DSB Traktor 21–25

DSB 21–25
FFJ M1207
Fjerritslev–Frederikshavn Jernbane, M1207, 1940
Nummerierung: DSB 21–25, FFJ M1207
Anzahl: DSB: 5, FFJ: 1
Hersteller: Breuer, Höchst am Main
Baujahr(e): 1928: 21
1929: 22–25, FFJ M1207
Achsformel: B
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge: 2900 mm
Fester Radstand: 2570 mm
Dienstmasse: 3,2 t
Höchstgeschwindigkeit: 15 km/h
FFJ M1207: 20 km/h
Installierte Leistung: 29 kW
Motorentyp: Vierzylindermotor von Breuer
Motorbauart: Benzinmotor
Leistungsübertragung: mechanisch

Die Baureihe Traktor 21–25 sind leichte B-gekuppelte Benzin-Rangiertraktoren, die 1928 und 1929 von Breuer in Höchst am Main gebaut wurden. Sie wurden bei den Danske Statsbaner (deutsch Dänische Staatsbahnen, DSB) in Dänemark eingesetzt. Die Rangiertraktoren wurden für kleinere Transportaufgaben und zum Rangieren auf Anschlussbahnen und in den Bahnhöfen verwendet.

Geschichte

1926 stellte Breuer ein Modell ihrer Lokomotoren als Typ III vor. Zum grundsätzlichen technischen Konzept der Fahrzeuge siehe

Der Fahrzeugführer stand auf einer hochgesetzten Brücke in der Fahrzeugmitte, die über dem Motor und dem Getriebe die gesamte Fahrzeugbreite überspannte und über seitliche Trittstufen erreichbar war. An den Flanken der Brücke war für jede Fahrtrichtung eine seitlich schwenkbare Pufferbohle sowie eine manuell heb- und senkbare Öse zum Kuppeln angeordnet. Der Hubmechanismus war wie beim Typ II seitlich schwenkbar für jede Fahrtrichtung separat ausgeführt. Der Fahrzeugführer wurde auf der Brücke durch Geländer geschützt. Auf Wunsch ließ sich der Führerstand mit einem einfachen Blechdach auf vier Streben sowie Verkleidungen aus Segeltuch mit Fenstern aus Zelluloid schützen.

Die Entwicklung dieser Breuer-Lokomotoren weckte das Interesse der DSB, die 1928 ein Exemplar als DSB 21 bestellte. Das Fahrzeug erwies sich als dem in Dänemark bisher favorisierten Locomoteur Vermot in allen Belangen überlegen. So wurden weitere vier Exemplare als DSB 22–25 bestellt.

Fahrzeuge

Der Preis betrug je Fahrzeug 13.675 Kronen. Die Fahrzeuge waren bei Auslieferung schwarz und wurde in den 1950er Jahren grün lackiert.

  • Nr. 21 – Der erste Einsatzort 1928 war Silkeborg, danach wurde er bis 1935 in den 1. Distrikt (Seeland) abgegeben. Die nächste Station war Brønderslev in Nordjütland. Es folgte 1940 Ribe, wo er zwischen 1941 und 1944 abgestellt war. Der weitere Einsatz erfolgte in Århus (1945–46). 1965 erhielt das Fahrzeug eine Achtzylinder-Leyland-Dieselmotor mit 150 PS. Die Ausmusterung erfolgte 1966.
  • Nr. 22 – Die Übergabe erfolgte am 28. August 1929 in der Centralværkstedet København (Cvk Kh). Einsatzorte waren Københavns Godsbanegård (Gb) von 1928 bis 1940, Hellerup 1941, Gb 1942, Cvk Kh 1943 sowie 1946–47, Østbanegården 1948, Hellerup 1949–50. Cvk Kh 1951–54. Hellerup 1955. Cvk Kh 1956–60. Die Ausmusterung erfolgte 1960.
  • Nr. 23 – Die Übergabe erfolgte am 28. August 1929 in der Centralværkstedet København (Cvk Kh). Einsatzorte waren Frederikssund 1929, Københavns Godsbanegård (Gb) 1940, abgestellt in Cvk Kh 1941–42, Hellerup 1943, Frederikssund 1946, Cvk Kh 1947, Østbanegården 1948, Ballerup 1949, Hellerup 1950–54, Cvk Kh 1955–61. Østbanegården 1969, Cvk Kh 1972–73. Die Ausmusterung erfolgte 1973.
  • Nr. 24 – Ersteinsatz 1930 in Vejle. Weitere Beheimatungen: Frederikssund 1940–41, Cvk Kh 1942, Holbæk 1942, Gb 1943, Hellerup 1946–47, Cvk Kh 1948–61 und 1967, Østbanegården 1967–82. 1968 wurde der Lokomotor kurzfristig nach Lunderskov verliehen. Die Ausmusterung erfolgte 1983.
  • Nr. 25 – Ersteinsatz 1930 in Silkeborg, 1931 nach Grindsted verliehen, Hellerup 1940, abgestellt 1941 in Cvk Kh, Hellerup 1942, Cvk Kh 1943–46. Die Ausmusterung erfolgte 1946. 1947 soll das Fahrzeug an Rishøj Mosebrug verkauft worden sein.

FFJ M 1207

Ein weiterer Lokomotor dieses Typs (Baunummer 1161/1929) wurde von der Fjerritslev–Frederikshavn Jernbane (FFJ) erworben und als M 1207 eingereiht. Das mechanische Getriebe des Fahrzeugs hatte einen zusätzlichen Gang und konnte eine Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h erreichen. Dadurch war es möglich, auf der Bahnstrecke Ørsø–Asaa bis etwa 1950 Reisezüge mit bis zu zwei Wagen zu befördern. Die Maschine war von Anfang an mit einem gewölbten Blechdach versehen und erhielt etwa 1936 ein geschlossenes Führerhaus aus Holz, das nach einem Unfall 1946 durch ein neues Führerhaus aus Stahlblech ersetzt wurde.

Das Fahrzeug wurde mit einem Breuer Vierzylinder-Benzinmotor geliefert und erhielt 1948 einen Sechszylinder-Benzinmotor mit 76 PS von Bedford. Während des Zweiten Weltkrieges wurde ein Gengas-Generator eingebaut. 1957 wurde Lokomotor abgestellt. 1959 wurde ein Perkins-Dieselmotor mit 75 PS eingebaut – dadurch erhöhte sich das Gesamtgewicht auf 4 Tonnen.

1969 erfolgte der Verkauf an die Toppenberg Maskinfabrik A/S, 1971 erfolgte die Weitergabe an DSB baneafdeling (Gleisbauabteilung der DSB), die den Lokomotor 1973 an die DJK-Museumsbahn Limfjordsbanen überstellte. Dort wurde etwa 1985 ein Bedford-Lkw-Motor mit 123 PS eingebaut. Er ist bei der Museumsbahn in Aalborg vorhanden.

Der Lokomotor war bei Auslieferung schwarz und wurde in den 1950er Jahren rotbraun lackiert.[1][2]

Einzelnachweise

  1. Lokomotiver og motorvogne. FFJ 1207. In: limfjordsbanen.dk. Abgerufen am 12. November 2025 (dänisch).
  2. Fjerritslev–Frederikshavn Jernbane, Motorlokomotiver. FFJ M 1207. In: jernbanen.dk. Abgerufen am 12. November 2025 (dänisch).