Dahlmanns letzte Bescherung

Film
Titel Dahlmanns letzte Bescherung
Produktionsland Deutschland, Österreich
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2025
Länge 98 Minuten
Produktions­unternehmen
  • Studio Zentral
  • Graf Film
Stab
Regie Isabel Braak
Drehbuch Magnus Vattrodt
Produktion
  • Lasse Scharpen
  • Xenia Richter
  • Livia Graf-Bechler
  • Klaus Graf
Musik Florian Tessloff
Kamera Maximilian Hoever
Schnitt Jan Ruschke
Besetzung

Dahlmanns letzte Bescherung ist ein deutsch-österreichischer Fernsehfilm aus dem Jahr 2025 von Regisseurin Isabel Braak nach einem Drehbuch von Magnus Vattrodt mit Heino Ferch, Ulrike C. Tscharre, Jürgen Vogel und Anja Kling.[1]

Handlung

Alfons Dahlmann, der Gründer der Fleisch- und Wurstwarenfabrik Dahlmann, lädt seine drei erwachsenen Kinder Leander, Jochen und Therese und deren Partner über die Weihnachtsfeiertage in die Villa Tiefenthal, sein Jagdschloss in den Bergen, ein. Adoptivsohn Leander, das älteste der drei Kinder, erscheint mit Frau Susa und Tochter Tabea; Schriftstellerin Therese kommt mit Partnerin Emma. Jochen wurde gerade vorzeitig aus der Haft entlassen. Koch Karl ist der beste Freund von Alfons. Überraschend befindet sich auch Mitbewerber Dr. Leonard Windemeyer, Erbe der Windemeyer-Holding, unter den Gästen.

Alfons kündigt seinen Rückzug aus der Firma mit Jahresende an; seine Nachfolge wolle er am nächsten Tag bekanntgeben. Bevor es dazu kommt, wird Alfons tot mit einer Stichwunde im Rücken aufgefunden. Seitens der Polizei übernehmen Greta und Oliver die Ermittlungen. Jochen hat wegen Körperverletzung ein Anti-Aggressions-Training absolviert. In Haft war er wegen Veruntreuung von vier Millionen Euro und Bilanzfälschung in der Firma seines Vaters. Wegen Selbstanzeige wurde die Haftdauer auf zwei Jahre reduziert. Jochen und Tabea haben am Abend gemeinsam Alkohol getrunken; Jochen kann sich nicht mehr erinnern, was danach passiert ist. Später findet er ein blutiges Messer in seinen Sachen.

Emma verdächtigt Therese, ihren Vater ermordet zu haben, weil der Mord genauso passiert ist, wie sie es in einem ihrer Kriminalromane beschrieben hat. Viktoria ist die frühere Sekretärin und nach der früh verstorbenen Mimi die zweite Ehefrau von Alfons. Von Emma wird ihr unterstellt, Alfons nur des Geldes wegen geheiratet zu haben. Auch Alfons hat sie in der Mordnacht danach gefragt. Greta verdächtigt sie darauf, ihren Mann im Zorn erstochen zu haben. Leander war wütend auf seinen Vater, weil dieser ihm die Leitung des Unternehmens nicht übertragen wollte. Seine Frau und er schlafen seit Jahren getrennt, wodurch er auch kein Alibi hat. Er hat eine Verletzung am Rücken, die vom Geweih eines Rehbocks stammt, auf dem er sich aufgespießt hat, als er den Tresor seines Vaters mit wichtigen Dokumenten öffnen wollte und sich verstecken musste, als jemand überraschend auftauchte. Danach war der Tresor verschwunden. Therese stand immer im Schatten ihrer Brüder und bekam von ihrem Vater nicht die Anerkennung, die sie sich wünschte.

Den Tresor hat Emma versteckt. Darin finden sich Unterlagen von Alfons, wonach er die Firma an Leonard Windemeyer übertragen hat. Leander unterstellt Windemeyer Betrug: Er soll Alfons gezwungen haben, die Dokumente zu unterschreiben, und danach Alfons ermordet haben. Am Vortag hat Alfons alle Anwesenden gebeten, eine Verschwiegenheitserklärung für die für den nächsten Tag geplanten Gespräche zu unterzeichnen. Leander, Jochen und Therese haben darin auch eine Klausel unterschrieben, mit der sie ihre bisherigen Firmenanteile an ihren Vater überschrieben haben. Laut Windemeyer hat ihm Alfons das Unternehmen geschenkt, weil keines seiner Kinder in der Lage sei, einen Konzern zu führen, und er dabei zusehen müsste, wie alles vor die Hunde geht.

