Dąbie (Bytów)

Dąbie
?
Hilfe zu Wappen
Dąbie
Basisdaten
Staat: Polen Polen

Woiwodschaft: Pommern
Powiat: Bytow
Gmina: Bytow
Geographische Lage: 54° 12′ N, 17° 29′ O
Einwohner:

Dąbie (deutsch Dampen) ist ein Dorf im Verwaltungsbezirk Gmina Bytów im Powiat Bytowski in der polnischen Woiwodschaft Pommern.

Geographische Lage

Das Dorf liegt im östlichen Hinterpommern, bei zwei kleinen Seen, etwa 2,5 Kilometer nördlich der Stadtmitte von Bytów und drei Kilometer südsüdöstlich des Dorfs Gostkowo.

Östlich grenzt der Dorfkern an den Vorderen Dorfsee, der sich vor dem Hinteren Dorfsee befindet. Westlich des Dorfkerns fließt der Bütow-Bach.

Geschichte

Im Jahr 1437 lautete der Ortsname Dampmen.[1] Von den 22 Zinshufen, für die das Bauerndorf normalerweise gegenüber dem Deutschen Orden steuerpflichtig gewesen war, lagen im Jahr 1438 fünf Zinshufen wüst.[2] Am 23. April 1603 erneuerte Herzog Kasimir von Pommern dem Lorenz Korfey, Freischulzen zu Dampen, dessen Lehnbrief, der am 29. Januar 1773 zu Alten Stettin von der Pommerschen Domänenkammer bestätigt wurde.[3]

Um 1628 gehörte Dampen zum fürstlichen Domänenamt Butaw.[4] Vor der kurbrandenburgischen Besitzergreifung des Landes Butaw am 18. Juni 1658 hatte Dampen einen Feischulzen und sieben Bauern; zur Zeit der Besitzergreifung waren der Freischulze und seine Frau bereits an der Pest gestorben, und die sieben Bauern besaßen zusammen sechs Pferde, vier Ochsen und 44 Stück Rindvieh.[5] Um 1782 hatte Dampen einen Freischulzen und sieben Bauern[6] sowie eine Wassermühle, die vom Bütow-Bach angetrieben wurde und deren Mahlgäste die Einwohner der Dörfer Dampen, Gramenz, Klein Promeiske, Lupowske, des städtischen Vorwerks Neuhof, des Holzkatens zu Lipienz, Schluppe, des Wubberowschen Krugs, des Krugs zu Klein Gustkow und der Unterförsterei Jasewy waren.[7]

Von der Königlich Preußischen General-Kommission zur Regulierung der gutsherrlichen und bäuerlichen Verhältnisse, Stargard, wurde 1823 der Lehnschulze Müller zu Dampen als einer von drei landwirtschaftlichen Sachverständigen für die Bütower Gegend vereidigt.[8] 1842 war im Dorf die Gemeinheitsteilung abgeschlossen.[9]

Mit Ausnahme zweier Bauernhöfe wurden die bäuerlichen Anwesen des Dorfs um 1850 von dem Bütower Kaufmann Glagau aufgekauft und zu einem Gutsbezirk zusammengeschlossen.[9] Das so entstandene Landgut kaufte 1858 und 1859 der Landwirt Karl von Winterfeld (1803–1871)[10], Gutsherr auf Trampe, und nahm anschließend in Dampen seinen Wohnsitz.[11] Von dessen Sohn Robert (* 1836) wurde das Gut wieder verkauft.[10] Der Landwirt Bernhard von Puttkamer (1838–1908) kaufte 1870 das Gut Dampen, nahm am Deutsch-Französischen Krieg teil und verkaufte es wieder, als er 1874 von seinem Vater das Gut Groß Plauth, Kreis Rosenberg in Westpreußen, erbte und dorthin zog.[12] Im Jahr 1884 wird Reinhold Meyer als Besitzer des Guts Dampen mit Branntweinbrennerei, Käsefabrik und Wassermühle genannt,[13] der es auch noch im Jahr 1892 besaß.[14]

Am 1. Dezember 1913 wurden auf der 867,0 Hektar großen Gemarkung der Landgemeinde Dampen 39 viehhaltende Haushaltungen gezählt, die zusammen 49 Pferde, 195 Stück Rindvieh, 99 Schafe und 162 Stück Borstenvieh hielten.[15]

Anfang der 1930er Jahre hatte die Landgemeinde Dampen eine Flächengröße von 8,7 km². Innerhalb der Gemeindegrenzen standen insgesamt 21 bewohnte Wohnhäuser an vier verschiedenen Wohnplätzen:[16]

