Däumlingssegler

Däumlingssegler
Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Seglervögel (Apodiformes)
Familie: Segler (Apodidae)
Tribus: Apodini
Gattung: Tachornis
Art: Däumlingssegler
Wissenschaftlicher Name
Tachornis furcata
(Sutton, 1928)

Der Däumlingssegler (Tachornis furcata) ist eine Vogelart aus der Familie der Segler. Er kommt in Kolumbien und in Venezuela vor. Ähnlich wie der nahe verwandte Kubasegler (Tachornis phoenicobia) wird der Däumlingssegler häufig beim Nutzen von Königspalmen (Roystonea regia) zum Brüten und Ruhen beobachtet. Trotz seines eingeschränkten Verbreitungsgebietes wird angenommen, dass die Population stabil ist. Daher gilt er als nicht gefährdet.

Merkmale

Der Däumlingssegler ist ein sehr kleiner Segler, der eine Körperlänge von 10 cm erreicht. Er hat lange, schmale Flügel und einen langen, tief gegabelten Schwanz. Die Oberseite ist einheitlich braun. Der Kehlschild, der durch ein braunes Brustband vom weißlichen mittleren Bauch getrennt wird, ist weißlich. Die übrige Unterseite ist mittelbraun. Die Unterart nigrodorsalis weist eine schwärzere Oberseite auf und die Kehle zeigt ein deutlicheres Weiß.

Systematik und Verbreitung

Der Däumlingssegler wurde zuvor in die monospezifische Gattung Micropanyptila gestellt. Alternativ wurde er gelegentlich zusammen mit dem Gabelschwanzsegler (Tachornis squamata) in die Gattung Reinarda eingeordnet. Innerhalb seines begrenzten Verbreitungsgebiets in Kolumbien und im Norden Venezuelas werden zwei Unterarten anerkannt: Tachornis furcata furcata, die im Nordosten Kolumbiens (Norte de Santander) sowie im angrenzenden Nordwest-Venezuela (Süd-Teil des Maracaibo-Beckens bis nach Trujillo) vorkommt und Tachornis furcata nigrodorsalis, die in Nordwest-Venezuela (westliches Maracaibo-Becken) heimisch ist.

Lebensraum

Die Hauptlebensräume werden als tropischer, immergrüner Tieflandwald, Sekundärwald und sekundäres Buschland definiert. Lebensräume umfassen Primär- und Sekundärwald, Kulturland sowie offene Gebiete mit vereinzelten stehenden Bäumen. Es müssen jedoch Palmen vorhanden sein, da diese Art auf diese für den Neststandort angewiesen ist.

Lebensweise

Der Däumlingssegler ist ein wahrscheinlich ein Standvogel. Er verbringt die meiste Zeit des Tages im Flug auf der Suche nach fliegenden Insekten. Auf Nahrungssuche geht er in kleinen, sehr aktiven Trupps.

Ein Paar wurde im späten Juli in den Catatumbo-Tiefebenen, Kolumbien, am Neststandort gesammelt.[1] In Venezuela wurden Nester mit Jungen im Februar und Juli sowie mehrere aktive Nester im Januar nachgewiesen.[2] Die Nester sind sackartige Strukturen aus Federn, die mit Speichel verklebt und nahe der Mittelrippe an der Unterseite hängender Palmwedel befestigt werden (u. a. Roystonea, Copernicia, Cocos nucifera). Der Eingang zur Nestkammer erfolgt von unten entlang der Mittelrippe des Palmwedels.

Lautäußerungen

Die Rufe sind um die Kolonie herum zu hören. Sie umfassen summende, schneller werdende und schließlich austönende Laute, die sich wie bee-beez-beez-beez-be-be-be anhören.[3]

Gefährdung

Der Däumlingssegler wird von BirdLife International mit dem Status Least Concern („nicht gefährdet“) geführt und gilt derzeit nicht als global bedroht. Ihr Verbreitungsgebiet umfasst Teile der Endemic Bird Area Karibik–Kolumbien und Venezuela. Im Jahr 1995 wurde sie im südöstlichen Maracaibo-Becken regelmäßig in unterschiedlichen Lebensräumen beobachtet, darunter Weideland, Ackerflächen, offener Wald und ländliche Siedlungen. Da die Art an nahezu allen bekannten Fundorten sowie an zahlreichen zusätzlichen Stellen nachgewiesen wurde, häufig auch in der Nähe menschlicher Siedlungen, wird sie als nicht selten eingestuft. Derzeit sind keine speziellen Schutzmaßnahmen erforderlich.[4] Bessere Studien zur Struktur und Stabilität der Population werden jedoch benötigt.

Literatur

  • George M. Sutton: A new swift from Venezuela. Auk 45:135–136. 1928.
  • Phil Chantler, Gerald Driessens: Swifts – A Guide to the Swifts and Tree Swifts of the World. Pica Press, Mountfield 2000, ISBN 1-873403-83-6, S. 202
  • P. Chantler, P. F. D. Boesman und Eduardo de Juana (2020). Pygmy Palm Swift (Tachornis furcata) (Subscription erforderlich), version 1.0. In Birds of the World (J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie, and E. de Juana, Editors). Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA.

Einzelnachweise

  1. James Bond: Nesting of the Pygmy Palm-Swift. In: The Auk. Band 73, Nr. 3, Juli 1956, S. 457–457, doi:10.2307/4082017 (oup.com [abgerufen am 22. November 2025]).
  2. Charles T. Collins, Rodd Kelsey und Thomas P. Ryan: Notes on the biology of Pygmy Palm Swift Micropanyptila furcata. In: Neotropical Bird Club (Hrsg.): Cotinga. Band 32, März 2010, S. 46–50.
  3. Steven L. Hilty: Birds of Venezuela. 2. Auflage. Princeton University Press, Princeton 2003, ISBN 978-1-4008-3409-9, S. 389.
  4. Charles T. Collins, Thomas P. Ryan, Rodd Kelsey: A review of the distribution and status of Pygmy Palm-Swift Micropanyptila furcata in Venezuela. In: Bird Conservation International. Band 12, Nr. 2, Juni 2001, ISSN 0959-2709, S. 189–196, doi:10.1017/S0959270902002113.