Crassula sarcocaulis

Crassula sarcocaulis

Crassula sarcocaulis

Systematik
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Steinbrechartige (Saxifragales)
Familie: Dickblattgewächse (Crassulaceae)
Unterfamilie: Crassuloideae
Gattung: Dickblatt (Crassula)
Art: Crassula sarcocaulis
Wissenschaftlicher Name
Crassula sarcocaulis
Eckl. & Zeyh.

Crassula sarcocaulis ist eine Pflanzenart aus der Gattung Dickblatt (Crassula) innerhalb der Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceae).

Beschreibung

Erscheinungsbild

Crassula sarcocaulis wächst als kleiner, aufrechter, immergrüner, sukkulenter Halbstrauch.[1][2][3] Er erreicht Wuchshöhen 0,2 bis 0,4, selten bis 0,6 Zentimetern und besitzt einen einzelnen Hauptstamm und eine sich mehr oder weniger verzweigende Krone.[3] Bei älteren Exemplaren ist die Rinde schuppig oder abblätternd. Alte Zweige sind verholzt, blattlos und kahl. Die Zweige des laufenden Jahres sind saftig und kurz warzenförmig (papillös) oder papillös behaart.[3]

Blätter

Die Blätter sind sitzend, fleischig, hellgrün, flach, schmal, nadelförmig (eiförmig bis linear-elliptisch)[4][3] und bis zu 12 Millimeter lang. Am oberen Ende sind die Blätter spitz, ganzrandig und mit einer Reihe von Randpunkten versehen. An der Basis sind sie leicht verwachsen, meist kahl, manchmal am Rand papillös, aufrecht oder aufsteigend; die untersten Blätter sind ausgebreitet und mehr oder weniger abfallend.[3]

Blütenstand und Blüte

Die Blütezeit erstreckt sich in Kultivation vom Spätsommer über den Herbst bis in den Winter (Januar bis Juni).[1] Bei den natürlichen Vorkommen ist bei der Nominatform als Blütezeit der Juli angegeben.[4] An den Enden der belaubten Zweige befindet sich der doldenartige Blütenstand, der ein dichter Thyrsus ist ud aus einem bis mehreren Dichasien besteht. Die Blütenstiele und Blütenstände sind kahl oder papillös.

Die relativ kleinen, Blüten sind fünfzählig und duften nach Honig oder Johannisbeermarmelade. Die Blüten sind bei einer Länge von 3 bis 5 Millimetern becherförmig. Der Kelch ist kahl, hellgrün; die Kelchblätter sind entweder länglich oder länglich-lanzettlich oder lanzettlich mit stumpfem, fast stumpfem oder stumpfem oberen Ende und kahl.[3] Die fünf weißen bis rosafarbenen Blütenkronblätter sind eiförmig-länglich oder länglich-eiförmig mit stumpfem oder spitzem oberen Ende.[3] Die Farbe der Kronblätter ist weiß, mit zunehmendem Alter färben die Kronblätter sich laut der Flora of Zimbabwe aprikosenorange.[4] Die Staubblätter sind etwas kürzer als die Krone.[3] Die Staubbeutel sind dunkelviolett bis schwarz.[4]

Frucht und Samen

Es werden Balgfrüchte gebildet. Die Samen sind winzig und dicht stachelig-warzenförmig.[3]

Ökologie

Crassula sarcocaulis ist – wie für die Pflanzenfamilie Crassulaceae üblich – gut daran angepasst, Dürreperioden zu überstehen. Sie verfügt über einen nach der Familie benannten, außergewöhnlichen Stoffwechsel, der es ihr ermöglicht, Photosynthese zu betreiben, ohne jedoch viel Wasser über ihre Blätter zu verlieren, bekannt als Crassulaceen-Säurestoffwechsel (CAM). Dies verleiht ihr die Fähigkeit, in trockenen Regionen oder Gebieten, in denen es immer wieder zu Dürren kommt, zu überleben. Crassula sarcocaulis kann Temperaturen von bis zu −12 °C überstehen, was bei Crassula ungewöhnlich ist.[2]

Verbreitung und Habitat

Das Verbreitungsgebiet von Crassula sarcocaulis liegt im östlichen Teil Südafrikas und den Nachbarländern. Die Nominatform kommt in Soutpansberg und Blouberg in der Provinz Limpopo entlang der Steilstufe bis nach Mpumalanga und Eswatini vor, gelegentlich auch in KwaZulu-Natal und vereinzelt im Ostkap und in Simbabwe.[1] Die Unterart Crassula sarcocaulis subsp. rupicola kommt hauptsächlich in den Drakensbergen, in Mpumalanga, in Lesotho, KwaZulu-Natal und im Ostkap sowie in Malawi vor.[1]

Crassula sarcocaulis wird bis zu einer Höhenlage von 2400 Metern gefunden.[4] Crassula sarcocaulis gedeiht in der oberen (= Nama-Karoo) und unteren Karoo (= Kleine Karoo) auf flachem Boden an felsigen Berghängen,[3] zwischen Felsen, in Felsspalten, im Grasland unterhalb der Steilstufe und oft an der Grenze zu Buschland oder Wäldern, wo es im Sommer regnet und im Winter trocken ist.[1][3]

Gefährdung

Der Schutzstatus beider Unterarten ist LC = „least concern“ = „nicht gefährdet“.[2]

Systematik

Die Erstbeschreibung von Crassula sarcocaulis erfolgte 1837 durch den deutschen Apotheker und Botaniker Christian Friedrich Ecklon (botanisches Autorenkürzel Eckl.) und den deutschen Gärtner und Pflanzensammler Carl Ludwig Philipp Zeyher (Zeyh.) als Cotyledon sarcocaulis.[5][1]

