Dünnzähniger Löwenzahn
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| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Taraxacum tenuidentatum | ||||||||||||
| P. Oosterveld ex K. Jung & Uhlemann |
Der Dünnzähnige Löwenzahn (Taraxacum tenuidentatum) ist ein Angehöriger der Schwielen-Löwenzähne (Taraxacum sect. Erythrosperma).
Erscheinungsbild
Bei Taraxacum tenuidentatum handelt es sich um eine zarte bis schwach robuste Art mit graugrünen Blättern. Die Blattseitenlappen sind breit dreieckig an der Basis und verschmälern sich zur zuweilen etwas verbreiterten Spitze, stehen mehr oder weniger waagerecht ab oder sind etwas zurückgerichtet und haben zahlreiche dünne Zähne an der Oberkante, besonders an den unteren Seitenlappen. Die Art besitzt große, gelbbraune Früchte mit einer graduellen Pyramide und ist dadurch gut kenntlich. Unter den mittel- und nordeuropäischen Vertretern der Sektion Erythrosperma mit fast ausschließlich kleinen Achänen (Achänenkörper ca. 2,8–3,2 mm lang) gibt es aufgrund dieses Merkmals keine näheren Verwandten, abgesehen von Taraxacum oelandicum mit breiteren äußeren Involukralblättern, einer abweichenden Blattlappung und einer dunkel rotbraunen Achänenfarbe.[1]
Die Pflanze blüht von Ende März bis Mitte April.
Erstbeschreibung
Die ersten Aufsammlungen dieser Art stammen aus den frühen 1990er Jahren von Klaus Jung (Deutschland, Bischoffen-Niederweidbach) aus dem unteren Lahntal, bei Obernhof (Mai, 1991) und zeitgleich vom niederländischen Taraxacologen, Polar- und Klimaforscher Piet Oosterveld (1939–2016), aus den Niederlanden (Mai, 1991). Oosterveld versah die Art mit dem Arbeitsnamen „tenuidentatum“ und erstellte eine erste Diagnose in einem Bestimmungsprogramm, TARDET (intern im Arbeitskreis der Taraxacologen Europas veröffentlicht), welches von zwei inzwischen verstorbenen niederländischen Taraxacologen in Zusammenarbeit mit verschiedenen anderen Fachkollegen erstellt wurde[2]. Die gültige Publikation des Namens erfolgte erst jüngst unter Respektierung der Namensvergabe durch den verstorbenen niederländischen Kollegen: Taraxacum tenuidentatum P.OOSTERVELD ex K.JUNG & UHLEMANN[1].
Verbreitung
Der Dünnzähnige Löwenzahn tritt in Deutschland in Rheinland-Pfalz und vor allem in Baden-Württemberg (Rheintal) auf. Vorkommen finden sich ferner in den Niederlanden (Venloer Heide) und an mehreren Stellen in der Schweiz (Basel).[1][3]
Standortansprüche
Ähnlich Clemens’ Löwenzahn besiedelt Taraxacum tenuidentatum bevorzugt die Scherrasen von Parks und Freizeiteinrichtungen (z. B. Bolzplätze). Diese Rasen sind gegenüber den Wuchsorten von Taraxacum clemens i. d. R. etwas nährstoffärmer und kurzrasiger, gehören dennoch zum Crepido capillaris-Festucetum rubrae. Häufigere Mahd und auch Tritt schaden der Art wenig. Vorkommen auf Friedhöfen und auf temporären Parkplätzen stellen häufig ruderale Scherrasen bzw. ruderale Trocken- und Halbtrockenrasen (Agropyretea intermedii-repentis-Gesellschaften) dar. In Rheinland-Pfalz findet sich die Art auch in Weinberglagen über Schiefer an Wegrändern.[1]
Artenschutz
Aufgrund des regelmäßigen Vorkommens der Art im Rheintal ist sie zumindest in Deutschland nicht gefährdet. Auch die Nordschweizer Vorkommen scheinen ungefährdet zu sein. Für die Niederlande kann aufgrund der ungenügenden Datenlage nichts Konkretes gesagt werden.
Literatur
- Ingo Uhlemann, Steffen Hammel, Klaus Jung, Peter Kirchmeier, Lenz Meierott: Taraxacum tenuidentatum P. Oosterveld ex K. Jung & Uhlemann, spec. nov. und weitere sechs Neufunde von Arten der Taraxacum sect. Erythrosperma (T. laevigatum agg.) in Deutschland. – Kochia 18: 83-102, 2025
- Steffen Hammel, Ingo Uhlemann, Thomas Gregor: Schwielen-Löwenzähne (Taraxacum Sektion Erythrosperma) in Baden-Württemberg und angrenzender Gebiete – Funde 2023 und 2024, Nachträge aus den Vorjahren sowie Neubeschreibung von Taraxacum uteae S. HAMMEL spec. nov.. – Jh. Ges. Naturkde. Württemberg, 181 E: 1-47; Stuttgart, 2025
Einzelnachweise
- ↑ a b c d Ingo Uhlemann, Steffen Hammel, Klaus Jung, Peter Kirchmeier, Lenz Meierott: Taraxacum tenuidentatum P. Oosterveld ex K. Jung & Uhlemann, spec. nov. und weitere sechs Neufunde von Arten der Taraxacum sect. Erythrosperma (T. laevigatum agg.) in Deutschland. – Kochia 18: 83-102, 2025
- ↑ A. Hagendijk A, Piet Oosterveld: Tardet 2000. Taraxacum identification and information system. – Spijkenisse, 2002
- ↑ Steffen Hammel, Ingo Uhlemann, Thomas Gregor: Schwielen-Löwenzähne (Taraxacum Sektion Erythrosperma) in Baden-Württemberg und angrenzender Gebiete – Funde 2023 und 2024, Nachträge aus den Vorjahren sowie Neubeschreibung von Taraxacum uteae S. HAMMEL spec. nov.. – Jh. Ges. Naturkde. Württemberg, 181 E: 1-47; Stuttgart, 2025