  1. Dampen
  2. Dampenmühlen
  3. Mühlenvorwerk
  4. Schäferei

Um 1935 hatte Dampen unter anderem eine Branntweinbrennerei, die Eigentum des Johannes Meyer war, und eine Mühle.[17]

Bis 1945 bildete Dampen eine Landgemeinde im Landkreis Bütow im Regierungsbezirk Köslin der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs. Dampen war dem Amtsbezirk Gustkow zugeordnet. Das Standesamt befand sich in Gustkow.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Region im März 1945 durch die Roten Armee besetzt. Nach Kriegsende wurde Dampen zusammen mit ganz Hinterpommern von der Sowjetunion der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen. In der darauf folgenden Zeit wanderten Polen zu, und die einheimische Bevölkerung wurde von der polnischen Administration aus Dampen vertrieben. Der Ortsname Dampen wurde zu „Dąbie“ polonisiert.

Demographie

Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1782 Dorf, mit einem Freischulzen, sieben Bauern, einem Schulzenkaten, einem lutherischen Schulmeister und 18 Feuerstellen (Haushaltungen), zum königlichen Domänenamt Bütow gehörig, eingepfarrt zu Bütow[6]
1818 114 Dorf, davon 110 im königlichen Dorf und vier bei der Dampener Mühle, zum Kirchspiel Bütow gehörig[18]
1825 122 Dorf, mit der Büdnerwohnung Klein Gustkow und einer Wassermühle[19]
1832 143 Dorf, mit einer Wassermühle, 16 Häusern, königliche Besitzung, zum Kirchspiel Alt Kolziglow gehörig; dazu Büdnerwohnung Klein Gustkow mit zwei Häusern und 13 Einwohnern[20]
1846 194 Dorf[21]
1852 222 Dorf[22]
1855 195 am Jahresende, davon 189 Evangelische und sechs Katholiken[23]
1864 232 am 3. Dezember, Gemeindebezirk[24]
1867 236 am 3. Dezember, Landgemeinde[25]
1871 213 am 1. Dezember, Landgemeinde, davon 180 Evangelische und 33 Katholiken[25]
1885 250 am 1. Dezember, Landgemeinde, davon 247 Evangelische und drei Katholiken[26]
1895 217 am 2. Dezember, Landgemeinde, davon 187 Evangelische und dreißig Katholiken[27]
1905 266 am 1. Dezember, Landgemeinde, davon 216 Evangelische (sämtlich mit deutscher Muttersprache) und 50 Katholiken, (16 mit deutscher und 34 mit polnischer Muttersprache)[28]
1910 220 am 1. Dezember[29]
1925 222 Landgemeinde, in 42 Haushaltungen, darunter 173 Evangelische und 49 Katholiken[16]
1933 213 [30]
1939 183 [30]

Kirche

Kirchspiel bis 1945

In Dampen bildeten evangelische Christen die Bevölkerungsmehrheit. Diese gehörten zum Kirchspiel Bütow.

Das katholische Kirchspiel war in Bütow.

Polnisches Kirchspiel seit 1945

Die seit 1945 und Vertreibung der einheimischen Dorfbewohner anwesende polnische Einwohnerschaft gehört mit seltenen Ausnahmen der Römisch-katholischen Kirche in Polen an.

Das polnische evangelische Kirchspiel ist in Bütow.

Literatur

  • Dampen, Dorf mit Gut, Kreis Bütow, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Dampen (meyersgaz.org).
  • Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 1055, Nr. (6) (Google Books).
  • P. Ellerholz: Handbuch des Grundbesitzes im Deutschen Reiche, Band 2: Provinz Pommern, 2. Auflage, Nicolai (Stricker), Berlin 1884, S. 18–19 (Google Books).
  • Pommersches Güter-Adressbuch, Friedrich Nagel (Paul Niekammer), Stettin 1892, S. 92–93 (Google Books).

