Czesław Sobierajski
Czesław Stanisław Sobierajski (* 5. Juni 1952 in Kielce) ist ein polnischer Politiker (PC, AWS, PPChD, PiS). Er war von 1989 bis 1993, von 1997 bis 2001 und von 2014 bis 2019 Abgeordneter des Sejm in der X. (Volksrepublik), I., III., VII. und VIII. (Dritte Republik) Wahlperiode.
Leben und Beruf
Sobierajski arbeitete seit 1975 als Bergmann im Kohlebergwerk „Szczygłowice“ in Knurów. 1981 schloss er die Oberschule für Arbeiter dortselbst ab. Anschließend war er für „Koksorem“ als Schlosser und Schweißer tätig.
Politik
Sobierajski trat 1980 der unabhängigen Gewerkschaft Solidarność bei. Unter Geltung des Kriegsrechts war er vom 29. Mai bis 30. September 1982 interniert.
Für das Komitet Obywatelski „Solidarność“ wurde er bei den halbfreien Wahlen zum „Vertragssejm“ 1989 in das Parlament gewählt.[1] 1990 beteiligte er sich an der Gründung der Porozumienie Centrum (PC). Bei der ersten vollständig freien Parlamentswahl 1991 wurde er für die PC in den Sejm wiedergewählt.[2] Innerhalb der PC war er Vorsitzender des Regionalvorstandes für die Woiwodschaft Katowice. Bei der vorgezogenen Neuwahl im September 1993 scheiterte die PC mit nur 4,4 % an der neu eingeführten Fünf-Prozent-Hürde und er verpasste den Wiedereinzug in den Sejm.[3] Bei der Parlamentswahl 1997 kandidierte er auf der Liste des Wahlbündnisses Akcja Wyborcza Solidarność (AWS), an dem sich die PC beteiligt hatte, und kehrte in den Sejm zurück.[4] Zudem wurde er bei den Selbstverwaltungswahlen 1998 auf der AWS-Liste für eine Wahlperiode in den Sejmik der neugebildeten Woiwodschaft Schlesien gewählt. Als sich Teile der PC mit der Partia Chrześcijańskich Demokratów vereinigten, wurde er Mitglied des Fusionsprodukts Porozumienie Polskich Chrześcijańskich Demokratów (PPChD). 1999 erhielt er 39.000 Złoty aus dem Hilfsfonds für entlassene Bergarbeiter, obwohl er selbst neun Jahre wegen seiner politischen Tätigkeit beurlaubt war. Dies führte zu Kritik, da er selbst parlamentarischer Berichterstatter für dieses Gesetz gewesen war. Nachdem die Ethikkommission des Sejm dieses Verhalten als zwar legal aber unethisch gerügt hatte, kündigte er an, einen Teil des Geldes für die Kosovo-Hilfe zu spenden.[5] Bei der Parlamentswahl 2001 scheiterte die AWS, an dem sich auch die PPChD beteiligt hatte, mit 5,6 % der Stimmen an der für Wahlbündnisse geltenden 8-%-Hürde.[6]
2004 kandidierte er für das Wahlkomitee „Chadecja Śląska“ erfolglos bei einer Nachwahl zum Senat der Republik Polen.[7] 2006 trat er der Prawo i Sprawiedliwość (PiS) bei. Für diese wurde er bei den Selbstverwaltungswahlen 2006 wieder in den schlesischen Sejmik gewählt.[8] Bei den Selbstverwaltungswahlen 2010 gelang ihm die Wiederwahl.[9] Anschließend wurde er PiS-Fraktionsvorsitzender im Sejmik. Bei den Parlamentswahlen 2007[10] und 2011[11] kandidierte er erfolglos für die PiS zum Sejm. Im September 2014 konnte er dann für Izabela Kloc, die in den Senat nachgewählt worden war, in den Sejm nachrücken.[12] Bei der Parlamentswahl 2015 wurde er wiedergewählt.[13] Bei der Parlamentswahl 2019 scheiterte er hingegen und schied aus dem Sejm aus.[14] 2020 wurde er zum Berater des schlesischen Woiwoden ernannt.[15]
Ehrungen
- 2017 Krzyż Wolności i Solidarności[16]
Weblinks
- Biogram auf der Seite des Sejm
Einzelnachweise
- ↑ Ergebnis im Monitor Polski 1989, Nr. 21, S. 284.
- ↑ Ergebnis in Monitor Polski 1991, Nr. 41, S. 500.
- ↑ Ergebnis in Monitor Polski 1993, Nr. 50, S. 610.
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 2. Oktober 2025.
- ↑ „Bibuła“ auf www.wprost.pl, abgerufen am 2. Oktober 2025.
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 2. Oktober 2025.
- ↑ Ergebnis in Dziennik Ustaw 2004, Nr. 254, S. 17812.
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 2. Oktober 2025.
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 2. Oktober 2025.
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 2. Oktober 2025.
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 2. Oktober 2025.
- ↑ Nachricht in Monitor Polski, 2014, S. 819.
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 2. Oktober 2025.
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 2. Oktober 2025.
- ↑ „Sobierajski i Janik. Byli posłowie PiS z Rybnika co dziś robią?“ auf dziennikzachodni.pl, abgerufen am 2. Oktober 2025.
- ↑ Verleihnachricht in Monitor Polski 2017, S. 736.