Cumberlandsund

Cumberlandsund
Cumberland-Sund, Cumberland Sound

Die Siedlung Pangnirtung am gleichnamigen Fjord, einem östlichen Seitenarm des Cumberlandsunds

Gewässer Labradorsee (Atlantischer Ozean)
Landmasse Baffininsel
Geographische Lage 65° 13′ N, 65° 45′ W
Breite im Mittel 65 km
Länge ca. 300 km
Größte Wassertiefe 1200 m
Inseln Lemieux Islands, Kikastan Islands, Kekertelung Island, Nunatak Island, Anarnittuq Island
Zuflüsse McKeand River, Ranger River, Weasel River

Der Cumberlandsund oder Cumberland-Sund, englisch Cumberland Sound, ist eine Bucht an der Küste der Baffininsel und Teil der Labradorsee. Sie liegt in der Qikiqtaaluk-Region des kanadischen Territoriums Nunavut.

Geographie

Der Cumberlandsund führt zwischen den Cumberland-Halbinsel im Norden und der Hall-Halbinsel im Süden etwa 300 km ins Innere der Baffininsel hinein. Dabei ist er durchschnittlich 65 km breit.[1] Seine Küstenlinie ist durch zahlreiche Fjorde und vorgelagerte Inseln gekennzeichnet.

Geschichte

Der Cumberlandsund wurde 1585 vom britischen Seefahrer John Davis auf der Suche nach der Nordwestpassage entdeckt und zwei Jahre später befahren.[2] 1840 führte der Inuk Eenoolooapik (ca. 1820–1847) den schottischen Walfänger William Penny in den Cumberlandsund,[3] der damals reich an Grönlandwalen war, während die Bestände in den traditionellen Fanggebieten zurückgegangen waren. Am Ende der 1850er Jahre wurden feste Walfangstationen auf Kekerten Island und Blacklead Island errichtet, in deren Umfeld sich mehrere hundert Inuit ansiedelten. Als der Walfang um 1920 zum Erliegen kam, wurden diese Siedlungen wieder verlassen. Der einzige bewohnte Ort am Cumberlandsund ist heute Pangnirtung.

Im Rahmen des Ersten Internationalen Polarjahrs 1882/1883 richtete das Deutsche Reich eine Forschungsstation am Kingua Fiord am Ende des Cumberlandsunds ein. 1883 kam Franz Boas nach Kekerten Island, um ethnologische Feldforschung unter den Inuit der Baffininsel zu betreiben. 1909 startete der Arktisforscher Bernhard Hantzsch hier seine Baffinland-Expedition.

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Einzelnachweise

  1. Cumberland Sound in The Canadian Encyclopedia (englisch)
  2. William James Mills: Exploring Polar Frontiers – A Historical Encyclopedia. Band 1. ABC-CLIO, 2003, ISBN 1-57607-422-6, S. 52–53 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. Kenn Harper: Eenoolooapik. In: Mark Nuttall (Hrsg.): Encyclopedia of the Arctic. Band 1. Routledge, New York und London 2003, ISBN 1-57958-436-5, S. 543–544 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).