Cora Carloni

Corinna «Cora» Carloni (* 6. Juli 1901 in Rovio; heimatberechtigt ebenda; † 2. Juni 1978 in Gentilino) war eine Schweizer Wohltäterin.

Leben und Wirken

Cora Carloni war die Tochter des Malers Giacomo Carloni und der Lehrerin und Schriftstellerin Luigia geborene Groppi. Sie besuchte von 1914 bis 1917 das Primarlehrerseminar in Locarno und absolvierte einen Pädagogikkurs am Lyzeum in Lugano, der sie 1921 für den Unterricht an weiterführenden Schulen qualifizierte. Sie blieb unverheiratet.[1] Der Architekt Tita Carloni ist der Sohn ihres Bruders Fulvio Taddeo.[2]

Carloni widmete sich der Unterstützung armer und bedürftiger Kinder und wurde 1921 Sekretärin des gerade gegründeten Kinderhilfswerks Opera ticinese per la fanciullezza (später OTAF).[2] Mit Arnoldo Bettelini gründete sie 1921 die Jugendzeitschrift Semi di bene, deren Leitung sie übernahm. Im folgenden Jahr übernahm Carloni bis 1973 die Leitung des neu gegründeten «Istituto dei bambini gracili» in Sorengo. Ursprünglich beherbergte das Heim nur tuberkulöse Kinder, es weitete aber nach Angliederung einer Sehschule seine Tätigkeit bis 1950 aus und nahm in den 1960er Jahren Kinder mit geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen auf.[2] In Sonogno, Sommascona, Airolo sowie im italienischen Pietra Ligure initiierte sie Sommerkolonien.[1]

Carloni schloss sich 1931 der Laienbewegung der heiligen Theresia an. Bis 1968 war sie Sekretärin der Tessiner Liga gegen Tuberkulose und Lungenkrankheiten und zudem noch in anderen Vereinen tätig. Über Jahrzehnte hinweg betreute sie die Sendung «Ora Serena» für die Kranken im Radioprogramm der italienischsprachigen Schweiz.[1] Sie unterstützte den kantonalen Verein für Familienhilfe und war von 1962 bis 1964 Präsidentin des kantonalen Komitees des Vereins für das Frauenstimmrecht.[2]

Carloni wurde 1970 mit der Ehrenbürgerschaft von Sorengo, 1975 mit dem Lavezzari-Preis und 1977 mit dem Stern der Italienischen Solidarität ausgezeichnet. Ihren Nachlass bewahrt die «Associazione Archivi riuniti delle donne Ticino».[2]

Beiträge

  • Un’alba e un tramonto. In: Semi di Bene. 30. Oktober 1975. S. 238–239.
  • Il centro fisioterapico infantile di Sorengo è pronto per l’inaugurazione. In: Semi di Bene. 30. Mai 1975. S. 134–135.
  • Assistenza sociale. In: Donne della Svizzera italiana, Dalla Saffa 1928 alla Saffa 1958. Grassi, Bellinzona 1958. S. 25–30.

Literatur

  • Semi di bene. 30. November 1978.
  • Franca Cleis: Ermiza e le altre. Rosenberg & Sellier, 1993. S. 304–305.

Belege

  1. a b c Pasquale Genasci: Cora Carloni. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 8. März 2017.
  2. a b c d e Nathalie Matthey: Corinna «Cora» Carloni (1901–1978) mit Foto. Italienisch, abgerufen am 31. Dezember 2025.