Fußnoten

  1. Reinhold Cramer: Geschichte der Lande Lauenburg und Bütow, E. J. Dalkowski, Königsberg 1858, Band 1: Die Geschichte, S. 140 (Google Books).
  2. Baltische Studien, 1967, S. 50.
  3. Reinhold Cramer: Geschichte der Lande Lauenburg und Bütow, Zweiter Teil: Urkundenbuch, Königsberg 1858, S. 204–205 (Google Books).
  4. Robert Klempin und Gustav Kratz: Matrikeln und Verzeichnisse der Pommerschen Ritterschaft vom XIV bis in das XIX Jahrhundert. Berlin 1863, S. 295, Nr. 146 (Google Books).
  5. Reinhold Cramer: Geschichte der Lande Lauenburg und Bütow, E. J. Dalkowski, Königsberg 1858, Band 1: Die Geschichte, Anhang S. 28, Nr. 11 (Google Books).
  6. a b Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 1055, Nr. (6) und Nr. (Google Books).
  7. Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 1063, Nr. (5) (Google Books).
  8. Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Cöslin, No. 19, Cöslin, 7. Mai 1923, S. 202 (Google Books).
  9. a b Historische Ortsbeschreibungen Kreis Bütow: Dampen (buetow-pommern.info)
  10. a b Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser. Perthes, Gotha 1908, S. 805 (Google Books).
  11. Ludwig Gustav von Winterfeld: Geschichte des Geschlechts von Winterfeld. Nach Urkunden. Band 2, Selbstverlag, gedruckt von F. W. Kalbersberg in Prenzlau, Damerow 1863, S. 681, § 143 (Google Books).
  12. Georg-Jesco von Puttkamer: Zwei Eichen und zwei Linden. Die Geschichte einer pommerschen Adelsfamilie. Westend Verlag GmbH, Frankfurt am Main 2018 (Google Books, eingeschränkte Vorschau).
  13. P. Ellerholz: Handbuch des Grundbesitzes im Deutschen Reiche, Band 2: Provinz Pommern, 2. Auflage, Nicolai (Stricker), Berlin 1884, S. 18–19 (Google Books).
  14. Pommersches Güter-Adressbuch, Friedrich Nagel (Paul Niekammer), Stettin 1892, S. 92–93 (Google Books).
  15. Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon über den Viehstand und den Obstbau für den Preußischen Staat, Heft 4: Provinz Pommern, Berlin 1915, 2. Regierungsbezirk Köslin, 27. Kreis Bütow, S. 136–137, Ziffer 6 (Google Books).
  16. a b Die Gemeinde Dampen im ehemaligen Kreis Bütow in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011)
  17. Klockhausʼ Kaufmännisches Handels- und Gewerbe-Adressbuch des Deutschen Reichs, Band 1 A, Berlin 1935, S. 1005 (Google Books).
  18. Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 1: A–F, Halle 1821, S. 251, Ziffer 373–374 (Google Books).
  19. Friedrich von Restorff: Topographische Beschreibung der Provinz Pommern mit einer statistischen Uebersicht, Nicolaische Buchhandlung, Berlin und Stettin 1827, S. 286, Ziffer 5 (Google Books).
  20. Georg Friedrich Krause: Handbuch zu dem Atlas von Preußen in 27 Karten; oder: geographisch-statistisch-topographische Beschreibung der preußischen Mönarchie. Zweite Hälfte: Verzeichniß sämmtlicher Städte, Flecken, Dörfer, Weiler, Vorwerke etc. der Monarchie. Band I: A – E, Müller, Erfurt 1835, S. 631 (Google Books).
  21. Bütower Kreisblatt, No. 3, Bütow, 17. Januar 1849, S. 11–12, Einwohner-Tabelle, Ziffer 8 (bibliotekacyfrowa.eu, PDF)
  22. Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats (Kraatz, Hrsg.). Berlin 1856, S. 111 (Google Books).
  23. Hermann Gribel: Statistik des Bütower Kreises, Bütow 1858, Anhang, Beilage 1, Ziffer 25 (Google Books).
  24. Königliches Finanzministerium: Die Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirk Köslin, 2. Kreis Bütow, Berlin 1966, S. 2–9, Ziffer 12 (Google Books).
  25. a b Königl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Pommern und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871 bearbeitet und zusammengestellt. Berlin 1874, Regierungsbezirk Köslin, XII. Kreis Bütow, S. 172–173, Ziffer 5 (Google Books).
  26. Königliches statistisches Bureau: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und anderer amtlicher Quellen, IV. Provinz Pommern, Berlin 1888, Regierungsbezirk Köslin, 25. Kreis Bütow, S. 190–191, Ziffer 6 (Google Books).
  27. Königliches Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 2. Dezember 1895 und anderer amtlicher Quellen. Band IV: Provinz Pommern, Berlin 1898, 2. Regierungsbezirk Köslin, 25. Kreis Bütow, S. 196–197, Ziffer 6 (Google Books).
  28. Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon für die Provinz Pommern. Auf Grund von Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 und anderer amtlicher Quellen. Berlin 1908, 4. Kreis Bütow, S. 18–19, Ziffer 35 (pbc.gda.pl).
  29. Dampen, Dorf mit Gut, Kreis Bütow, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Dampen (meyersgaz.org).
  30. a b Michael Rademacher: Provinz Pommern – Landkreis Bütow. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com.