Als Unterarten wurden beschrieben:

  • Crassula sarcocaulis Eckl. & Zeyh. subsp. sarcocaulis: Sie hat einen aufrechten Wuchs mit mäßiger Verzweigung und Hauptästen, die einen Durchmesser von bis zu 10 mm erreichen. Die Blätter sind elliptisch, in der Mitte am breitesten, 5 bis 30 mm lang und 2 bis 8 mm breit. Crassula sarcocaulis subsp. sarcocaulis blüht im Herbst und Winter (April bis Juni).[1][2]
  • Crassula sarcocaulis subsp. rupicola Toelken:[6] Diese Unterart wächst ebenfalls aufrecht, jedoch ausgebreitet und stark verzweigt. Sie bildet daher dichte Sträucher mit Hauptästen von bis zu 50 mm Durchmesser. Die Blätter sind linealisch bis lanzettlich und an der Basis am breitesten, 8–20 mm lang und bis zu 1,5 mm breit. Die Blütezeit ist vom Spätsommer bis zum Herbst (Januar–April).[1][2]

Dazu ist die Varietät Crassula sarcocaulis var. mlanjiana R.Fern. beschrieben.[3]

Synonyme für Crassula sarcocaulis sind Crassula lignosa Burtt Davy, Crassula parvisepala Schönland, Crassula sarcocaulis subsp. sarcocaulis, Crassula sarcocaulis var. scaberula Harv., Creusa sarcocaulis (Eckl. & Zeyh.) P.V.Heath und Creusa sarcocaulis subsp. elliptica P.V.Heath.[3]

Nach Ernst Jacobus van Jaarsveld wird Crassula sarcocaulis der Sektion Acutifoliae (Schönland) Toelken aus der Untergattung Crassula subg. Disporocarpa Fisch. & C.A.Mey. zugeordnet.

Etymologie

Das Artepitheton sarcocaulis bezieht sich auf die Sprossachse und bedeutet soviel wie „fleischiger Stängel“ vom griechischen sarx oder sarkos, was „Fleisch“ bedeutet, und kaulon, was mit „Stiel“ übersetzt werden kann. Der Name rupicola der Unterart bedeutet „zwischen Felsen wachsend“ vom lateinischen rupes, was „Klippe“ oder „Felsen“ bedeutet, und incola für „Bewohner“.[1]

Trivialnamen

Trivialnamen von Crassula sarcocaulis sind bonsai crassula (englisch), Bonsai Jade (englisch)[7], serelilenyane (Sesotho) und umadinsane (isiZulu).[2] Nach A. Moteetee, R. O. Moffett und L. Seleteng-Kose (2019) lautet der Sesotho-Name von Crassula sarcocaulis Serelilenyana.[8] Gemäß Plantbook.co.za wird allerdings auch Crassula multicava auf isiZulu uMadinsane genannt.[9] Auf Afrikaans heißt Crassula sarcocaulis Bonsaiplakkie.

Verwendung

Crassula sarcocaulis wird in der traditionellen Medizin als starkes Brechmittel (Emetikum) verwendet.

In vielen Ländern ist sie eine beliebte Topf- und Fensterbankpflanze.[1] Teilweise wird sie als Bonsai geformt, da sie hierbei als recht schnittverträglich und pflegeleicht gilt.[1][10]

Quellen

Literatur

  • Fernandes, R.: Crassulaceae. In: Flora Zambesiaca 7(1). 1983, ISBN 3-8001-3998-7, S. 20–21.

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h i j k yann: Crassula sarcocaulis Ecklon & Zeyher 1837. In: Au Cactus Francophone (www.cactuspro.com). www.cactuspro.com, 29. März 2020, abgerufen am 14. Oktober 2025.
  2. a b c d e f Samuel Lekhetho, Ofentse Naanyane, Alice Notten: Crassula sarcocaulis Eckl. & Zeyh. In: https://pza.sanbi.org/. SA National Biodiversity Institute, Dezember 2015, abgerufen am 14. Oktober 2025.
  3. a b c d e f g h i j k l m Crassula sarcocaulis Eckl. & Zeyh. In: World Flora Online Data. https://www.worldfloraonline.org/, 2025, abgerufen am 14. Oktober 2025.
  4. a b c d e Mark Hyde, Bart Wursten, Petra Ballings, Meg Coates Palgrave: Crassula sarcocaulis Eckl. & Zeyh. subsp. sarcocaulis. In: Flora of Zimbabwe. https://www.zimbabweflora.co.zw/, 2025, abgerufen am 14. Oktober 2025.
  5. Enum. Pl. Afric. Austral. [Ecklon & Zeyher] 3: 295
  6. J. S. African Bot. 41: 116 1975
  7. Crassula sarcocaulis (Bonsai Crassula). In: World of Succulents. World of Succulents., 2025, abgerufen am 15. Oktober 2025.
  8. A. Moteetee, R.O. Moffett, L. Seleteng-Kose: A review of the ethnobotany of the Basotho of Lesotho and the Free State Province of South Africa (South Sotho). In: South African Journal of Botany, Volume 122, Mai 2019, Seiten: 21-56. South African Association of Botanists, Mai 2019, abgerufen am 14. Oktober 2025.
  9. Crassula multicava. In: https://www.plantbook.co.za. Glenice Ebedes., 2025, abgerufen am 14. Oktober 2025.
  10. Bernd: Crassula sarcocaulis als Bonsai. In: Bonsai-Pflege und Baum-Gestaltung als Hobby. www.bonsai-als-hobby.de, 8. Oktober 2010, abgerufen am 14. Oktober 2025.
Commons: Crassula sarcocaulis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien