DVG GT 10 NC-DU

DVG GT 10 NC-DU
GT 10 NC-DU Nummer 1029 in Duisburg-Marxloh
Hersteller: DUEWAG
Baujahr(e): 1986–1993
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge: 32.640 mm
Leermasse: 35,4 t
Höchstgeschwindigkeit: 60 km/h
65 km/h in automatischer Linienführung (ALF)
Stromsystem: 750 V=
Stromübertragung: Oberleitung
Sitzplätze: 62
Stehplätze: 114
Fußbodenhöhe: 780 mm (Hochflur)
280 mm (Niederflur)

Der GT 10 NC-DU ist ein zehnachsiger Triebwagentyp der Straßenbahn der Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG). Ihm zu Grunde liegt die achtachsige Ursprungsausführung GT 8 NC-DU. Dieser Gelenkwagen ist eine für das Duisburger Schienennetz entworfene Spezialanfertigung mit einer geringen Wagenkastenbreite von 2,2 Metern.

Entwicklung und Geschichte

Zur Inbetriebnahme des Stadtbahntunnels in der Duisburger Innenstadt am 11. Juli 1992 wurde ein neuer Wagentyp benötigt. Die folgenden Grundeigenschaften sollten dabei zum Tragen kommen:

Der bereits seit Anfang der 1970er Jahre auf dem Markt erhältliche und bewährte Stadtbahnwagen N8C kam für das Duisburger Netz wegen seiner zu großen Breite von 2,3 Meter nicht in Frage. Der Grund für diese entscheidende Einschränkung lag in dem stellenweise geringen Gleismittenabstand und enger Gleisradien an diversen Stellen (u. a. in Ruhrort zwischen Karlstraße und Tausendfensterhaus entlang der Linie 901).

1984 wurde an die Waggonfabrik DUEWAG in Düsseldorf der Auftrag zum Bau der ersten 14 Fahrzeuge, noch in der ursprünglichen achtachsigen Version, erteilt. Das Aussehen lehnt sich stark an die Stadtbahnwagen des Typs B80C an. Das Fahrzeug verfügt jedoch im Vergleich zu diesen über zwei Gelenke anstatt eines. Um die technischen Eigenschaften dieses Typs schon vorher im täglichen Einsatz testen zu können, wurde ein achtachsiger Gelenkwagen (Wagennummer 1000) aus dem Jahr 1966 nach einem Brandschaden mit einer Chopper-Steuerung versehen, 1994/95 folgte der Umbau zum Zweirichtungswagen mit neuen Stirnfronten. 1996 wurde dieser Wagen mit einem umgebauten GT8-Mittelteil mit Niederflur-Einstieg zum Zehnachser verlängert.

Im Jahr 1986 begann die Auslieferung der ersten Serie der GT 8 NC-DU (Wagennummern 1001–1014). Der Einsatz erfolgte zunächst auf den Linien 901 und 904, seltener auf der Linie 909. Mit der Stilllegung der Schleife Mülheim Rathaus im Jahr 1987 und Umwandlung in eine Stumpfendstelle wurde der Einsatz dieses Zweirichtungswagens auf der Linie 901 obligatorisch. Die Kehranlage am Zoo verlangte dann auch Zweirichtungswagen.

Nach der Eröffnung des Stadtbahntunnels in der Duisburger Innenstadt 1992 wurde das Modell das Standardfahrzeug für die Straßenbahnlinien 901, 902 und 903. Bereits kurze Zeit nach der Umstellung auf den GT 8 NC-DU machten sich massive Kapazitätsprobleme bemerkbar. So entschloss sich die DVG, die mittlerweile auf 45 Fahrzeugen angewachsene Flotte mittels eines Niederflur-Mittelteils zu verlängern.

Der Umbau begann 1996 mit Wagen 1045 und wurde in der Reihenfolge rückwärts bis zum Jahr 1997 durchgeführt. Die Wagenlänge betrug nun 32,64 Meter, die Bezeichnung änderte sich in GT 10 NC-DU (Gelenktriebwagen, 10-achsig, Normalspur, Chopper-Steuerung, Duisburger Sonderanfertigung). Die zulässige Höchstgeschwindigkeit sank durch diesen Umbau auf 60 km/h. Zuvor hatte diese wie bei den übrigen Mitgliedern dieser Fahrzeugfamilie bei 70 km/h gelegen.

Auf Grund von Lieferschwierigkeiten des neuen Wagentyps Siemens Combino wurden die Wagen 1001, 1002 und 1003 von 1999 bis 2002 nach Amsterdam ausgeliehen. Dort wurden die Wagen im aktiven Liniendienst der GVB eingesetzt.

Die Wagen werden durch Neufahrzeuge des Typs GT 8 ND ersetzt. Im August 2025 waren noch 24 GT 10 NC-DU verblieben, davon 15 einsatzfähig.[1]

Modifikationen

Neben der bereits erwähnten Erweiterung zum Zehnachser wurden im Laufe der Jahre zahlreiche Umbauten durchgeführt, hier eine nichtchronologische Auswahl:

  • Austausch der runden Scheinwerfer gegen quadratische Halogen-Scheinwerfer, sowie der einzelnen, runden Streugläser für Rück- und Bremslicht gegen quadratische LED-Leuchteinheiten (dauert an). Nach und nach wird auch die dritte, auf dem Dach befindliche, weiße Leuchte gegen weiße LED ausgetauscht.
  • Matrixanzeigen anstatt Rollbandanzeigen
  • Einbau von je einer Sitzbank mit drei Sitzen hinter den Fahrerkabinen
  • Digitale Haltestellenzeige im Hoch- und Niederflur-Mittelteil
  • Austausch der Kunstledersitze gegen Hartschalensitze (teilweise mit Stoffbezug)
  • Videoüberwachung

Wagenübersicht

Stand: Mitte Dezember 2025

Wagen Baujahr Ausmusterung und Bemerkungen
1001 1986
1002 1986 Juli 2023
1003 1986 Januar 2024
1004 1986 Mai 2025
1005 1986 März 2024
1006 1986 abgestellt
1007 1986
1008 1986 Februar 2016, aufgrund von Korrosionsschäden
1009 1986 Mai 2020, nach Unfall in Wanheimerort
1010 1986
1011 1986 Datum nicht bekannt
1012 1986 Februar 2025
1013 1986
1014 1987 Dezember 2023, im November 2023 nach einem Unfall abgestellt
1015 1987 November 2025
1016 1987 November 2023
1017 1987 Juli 2025
1018 1987
1019 1987 März 2019
1020 1987 Juli 2025
1021 1987 August 2025
1022 1987
1023 1987 November 2025
1024 1987 November 2025
1025 1987 Oktober 2025
1026 1991
1027 1991
1028 1991
1029 1991 April 2024
1030 1991 Dezember 2025
1031 1991 Dezember 2025
1032 1991 Juli 2025
1033 1991 abgestellt
1034 1991 Dezember 2025
1035 1991 Juni 2020
1036 1991 Mai 2024
1037 1991 Mai 2024
1038 1991 September 2020, Schulungsfahrzeug bei der Feuerwehr Duisburg Homberg
1039 1991 Mai 2020
1040 1991 abgestellt
1041 1993
1042 1993
1043 1993 September 2025, nach einem Unfall am 24. März 2025 abgestellt
1044 1993
1045 1993

Literatur

  • Zeitzeugenbörse Duisburg e.V.: Die Duisburger Straßenbahn, Erfurt 2014, ISBN 978-3-95400-361-7

Einzelnachweise

  1. Michael Kochems: Chronik Deutschland: Duisburg. In: Straßenbahn Magazin. Straßenbahn Jahrbuch 2026. GeraMond Verlag, München 2025, ISBN 978-3-9870222-3-4, S. 40.