Die Polizisten finden das blutige Messer, das Jochen entsorgt hat. Tabea gibt an, mit Jochen Alkohol getrunken und MDMA konsumiert zu haben. Im Drogenrausch hat er die für Silvester vorgesehenen Feuerwerkskörper im Fahrzeug von Leander angezündet. Danach wollte er mit Alfons reden. Jochen behauptet, dass die vier Millionen nicht er, sondern sein Vater veruntreut habe. Er sei für seinen Vater ins Gefängnis gegangen, um ihn zu schützen. Leander beschuldigt seinen Bruder, Alfons wie ein Wildschwein abgestochen zu haben. Das bringt Polizistin Greta darauf, dass es sich bei dem Blut an Alfons’ Wunde um Wildschweinblut handelt.

Karl gesteht, Alfons am Abend tot aufgefunden zu haben. Er vermutete, dass er mit Tabletten Suizid begangen hatte, weil ihn seine Kinder und seine Frau hassten. Karl behauptet, dem bereits toten Alfons das Messer in den Rücken gerammt zu haben, weil die Lebensversicherung bei Suizid nicht zahle. Anschließend habe er es wie einen Einbruch aussehen lassen, indem er das Büro verwüstet und eine Fensterscheibe von innen eingeschlagen habe. Weil der Tote nicht geblutet habe, habe er Wildschweinblut verwendet. Das Messer in Alfons’ Rücken hat Jochen im Drogenrausch mitgenommen, ohne sich am nächsten Tag daran erinnern zu können.

Viktoria enthüllt darauf, dass das Unternehmen pleite sei, weil immer weniger Fleisch konsumiert werde, die Billigkonkurrenz Windemeyer die Preise drücke und Alfons kein Personal entlassen wollte. Das Vermögen habe er mit Warentermingeschäften und Derivaten verspekuliert. Die vier Millionen, für die Jochen im Gefängnis war, seien nur ein Bruchteil davon gewesen. Alfons habe seinen Kindern keine Schulden hinterlassen wollen und das Schuldenpaket daher an Windemeyer übertragen. Polizistin Greta zählt die Tabletten von Alfons nach. Da keine fehlt, war es kein Suizid; der Rechtsmediziner vermutet einen Herzinfarkt. Die versöhnte Familie feiert gemeinsam Weihnachten und stößt dabei auf Alfons an.

Produktion und Hintergrund

Die Dreharbeiten fanden vom 11. Februar bis zum 13. März 2025 in Niederösterreich und Salzburg statt.[1][2] Ursprünglich war ein Motiv in Vorarlberg vorgesehen; nachdem in der Vergangenheit der Anfahrtsweg im Winter wegen Lawinengefahr häufig gesperrt war, wurde nach einer Alternative gesucht. Für die Außenmotive wurde aufgrund der Schneelage zum Zeitpunkt der Dreharbeiten auf Salzburg ausgewichen.[2] Drehort war unter anderem das niederösterreichische Adamstal (Gemeinde Ramsau) und Umgebung.[3]

Produziert wurde der Film vom deutschen Studio Zentral (Produzent Lasse Scharpen, Producerin Xenia Richter) in Koproduktion mit der österreichischen Graf Film (Produzenten Livia Graf-Bechler und Klaus Graf), beteiligt waren das ZDF und ServusTV. Unterstützt wurde die Produktion von FISA+ und Film in Austria (ABA).[1][4]

Die Kamera führte Maximilian Hoever, die Musik schrieb Florian Tessloff und sie wurde vom Deutschen Filmorchester Babelsberg eingespielt.[5] Die Montage verantwortete Jan Ruschke und das Casting Rebecca Gerling und Lina Behr. Das Kostümbild gestaltete Elisabeth Fritsche, das Szenenbild Nina Salak und Katharina Haring, den Ton Joachim Johannes Baumann und Bernd Siebenhofer und die Maske Danijela Brdar.[1][2][6]

Veröffentlichung

In der ZDF Mediathek wurde der Film am 15. November 2025 veröffentlicht, die Erstausstrahlung im ZDF war am 22. Dezember 2025.[4]

Österreichpremiere war am 29. November 2025 am Filmfestival Kitzbühel.[7] Auf ServusTV wurde der Film am 20. Dezember 2025 erstmals gezeigt.[8]

Rezeption

Kritiken

Rainer Tittelbach vergab auf tittelbach.tv fünf von sechs Sternen. Das Murder-Mystery-Kammerspiel mit Old-School-Krimi-Flair entführe die Zuschauer eher in den Mikrokosmos einer Agatha-Christie-Erzählung als in die Abläufe eines realistischen Ermittlerkrimis. Auch dramaturgisch funktioniere dieser Whodunit bestens. Der top besetzte Ensemblefilm sei über die Raffinesse der Plot-Konstruktion hinaus mindestens so spannend wie eine herkömmliche Kriminalkomödie.[9]

Corinna Götz bezeichnete die Produktion auf the-spot-mediafilm.com als vergnüglichen, dialogstarken Mix aus Familiendrama und klassischem Whodunit, eine Art zeitgemäße Neuverfilmung von Hercule Poirots Weihnachten, ein Knives Out im Alpenvorland mit brillantem A-Liga-Cast und spielfreudigen Stars. Die bekannten Zutaten aus Agatha Christies Rezeptbuch würden mit Wiener Schmäh und trockenem Galgenhumor gewürzt. Die Entdeckung des Films sei Noëmi Krausz.[10]

Oliver Alexander nannte die Produktion auf quotenmeter.de einen Film, der nicht alles neu erfinde, aber genug Eigenständigkeit besitze, um im Gedächtnis zu bleiben. Dieser nehme sich Zeit für seine Figuren, traue seinem Publikum Ambivalenzen zu und verweigere sich der schnellen Auflösung.[11]

Oliver Armknecht bewertete die Produktion auf film-rezensionen.de mit sechs von zehn Punkten. Die Krimikomödie halte sich über weite Strecken ans Bewährte und glänze nicht unbedingt mit Einfallsreichtum. Unterhaltsam sei sie dennoch, auch wegen des spielfreudigen Ensembles. Und zumindest bei der Auflösung habe man sich einiges überlegt.[12]

Susanne Bald urteilte auf prisma.de, dass diese Mischung aus prominenter Besetzung, Skurrilität, schwarzem Humor, Familiendrama und Anleihen aus altmodischen Krimi- und Horrorfilmen eine durchaus sehenswerte und amüsante Alternative zu den vielen romantischen Weihnachtskomödien im TV-Programm sei.[13]

Tilmann P. Gangloff meinte auf evangelisch.de, dass das Krimidrama an einer gewissen Spannungsarmut leide. Die Mitwirkenden seien individuell allesamt überzeugend, als Gruppe eher weniger. Sehenswert sei der Film vor allem wegen der Handlung, die inklusive einer grimmigen Schlusspointe immer wieder durch überraschende Wendungen erfreue.[14]

Quote

Die Erstausstrahlung im ZDF am 22. Dezember 2025 wurde von 4,89 Millionen Menschen verfolgt, der Marktanteil betrug 20,5 Prozent.[15]

Im Dezember 2025 verzeichnete der Film in den deutschen Streaming-Monatscharts der AGF 1,350 Millionen Views.[16][17]

Einzelnachweise

  1. a b c d Dahlmanns letzte Bescherung bei crew united, abgerufen am 15. Oktober 2025.
  2. a b c Dahlmanns letzte Bescherung. In: zdf.de. Abgerufen am 15. Oktober 2025.
  3. Heino Ferch. In: TV-Media 52/2025, S. 12–13. Dezember 2025, abgerufen am 18. Dezember 2025.
  4. a b Vera Tidona: „Dahlmanns letzte Bescherung“: ZDF-Weihnachtskrimi mit Heino Ferch, Jürgen Vogel und Anja Kling. In: fernsehserien.de. 2. Oktober 2025, abgerufen am 14. Oktober 2025.
  5. Quelle: Abspann
  6. Dahlmanns letzte Bescherung. In: graffilm.com. Abgerufen am 15. Oktober 2025.
  7. Dahlmanns letzte Bescherung. In: ffkb.at. Abgerufen am 15. November 2025.
  8. Dahlmanns letzte Bescherung. In: servustv.com. Abgerufen am 12. November 2025.
  9. Rainer Tittelbach: Dahlmanns letzte Bescherung. In: tittelbach.tv. Abgerufen am 1. Dezember 2025.
  10. Corinna Götz: REVIEW TV: „Dahlmanns letzte Bescherung“. In: the-spot-mediafilm.com. 11. Dezember 2025, abgerufen am 11. Dezember 2025.
  11. Oliver Alexander: Die Kritiker: «Dahlmanns letzte Bescherung». In: quotenmeter.de. 21. Dezember 2025, abgerufen am 21. Dezember 2025.
  12. Oliver Armknecht: Dahlmanns letzte Bescherung. In: film-rezensionen.de. 22. Dezember 2025, abgerufen am 22. Dezember 2025.
  13. Susanne Bald: "Dahlmanns letzte Bescherung": Kritik zum ZDF-Krimi mit Anja Kling. In: prisma.de. 22. Dezember 2025, abgerufen am 25. Dezember 2025.
  14. Tilmann P. Gangloff: TV-Tipp: "Dahlmanns letzte Bescherung". In: evangelisch.de. 22. Dezember 2025, abgerufen am 25. Dezember 2025.
  15. Mario Thunert: Primetime-Check: 22. Dezember 2025. In: quotenmeter.de. 23. Dezember 2025, abgerufen am 23. Dezember 2025.
  16. Uwe Mantel: Streaming-Daten der AGF: "Fallout" führt Charts an, "Schwarzes Gold" knackt Millionen-Marke. In: dwdl.de. 2. Januar 2026, abgerufen am 2. Januar 2026.
  17. Michael Müller: Deutschland: Streaming: „Fallout”, „Monte Christo” & „Temptation Island” dominieren Dezember. In: the-spot-mediafilm.com. 2. Januar 2026, abgerufen am 2. Januar 2026.