Cytophagaceae
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| Systematik | ||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||
| Cytophagaceae | ||||||||
| Stanier 1940 |
Die Cytophagaceae sind eine Familie von Bakterien. Die Typusgattung ist Cytophaga.
Erscheinungsbild
Viele Arten sind stäbchenförmig und durch Gleiten beweglich. Der Gram-Test ist negativ. Arten von Sporocytophaga bilden Ruhestadien, sogenannte Mikrocysten. Sie ähneln den Ruhestadien der Myxobakterien.
Stoffwechsel
Die Arten sind in der Regel strikt aerob, also auf Sauerstoff zur Atmung angewiesen. Der Stoffwechsel ist chemoorganotroph. Arten von Sporocytophaga und Cytophaga sind wichtig für die bakterielle Zersetzung von Cellulose an gut mit Sauerstoff versorgten (oxischen) Standorten. Bei der Zersetzung von Cellulose haften sich die Bakterien an die Fasern von Cellulose an. Das Enzym (Cellulase) bleibt an der Zellwand verbunden, freie, lösliche Enzyme für den Abbau werden nicht gebildet. Cellulose wird nur von wenigen Gruppen von Organismen umgesetzt, wichtig sind hierfür neben Bakterien vor allem Pilze.
Pathogenität
Einige früher zu Cytophaga gezählten Arten sind pathogen (Krankheitserreger) für Fische. Die nun als Flavobacterium columnare geführte Art ist für die sogenannte Columnariskrankheit verantwortlich, die Art Cytophaga psychrophila, jetzt als Flavobacterium psychrophilus bezeichnet, ist Erreger der Kaltwasserkrankheit.
Systematik
Die Familie Cytophagaceae wurde von Roger Yate Stanier 1940 eingeführt. Zuerst enthielt sie nur die eine Gattung Cytophaga. Später wurde sie aufgrund von 16S-rRNA-Analysen stark erweitert. Die hierbei eingeführten Gattungen Capnocytophaga, Chitinophaga und Flexithrix wurden danach nochmal umgestellt und zwar jeweils zu den Familien Flavobacteriaceae, Chitinophagaceae und Flammeovirgaceae gestellt. Die Gattung Adhaeribacter Rickard et al. 2005 wurde zu den Hymenobacteraceae gestellt.[1] Aquirufa, Dyadobacter, Flectobacillus, Larkinella, Runella und Siphonobacter wurden zu der Familie Spirosomataceae umdisponiert. Die Gattung Flexibacter zählt nun zu der im Jahr 2020 neu aufgestellten Familie Flexibacteraceae. Die Gattung Hymenobacter und Pontibacter werden seit 2016 zu der Familie Hymenobacteraceae gestellt. Meniscus zählt seit 2014 zu den neu aufgestellten Prolixibacteraceae.[2]
Es folgt eine Auswahl von Gattungen der Cytophagaceae:[3]
- Chryseotalea Maejima et al. 2020
- Cytophaga Winogradsky 1929
- Dawidia Octaviana et al. 2025
- Edaphorhabdus Chhetri et al. 2019
- Sporocytophaga Stanier 1940
Einzelnachweise
- ↑ LPSN
- ↑ Takao Iino, Koji Mori, Takashi Itoh, Takuji Kudo, Ken-ichiro Suzuki, Moriya Ohkuma: Description of Mariniphaga anaerophila gen. nov., sp. nov., a facultatively aerobic marine bacterium isolated from tidal flat sediment, reclassification of the Draconibacteriaceae as a later heterotypic synonym of the Prolixibacteraceae and description of the family Marinifilaceae fam. nov. In: International Journal of Systematic and Evolutionary Microbiology. Band 64, Pt_11, 2014, ISSN 1466-5034, S. 3660–3667, doi:10.1099/ijs.0.066274-0 (microbiologyresearch.org [abgerufen am 29. Dezember 2025]).
- ↑ LPSN - Family: Cytophagaceae. Abgerufen am 29. Dezember 2025 (englisch).
Literatur
- Michael T. Madigan, John M. Martinko, Jack Parker: Brock – Mikrobiologie. 11. Auflage. Pearson Studium, München 2009, ISBN 978-3-8273-7358-8, S. 455–456.
- Noel R. Krieg u. a. (Hrsg.): Bergey’s Manual of Systematic Bacteriology. 2. Auflage, Band 4: The Bacteroidetes, Spirochaetes, Tenericutes (Mollicutes), Acidobacteria, Fibrobacteres, Fusobacteria, Dictyoglomi, Gemmatimonadetes, Lentisphaerae, Verrucomicrobia, Chlamydiae, and Planctomycetes. Springer, New York 2010, ISBN 978-0-387-68572-4, S. 371–423.
- Katharina Munk: Taschenlehrbuch Biologie: Mikrobiologie. Thieme, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-13-144861-3, S. 76.