkäufen, hauptsächlich für den Einsatz im Schülerverkehr, kaufte Dahmetal fast nur noch neue Busse. Als weitere Reisebusse kamen 1981/82 wieder fünf MB O 303 in den Bestand, aber 1982 wurden auch der erste Setra S 215, zwei MB O 305, ein MB O 307 und ein MAN SL 200 beschafft. Von letzterem Typ kamen 1983 weitere sieben Linienbusse, außerdem ein MAN SR 280 und ein Vetter Gelenk-Reisebus sowie vier Setra S 215, davon einer mit Sonderausrüstung zur Beförderung von neun Rollstühlen. In der Folge kamen die weiteren Bus-Beschaffungen neben einzelnen O-303-Reisebussen ausschließlich von den Herstellern MAN, Setra, Neoplan und Van Hool.[3]
Weitere Entwicklung
Für den Betrieb der Städte-Schnellbus-Linie von Ratzeburg über Mölln zum Hamburger U-Bf. Wandsbek Markt wurde mit Beteiligung der Ratzeburg-Möllner Verkehrsgesellschaft (RMVG) das Tochterunternehmen Verkehrsgesellschaft Südholstein (VGS) mit Standort Mölln gegründet. 1991 wurde auch diese Linie in die Verkehrs- und Tarifgemeinschaft Lauenburg (VGL) integriert.
Zum 1. Januar 2018 verlor das Unternehmen die Konzessionen der Buslinien im Kreis Herzogtum Lauenburg an das Schleswig-Holsteinische Deutsche-Bahn-Tochterunternehmen Autokraft. Zum 15. Dezember 2019 verlor Dahmetal im Rahmen einer Verbesserung der Ausschreibung auch Konzessionen von Buslinien im Kreis Stormarn an die Autokraft.
Linienübersicht
Folgende Buslinien der Verkehrsgesellschaft Südholstein mbH (VGS) werden seit Dezember 2020 vom Busunternehmen Dahmetal betrieben:
| Linie | Verbindung |
|---|---|
| 264 | Hamburg-Rahlstedt Bahnhof – Stapelfeld – Braak – Großensee (– Lütjensee – Grönwohld – Trittau, Alter Bahnhof – Trittau, Vorburg nur in Lastrichtung) (nur mo–fr) |
| 364 | Hamburg-Rahlstedt Bahnhof – Stapelfeld – Braak – Großensee – Lütjensee – Grönwohld – Trittau, Alter Bahnhof – Trittau, Vorburg |
| 464 | Großensee – Lütjensee – Grönwohld – Trittau, Alter Bf. – Trittau, Schulzentrum (nur Einzelfahrten an Schultagen) |
| 764 | Schmalenbeck, Schulzentrum – Kiekut – U-Bf. Großhansdorf – Hoisdorf / – Oetjendorf – Lütjensee (nur an Schultagen) |
| 465 | (Großensee –) Lütjensee – Dwerkaten – Grönwohld – Trittau, Alter Bf. – Trittau, Schulzentrum (nur an Schultagen) |
| 765 | Schulverkehr Trittau (nur Einzelfahrten an Schultagen) |
| 369 | (Ahrensburg, Schulzentrum Am Heimgarten –) Ahrensburg Bahnhof – Schmalenbeck – U-Bf. Großhansdorf – Hoisdorf – Lütjensee – Trittau |
| 8763 | Trittau, Schulzentrum – Vorburg – Hamfelde – Köthel – Koberg – Nusse ZOB (nur an Schultagen) |
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Blitzo-Kursbuch · Gültig ab 18. Mai 1952, mit sämtlichen Autobus-Linien in Schleswig-Holstein, Verlag Christian Wolff, Flensburg 1952, S. 142/143
- ↑ Dahmetal-Geschichte, dahmetal.de, abgerufen am 3. September 2025
- ↑ Fahrzeuglisten von Wolfgang Marotzke, Michael Voigt und Jörn Böge
Koordinaten: 53° 44′ 59″ N, 10° 33′ 54″ O