Cubocephalus anatorius

Cubocephalus anatorius

Cubocephalus anatorius

Systematik
Ordnung: Hautflügler (Hymenoptera)
Unterordnung: Taillenwespen (Apocrita)
Familie: Schlupfwespen (Ichneumonidae)
Unterfamilie: Cryptinae
Gattung: Cubocephalus
Art: Cubocephalus anatorius
Wissenschaftlicher Name
Cubocephalus anatorius
(Gravenhorst, 1829)

Cubocephalus anatorius ist eine Schlupfwespe aus der Unterfamilie der Cryptinae. Sie wurde von Carl Gravenhorst im Jahr 1829 als Cryptus anatorius erstbeschrieben.[1]

Taxonomie

In der Literatur findet man folgende Synonyme der Art:[1]

  • Cratocryptus anatorius (Gravenhorst, 1829)
  • Cryptus anatorius Gravenhorst, 1829
  • Cryptus stomaticus Gravenhorst, 1829
  • Cubocephalus albopictus (Kiss, 1924)
  • Cubocephalus dumetorum (Geoffroy, 1785)
  • Cubocephalus rufomaculatus (Ulbricht, 1926)
  • Cubocephalus stomaticus (Gravenhorst, 1829)

Townes und Gupta (1962) stellen Cubocephalus anatorius gemeinsam mit C. alacris, C. dreisbachi, C. lacteator und C. laticeps in die anatorius-Artengruppe und liefern morphologische Merkmale dieser Gruppe.[2]

Merkmale

Die Schlupfwespen sind etwa 6 mm lang. Sie besitzen eine schwarze Grundfarbe. Die Weibchen besitzen eine weiße Fühlerbinde.[3] Der Kopf der Weibchen ist schwarz. Die Männchen weisen einen weißen Längsfleck im Gesicht am Augeninnenrand auf. Der Clypeus der Männchen hat zwei basale weiße Flecke. Die Mandibeln der Männchen sind überwiegend weiß gefärbt. Die Ventralseite des Scapus ist bei den Männchen weiß. Die beiden letzten Tergite der Weibchen weisen einen weißen Fleck auf, bei den Männchen nur das letzte Tergit. Der relativ lange Legebohrer der Weibchen ist leicht nach oben gebogen. Bei den Weibchen sind die hinteren Coxae und Trochanteren rot gefärbt. Femora und Tibien sind bei beiden Geschlechtern rot. Die hinteren Femora und Tibien sind apikal verdunkelt. Die hinteren Tarsen der Männchen sind verdunkelt.

Verbreitung

Cubocephalus anatorius besitzt eine holarktische Verbreitung.[1] Sie kommt in Mittel- und Nordeuropa vor. Nachweise der Art reichen im Osten bis in den Kaukasus und nach Westsibirien.[1] Im nördlichen Nordamerika ist die Art ebenfalls vertreten.[1]

Lebensweise

Cubocephalus anatorius ist ein solitärer Ektoparasitoid von Larven der Pflanzenwespengattung Strongylogaster.[4] Bekannte Wirtsarten sind Strongylogaster multifasciata und Strongylogaster xanthocerta.[4] Die Larven dieser beiden Wirtsarten nutzen als Nahrungspflanze ausschließlich Adlerfarn und sind weiterhin an ältere Kiefern gebunden, in deren Borke sie sich zur Überwinterung einbohren.[4] Sie verpuppen sich gewöhnlich später in der Puppenwiege.[4] Das Schlupfwespenweibchen legt mit Hilfe ihres Legebohrers ein Ei an der Wirtslarve in der Borke ab.[4]

Einzelnachweise

  1. a b c d e Cubocephalus anatorius (Gravenhorst, 1829). In: www.gbif.org. Global Biodiversity Information Facility (GBIF), abgerufen am 2. Januar 2026 (englisch).
  2. Henry Townes, Virendra K. Gupta: Ichneumon-Flies of America North of Mexico: 4. Subfamily Gelinae, Tribe Hemigasterini. In: United States National Museum Bulletin 216 (3). 1962, abgerufen am 22. Dezember 2025 (englisch, Seiten 87–88).
  3. Johann L. C. Gravenhorst: Ichneumonologia Europaea. Pars II, continens Tryphones, Trogos, Alomyas et Cryptos. In: Leop. Voss, Vratislaviae, Sumtibus Auctoris. 1829, S. 1–990, abgerufen am 20. Dezember 2025 (Latein, Seiten 460–462).
  4. a b c d e Christian Welker: Zur Kenntnis von Strongylogaster xanthoceros (Steph.) und Strongylogaster lineata (Christ) und ihrer Parasiten (Hymenoptera: Tenthredinidae & Ichneumonidae; Diptera: Larvaevoridae). (PDF; 37,8 MB) In: Beiträge zur Entomologie, Band 9. Juni 1959, S. 233–292, abgerufen am 27. Dezember 2025.
Commons: Cubocephalus anatorius – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien