Curt Münch
Curt Münch (auch Kurt; * 13. Mai 1882 in Mülsen St. Niclas; † 5. Oktober 1966 in Karl-Marx-Stadt) war ein deutscher Detektiv und vorgeblicher Hellseher, der im NS-Staat in ein Konzentrationslager verbracht wurde.
Leben und Wirken
Nach einer Lehre zum Weber und später zum Weichensteller lebte Münch ab 1910 in Lichtentanne bzw. in Zwickau. Er arbeitete zunächst bei der Sächsischen Staatsbahn und dann bis zu seiner Entlassung bei der Deutschen Reichsbahn. Das Zwickauer Adressbuch verzeichnet ihn 1925 als Eisenbahn-Schaffner im Hinterhaus der Richardstraße 37.
Bereits als Kind verfügte er nach eigener Aussage über Fähigkeiten des Hellsehens, die er in seinem neuen Beruf als Detektiv erfolgreich nutze. 1924 eröffnete er in Zwickau eine Detektei, die er 1928 nach Chemnitz-Rabenstein verlegte. 1938 verzeichnet ihn das Adressbuch dort als Kurt Münch, Detektivbüro, Am Weißen Stein 5. Er musste das Büro dann offenbar aufgeben. 1943 ist er als Bahnbeamter i. R. verzeichnet. Er wurde im KZ Sachsenhausen inhaftiert und in der DDR vom MfS observiert.
Literatur
- Der weise Mann von Lichtentanne. Autobiographie eines sächsischen Hellsehers. Curt Münch (1882–1966), im Auftrag von Dr. rer. nat. Gert Kreiselmeier (Chemnitz) herausgegeben von Wolfgang Möhrig-Marothi (Kottenheide), 2020.