Cranbrook-Weißzahnspitzmaus
| Cranbrook-Weißzahnspitzmaus | ||||||||||||
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| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Crocidura cranbrooki | ||||||||||||
| Jenkins, Lunde, Moncrieff, 2009 |
Die Cranbrook-Weißzahnspitzmaus (Crocidura cranbrooki) ist eine Spitzmausart aus der Gattung der Weißzahnspitzmäuse (Crocidura), die vermutlich endemisch in Myanmar vorkommt.[1] Der Gefährdungsstatus dieser Spezies kann von der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN nicht beurteilt werden, da die Datenlage unzureichend ist.[2]
Merkmale
Bei der Cranbrook-Weißzahnspitzmaus handelt es sich um einen mittelgroßen Vertreter der Gattung, der eine Kopf-/Rumpflänge von 6,5 bis 8,6 Zentimetern aufweist.[1.1] Die Tiere haben ein braunes Rückenfell, wobei die einzelnen Haare eine graue Basis und braune Spitzen haben. Das Bauchfell ist heller und in einem dunklen Graubraun gefärbt, die Haare sind hier grau und haben sandbraune Spitzen. Der Schwanz ist im Durchschnitt 7,5 Zentimeter lang, damit vergleichsweise lang und eher dünn.[1.1] Er ist hell mit dunkleren Flecken auf ganzer Länge und an der proximalen Seite mit borstenähnlichen Haaren bedeckt. Die kürzeren Haare sind hell und eher spärlich, sodass die darunter liegenden Schuppen sichtbar sind. Die Pfoten sind in einem hellen Beige gefärbt und besitzen einen dunkleren Streifen an der Innenseite.[1.2]
Der Schädel weist ein langes Rostrum, eine breite Jochbeinplatte und einen vergleichsweise schmalen Oberkiefer auf. Die Interorbitalregion ist breit, die Hirnschale langgezogen und die Gelenkansätze im Oberkiefer abgerundet. Der Scheitelkamm und die Knochenwülste der Lambda-Region sind mäßig stark entwickelt. Die Cranbrook-Weißzahnspitzmaus besitzt im Oberkiefer acht Zähne, davon einen Schneidezahn, drei der für Spitzmäuse charakteristischen einspitzigen Zähne, einen Prämolaren und drei Molaren. Im Unterkiefer sind es hingegen nur sechs Zähne.[1.3]
Verbreitung
Die Terra typica der Cranbrook-Weißzahnspitzmaus liegt im Nam-Tamai-Tal in auf einer Höhe von 1068 Metern über dem Meeresspiegel.[1.2] Ihr Vorkommen ist aus den umliegenden Flusstälern und Hügellandschaften Nordmyanmars nahe der Grenze zur chinesischen Provinz Yunnan und dem autonomen Gebiet Tibet. Diese Region ist wissenschaftlich nicht gut erforscht und weist eine Vielzahl an ausschließlich hier vorkommenden Säugetierarten auf. Dies und der Mangel an Funden dieser Art an anderen Orten führt zu den Vermutung, dass sie hier endemisch ist.[1.4]
Lebensweise
Da die Cranbrook-Weißzahnspitzmaus kaum erforscht ist, lassen sich keine sicheren Aussagen über die Lebensweise dieser Spezies treffen.
Taxonomie
Der Artname „cranbrooki“ wurde zu Ehren von John David Gathorne-Hardy, dem vierten Earl von Cranbrook, vergeben. Dieser hatte in den frühen 1930er Jahren zusammen mit dem Botaniker Frank Kingdon-Ward eine Expedition zur Erkundung der Mündung des Irrawaddy unternommen und war dabei verantwortlich für die Erforschung verschiedener Säugetiere. Eines der Individuen, die er dabei für Museumssammlungen konservierte, diente später als Holotypus für die Cranbrook-Weißzahnspitzmaus. Bei diesem Exemplar handelt es sich um ein adultes Weibchen, das am 17. Januar 1931 aufgefunden wurde. Von diesem Tier wird der gereinigte Schädel und das Fell aufbewahrt. Außerdem existieren einige weitere Paratypen von derselben Expedition.[1.5]
Die Tiere galten lange als Exemplare der Wimpernspitzmaus, schließlich als eine Unterart dieser, bis sie im Jahr 2009 bei einer Neuuntersuchung der Spitzmausarten auf dem Festland von Südostasien von Jenkins et al. als eigene Art klassifiziert und beschrieben wurde.[1.4]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Paulina D. Jenkins, Darrin P. Lunde, Clive B. Moncrieff: Descriptions of New Species of Crocidura (Soricomorpha: Soricidae) from Mainland Southeast Asia, with Synopses of Previously Described Species and Remarks on Biogeography. Bulletin, Nr. 331 (10). American Museum of Natural History, 15. Dezember 2009, S. 356 bis 405 (englisch).
- ↑ Paula Jenkins (Mammal Group, Vertebrate Division, Department of Life Sciences, The Natural History Museum, London, UK), Rosalind Kennerley (Durrell Wildlife Conservation Trust), Thomas Dando (Small Mammal Specialist Group): IUCN Red List of Threatened Species: Crocidura cranbrooki. In: IUCN Red List of Threatened Species. 13. März 2017 (iucnredlist.org [abgerufen am 28. November 2025]).