Cranachstraße 29 (Weimar)

In der 1891/92 errichteten historistischen Villa in der Cranachstraße 29 in Weimar befand sich der Sitz der sächsischen Gesandtschaft. Es dient längst als Wohnhaus.

Geschichte

Das freistehende Gebäude im Stil der Neorenaissance ließ der Kammermusiker Ernst Schmidt nach einem Entwurf des Architekten Hermann Michael errichten. Im Dachgeschoss wohnte der Maler und Graphiker Engelbert Schoner (1906–1977). Das dreigeschossige, vollständig unterkellerte Gebäude war eines der ersten der Cranachstraße und ist zugleich eines der größten in dieser. Es steht auf einem Eckgrundstück zur Lisztstraße und ist um die Breite des Vorgartens, der von einem Metallgitterzaun begrenzt ist, von der Straßenflucht zurückgesetzt. Die Materialien sind die damals üblichen. Keller- und Erdgeschoss sind aus Stein, die darüberliegenden Geschosse sind aus Holzfachwerk mit gemauerter Vorlage. Das über das Konsolkranzgesims kraftig vorgezogene Flachdach wurde als Holzzementdecke konstruiert. Die Putzgliederung der Fassade mit Rustika im Erdgeschoss, Gesimsbändern und Ecklisenen in den Obereschossen sowie Verdachungen und Dekorspiegeln an den Fenstern folgt in ihrer Verteilung der traditionellen Geschosshierarchie. Als Besonderheit fallen die großen Atelierfenster der Nordfassade auf. Die Raumdisposition wie auch die Ausstattung sind bauzeitlich. Dazu zählen die zweiläufige Holztreppe, die kassettierten Innentüren, zwei Kachlöfen in den Atelierräumen, Parkettfußböden, Stuckdecken in den Haupträumen.[1]

An der Hauswand wurden für den Maler Engelbert Schoner und der Stifterin für die Sanierung der Ehem. Sächsischen Gesandtschaft Carola Fuhrmann (Stiftung zur Förderung traditioneller Bauwerkskunst) Gedenktafeln angebracht. Das Gebäude wurde dieser Gedenktafel zufolge 1996 saniert.

Peter Gülke hinterließ seine Erinnerungen an Erlebnisse in diesem Haus und an den Maler Engelbert Schoner, als dieser Luftschutzwart dieses Hauses war.[2]

Das Gebäude steht auf der Liste der Kulturdenkmale in Weimar (Einzeldenkmale).

Commons: Cranachstraße 29 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 50° 58′ 28,2″ N, 11° 19′ 8,8″ O

Einzelnachweise

  1. Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar, Bd. 4.2.: Stadterweiterung und Ortsteile, E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 696 f.
  2. Peter Gülke: Mein Weimar, Insel Verlag Berlin 2019. ISBN 978-3-458-17817-0