Czarna Dąbrowa (Studzienice)
| Czarna Dąbrowa | ||
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| Basisdaten | ||
| Staat: | Polen
| |
| Woiwodschaft: | Pommern | |
| Powiat: | Bytów | |
| Gmina: | Studzienice | |
| Geographische Lage: | 54° 8′ N, 17° 37′ O | |
| Einwohner: | ||
Czarna Dąbrowa (deutsch Sonnenwalde, bis Ende 1928 Czarndamerow) ist ein Dorf im Verwaltungsbezirk Gmina Studzienice im Powiat Bytowski in der polnischen Woiwodschaft Pommern.
Geographische Lage
Das Dorf liegt im östlichen Hinterpommern, etwa zehn Kilometer südöstlich der Stadt Bytów und drei Kilometer südsüdwestlich des Dorfs Półczno.
Das Dorf ist in eine hügelige Landschaft eingebettet. Westlich des Dorfkerns befindet sich der Sonnenwalder See.
Geschichte
Im Jahr 1346 verlieh der Hochmeister des Deutschen Ordens Heinrich Dusemer zu Marienburg dem Getreuen Rüdiger dreißig Hufen erbliches Siedlungsland nach Magdeburger Recht in dem Felde Zarn Dambrowo mit der Verpflichtung zu Burgbaudiensten, Landwehr und Platendienst (Kriegsdienst im Plattenrock, d. h. in Plattenrüstung).[1] 1620 kam Czarndamerow an Mitglieder der Familie Froreich.[2] Im Jahr 1628 maß Zarne Damerou 34 1/4 Hufen und war eine der Besitzungen der befreiten Panen (Kleinadlige Bauern) namens von Zwebetkow.[3] 1724 werden für Czarna-Domdrowa acht grundgesessen Panen genannt. Das waren je ein Herr Sarnowsky, Jutrzenka, Cyrzan (Czirson), Paschke, Zarnowski sowie drei Herren Mondry.[4] Um 1782 hatten neun Adelsfamilien Besitzanteile in Czarndamerow, von denen jede ein Vorwerk besaß.[5]
Czarndamerow hatte bereits im 18. Jahrhundert einen zum Bezirk des Königlichen Domänenamts Bütow gehörigen Krug (Gastwirtschaft).[6] In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war in Czarndamerow ein kleines Patrimonialgericht.[7] Im Januar 1862 wurde das nun dem Lucas Lorbitzky gehörige 67 Morgen 66 Quadratruten umfassende Krug-Grundstück aus dem Bezirk des Domänenamts Bütow ausgegliedert und dem Verband der Landgemeinde Czarndamerow angeschlossen.[8]
Am 1. Dezember 1913 wurden auf der 837,7 Hektar großen Gemarkung der Landgemeinde Czarndamerow 29 viehhaltende Haushaltungen gezählt, die zusammen 20 Pferde, 68 Stück Rindvieh, 30 Schafe und 76 Stück Borstenvieh hielten.[9]
Mit Wirkung vom 1. Januar 1929 wurden der Gutsbezirk Sonnenwalde[10] aus dem Amtsbezirk Zerrin teilweise in die Landgemeinde Czarndamerow eingegliedert und die Landgemeinde Czarndamerow in Sonnenwalde umbenannt.[11]
Anfang der 1930er Jahre hatte Landgemeinde Sonnenwalde eine Flächengröße von 19 km². Innerhalb der Gemeindegrenzen standen insgesamt 27 bewohnte Wohnhäuser an vier verschiedenen Wohnplätzen:[12]
- Bahnhof Sonnenwalde
- Forsthaus Pfefferberg
- Forsthaus Sonnenwalde
- Sonnenwalde
Um 1935 hatte Sonnenwalde unter anderem eine Fischerei und eine Tischlerei.[13]
Bis 1945 bildete Sonnenwalde eine Landgemeinde im Landkreis Bütow im Regierungsbezirk Köslin der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs. Sonnenwalde war dem Amtsbezirk Kniprode zugeordnet. Das Standesamt befand sich in Kniprode.
Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Region im März 1945 durch die Roten Armee besetzt. Nach Kriegsende wurde Sonnenwalde zusammen mit ganz Hinterpommern von der Sowjetunion der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen. Die allermeisten einheimischen Dorfbewohner wurden in der Folgezeit von der polnischen Administration aus Sonnenwalde vertrieben. Der Ortsname Sonnenwalde wurde zu „Czarna Dąbrowa“ polonisiert.
Demographie
| Jahr | Einwohner | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1782 | – | Dorf, mit neun Vorwerken, von denen jedes die Größe eines Bauernhofs hat, zwölf Feuerstellen (Haushaltungen), Fichtenholzung, Fischerei in einem See und in Teichen sowie mit einem in königlichem Besitz befindlichen Krug (Gaststätte), eingepfarrt zu Bernsdorf[5] |
| 1818 | 43 | davon 38 im adligen Dorf und fünf in der Büdnerwohnung in der königlichen Försterei Sonnenwalde, eingepfarrt zu Bernsdorf[14][15] |
| 1832 | 104 | Dorf mit 14 Häusern, adlige Besitzung, zum Kirchspiel Bernsdorf gehörig; dazu Krug (Gastwirtschaft) zu Sonnenwalde[16] |
| 1852 | 159 | Dorf[17] |
| 1855 | 154 | am Jahresende, davon 22 Evangelische und 132 Katholiken[18] |
| 1864 | 241 | am 3. Dezember, Gutsbezirk[19] |
| 1867 | 280 | am 3. Dezember, Gutsbezirk[20] |
| 1871 | 246 | am 1. Dezember, Gutsbezirk, davon 102 Evangelische und 144 Katholiken[20] |
| 1885 | 228 | am 1. Dezember, Landgemeinde, davon 100 Evangelische und 128 Katholiken[21] |
| 1895 | 186 | am 2. Dezember, Landgemeinde, davon 60 Evangelische und 126 Katholiken[22] |
| 1910 | 252 | am 1. Dezember, Dorf[23] |
| 1925 | 204 | Landgemeinde, in 44 Haushaltungen, darunter 103 Evangelische und 101 Katholiken[12] |
| 1933 | 156 | [24] |
| 1939 | 180 | [24] |
Kirche
Kirchspiel bis 1945
In Sonnenwalde hatten evangelische Christen eine knappe Bevölkerungsmehrheit. Diese waren nach Polschen eingepfarrt.
Das katholische Kirchspiel war in Bernsdorf.
Polnisches Kirchspiel seit 1945
Die seit 1945 und Vertreibung der einheimischen Dorfbewohner anwesende polnische Einwohnerschaft gehört mit seltenen Ausnahmen der Römisch-katholischen Kirche in Polen an.
Das polnische evangelische Kirchspiel ist in Bütow.
Literatur
- Czarndamerow, Dorf, Kreis Bütow, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Czarndamerow, einschließlich der Unterförsterei Sonnenwalde südöstlich von Czarndamerow (meyersgaz.org).
- Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 1086, Ziffer (2) (Google Books).
- Hermann Gribel: Statistik des Bütower Kreises, Druck von B. Lilienthal, Bütow 1858, S. 102–104 (Google Books).
Weblinks
- Amtsbezirk Kniprode (Territorial.de)
- Die Gemeinde Sonnenwalde im ehemaligen Kreis Bütow in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011)
- Historische Ortsbeschreibungen Kreis Bütow: Sonnenwalde (bis Ende 1928: Czarndamerow) (buetow-pommern.info)
Fußnoten
- ↑ Reinhold Cramer: Geschichte der Lande Lauenburg und Bütow, Zweiter Teil: Urkundenbuch, Königsberg 1858, S. 176–177, Nr. 5 (Google Books).
- ↑ Julius Theodor Bagmihl: Pommersches Wappenbuch, Band 1, Stettin 1843, S. 29 (Google Books).
- ↑ Robert Klempin und Gustav Kratz: Matrikeln und Verzeichnisse der Pommerschen Ritterschaft vom XIV bis in das XIX Jahrhundert. Berlin 1863, S. 260, Nr. 148 (Google Books).
- ↑ Jacob Paul von Gundling: Pommerischer Atlas Oder Geographische Beschreibung, Des Hertzogthums Pommern, Und des dasigen Adels Aus Den Landes Urkunden Verfertiget. Potsdam 1724, S. 52.
- ↑ a b Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 1086, Ziffer (2) (Google Books).
- ↑ Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 1054, Ziffer (3) (Google Books).
- ↑ W. F. C. Starke: Beiträge zur Kenntniß der bestehenden Gerichtsverfassung und der neuesten Resultate der Justizverwaltung in dem Preussischen Staate, Band 2, Heymann, Berlin 1839, S. 253 (Google Books).
- ↑ Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Cöslin, Stück 6, Cöslin, 5. Februar 1862, S. 39. Nr. 33) (Google Books).
- ↑ Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon über den Viehstand und den Obstbau für den Preußischen Staat, Heft 4: Provinz Pommern, Berlin 1915, 2. Regierungsbezirk Köslin, 27. Kreis Bütow, S. 136–137, Ziffer 4 (Google Books).
- ↑ Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 1059, Ziffer (30) (Google Books).
- ↑ Amtsbezirk Kniprode (Territorial.de)
- ↑ a b Die Gemeinde Sonnenwalde im ehemaligen Kreis Bütow in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011)
- ↑ Klockhausʼ Kaufmännisches Handels- und Gewerbe-Adressbuch des Deutschen Reichs, Band 1 A, Berlin 1935, S. 1116 (Google Books).
- ↑ Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 1: A–F, Halle 1821, S. 236, Ziffer 500–501 (Google Books).
- ↑ Friedrich von Restorff: Topographische Beschreibung der Provinz Pommern mit einer statistischen Uebersicht, Nicolaische Buchhandlung, Berlin und Stettin 1827, S. 291, Ziffer 2 (Google Books), und S. 287, Ziffer 26 (Google Books).
- ↑ Georg Friedrich Krause: Handbuch zu dem Atlas von Preußen in 27 Karten; oder: geographisch-statistisch-topographische Beschreibung der preußischen Mönarchie. Zweite Hälfte: Verzeichniß sämmtlicher Städte, Flecken, Dörfer, Weiler, Vorwerke etc. der Monarchie. Band I: A – E, Müller, Erfurt 1835, S. 599 (Google Books).
- ↑ Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats (Kraatz, Hrsg.). Berlin 1856, S. 104 (Google Books).
- ↑ Hermann Gribel: Statistik des Bütower Kreises, Bütow 1858, Anhang, Beilage 1, Ziffer 2 (Google Books)
- ↑ Königliches Finanzministerium: Die Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirk Köslin, 2. Kreis Bütow, Berlin 1966, S. 2–9, Ziffer 9 (Google Books).
- ↑ a b Königliches statistisches Bureau (Hrsg.): Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Pommern und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871 bearbeitet und zusammengestellt. Berlin 1874, Regierungsbezirk Köslin, XII. Kreis Bütow, S. 174–175, Ziffer 44 (Google Books).
- ↑ Königliches statistisches Bureau: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und anderer amtlicher Quellen, IV. Provinz Pommern, Berlin 1888, Regierungsbezirk Köslin, 25. Kreis Bütow, S. 190–191, Ziffer 4 (Google Books).
- ↑ Königliches Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 2. Dezember 1895 und anderer amtlicher Quellen. Band IV: Provinz Pommern, Berlin 1898, 2. Regierungsbezirk Köslin, 25. Kreis Bütow, S. 196–197, Ziffer 4 (Google Books).
- ↑ Czarndamerow, Dorf, Kreis Bütow, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Meddersin (meyersgaz.org).
- ↑ a b Michael Rademacher: Provinz Pommern – Landkreis Bütow. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com.