Dóra Dávid
Dóra Dávid (* 14. März 1985 in Pécs) ist eine ungarische Juristin und Politikerin der Partei Tisza. Seit der Europawahl 2024 ist sie Mitglied des Europäischen Parlaments (MdEP) und gehört dort der Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP) an. Bekannt wurde sie insbesondere durch ihre Positionen zur europäischen Digitalpolitik sowie durch ihr Engagement für Reformen im ungarischen Kinderschutzsystem.[1]
Leben
Dávid wurde in Pécs geboren und zog im Alter von 16 Jahren nach London, wo sie ihre weitere Ausbildung absolvierte. Sie studierte zunächst am King’s College London und anschließend an der University of Cambridge. Ein Erasmus‑Studienjahr führte sie an die Universität Heidelberg, wo sie Germanistik belegte.
Nach ihrem Studium absolvierte sie Praktika und Freiwilligendienste bei der Europäischen Kommission und den Vereinten Nationen. Anschließend arbeitete sie als juristische Beraterin für mehrere internationale Unternehmen, darunter die Jamie Oliver Group, StubHub und Meta.
Politische Laufbahn
Dávid trat bei der Europawahl 2024 für die ungarische Tisza-Partei an und wurde als Abgeordnete in das Europäische Parlament gewählt. Dort schloss sie sich der Fraktion der Europäischen Volkspartei an.[1]
Im Parlament ist sie ordentliches Mitglied des Ausschusses für Binnenmarkt und Verbraucherschutz (IMCO) sowie der Delegation für die Beziehungen zu den Ländern Nord- und Osteuropas, zur Schweiz und zu Norwegen. Darüber hinaus ist sie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Petitionen (PETI) und in der Delegation für die Beziehungen zu den Ländern Südostasiens und ASEAN.[1]
Politische Positionen
In einem ausführlichen Porträt des Parliament Magazine wird Dávid als „Tech‑Explorerin“ beschrieben, die eine Neuausrichtung der europäischen Digitalstrategie fordert. Sie betont, dass Europas traditionell vorsichtige, verbraucherorientierte Regulierung stärker mit innovationsfreundlichen Rahmenbedingungen für Start‑ups und technologiegetriebene Unternehmen ausbalanciert werden müsse.[2]
Darüber hinaus setzt sie sich für umfassende Reformen im ungarischen Kinderschutzsystem ein. In einem Bericht von Brussels Morning fordert sie bessere Arbeitsbedingungen und höhere Gehälter für Sozialarbeiter, eine Modernisierung der Institutionen sowie mehr Transparenz bei der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen.[3]
Rezeption
In europäischen Medien wird Dávid häufig als Vertreterin einer jüngeren, international geprägten Generation ungarischer Politikerinnen beschrieben. Ihre berufliche Erfahrung in internationalen Organisationen und im Technologiesektor wird als prägend für ihre politische Agenda hervorgehoben.[4]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b c Profil von Dóra Dávid – Europäisches Parlament. Abgerufen am 24. Dezember 2025.
- ↑ Dóra the tech explorer: Finding a new path for Europe’s digital future. In: The Parliament Magazine. 21. Oktober 2025, abgerufen am 24. Dezember 2025.
- ↑ MEP Dávid Dóra calls for urgent reform in Hungary’s child protection system. In: Brussels Morning. 25. August 2025, abgerufen am 24. Dezember 2025.
- ↑ The Parliament Magazine – Porträt über Dóra Dávid. Abgerufen am 24. Dezember 2025.