Czarnków

Czarnków
Czarnków
Basisdaten
Staat: Polen Polen

Woiwodschaft: Großpolen
Powiat: Czarnków-Trzcianka
Fläche: 9,7 km²
Geographische Lage: 52° 54′ N, 16° 34′ O

Höhe: 50 m n.p.m.
Einwohner: 9916
(1. Jan. 2024)[1]
Postleitzahl: 64-700
Telefonvorwahl: (+48) 67
Kfz-Kennzeichen: PCT
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DW 174: Drezdenko-Krzyż Wielkopolski
DW 178: Wałcz-Trzcianka
DW 181: Drezdenko-Czarnków;
Eisenbahn: Piła-↔ Bzowo Goraj
Nächster int. Flughafen: Posen-
Gmina
Gminatyp: Stadtgemeinde
Einwohner: 9916
(1. Jan. 2024)[1]
Gemeindenummer (GUS): 3002011
Verwaltung (Stand: 2026)
Bürgermeister: Jacek Klimaszewski[2]
Adresse: ul. Rybaki 3
64-700 Czarnków
Webpräsenz: www.czarnkow.pl

Czarnków [ˈʧarnkuf] (deutsch Czarnikau) ist Kreisstadt des Powiat Czarnkowsko-Trzcianecki (Czarnikau-Schönlanke) und Sitz einer Landgemeinde in Polen.

Geographische Lage

Die Stadt liegt an der Noteć (Netze), etwa vierzig Kilometer südlich der Stadt Piła (Schneidemühl).

Geschichte

Mittelalter und Frühe Neuzeit

Gegründet wurde Czarnków im 10. oder 11. Jahrhundert. Es war eine Veste der Pommern, die um 1100 einem Herrn Gnevomir gehörte. Um die Burg hatte sich bereits eine kleine Ansiedlung gebildet. Um 1107 oder 1108 wurde die Veste von dem polnischen Herzog Bolesław III. Schiefmund unter Einsatz von Belagerungsmaschinen angegriffen und überwältigt.[3] 1244 bis 1407 war der Ort Sitz eines Burgvogtes. Das Stadtrecht erhielt der Ort im Jahre 1369. Vom 13. Jahrhundert bis in die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts war Czarnków im Besitz der zum Adelsgeschlecht der Nałęcz gehörenden Adelsfamilie Czarnkowski. Daher hat die Stadt auch heute noch dasselbe Wappen wie das Adelsgeschlecht der Nalecz. 1647 wurde eine katholische Pfarrschule eröffnet.

Im Rahmen der Ersten Teilung Polens 1772 kam die Stadt mit dem Netzedistrikt zu Preußen. Zum Zeitpunkt der Inbesitznahme befanden sich die zumeist mit Stroh- oder Schindeldächern versehenen Häuser der Stadt in einem äußerst schlechten Zustand; nachdem 1776 ein Teil der Stadt abgebrannt war, ließ Friedrich der Große auf Staatskosten solidere Häuser erbauen.[4]

19. und 20. Jahrhundert

Die Ortschaft gehörte bis 1920 zum Deutschen Reich. Czarnikau war Kreisstadt für den Landkreis Czarnikau in der Provinz Posen.

Als Czarnikau 1920 der neugegründeten Zweiten Polnischen Republik zugeschlagen wurde, verblieben die nördlich der Netze gelegenen Häuser, bislang Czarnikau Abbau genannt, bei Deutschland. Sie erhielten den neuen Namen Deutsch Czarnikau und wurden in den neugegründeten Netzekreis in der Grenzmark Posen-Westpreußen eingegliedert.[5] Deutsch Czarnikau wurde 1937 in Scharnikau umbenannt. Die 1878 errichtete Synagoge wurde gleich nach dem Einmarsch deutscher Truppen noch im September 1939 zerstört.

Von 1939 bis 1945 war Czarnków südlich der Netze von den Deutschen besetzt, die die Stadt 1940 ebenfalls in Scharnikau umbenannten und völkerrechtswidrig in den Reichsgau Wartheland eingliederten.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte am Anfang des Jahres 1945 die Rote Armee die Region. Bald darauf wurde die Stadt der Volksrepublik Polen übergeben. Am 27. Februar 1945 wurde bereits die Schule wieder eröffnet.

Demographie

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner Anmerkungen
1783 1432 ohne Garnisonsangehörige, in 253 Häusern (49 wüste Feuerstellen), größere Hälfte protestantische Deutsche, sonst katholische Polen, außerdem 211 Juden[4]
1788 1231 [3]
1802 1722 Stadt[6]
1816 2176 darunter 938 Evangelische, 725 Katholiken und 513 Juden[6]
1821 2264 [6]
1837 3124 [3]
1852 3795 Stadt[7]
1861 4120 [3]
1900 6898 meist evangelische Einwohner[8]
1910 5007 am 1. Dezember, darunter 3496 mit deutscher Muttersprache (2343 Evangelische, 724 Katholiken und 429 Juden) und 1439 Einwohner mit polnischer Muttersprache (zwei Evangelische, 1437 Katholiken)[9]
2014 11.256 [10]
2024 9916 [11]

Wirtschaft

Die Brauerei der Stadt produziert seit 1800.

Verkehr

Czarnków hat einen Bahnhof an der südlich nur noch im Güterverkehr betriebenen und nördlich ganz stillgelegten Bahnstrecke Bzowo Goraj–Piła.

Bauwerke

  • Das Rathaus wurde Mitte des 19. Jahrhunderts im klassizistischen Stil errichtet.
  • Das Museum im Gebäude einer ehemaligen preußischen Schule aus dem späten 19. Jahrhundert umfasst historische, archäologische und ethnografische Sammlungen aus der Umgebung von Czarnków, Lipica, Romanów (heute Romanowo Górne und Dolne ) und Walkowice.
  • Die katholische Kirche St. Maria Magdalena wurde im 16. Jahrhundert im spätgotischen Stil erbaut und im 17./18. Jahrhundert erweitert.

Partnerschaften

Partnerstadt

Rudolf Pieper (* 1935 nahe Czarnków), Bürgermeister in Gadebusch von 1990 bis 1994, wurde am 23. April 2010 in einer feierlichen Sondersitzung der Stadtvertretung von Czarnków zum Ehrenbürger der Stadt ernannt. Czarnków würdigt damit die Verdienste Piepers für die Verständigung und Freundschaft der mecklenburgischen Stadt Gadebusch mit der polnischen Stadt Czarnków.

Partnerschule

  • Die Regionale Schule mit Grundschule „Käthe Kollwitz“ Rehna|Käthe-Kollwitz-Schule in Rehna (Deutschland) ist Partnerschule des Öffentlichen Gymnasiums in Czarnków.

In der Stadt geboren

In chronologischer Reihenfolge

Gmina

Die Landgemeinde Czarnków, zu der die Stadt Czarnków nicht gehört, umfasst eine Fläche von 347,98 km² und nimmt damit 19 % der Fläche des Powiat Czarnkowsko-Trzcianecki ein. Die Gemeinde zählt 11.188 Einwohner (Stand 1. Januar 2024).

Literatur

  • J. Klemm: Kurzgefaßte Geschichte der Stadt Czarnikau, Czarnikau 1893.
Commons: Czarnków – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Area and population in the territorial profile in 2024. Abgerufen am 7. September 2025.
  2. Webauftritt der Stadt abgerufen am 1. Januar 2026.
  3. a b c d Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 459–460 (Google Books).
  4. a b Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Zweiter Theil, welcher die Topographie von West-Preussen enthält. Kantersche Hofdruckerei, Marienwerder 1789, S. 112–113, Ziffer 7); Textarchiv – Internet Archive.
  5. netzekreis.de
  6. a b c Alexander August Mützell, Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 5: T–Z, Halle 1823, S. 392–399, Ziffer 752 (Google Books).
  7. Kraatz (Hrsg.): Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats. Berlin 1856, S. 104; Textarchiv – Internet Archive.
  8. Czarnikau. In: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage. Band 18: Schöneberg–Sternbedeckung. Bibliographisches Institut, Leipzig / Wien 1909, S. 398 (Digitalisat. zeno.org).
  9. Gemeindelexikon der Regierungsbezirke Allenstein, Danzig, Marienwerder, Posen, Bromberg und Oppeln. Auf Grund der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und anderer amtlicher Quellen. Königlich Preußisches Statistisches Landesamt, Berlin 1912, Heft V: Regierungsbezirk Bromberg, 3. Kreis Czarnikau, S. 8–9, Ziffer 1 (Google Books).
  10. Główny Urząd Statystyczny, Powierzchnia i ludność w przekroju terytorialnym w 2014 r., abgerufen am 1. Januar 2026
  11. Główny Urząd Statystyczny, Powierzchnia i ludność w przekroju terytorialnym w 2024 roku, abgerufen am 1. Januar 2026